Re: SAMMELBOX

Hier können Fragen zum Blog gestellt und Hinweise zu Verbesserungen oder auf Fehler gegeben werden.
Gasti

Eiskunstlauf in DACH-Ländern

Beitrag von Gasti » Mi 5. Dez 2018, 11:17

Hallo zusammen,

Im Internet gibt es viele Foren, wo die Themen rundum Eiskunstlauf diskutiert werden (goldenskate.com/forum, soprt.ru)

Im deutschsprachigen Raum (DACH - Deutschland, Österreich, Schweiz) ist mir aber nur diese Seite bekannt.

Man bekommt hier immer die neueste Informationen über die Wettbewerbe und die wichtigen Ereignisse auf internationaler Ebene. Das ist gut und oft sehr nützlich, z,B. Links zu Live-Übertragungen etc. :thumbup:

Aber wo als nicht hier können die EiskunstlaufInteressierte über die Problemen und Erfolge des Eiskunstlaufs in DACH-Ländern diskutieren.

Die Deutschen Nachwuchsmeisterschaften für die Nachwuchs- und Juniorenkategorie im Einzellaufen, die diese Woche in Dortmund stattfinden, werden die russische oder amerikanische Blog-Teilnehmer bestimmt nicht interessieren,

Für deutsche Nachwuchssportler und für die, die sich dafür interessieren, sind diese Meisterschaften das wichtigste Ereignis des Jahres.

Klar, dass diese Seite nicht mit russischen Foren, wie sports.ru konkurieren kann. Dort sammelt ein Beitrag zu einem wichtigen Thema locker Tausende von Kommentaren innerhalb von weniger Minuten.
Und dort wird nicht nur über große internationalen Ereignisse und die Leistung der Spitzensportler diskutiert, sondern auch über regionale Wettbewerbe, Nachwuchssportler und deren Trainer.

Mir fehlt diese Diskussion in diesem Forum :1embarassed:

Katrin
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Re: SAMMELBOX

Beitrag von Katrin » Do 6. Dez 2018, 10:16

Wir hier in diesem Forum sind vorwiegend Eiskunstlauf-Liebhaber.

portofelice4

Eiskunstlauf in 2 Vereinen

Beitrag von portofelice4 » Mo 4. Mär 2019, 20:50

Hallo
Ich bin neu hier .
Meine Tochter (9 Jahre ) trainiert Eiskunstlauf seid 3 Jahren im EC Bad Tölz , und hat bis vor kurzem nur den Fechter und den Storch gelernt . Sie hatte immer nur 50 Minuten Training in der Woche mit Hütchen fahren etc .
Nun haben wir einen Trainer kennen gelernt , welcher ihr innerhalb von 4 Monaten etliche Elemente und Sprünge beigebracht hat , und sie ist total begeistert . In unserem Verein wurde meine Tochter , und ein anderes Mädchen von einer neuen Trainerin aus Miesbach , welche sie 1 Trainingstunde hatte beschimpft und gedroht ,das wenn sie weiterhin bei Herrn {Name entfernt] trainiert sie aus dem Verein gehen muß , weil sie nicht nebenbei trainieren darf. Meine Tochter und das andere Mädchen waren völlig verängstigt , und haben geweint , weil sie sich keiner Schuld bewußt waren .Nun zu meiner Frage , ob sie uns aus dem Verein verweisen können ? Dürfen die Mädchen nebenbei nicht trainieren ? Darf man in 2 Vereinen trainieren , wenn nicht mehr Trainingstunden angeboten werden ?
Vielen lieben Dank für eure Hilfe .
Lieben Gruss

Kringeldreherin
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Re: Eiskunstlauf in 2 Vereinen

Beitrag von Kringeldreherin » Mo 4. Mär 2019, 22:32

portofelice4 hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 20:50
Hallo Dürfen die Mädchen nebenbei nicht trainieren ? Darf man in 2 Vereinen trainieren , wenn nicht mehr Trainingstunden angeboten werden ?
Herzlich Willkommen in der typisch deutschen Eiskunstlaufwelt mitten unter Neidern.... Auch solche Situationen sind nicht unschuldig daran, dass wir momentan der Weltspitze deutlich hinterherhinken. Warum muss man es den Sportlern so schwer machen?

Sofern nicht explizit in der Satzung steht, dass Vereinsmitglieder in keinem zweiten Verein trainieren dürfen und ihr diese Bedingungen unterschrieben habt, können sie es euch nicht verbieten. Gestartet werden darf allerdings nur für einen einzigen Verein gleichzeitig, der auch in den Sportpass eingetragen wird. An eurer Stelle würde ich mir allerdings überlegen, ob es bei dieser schlechten Stimmung und den offensichtlich nicht optimalen Trainingsmöglichkeiten nicht besser wäre, komplett zu wechseln. Vorher würde ich allerdings nochmals das Gespräch suchen, mir die Argumente dafür in Ruhe zusammensuchen und versuchen, beim Gespräch sachlich zu bleiben.

Viel Erfolg!

Kringeldreherin
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Re: SAMMELBOX

Beitrag von Kringeldreherin » Di 5. Mär 2019, 09:46

Natürlich sollten Anfänger erst Eislaufen lernen, bevor es an die Sprünge geht, aber drei Jahre lang und noch dazu, wenn es sich um Kinder im Grundschulalter handelt, einer Phase, in der Bewegungen mit hohem koordinativen Anteil so schnell wie später nie mehr im Leben gelernt werden können?

Ohne jetzt die spezielle Situation in Bad Tölz zu kennen, gibt es in Deutschland immer mehr private Eishallen, die zusehen müssen, dass sie wirtschaftlich überleben. An erster Stelle steht der lukrative öffentliche Lauf. Die restlichen Laufzeiten werden dann zwischen den Vereinen aufgeteilt: dem örtlichen Eishockeyclub und dessen Splitterverein (man hatte wegen Streitigkeiten vor Jahren einen zweiten Verein gegründet), die erste Mannschaft aus einem höherklassigen Verein einer Nachbarstadt erhält auch eine Zeit, denn sie zahlt gut, der Hobbygruppe der alten Herren, in der auch zwei Herren aus dem Stadtrat spielen, kann man ebenfalls keine Zeit verwehren. Den Eiskunstläufern muss man leider ebenfalls eine Trainingsmöglichkeit bieten, aber auch hier gibt es mittlerweile zwei Vereine, im Vorstand des ursprünglichen Verein hatte es mal Differenzen gegeben.

So passiert es, dass man als Mitglied eines Vereines statt wie früher täglich nur noch 1-2x/Woche Eistraining bekommt. Im öffentlichen Lauf ist es dann entweder so voll, dass ein ergänzendes Training nicht möglich ist oder die Eismeister verbieten "hohe Beine", weil sie Angst haben, dass Besucher des Publikumslaufes gefährdet oder verängstigt werden und dann fortbleiben oder gar klagen.

Überspitzt? Schön wäre es...

Da der Eiskunstlauf zur Zeit keine Lobby besitzt, ist von politischer Seite her keine Besserung zu erwarten, bei der Verteilung der Fördergelder werden andere Prioritäten gesetzt. Also müssten sich die Eiskunstlaufvereine selber helfen:

Kooperation statt Konfrontation und Absplitterung, Teamarbeit, gemeinsame Trainingszeiten...

Ich wünschte, die DEU und ihre Landestrainer würden hier helfend eingreifen mit Besuchen vor Ort, Verhandlungen mit den Vereinsvorständen und den Eishallenbetreibern, mit stichhaltigen Argumenten, mit kleinen finanziellen Anreizen an Vereine, in denen Teamarbeit und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen gelingt.
Ich hätte dazu viele Ideen und könnte Romane zu diesem Thema schreiben...

Zum Schluss aber noch ein typisches Argument eines Vereinsvorstandes, wenn es um die Ablehnung eines Trainings bei einem externen Trainer geht: "Trainer x unterrichtet eine ganz andere Technik, Ihr Kind wird nur irritiert, wollen Sie ihm das antun?"
Meine Antwort: Diese angeblichen Bedenken werden überbewertet, denn so dumm sind Kinder nicht. Und mit etwas gutem Willen kann man diesen Trainer als Helfer betrachten statt als Konkurrenten und mit ihm reden! Teamarbeit!

portofelice4

Re: SAMMELBOX

Beitrag von portofelice4 » Di 5. Mär 2019, 15:49

Hallo Kringeldreherin

Sie kennen sich wirklich sehr gut aus.

Vielen lieben Dank für Ihre Antworten . Nun bin ich etwas beruhigt .

Unsere Mädels wurden von den neuen Geschwister-Trainerinnen aus Miesbach sofort in der ersten Trainingsstunde zur Schnecke gemacht das sie sich sofort von dem Herrn [Name entfernt] trennen sollen , ansonsten werden sie aus dem EC Tölz verwiesen .Sie waren sich ja keiner Schuld bewusst und fingen sofort das weinen an . Die Mädels hatten befürchtet das sie nun aus dem Verein müssen , wollen aber auch mit der neuen Trainerin nicht mehr auf Eis weil sie nun Angst vor Ihr haben .
Sie haben aber zur Zeit nur Betreuungszeit auf dem Eis, weil der Verein zu wenig Trainer hat . Gestern Abend waren es 16 Mädels auf dem Eis mit einer Trainerin . Sie kümmerte sich um 4 Mädels die demnächst ein Wettkampf in Rosenheim haben . Die anderen mußten sich selber beschäftigen. Wegen dieser Situation haben einige Mädels nebenbei Training bei Herrn [Name entfernt], damit sie etwas lernen.Diesen Mädels wurde es verboten , ansonsten müssen sie den Verein verlassen .
Eine verzwickte Situation.

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Re: SAMMELBOX

Beitrag von Kringeldreherin » Di 5. Mär 2019, 20:21

Hmmm ja, rein rechtlich betrachtet dürfen sie in so vielen Vereinen trainieren wie sie wollen, auch privates Zusatztraining ist, wie der Name schon sagt, Privatsache.

Trotzdem kann ein Vereinsvorstand ein solches Verhalten als "vereinsschädigend" hinstellen und kündigen, unter der Vermutung, dass der Aufwand eines juristischen Verfahrens nicht betrieben werden wird. Habe ich alles schon erlebt, ebenso wie Mobbing, um die "Störenfriede" loszuwerden.

Wäre denn der externe Trainer bereit, ein ruhiges Gespräch mit den Geschwistertrainerinnen zu führen, vielleicht mit dem Ziel, dass sie ihn nicht als abwerbenden Konkurrenten betrachten sondern als Unterstützung? Lernen die Vereinsläufer hinzu, kann es für den Verein doch nur förderlich sein, ganz besonders in der Situation des Trainermangels. Ein Austausch unter den Trainern wäre eh' der Idealfall, damit die Kinder nicht grundverschiedene Techniken erlernen müssen. Von einem Austausch profitieren nicht zuletzt auch Trainer, denn sie müssen dann ihr eigenes Wissen immer wieder reflektieren.

Wenn das Klima allerdings bereits so vergiftet ist, dass von Vereinsseite aus auf stur geschaltet wird und die Kinder tatsächlich nur mit Angst ins Training gehen, bleibt wohl nur die bittere Pille des regelmäßig weiteren Anfahrtweges. Schade.

Manuel
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Re: SAMMELBOX Junioren WM: Mit Stephen alles ok?

Beitrag von Manuel » Sa 16. Mär 2019, 13:00

Hallo Kathrin. Ich hab eine Frage. Weißt du, ob Stephen Gogolevs Sturz beim Axel glimpflich abgelaufen ist? Er war ziemlich fies auf das linke Knie gefallen und schien sich auch weh getan zu haben. Es sah jedenfalls nicht schön aus und eine Miniskusgeschichte kann sich auch mit 14 schnell einschleichen. Gibt es vielleicht eine Kanadische Homepage, wo man Näheres erfahren kann? Die Herrenkonkurrenz war ja alles andere als berauschend. Wenn Stephen den Lutz am Anfang statt doppelt dreifach gestanden hätte, wäre er an dem Russen vorbeigezogen, die trennten ja nur 0,02 Punkte. Lg Manuel

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Re: SAMMELBOX

Beitrag von Manuel » Sa 16. Mär 2019, 15:36

Training in zwei Vereinen, portofelice4

Leistungsbereite Kinder aus dem Verein werfen, weil sie Eiskunstlaufen lernen wollen!
Das wäre ja genauso, als wenn eine Schule ihre Schüler aussperrt, weil die im Unterricht mitarbeiten und Vokabeln lernen möchten. Dass es einen solchen Fall in Deutschland tatsächlich gibt, ist mehr als traurig und sollte vor den Funktionären in der DEU erörtert werden.

Eiskunstlauf erfordert höchste Leistungsbereitschaft und Disziplin, sowie eine lange, wenn nicht sogar die längste Vorbereitungszeit des Sportlers, überhaupt. Wer nicht bereits im frühen Kleinkindalter damit anfängt und entsprechend gut ausgebildet wird, hat im internationalen Sport keine Chance. Und diejenigen, die es bis aufs Treppchen der EM/WM/Olympia schaffen, sind dünn gesät und können nur aus der Masse erwachsen. Das ist das Geheimnis der Russen, der Kanadier und auch der asiatischen Länder. Entweder, es hat im jeweiligen Land Volkssportcharakter, wie in Russland und Kanada, oder der Staat steht dahinter, wie in China(in Russland natürlich auch). In Japan hat Eiskunstlauf wegen seiner Ästhetik einen hohen gesellschaftlichen Status. Bei uns muss er sich mit einem Nischenplatz begnügen und große Sportler mit deutschen Namen wie Kilius/Bäumler, Witt, Hoffmann und Poetzsch, Lindemann, werden weiterhin weniger.
Folgendes Beispiel: Ich trainiere in Adendorf.Ein achtjähriges erfolgversprechendes Mädchen, aus einem Hamburger Verein, trainiert ebenfalls dort und auf den vier Hamburger Bahnen. Sie wurde wegen guter Leistungen ausgesucht und durfte in der Hamburger Vorstellung von Holiday on Ice zusammen mit unserem Goldpaar Aljona und Bruno auftreten. Die Familie hat wenig Geld, kann sich keine teuren Trainer und Trainingslager auf den wenigen Ganzjahreseisbahnen (Willingen, Braunlage etc.)leisten. Zu Jutta Müllers Zeiten wäre die Kleine im Internat gelandet und hätte sich kostenlos auf ihre Karriere als Olympiasiegerin vorbereiten können. Siehe Russland heute. Die sechste der russischen Meisterschaft wurde Europameisterin, weil die ersten drei noch zu jung sind, um an den Seniorenwettbewerben teilzunehmen.

Und hier setzt für mich das Unverständnis ein. Jeder deutsche Verein und jeder Trainer sollten froh und dankbar dafür sein, wenn sich Kinder zu ihnen aufs Eis verirren, und noch bereit sind, hartes Training auf sich zu nehmen und auf Spielen und Freizeit verzichten. Auch den Eltern hat man entgegen zu kommen, denn die investieren neben viel Geld ebenfalls ihre Zeit und Hilfe in den Sport. Erfolge polieren doch auch das Image des Vereins auf. Natürlich kann man nur für einen einzigen Verein starten, aber das hat nichts mit den Trainingsbedingungen zu tun! Auch in den höheren Klassen wird die Last auf mehrere Trainer verteilt: Sprungtraining, Choreographie, Pirouetten, Ballett, Tanz etc. Kein Weltmeister kann mit nur einem einzigen Trainer auskommen.

Wer kleinen Kindern aus Klüngeldenken und aus der Vorstellung eigener Unfehlbarkeit und Überheblichkeit heraus, die Freude am Sport nehmen will, der sollte sich allen Ernstes überlegen, ob er als Trainer nicht fehl am Platze ist. Ein solches Verhalten kann man nicht nur getrost als schäbig bezeichnen, sondern es widerspricht und läuft unseren nationalen deutschen Interessen zuwider. Es sollte im Sinne der Eislaufunion sein, derartigen Leuten das Handwerk zu legen und anstatt die Kinder rauszuwerfen, den Erwachsenen die Lizenz zu entziehen.

In einem eislaufstrukturschwachen Land wie Deutschland müssen alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen. Alle Vereine sind angehalten eng zusammenzuarbeiten und sich uneigennützig für die beste Ausbildung und besten Trainingsmöglichkeiten des Nachwuchses einzusetzen. Dann dürfen sie sich auch gemeinsam am erreichten und hart erarbeiteten Erfolg der jungen Läufer freuen. Es bleibt zu hoffen, dass dies ein Einzelfall bleibt, die Probleme möglichst schnell zugunsten der Leidtragenden, sprich der Kinder, gelöst werden und sich solche Vorfälle nie wieder in unserem Land wiederholen.

Übrigens hat kein Trainer die Weisheit gepachtet und auch Herr Michin hat nicht verhindert, dass sich Evgeni plötzlich mit Bandscheibenvorfällen herumschlagen musste. Es gibt international erfolgreiche Läufer, die auch im Alter noch fit sind. Die Trainingsmethoden der Ausbilder und deren Zusammenarbeit mit Ärzten und Physiotherapeuten haben mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die gesundheitliche Entwicklung eines Hochleistungssportlers.
Zu Anfängerstatus: Aus eigener leidvoller Erfahrung, muss ich sagen, dass ich mich als Erwachsener sehr viel schwerer tue, neue Übungen zu erlernen, als es bei den kleinen Mädchen der Fall ist. Neunjährige Kinder sollten nach drei Jahren Training im Verein den Anfängerstatus hinter sich gelassen haben. Das zeigen auch Abzeichen und Prüfungen. Andernfalls läuft in dem Verein etwas schief.

Ja, zu guter Letzt: Wie im Beruf, ist manchmal das Klima so vergiftet, dass einem nur der Wechsel bleibt. Kommt ein Kind in der Schule mit einem Lehrer nicht zurecht, muss das Gespräch mit dem Rektor gesucht werden. Beim Sport sollte man den Kindern zuliebe, schnell für bessere Bedingungen sorgen. Es kostet ja auch Vereinsbeiträge, die effektiver in Einzeltrainerstunden, auch Urlaubsfahrten auf Sommereisbahnen, investiert werden können. Ich würde nicht lange diskutieren, sondern solchen Leuten schleunigst den Rücken kehren. Sonst kann es passieren, dass die Kinder den Spaß am Sport verlieren und das wäre sehr schade. Vor allem, weil ja schon so viel Zeit und Herzblut investiert wurde. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Lg Manuel

Kringeldreherin
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Re: SAMMELBOX

Beitrag von Kringeldreherin » Sa 16. Mär 2019, 17:47

Manuel, Du sprichst mir aus der Seele, denn genauso wie von Dir beschrieben sollte es sein. Dein Beitrag sollte in einen Briefumschlag gesteckt und an alle Eiskunstlaufvereine in Deutschland und zusätzlich an die DEU und deren Landesverbände geschickt werden!

Was bringt das Lamentieren darüber, was Läufer und Trainer in den Leistungszentren alles falsch machen? Man muss ganz woanders ansetzen, nämlich an der Basis! Trainingsmöglichkeiten organisieren und Breite schaffen! Die Vereine einer Region müssten sich zusammensetzen und Teams bilden, damit allen interessierten Läufern die bestmöglichsten Trainingsbedingungen bereitgestellt werden. Die Läufer müssen im Mittelpunkt stehen, nicht die Funktionäre!

In den USA steht das Teamdenken mit im Vordergrund bei der Trainerausbildung und wird im Fach "Ethics" sogar geprüft.

Wie könnte so etwas praktisch aussehen? Nehmen wir eine typische Region in der Provinz ohne Leistungszentrum. Zunächst die Realität: Ort A hat eine Eishalle mit zwei Vereinen, jeder dieser Vereine erhält vom Hallenbesitzer drei Trainingsstunden pro Woche. In diesen drei Stunden tummeln sich bei Verein 1 jeweils 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsenen gleichzeitig auf einer Fläche. Ein begabteres Mädchen ist weiter alles alle anderen, überlegt aber, aufzuhören, weil motivierende Trainingspartner und auch der Platz fehlen. Küren durchlaufen funktioniert nur im Slalom.
Verein 2 hat kleinere Gruppen, dafür darf aber jede Gruppe nur 1x/Woche aufs Eis. Auch hier gibt es eine begabtere Läuferin, der Trainingspartner auf ihrem Leistungsniveau fehlen.

Im Nachbarort, ca. 15km weiter befindet sich ebenfalls eine Eishalle mit vergleichbaren Bedingungen. Hier ist aber zusätzliches Training im öffentlichen Lauf möglich. Trainer x gibt dort Privatunterricht für Schüler aus Verein 3, Trainer y trainiert dort nur Läufer aus Verein 4. Er hat zwar einige Anfragen von Schülern aus Verein 1, 2 und 3, weil er der erfolgreichste Trainer der Gegend ist, die Vereinsstatuten der Vereine verbieten aber, dass vereinsfremde Läufer bei ihm trainieren. Er ist vor allem ein guter Motivator und hat sich intensivst mit Sprüngen befasst. Choreographien hingegen liegen vor allem Trainerin z aus Verein 2 des Nachbarortes....

So könnte es sein: die vier Vereine bilden mit ihren Trainern eine Trainingsgemeinschaft und setzen sich regelmäßig zusammen. Die Trainer arbeiten nicht als Konkurrenten gegeneinander sondern geben sich gegenseitig Tipps und teilen sich auch die Arbeit mit den einzelnen Läufern, so kann ein Läufer von Trainerin z die Kür einstudiert bekommen, während sich Trainer y um die Sprünge kümmert, Pirouetten lernt man am besten bei Trainerin a.

Alle Eistrainingszeiten stehen allen Vereinen gemeinsam zu Verfügung, aufgeteilt werden sie höchstens nach Leistungsgruppen. Jetzt langweilen sich auch die begabteren Läufer nicht mehr, denn sie trainieren jetzt gemeinsam und spornen sich gegenseitig an. Auch Trockentraining und Athletikprogramm werden gemeinsam durchgeführt. Das Schaulaufen zu Weihnachten oder dem Saisonende macht mit vielen Teilnehmern gleich mehr Spaß, einstudiert wurden auch Gruppennummern, vor allem in der Sommerpause in der gemeinsam genutzten Turnhalle.

Auf Wettbewerben tritt man zwar immer noch mit vier Vereinsnamen an, aber man fühlt sich als eine Läufergemeinschaft und feuert sich gegenseitig lautstark an. Vielleicht mag sich jetzt auch Verein 5 aus Ort C anschließen?

Die Vereinsvorstände darf man bei einem solchen Konstrukt natürlich nicht übergehen, aber ich beteure, auch für sie wird es weiterhin genügend Möglichkeiten geben, sich zu profilieren und dies auf einer höheren Ebene als zuvor, denn ihre Läufer starten schon bald in höheren Klassen und dies nicht mehr nur regional.

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