Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Katrin
Senior/in
Beiträge: 2141
Registriert: Mo 6. Mär 2017, 14:43

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Katrin » Fr 1. Mär 2019, 15:13

Tarancalime hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 12:53
Es gibt ein Problem mit den Sponsoren für Talente, die im Verein laufen.....keine Privatperson darf ein Vereinsmitglied persönlich sponsern. Das verbietet hierzulande das Vereinsgesetz. Das müsste dringend geändert werden, denn überall anderswo ist das kein Problem. Deswegen scheint es keine Sponsoren für Talente zu geben, aber das liegt tatsächlich nur an diesem veralteten Paragrafen. Ich werde mal versuchen einen Anwalt für Vereinsrecht aufzutreiben, der einem sagen kann, wie man dieses Gesetz ändern kann, das zumindestens diese juristische Hürde nicht mehr besteht in der Zukunft.

Habe dazu etwas gefunden https://www.juraforum.de/forum/t/foerde ... er.420928/
Also eine Gruppe von Mitgliedern könnte doch gesponsort werden.

Einzelsponsoring = Hilfe nur für einen Sportler: Muss das Sponsoring über den Verein laufen ? In so einem Fall würde ich einen privaten Vertrag mit dem Sponsor aushandeln.

Gasti

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Gasti » Fr 1. Mär 2019, 19:31

Wie kann ein privater Sponsor z.B. einem Mädchen aus Balingen (BW) helfen, die zweites Jahr nacheinander nicht in landeskader aufgenommen wurde, hat aber alle landeskader Läufer hinter sich gelassen.
Es gibt in Balingen nur ein privates Eisstadion. Geöffnet nur drei Monate im Jahr und überwiegend für öffentlichen Lauf.
Und dem anderen Mädchen aus Singen. Gleiche Situation.
DEU ist der Sponsor nur die Gelder landen bei den falschen.

Edda 77

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Edda 77 » Sa 2. Mär 2019, 14:54

Gasti hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 19:31
Wie kann ein privater Sponsor z.B. einem Mädchen aus Balingen (BW) helfen, die zweites Jahr nacheinander nicht in landeskader aufgenommen wurde, hat aber alle landeskader Läufer hinter sich gelassen.
Es gibt in Balingen nur ein privates Eisstadion. Geöffnet nur drei Monate im Jahr und überwiegend für öffentlichen Lauf.
Und dem anderen Mädchen aus Singen. Gleiche Situation.
DEU ist der Sponsor nur die Gelder landen bei den falschen.
Lösungsvorschlag:

- Sportlerin meldet bei Facebook auf "Vorname Familienname - Eiskunstläuferin" Facebook-Seite an und macht darin kenntlich, dass es sich um die öffentliche Seite der Sportlerin handelt.

- Sie schaltet die Seite für die gesamte Öffentlichkeit frei.

- Wenn sie Beiträge schreibt, stellt sie sich vor, sie macht die Seite für einen interessierten Geldgeber, der überlegt, ihr zu helfen, der sich aber mit dem Eiskunstlauf nicht auskennt, auch nicht, was im Verband läuft. Der Geldgeber ist wohlwollend und interessiert. Er will wissen, warum er gerade sie unterstützen soll, wer sie bereits unterstützt hat und was diese Unterstützung gebracht hat. Wenn Trainer, Verwandte, Freunde ihr bisher halfen, hatte sie folglich bereits private Sponsoren. D.h. Leute glaubte an sie, unterstützten sie und diesen Leuten ist sie auch dankbar.Das sollte sie auch immer zeigen. Dann macht sie deutlich, warum sie gerade jetzt eine weitere Förderung braucht und warum sich das gerade bei ihr besonders lohnt und was es dem Investor bringt. Der Investor will auch wissen, wie sie mit Rückschlägen und NIederlagen umgegangen ist und sich wieder aufgerappelt und weitergekämpft hat und welche Anstrengungen sie schon an anderen Stellen wie dem Sponsor Verband für neues Geld gemacht hat, warum es bei ihm bislang nicht klappte. Denn warum sollte ein anderer Sponsor sie fördern, wenn es einen sachlichen Grund gäbe, das nicht zu tun oder sie eigentlich jemand anders vorrangig fördern müsste, weil er den gesetzlichen Auftrag hat?

Und diese Geschichte erzählt sie in Häppchen auf Facebook mit regelmäßigen Veröffentlichungen. Wichtig ist, dass sie das emotional macht, so dass der Leser mitfühlen kann, also mit persönlichen Bildern, Berichten, was sie damals empfunden hat. Wenn sie sich über die Entscheidungen des Verband ärgerte, schreibt sie, dass sie sehr traurig über die Entscheidung war und wie sie sich mangels Förderung alternativ durchgebissen hat und wie mühsam das war. Sie soll offen schreiben, was sie mangels Förderung dann eben auch nicht erreichten konnte.

Sie sollte den Verband als ihren Ex-Sponsor hierbei aber nicht angreifen, kritisieren oder schlecht machen. Vielleicht gab es einen sachlichen Grund, den sie nicht kennt oder man hat sich schlichtweg vertan. Einen neuen Sponsor wird ja immer auch interessieren, wie sie sich auch ihm gegenüber als Sponsor verhalten würde. Und der Sponsor Verband muss sein Gesicht wahren können, um seinen Fehler zu korrigieren, wenn er einen gemacht hat. Das kann er nicht, wenn man ihn vorführt und an den Pranger stellt.

D.h. sie stellt sich selbst kurz vor, wer sie ist, wie lange sie schon läuft, in welchem Verein sie trainiert und in welchem Kader sie aktuell ist und welche Ziele sie sportlich erreichen möchte. Wenn sie ernsthaft das Ziel hat, Weltmeisterin oder Olympiasiegerin zu werden, sollte sie das reinschreiben. Es sollte aber stimmen. Dann schreibt sie ,dass sie immer noch total begeistert von ihrem Sport ist und das Publikum, Fans, Trainer und alle, die sie fördern möchten, einladen möchte, sich auf Facebook über ihr bisheriges Sportlerleben als Eiskunstläuferin und weiteren Entwicklung zu informieren.

- Sie beginnt am besten mit dem Thema, was bisher geschah und postet in regelmäßigen Abständen die wichtigsten Stationen ihrer Sportlaufbahn. Als Kinderfoto mit Schlittschuhen auf dem Eis, bei welchem Club etc., erinnert sich an wichtige Erfolge und Bemühungen, von den Anstrengungen ihrer Trainerin und Eltern, sie zu fördern. Das Ganze sollte sympathisch, gewinnend, dankbar rüberkommen und Leser der Seite emotional ansprechen und zur Anteilnahme bewegen.
- Wenn sie oder Angehörige noch Fotos von den Wettbewerben haben, insbesondere von Postplätzen, Urkunden, Freudentränen, Verletzungen und Anstrengungen, aufs Eis zurückzukehren, ebenfalls hochladen. Ebenfalls Maßnahmen, mit denen der Verband sie bisher doch schon gefördert hat.

Das Ganze muss nach der Lektüre die Diskrepanz zwischen ihrem Einsatz, ihren bisherigen Erfolgen und Potenzial und der Verbandsentscheidung zeigen, aber mit Belegen und Beweisen, ohne Vorwurf oder Gemecker. Wenn sie einen Beitrag postet und es gibt Kommentare, höflich und sachlich darauf antworten. So baut sie qualfizierte Follower auf. Wenn sie noch U 18 ist, sollte sich ein Elternteil mit Namen auch anmelden und die Beiträge regelmäßig kommentieren ,um möglichen Mobbern zu signalisieren, dass eine weitere Person das Treiben beobachtet.

Wenn sie mit ihren Postings am Tag der Ablehnung angelangt ist, sollte sie die Schreiben mit der Begründung des Verbandes auch veröffentlichen. Dann würde ich den Sportdirektor der DEU fragen, welche Möglichkeiten es gäbe, bei einer Ablehnung, alternative Förderung zu erreichen und ihm mitteilen, man hätte auf der Facebook Seite noch einmal einen Überblick über den bisherigen Entscheidungsprozess zusammengestellt und bisherige Erfolge und Entwicklung dargestelt und halte es für möglich, dass die Entscheidung einen Fehler oder ein Versehen war.

Sollte nach der Prüfung "von oben" wieder Ablehnung ergehen, kann man auf der Seite eigene Sponsorenaufrufe starten.

Viel Glück!

Benutzeravatar
Tarancalime
Basic Novice
Beiträge: 197
Registriert: Mi 29. Mär 2017, 09:33

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Tarancalime » So 3. Mär 2019, 10:39

Katrin hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 15:13
Tarancalime hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 12:53
Es gibt ein Problem mit den Sponsoren für Talente, die im Verein laufen.....keine Privatperson darf ein Vereinsmitglied persönlich sponsern. Das verbietet hierzulande das Vereinsgesetz. Das müsste dringend geändert werden, denn überall anderswo ist das kein Problem. Deswegen scheint es keine Sponsoren für Talente zu geben, aber das liegt tatsächlich nur an diesem veralteten Paragrafen. Ich werde mal versuchen einen Anwalt für Vereinsrecht aufzutreiben, der einem sagen kann, wie man dieses Gesetz ändern kann, das zumindestens diese juristische Hürde nicht mehr besteht in der Zukunft.

Habe dazu etwas gefunden https://www.juraforum.de/forum/t/foerde ... er.420928/
Also eine Gruppe von Mitgliedern könnte doch gesponsort werden.

Einzelsponsoring = Hilfe nur für einen Sportler: Muss das Sponsoring über den Verein laufen ? In so einem Fall würde ich einen privaten Vertrag mit dem Sponsor aushandeln.
Guter Linktipp...das Juraforum hab ich auch schonmal zu Rate gezogen und zwar gings dabei um eine Frage aus dem Sozialrecht! Und es ist sehr bitter zu wissen, das ein Privatvertrag mit einem Sponsor nichts bringt, wenn ein Familienmitglied von Hartz IV lebt (Aufstocker oder Grundsicherung ist dabei egal), dann kann man es vergessen. Dieses Geld wird nämlich als Einkommen angerechnet, weil das Sozialrecht so etwas in seiner vertikal-hiercharchischen Struktur gar nicht vorgesehen hat. Um es mal platt zu formulieren. Trauriges Resultat: begabte Kinder und Jugendliche ohne reiche Eltern, Angehörige etc.pp. haben wenig Chancen, gefördert zu werden. Den Förderern sind nämlich die Hände gebunden.

Ich kenne genau so einen Fall persönlich. Alles vorhanden: Talent, Wille, eine Präsentation für einen Privatsponsor, aber es nützt alles nichts, solange wir hierzulande über ein Sozial- und Verwaltungsrecht verfügen, das in dieser Form nicht für das 21. Jahrhundert taugt. :thumbdown:

Edda 77

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Edda 77 » Mi 6. Mär 2019, 21:23

Tarancalime hat geschrieben:
So 3. Mär 2019, 10:39
Katrin hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 15:13
Tarancalime hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 12:53
Trauriges Resultat: begabte Kinder und Jugendliche ohne reiche Eltern, Angehörige etc.pp. haben wenig Chancen, gefördert zu werden. Den Förderern sind nämlich die Hände gebunden.

Ich kenne genau so einen Fall persönlich. Alles vorhanden: Talent, Wille, eine Präsentation für einen Privatsponsor, aber es nützt alles nichts, solange wir hierzulande über ein Sozial- und Verwaltungsrecht verfügen, das in dieser Form nicht für das 21. Jahrhundert taugt. :thumbdown:

Was ist, wenn der Privatsponsor mit dem Dir bekannten Fall einen Sponsorvertrag schließt, in dem konkreter Zweck verfügt wird, für den die Gelder zu verwenden sind und die Verwendung der Zahlung an diese Bedingung geknüpft wird und dem Sponsor nachzuweisen ist? Ansonsten Rückzahlung der Gelder... Schon mal probiert?

Benutzeravatar
Tarancalime
Basic Novice
Beiträge: 197
Registriert: Mi 29. Mär 2017, 09:33

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Tarancalime » Do 7. Mär 2019, 18:55

Edda 77 hat geschrieben:
Mi 6. Mär 2019, 21:23
Tarancalime hat geschrieben:
So 3. Mär 2019, 10:39
Katrin hat geschrieben:
Fr 1. Mär 2019, 15:13


Trauriges Resultat: begabte Kinder und Jugendliche ohne reiche Eltern, Angehörige etc.pp. haben wenig Chancen, gefördert zu werden. Den Förderern sind nämlich die Hände gebunden.

Ich kenne genau so einen Fall persönlich. Alles vorhanden: Talent, Wille, eine Präsentation für einen Privatsponsor, aber es nützt alles nichts, solange wir hierzulande über ein Sozial- und Verwaltungsrecht verfügen, das in dieser Form nicht für das 21. Jahrhundert taugt. :thumbdown:

Was ist, wenn der Privatsponsor mit dem Dir bekannten Fall einen Sponsorvertrag schließt, in dem konkreter Zweck verfügt wird, für den die Gelder zu verwenden sind und die Verwendung der Zahlung an diese Bedingung geknüpft wird und dem Sponsor nachzuweisen ist? Ansonsten Rückzahlung der Gelder... Schon mal probiert?
Muss ich nachfragen. Das Problem liegt aber bei der Verrechnung als Einkommen, wo solch ein Geldgeber für Talentförderung einfach nicht im SGB (Sozialgesetzbuch) vorgesehen ist. Das SGB ist für sowas nicht ausgelegt.

Gasti

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Gasti » Di 7. Mai 2019, 16:44

Ich bin gespannt auf die Besetzung der Bundeskader für die kommende Saison 19/20.

Die Bundeskader für Saison 2018-2019 galt vom 01.05.2018 bis zum 30.04.2019.

Heute ist 07. Mai und die neu Liste ist immer noch nicht auf der Internetseite von DEU zu finden.

Ist das nur ein technisches Problem oder steckt mehr dahinter?

Eigentlich darf es in der kommenden Saison weder Olympiakader noch Perspektivkader der DEU im Einzellauf geben, da keiner Sportler die entsprechenden PK/OK-Normen erfüllt hat.

Katrin
Senior/in
Beiträge: 2141
Registriert: Mo 6. Mär 2017, 14:43

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Katrin » Di 7. Mai 2019, 16:52

@ gasti : Die Bekanntgabe des Kaders kann noch Monate dauern.

Gasti

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Gasti » Mi 8. Mai 2019, 13:12

Katrin hat geschrieben:
Di 7. Mai 2019, 16:52
@ gasti : Die Bekanntgabe des Kaders kann noch Monate dauern.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Laut dem neulich aktualisierten Rahmenterminplan 2019/2020 (Stand: 26.04.2019) fand am 07.04.2019 ein Informationstag für Bundeskader, Eltern und Trainer statt.

Und am 13.04.2019 ist der letzter Termin für die Abgabe der Musikvorschläge und Saisonplanungen inkl. Kostenkalkulation für Saison 2018/2019 für alle NK2/NK1/PK Sportler.

Dann sind die Namen der Bundeskaderläufer doch bekannt.

Warum macht man da so ein Geheimnis daraus?

Eissport-Verbandes Nordrhein-Westfalen e.V. hat bereits längst die Ergebnisse der DEU Landeskader- und LEV Verbandskadersichtung veröffentlicht.

Die andere Landesverbände machen wie DEU daraus auch ein Geheimnis.

Oder hat jemand mehr Informationen?

Katrin, du weißt bestimmt mehr :1wink:

Karl-Heinz Krebs
Administrator
Beiträge: 1556
Registriert: Fr 24. Feb 2017, 12:20
Kontaktdaten:

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Mi 8. Mai 2019, 13:44

Im vergangenen Jahr hatte sich die Bekanntgabe auch verzögert und erfolgte erst am 30. Mai.

Antworten