Der Rittberger-Boom

Katrin
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Re: Der Rittberger-Boom

Beitrag von Katrin » So 16. Sep 2018, 14:44

Mein Rückzug heisst nicht dass ich diese Lutz/Flip-Rittberger gutheisse.

Ist bezeichnend, dass die besten Flip und Lutz-Springer ( Nathan und Bojang) auch die perfekte Lehrbuchtechnik haben mit ganz klar nur rechter Zacke im Eis. Hier Nathan 4 L und Bojang 4 L.
Es sieht aus, als wenn sie eine Art Katapult benutzen, wie sie die rechte Zacke einsetzen und sich hochschiessen.

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Jenni
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Re: Der Rittberger-Boom

Beitrag von Jenni » Mo 17. Sep 2018, 16:36

Ich verstehe daran nur nicht, wenn das FBA generell eine Nicht-Textbuchtechnik ist, (wobei es gibt gar kein Textbuch oder????) warum wird sie dann gelehrt? Warum sagt man nicht von vornherein jemand mit dieser Technik sollte das ändern, aber nicht erst bei den Senioren, wenn man schon seit Jahren so springt. Wenn es eine Grauzone ist, die es seit es das neue (ich meine nicht mehr 6.0) System gibt, dann hätte man sie längst verändern können, wenn man das wollte. Scheinbar will das aber keiner wirklich... Es würde ja auch eine extreme Degradierung einiger Läufer und Trainer bedeuten.
Wenn es zwei Arten von gelehrten Techniken gibt, sollten beide anerkannt werden, ich denke so wird es bisher gehandhabt.

Die Meinung was Textbuch und was nicht ist, gehen im Übrigen auch weit auseinander, wenn man verschiedene Kommentare hört.
Ich erinnere mich nur daran, wie bei Satokos Sprüngen Daniel Weiss meinte, dass sie doch mehr dafür an Punkten bekommen sollte, wobei Hendryk Schamberger zum gleichen Programm sagte, sie sollte doch extreme Abzüge bekommen für die Sprünge hauchdünn über dem Eis. Beide waren Eisläufer selber, wer hat Recht?

Ich finde diese Diskussion mittlerweile echt nervig, weil sie immer wieder auftaucht. (Ich werde nun zu dem Thema nicht mehr hier posten, entschuldigt den Ausfall.)

Octavia
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Re: Der Rittberger-Boom

Beitrag von Octavia » Mi 19. Sep 2018, 11:33

Wenn die ISU hier keine eindeutige Regelung zustande bringt, gibt das all den Kritikern Nahrung, die meinen Eiskunstlaufen sei eine Showsportart, der es an klaren Kriterien mangele. Zusätzlich bestätigt durch die teilweise sehr unterschiedliche Vergabe der Programmkomponenten.
Dies kann dem schönen Sport Eiskunstlaufen meiner Meinung nach nicht dienlich sein,ich gehe daher mit den Experten Ambesi und Dolfini konform, die eine einheitliche Regelung der technischen Elemente anmahnen.
Im übrigen kritisiert Schamberger ( zugegebenermaßen manchmal auf unangenehme Weise) die Sprungtechnik, die Unterrotationen von Satoko ,während Weiss in erster Linie ihren Laufstil mag und die Programmkomponenten höher bewerten würde.

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Re: Der Rittberger-Boom

Beitrag von Katrin » Do 20. Sep 2018, 13:16

Alles richtig, Octavia.
Denke, man müsste allgemein mehr schauen, ob nicht schon im Anlauf zuviel rotiert wird

Rittberger - boom betrifft nur Flip und Lutz.
Werde mich, wie oben schon gesagt, nicht mehr für ein Lager stark machen, also nicht mehr die FBA-ler verdammen.

Betone nochmal: Die besten Flip/Lutz - Springer derzeit benutzen einen klaren Zackenabsprung.
Warum wohl...weil man damit einen Katapulteffekt nutzt. Wie hoch das geht zeigt auch Kolyada in seinem SP CoC 2017, den hatte ich leider vergessen, danke Henni für den Hinweis !
Daisuke Takahashi hat übrigens auch klare Zacke bei seinem 3 Flip, auch er war mal nah dran am 4 F und wer weiss, wenn er sich wieder wohl fühlt, wird er ihn nochmal zeigen.

Unbestritten sind die Läufer mit FBA weiter gedreht von ihrer Hüfte, bis sie das Eis verlassen, jedoch haben sie keinen Vorteil davon, eher einen Nachteil, denn sie würgen ihren Sprung eher rum, dieser
Katapulteffekt geht ihnen verloren. Rein optisch sieht bei diesen Läufern ein 4Lutz/Flip auch nicht aus wie ein quad, sondern von der Anzahl der Rotationen wie ein 3 A ( 3, 5 Rotationen).

Muss nochmal erwähnen: Ein reiner Zackenabsprung ist vom Körpergefühl ganz anders als ein FBA-Absprung, ein aliud, wie Äpfel und Birnen so unterschiedlich.

Die ISU sollte da wirklich mal klare Worte sprechen, was sie sehen will und was nicht. Allein die Diskussionen in Foren, Videos von Ambesi/ Dolfini zu Unterschieden bei Flip/Lutzabsprung und die Kommentare unter youtube-Kanal Videos sprechen Bände. Die Läufer sind selbst nicht schuld für ihre FBA-Flips/Lutzens, werden oft angefeindet wegen ihres "cheated" jump (=betrügerischen Sprungs). Auch die Trainer nicht, denn wenn die ISU nicht "halt " sagt , werden die Trainer auch das lehren, was am meisten Rotation bringt.

Zwei Lager streiten sich, die einen werfen den anderen Betrug vor: Ich sehe dringendst Handlungs/ Klärungsbedarf seitens der ISU.
Ich stelle mir nur die Frage: Warum geschieht nichts ? Weil: Es ist schon 5 Jahre her, dass mich meine Garmischer Trainerin darauf aufmerksam gemacht hat, dass das kein Flip /Lutz sei, sondern eigentlich ein Rittberger.
Warum lässt man das Ganze vor sich hinbrodeln ? Cui bono ( wem nützt das ) ?

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