Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Katrin
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Katrin »

Astrolab hat geschrieben:
Sa 5. Jan 2019, 00:29
Die DEU ist meiner Beobachtung nach ein seltsamer Biotop: Sie fördert weder den Breiten- noch den Leistungssport wirklich, bleibt aber über viele Jahrzehnte als System stabil. Hin und wieder kommen wie eine Komete ein sehr guter Trainer (Huth) oder einige wenige sehr gute Sportler (Savchenko&Szolkowy&Massot) ... und verschwinden wieder, ohne Auswirkungen auf das System. Das System reklamiert ihre Erfolge für sich und ändert sich nicht, warum auch immer?
So wie der deutsche Nachwuchs aussieht, hat der Leistungssport keine Perspektiven, vielleicht gibt es noch hin und wieder sporadische Erfolge der Einzelnen...
Ob die Reformen im deutschen Leistungssport was bringen? Oder es einfach noch weniger Geld im System gibt, welches es so wie früher verteilt? Ohne Druck von oben und unten werden die Strukturen ineffizient bleiben.
Danke, Astrolab! :clap:
Dieses Bild von einem "seltsamen Biotop" ist sehr gut. Situation getroffen !

Peter Naber
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Peter Naber »

Hallo,

hier im Forum passiert natürlich das, was bei so einer Diskussion weitgehend normal ist, man bringt frustriert seine eigenen Erfahrungen (die sicher alle der Wahrheit entsprechen!) ins Gespräch und resigniert dann, weil es keinen Weg zu geben scheint auf den man sich begeben kann um etwas wirklich zu ändern. Und solche Ansätze hat es sicher auch schon viele gegeben und alle sind im Sande verlaufen. Das selbe passiert vor Ort an den Stützpunkten im "kleinen" Kreis, zumindest ist das bei uns so.

Hier hatte ich auch mal von einer Vereinsleitung den "gutgemeinten Tipp" bekommen, nicht so viel mit anderen Eltern zu reden. ;)

Alle Arbeit von Trainern und Funktionären pauschal in Grund und Boden zu verurteilen ist auch falsch und trifft auch nicht die wirkliche Situation, sondern schafft nur Frust auf beiden "Seiten".

@Astrolab hat über Druck von oben und unten geschrieben. Hier würde ich ansetzen.
Mein Anliegen wäre eher eine breite Diskussion anzuregen, das nicht nur ein paar wenige das Thema bewegen. Ich weis, dass es mehr lesen, als die paar die hier schreiben. Vieleicht können wir den Link teilen und weitere einladen.

Und ich würde gern auch mal "die andere Seite" hören, die, welche hier in der Kritik stehen. Gibt es da wirklich kein Interesse was zu ändern?

Gibt es im Forum auch Vereins- und Verbandsfuktionäre, welche Ihre Sicht mal schreiben können? Oder Trainer?

Katrin
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Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Katrin »

Hallo Herr Naber, manchmal denke ich, Sie allein wollen den Deutschen Eiskunstlauf retten. Warum heulen Sie nicht mit den Wölfen, heisst: Sie arrangieren sich mit den Gegebenheiten und machen das Beste draus ?

Karl-Heinz Krebs
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Karl-Heinz Krebs »

Peter Naber hat geschrieben:
Sa 5. Jan 2019, 20:42

Vieleicht können wir den Link teilen und weitere einladen.

Und ich würde gern auch mal "die andere Seite" hören, die, welche hier in der Kritik stehen. Gibt es da wirklich kein Interesse was zu ändern?

Gibt es im Forum auch Vereins- und Verbandsfuktionäre, welche Ihre Sicht mal schreiben können? Oder Trainer?
Hallo Peter, in einem Forum wie diesem duzt man sich ganz locker. Gerne kannst Du andere Betroffene hierher einladen. Ich habe kein Problem, wenn hier kritisch diskutiert wird.
Bei Funktionären/ Trainern ist das anders. Es gab hier mal jemanden der hier geschrieben hat, aber nicht erkannt werden wollte. Ich denke die Sorge davor Druck zu bekommen, hält manchen vom schreiben ab.

Belka

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Belka »

Katrin hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 11:42
@Karl Heinz: Stimmt.
Man kriegt kaum was mit von den deutschen Läufern: Wo war Jonathan Hess ? Mein Favorit im Juniorenbereich - hatte ja einen thread angelegt für ihn. Leider mit Problemen bei Sprüngen anfangs dieser Saison.
Weder bei den Junioren noch bei den Senioren war er bei der DM im Dezember 2018 dabei. Verletzt ? Es ist ein Mangel an Nachrichten, die uns zum Schweigen bringt.
Hallo, habe gehört Jonathan trainiert seit Sommer in Mannheim bei Stefan Lindemann ( auch Stützpunkt Leiter in Mannheim ) und Frau Pötsch.Siehe auch Interview in PIROUETTE April/2018. Die Probleme bei Sprüngen waren offensichtlich dann kam Verletzung dazu. Leider weiß ich nicht ob er wieder trainieren kann. Scheint ein größeres Problem zu sein. Schade.

.....

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von ..... »

Mir gefällt der Ansatz von Herrn Naber sehr gut und finde ihn auch notwendig.
Zweigleisig zu fahren wäre wohl, was ich in der Situation versuchen würde.
Zum einen die öffentliche Diskussion aufbringen und anheizen, immer wieder auch bei kleinen und größeren Medien anfragen und nach kritischer Berichterstattung fragen.

Zum anderen als Eltern so viel Fachkompetenz wie möglich aufbauen.
Je nachdem, wie sportlich man ist, selbst einen Trainerlehrgang mitmachen (offensichtlich schwierig, wenn man die DEU Kriterien liest. Sehr seltsam im Vergleich mit anderen Sportarten). Nicht, um das eigene Kind zu trainieren (meistens schlechte Idee), aber um mündig zu sein und eigene Entscheidungen treffen zu können.
Sich um off-ice Training und eine breit gefächerte sportliche Ausbildung kümmern.
Alternativen im Ausland ausloten, Schweiz und Österreich! Selbst dort gibt es schon ganz andere Strukturen von Training, Eiszeiten bis Schulsystem und andere Wirkmechanismen.
Oder je nach Sprachkenntnissen, beruflichen und finanziellen Möglichkeiten auch weiter weg.
Forsch gegen die Strukturen zu den eigenen Entscheidungen stehen. Spätestens, wenn sich Erfolg einstellt, wollen die Strukturen partizipieren.
Wenn es geht 1, 2 Familien mit ins Bot holen. Bei Fahrdienste, extra-Stunden, etc ist geteiltes Leid halbes Leid.
Kind dabei nicht vergessen. Jemand, der Sport aus Passion betreibt, mit ganzem Herzen, Liebe und Begeisterung, ist mE erfolgreicher und nachhaltiger erfolgreich.

An diesem Punkt und weil es für mich 1. Elternpflicht ist, sich über die zu informieren, denen man sein Kind anvertraut und gerade wenn betont wird, kritische Diskussion sei hier erwünscht, ich verstehe nicht, warum ein Teil der Diskussion hier gelöscht wurde. Ich bin niemand der Vorschreiber und nicht vom Löschen betroffen. Aber wenn etwas bei Wikipedia erlaubt ist und der Spiegel auch 20 Jahre später seine Artikel nicht löschen musste, wird es wohl nicht illegal sein, hier darauf hinzuweisen, dass bei manchem Trainer Vorsicht geboten ist?

Karl-Heinz Krebs
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Karl-Heinz Krebs »

..... hat geschrieben:
So 6. Jan 2019, 13:32
ich verstehe nicht, warum ein Teil der Diskussion hier gelöscht wurde. Ich bin niemand der Vorschreiber und nicht vom Löschen betroffen. Aber wenn etwas bei Wikipedia erlaubt ist und der Spiegel auch 20 Jahre später seine Artikel nicht löschen musste, wird es wohl nicht illegal sein, hier darauf hinzuweisen, dass bei manchem Trainer Vorsicht geboten ist?
Ich habe gerade im Moderationsprotokoll nachgesehen. Es gab keine Löschungen.

Eisfan

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Eisfan »

Guten Tag,
leider gibt es im Eiskunstlauf mehr ein Gegeneinander zwischen Trainern, Funktionären, Verbänden etc. als ein Miteinander. Motivierte Leute werden gleich von den alteingesessenen zurechtgewiesen. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Habe gerade die letzte Gruppe der Damen der Jugendmeisterschaft geschaut. Es waren nette Programme, aber nur mit Doppelsprüngen ist international nichts zu holen. Die Siegerin hat nicht mal einen 2A versucht.
Schönen Nachmittag

Peter Naber
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Peter Naber »

Katrin hat geschrieben:
Sa 5. Jan 2019, 21:21
Hallo Herr Naber, manchmal denke ich, Sie allein wollen den Deutschen Eiskunstlauf retten. Warum heulen Sie nicht mit den Wölfen, heisst: Sie arrangieren sich mit den Gegebenheiten und machen das Beste draus ?
:D :D :D
Hallo Katrin, ich greife mal den Hinweis von Karl-Heinz auf und schreibe im "Du".
Den Eiskunstlauf werde ich sicher nicht retten :D .
Und ja, wir sind nun schon 5 Jahre dabei und wir haben natürlich nicht nur zugesehen sondern versucht für unsere Tochter gute Vorausetzungen zu schaffen. Und es gibt Dinge für die wir dankbar sind, dass wir sie haben. Aber, zum Beispiel ein guter Trainer allein kann es bei der Vielzahl der verschiedenen Aspekte auch nicht reißen.
Also könnten wir uns zurücklehnen und warten bis wir vieleicht in wenigen Jahren bei den Nachwuchsmeisterschaften oder auch deutschen Meisterschaften dabei sind, und wenn das Leistungsniveau dann ist wie in diesem Jahr (es wurde ja bereits darüber geschrieben) dann kann man davon aus gehen, dass für die allermeisten eine Internationale Karriere nicht drin ist. (Siehe auch Artikel in der FAZ).

Nur wenn wir alle so denken und jeder versucht aus der Mangelsituation (in jeder Hinsicht) so viel wie möglich für sich zu "erkämpfen" dann haben wir ein weiteres Problem: Das Verhältniss der Sportler untereinander und noch mehr das der Eltern.
Es vergeht kein Tag (also wenn ich in der Eishalle bin), am dem ich nicht mehr oder weniger frustriete Eltern erlebe.
Die Gründe dafür sind wohl vielfältig, manchmal auch hausgemacht.

Aber dass man an der Situation nichts ändern braucht oder kann, das ist falsch, damit will ich mich nicht abfinden. :x
Und dabei geht es zunächst erst mal nicht um mehr Geld.

Also kann ich nur dazu aufrufen, nicht "mit den Wölfen zu heulen", (so sehr ich das auch verstehe). Es ist eine gemeinsame Sache aller Betroffenen, zuerst die Sportler, die Eltern, die Trainer die wirklich ein Herz für Leistungssport haben und auch der Funktionäre.

Bitte tragt die Idee auch weiter!!! ;) :1smiley:

@..... (ein Name wäre schön ;) ): Der Beitrag gefällt mir. Das etwas aus dieser Diskusion gelöscht wurde kann ich auch nicht bestätigen.

.....

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von ..... »

Okay?

Aber hier gab es doch Links ua zum Wikipedia eines älteren Trainers am südlichsten DEU Olympiastützpunkt? Das kann ich jetzt nirgends mehr finden.

Gerade die Dinge klar benennen und Eltern helfen, informierte Entscheidungen zu treffen, wird dem Sport weiterhelfen.
In dem Fall ist schon auch fraglich, ob besagtem Trainer noch Eiszeit am Stützpunkt gewährt werden muss. Gerade dort haben lange 2 Trainer zur Verfügung gestanden, die den gemeinten mit Erfolgen in den Schatten stellen. Warum nicht alles auf die „Meistertrainer“ König und Huth setzen?

Sicher würde es auch helfen, wenn Erfahrungen aller Art freigiebiger geteilt würden. Es müssen ja nicht immer wieder Eltern und Sportler dieselben Erfahrungen machen.
Auch abseits von solchen Extremfällen, wo es einfach um Qualität, Fortschrittlichkeit und Engagement und Professionalität bei der Arbeit geht-wäre das nicht ein Punkt, wo man gerade ansetzen kann, verkrustete Strukturen aufzubrechen?

ZB man hat gute Erfahrungen mit dem Trainingsfortschritt mit einem „unpopulären“/nicht am Stützpunkt angesiedelten Trainer gemacht, das müsste klarer kommuniziert werden.
Oder man hat den Vergleich mit dem Stützpunkttraining, dann muss man klar sagen „Am Stützpunkt 1 mangelt es an diesem und jenem, dafür ist Punkt z dort gut. Am Stützpunkt 2 ist ... das Problem, xy gut. Freie Trainerin A macht sehr gute Arbeit in Bezug auf...., aber...“

Es passt ja auch nicht jeder zu jedem, aber wenn Alternativlosigkeit propagiert wird und keiner Informationen freigibt, wie sollen Eltern und Sportler vermeiden, dass das Kind in den Brunnen fällt?

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