A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Wer holt Gold in Pyoengchang? Welche Rekorde werden gebrochen? Welche Weltpremieren werden wir sehen?

Wer holt Olympia-Gold bei den Herren in Pyoengchang?

Die Umfrage läuft bis Fr 9. Feb 2018, 15:42.
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Henni147
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Beitrag von Henni147 » Do 6. Jul 2017, 16:42

Da nun doch schon erste Diskussionen und Überlegungen rund um den Wettbewerb der Herren entbrannt sind, eröffne ich jetzt die offizielle Tipprunde und Diskussionslounge!

Eine umfangreiche Vorschau zu den Favoriten folgt, sobald die GP-Serie begonnen hat und alle Läufer ihr Olympiaprogramm gezeigt haben.
Euren Tipp für den Olympiasieger könnt ihr aber gerne schon abgeben. Ihr könnt ihn bis zum offiziellen Start der Winterspiele auch noch beliebig oft ändern, also keine falsche Scheu!
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Beitrag von Henni147 » Do 6. Jul 2017, 17:06

Ich habe schon mal erste Überlegungen aus anderen Threads zusammengeführt, da sie hier thematisch besser reinpassen. Hoffe, alle sind damit einverstanden 😉
Henni147 hat geschrieben:
Fr 19. Mai 2017, 11:16
Shoma hat nicht nur das Zeug, auf's Podest zu kommen bei den nächsten Winterspielen in Pyeongchang - er ist definitiv ein Favorit für Gold. In Helsinki hat er nicht nur gezeigt, dass er die technisch-künstlerische Qualität besitzt - er hat vor allem die #Nährwenstärke, sein Potential jederzeit abzurufen - ganz egal, was die Konkurrenz macht. Im Vergleich zu anderen hat er sich von Yuzurus Monsterkür überhaupt nicht beeindrucken lassen und sein Programm knallhart gut durchgezogen (sogar mit persönlicher Bestleistung). Am Ende haben nur zwei Pünktchen zu WM-Gold gefehlt.
MaiKatze hat geschrieben:
Fr 19. Mai 2017, 11:44
Ich stimme dir zu, Shoma hat etwas was vielleicht noch mehr über den Sieg entscheidet als BV oder perfekte Technik. Er kann liefern, wenn es drauf ankommt. Wenn man sich Sochi so anschaut, dann denke ich das Shoma in einer ähnlichen Situation die Nerven behalten könnte. Er hat aus der letzten WM gelernt und ist einer der gaaanz wenigen die schlechtes Einlaufen und schlechte Trainingseinheiten hinter sich lassen und sauber durch's Programm kommen. Letztendlich traue ich ihm den Sieg zu. Gesetzt ist er aber lange nicht, da kommt es auf die Leistung seiner Mitstreiter an. Aber dass er so einen kühlen Kopf bewart und sein Potenzial ausschöpft, eben wenn es drauf ankommt, ist ein riesengroßer Vorteil.
MaiKatze hat geschrieben:
Fr 19. Mai 2017, 18:45
Der einzige Nachteil ist für Shoma, seine Nationalität. Wenn du den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger direkt vor der Nase sitzen hast ist das sicher nicht so prickelnd. Keine Ahnung, aber wir wissen ja das Politik eine Rolle spielt. Genauso wie ich denke, dass die Olympiamacher sicher keinen "Russian Sweep" bei den Damen wollen, habe ich ein wenig Bedenken bezüglich der zwei Japaner auf dem Podium. Ich hoffe, Shoma gibt keinen Grund für einen Preisrichterskandal und läuft zwei saubere Programme.
MaiKatze hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 10:58
Shoma sagt, dass er Gold will, seit er ein kleines Kind ist, das noch garnicht einschätzen konnte, ob es mal zu den Topathleten gehören wird. Das ist völlig normal. Olympia ist beim Eiskunstlaufen das höchste der Gefühle, das Sportereignis welches man seit frühester Kindheit verfolgt.
Zu Olympia, ich denke, Shoma hat Chancen auf's Podium, wenn alles perfekt läuft natürlich auch auf Gold. Aus eigener Kraft Hanyu zu besiegen sehe ich ehrlich gesagt nicht. Wenn Hanyu ohne Fehler durchkommt, hat er gewonnen. Nur kann Yuzuru auch 'bomben', wie man das so schön nennt.. Die zwei Punkte Unterschied bei der WM sind nicht wirklich ein Richtwert, denn Yuzuru war a) fehlerbehaftet im Kurzprogramm und daher b) schon halb abgeschrieben und hat daher weniger GOE's bekommen als üblich in der Kür. Aber ich denke auch das Yuzuru eben durch das schlechte Kurzprogramm so abgehen konnte, in der Kür. Das hat in hungrig gemacht. Ihm versagen eben oft die Nerven, wenn er den Sieg so gut wie in der Tasche hat, nach dem Kurzprogramm. Yuzuru aussen vor gelassen, sehe ich den größten Konkurrenten für Shoma in Nathan Chen. Würde mich nicht wundern, wenn der am Ende der lachende Dritte ist.
Henni147 hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 10:23
Katrin hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 00:01
Shoma ist noch so ein Dickkopf, wie Hanyu. Auch Shoma will Gold bei Olympia.
Naja, seien wir mal ganz ehrlich: Wer kein Gold bei Olympia haben will, ist dort irgendwie... falsch. Klar, bei manchen stehen die Chancen besser als bei anderen, aber der Wille und der Traum einmal ganz oben zu stehen, ist sicher bei jedem Athleten irgendwo da.

Shoma ist Vizeweltmeister und hat Gold nur um zwei Pünktchen verpasst. Wenn er zu Olympia noch eine Schippe drauflegt, hat er jede Chance, Gold zu holen - insbesondere, wenn er fehlerlos durchkommt. Bei Javi und Patrick sieht es schon etwas schwieriger aus, da ihre Programme einen geringeren Basiswert haben - sie MÜSSEN auf Fehler der Konkurrenz hoffen (und selbst perfekt laufen). Shoma hingegen könnte es auch aus eigener Kraft schaffen zu gewinnen. Yuzuru hat den größeren Erwartungsdruck von zu Hause, Chen die höhere Verletzungsanfälligkeit und Shoma kann abstauben.
Katrin hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 11:37
Henni147 hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 10:23
Naja, seien wir mal ganz ehrlich: Wer kein Gold bei Olympia haben will, ist dort irgendwie... falsch. Klar, bei manchen stehen die Chancen besser als bei anderen, aber der Wille und der Traum einmal ganz oben zu stehen, ist sicher bei jedem Athleten irgendwo da.
Manche Olympioniken sagen: Dabeisein ist alles, aber wenn ich mal ganz ehrlich bin ( ich denke da an meine Windsurfjahre zurück, wo ich an PWA Wettkämpfen der WM-Serie teilnahm) hast Du recht: Auch in mir war der Wunsch da, mal ganz oben zu stehen. Als mal in Sylt ein Zuschauer zu mir sagte, nachdem ich ausgeschieden war im wave-riding ( KO- System wird angewendet): "Es muss doch auch Verlierer geben, ohne Verlierer gehts nicht!" war zwar nett gemeint, ich nickte, dachte aber: Was ist dieser Mensch zufrieden mit sich.

@ Maikatze: Wenn Hanyo "on " ist, schlägt ihn keiner, ich gebe Dir voll recht. Nathan Chen kann sogar Gold gewinnen, auch das stimmt, aber warten wir erst mal die GP Serie im Herbst ab, wie die Richter seine Komponenten bewerten (Arutunian, sein Trainer schüttelte bei der WM unwillig den Kopf in der kiss und cry, als er diese Noten sah).
MaiKatze hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 12:00
Ohne all die anderen Läufer im Feld, also auch die 'Verlierer' ist aber ein Sieg auch nichts wert, da muss man diesem Menschen schon irgendwie Recht geben. Wenn Yuzuru alleine antritt und Weltmeister wird, ist das keine Leistung zu der man gratulieren kann. Nur die extrem starke Konkurrenz macht das ganze so speziell....und es kann eben nur einen (beziehungsweise drei) geben.
Henni147 hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 16:05
MaiKatze hat geschrieben:
Do 6. Jul 2017, 11:37
Ohne all die anderen Läufer im Feld, also auch die 'Verlierer' ist aber ein Sieg auch nichts wert, da muss man diesem Menschen schon irgendwie Recht geben. Wenn Yuzuru alleine antritt und Weltmeister wird, ist das keine Leistung zu der man gratulieren kann. Nur die extrem starke Konkurrenz macht das ganze so speziell....und es kann eben nur einen (beziehungsweise drei) geben.
Spannungstechnisch könnte es natürlich nichts besseres geben als so ein dermaßen starkes Teilnehmerfeld wie heute bei den Männern.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Javier Fernandez hat in Helsinki 301.19 Punkte in der Gesamtwertung geholt und es noch nicht mal aufs Podest geschafft! Mit der Leistung hätte er in Sotchi die komplette Konkurrenz deklassiert und als erster Läufer die 300 Punkte-Barriere durchbrochen.
Jason Brown hätte mit seiner letzten WM-Leistung (93,10 SP - 176,47 FS - 269,57 Total) alle drei Weltekorde von Plushenko 2006 in Turin zerschmettert und... wird in Helsinki nur SIEBTER. Einfach nur gruselig.

Ich denke aber nicht, dass so ein Weltrekord von Yuzuru damals in Turin weniger Wert gewesen wäre als heute in Helsinki. Es wäre eben eine Leistung von einem anderen Stern gewesen, eine Kür für die Ewigkeit. Wahrscheinlich hätte er da sogar noch höhere GOE bekommen, weil das eh niemand hätte übertreffen können - noch nicht mal ankratzen können.
Ein Vergleich: Der Stabhochsprung-Weltrekord von Sergej Bubka mit 6,15m hielt rund 20 Jahre. Damals kam keiner an diese Marke ran - noch nicht mal im Ansatz. Das machte den Rekord sogar noch spektakulärer mMn.

Ich kann mir sogar vorstellen, dass in Pyoengchang das Unmögliche möglich ist und ein Läufer mit drei neuen Weltrekorden nur Silber holt - einfach weil ein anderer Läufer noch weltrekordiger drauf ist 😂😂😂🙈
Zuletzt geändert von Henni147 am Do 6. Jul 2017, 17:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Henni147 » Mi 11. Okt 2017, 11:32

MaiKatze hat geschrieben:
Di 10. Okt 2017, 22:49
MaiKatze hat geschrieben:
Di 10. Okt 2017, 19:10
Als großer Shoma Fan wünsche ich ihm natürlich das Beste diese Saison, aber als ich eben so darüber nachdachte, fiel mir auf, dass ich schon sehr enttäuscht wäre, wenn Shoma es in Pyeongchang nicht auf's Podium schafft. Die Platzierung ist mir gar nicht so wichtig, ich möchte nur dass er da mit Medaille rausgeht.
Henni147 hat geschrieben:
Di 10. Okt 2017, 20:35
Wenn Shoma gechillt drangeht, sollte er es locker auf's Podest schaffen. Ist er verkrampft, wird es schwer.
  • Yuzuru müsste schon komplett einbrechen, damit er das Podium verpasst (kann passieren, glaub ich aber irgendwie ... nicht).
  • Patrick und Javi sagten selbst, dass sie mit ihren zwei Quads in der Underdog-Rolle sind. Auf den PCS-Regen können sich aber beide fest verlassen und mit einem "relativ" druckfreien sauberen Programm sind sie sehr gefährlich.
  • Nathan und Boyang müssen eigentlich beide sauber laufen, um aus eigener Kraft eine Medaille zu holen. Sonst müssen sie darauf hoffen, dass die Konkurrenz patzt (was natürlich nicht unwahrscheinlich ist bei Olympia-Druck). Ich gehe davon aus, dass zumindest einer von beiden ziemlich stark seien wird - wer genau, weiß ich nicht.
Ergo: wenn Shoma 1-2 Patzer einbaut, könnten durchaus drei oder gar vier Läufer an ihm vorbeiziehen - oder eben keiner. Shomas riesiger Vorteil ist: er wird noch mindestens 2022 eine weitere Chance auf Olympia-Gold haben. Yuzuru und vor allem Javi und Patrick sind dann nicht mehr im Rennen. DAS könnte jetzt 2018 den Druck bei Shoma etwas wegnehmen.
Für Yuzuru ist alles Mist ausser Gold. Für die anderen sind Silber bzw. Bronze ein Grund sich wie ein Schneekönig zu freuen. Patrick Chan hat ja auch schon seine Silber Medaille und wie du meintest ne gute Chance auf Gold mit dem Team. Also, das würde mich jetzt nicht so unglaublich traurig machen, wenn er es nicht schafft. Ich denke Gold ist für ihn auch ziemlich schwer, um nicht zu sagen unmöglich. Javier möchte ich schon gerne mit Medaille sehen, der hat es sich jedoch bei den letzten Olympischen Spielen selbst versemmelt. Aber er ist auch zweimaliger Weltmeister und wenn es nicht klappt ändert das Null an seinem "Erbe". Ich finde es immer ziemlich schwierig zu sagen, dass Shoma oder auch Nathan und Boyang ja in 4 Jahren noch mal ne Chance haben. Wer weiß was in 4 Jahren ist? Da sind die Jungs auch 4 Jahre älter und unter Umständen wieder neue Herren im Spiel, die plötzlich Favourit sind. Nee, nee. Die Chance ist jetzt am größten. Shoma muss chillig bleiben wie du meinst! Und dann klappt's auch mit der Medaille. (Panik werd' ich trotzdem schieben, auch wenn's bei uns 3 Uhr morgens ist. Danke Amerika!)
Ich habe die Diskussion mal hierher in den Olympia-Bereich verlagert, da es ja nun doch nicht mehr allein um Shoma geht 😉

"Für Yuzuru ist alles Mist ausser Gold." Hätte ich nicht besser formulieren können 😂😂😂
Das heißt natürlich nicht, dass er nicht trotzdem zweiter oder dritter werden kann. (Ob er deswegen angepisst ist oder nicht, ist eine andere Frage.)
Ähnliches gilt für Javi und Patrick: auch wenn Gold schwer bis unmöglich ist - ein Podestplatz ist durchaus drin (insbesondere, wenn sie zweimal sauber laufen).

In dem Sinne sind sämtliche Permutationen auf den ersten 6-7 Plätzen möglich (7 deshalb, weil im Fall einer kompletten Chaos-Kür z.B. auch Jason, Kolyada, Zhou, etc. durchaus Chancen auf den lachenden Dritten haben - Mehr wäre schon sehr unwahrscheinlich, 6 Topläufer werden bestimmt nicht alle patzen.)

Vier Jahre sind wirklich eine lange Zeit, jeder kann verletzungsbedingt seine Karriere schmeißen oder noch zwei Schippen drauflegen. Es können alte Gesichter gehen und neue kommen, alles ist möglich.
Bin auch gespannt, wie sich die neuen ISU-Regeln auswirken werden: ein Sprung weniger, dafür GOE-Spannbreite von bis zu +/-5. Wieder mehr künstlerische Qualität oder alles wie immer? Man weiß es nicht. Ich denke aber schon, dass Shoma in 2022 noch dabei ist. Wie alt ist er da? 24? Das war Javis Blütezeit. (Vielleicht ist sogar Yuzu als Veteran noch dabei 😂😂😂)
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Henni147 » So 19. Nov 2017, 16:39

Sooo.... Die GP-Serie ist fast beendet, nur Skate America nächste Woche steht noch aus. Es ist also quasi Halbzeit in der olympischen Saison.
Vor den Winterspielen in Pyeongchang kommen noch das Grand-Prix-Finale in Nagoya, die nationalen Meisterschaften und die Kontinentalwettbewerbe (EM und 4CC).

Deshalb war ich mal so frei, ein kleines Zwischenfazit aufzustellen und die Saisonergebnisse der Top 8 aus Helsinki in einer Tabelle zusammenzufassen:

Saisonergebnisse 2017,18.png
Saisonergebnisse 2017,18.png (44.01 KiB) 241 mal betrachtet

Was fällt auf?
  • Wir hatten einen neuen SP-Weltrekord von Yuzuru und weitere SECHS (!!!) Kurzprogramme von über 100 Punkten. Unter anderem ist Mikhail Kolyada neu im elitären 100er-Club mit dabei. Wahnsinn. So früh in der Saison so viele starke Auftritte sind ungewöhnlich. Das macht Laune auf Olympia!!
  • In der Kür lief es bisher nicht so wirklich rund. Lediglich Shoma kam einmal über 200 Punkte - und wie! Das war nicht nur eine persönliche Bestleistung, sondern die 5. beste Kür überhaupt!
    Ansonsten waren die Wettbewerbe eher geprägt von vielen Stürzen und anderen Fehlern. Natürlich liegt das auch an den unzähligen geplanten Quads. Bei manchen sind es bereits 4-5 in der Kür, davon bis zu 3 Stück allein in der zweiten Programmhälfte - dass DAS zu Saisonbeginn noch nicht fehlerfrei zu bewältigen ist, ist also eigentlich kein Wunder.
  • Nun zum direkten Vergleich:
    Als einziger Läufer kam bisher Shoma über 300 Punkte und das gleich zweimal! Allen Respekt dafür! Auch wenn er diese Woche beim GP in Grenoble nicht an die bisherigen Leistungen anknüpfen konnte, ist es alles in allem eine sehr überzeugende Saison bisher.
  • Katerstimmung bei den Weltmeistern: Auch wenn Javi mit seinem makellosen Kurzprogramm vorgestern wieder die Kurve gekriegt hat, bleibt die Saison sehr durchwachsen, insbesondere in der Kür läuft es noch nicht rund. Yuzuru wurde von seiner Verletzung beim 4Lz ausgebremst, hat mit dem SP-Rekord in Montreal aber bereits ein Ausrufezeichen gesetzt. Patrick hat bisher nur einen Wettbewerb bestritten mit einem soliden Kurzprogramm, aber einer katastrophalen Kür. Da ist es schwer zu beurteilen, wohin die Reise geht...
  • Nathan Chen hat bisher zwei passable Wettkämpfe bestritten, was beim Skate America passiert, bleibt abzuwarten. Dort ist ja dann auch noch Boyang Jin mit von der Partie, der sich in dieser Saison aber noch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert hat.
  • Bei Jason Brown waren die Erwartungen in Osaka hoch, nachdem Patrick und Yuzuru beide zurückgetreten waren, konnte diese aber nicht wirklich erfüllen. Obwohl er mit dem 4T nur einen Quad im gesamten Programm hatte, unterliefen ihm viele Fehler, die für ihn eigentlich eher unüblich sind. Die Qualifikation für das Grand-Prix-Finale sollte aber drin sein (aktuell Platz 3 mit 22 Punkten).
Mein Fazit: Beim Grand-Prix-Finale in Nagoya sehe ich zurzeit Shoma und Nathan als Goldkandidaten. Wer gewinnt, kann ich noch nicht sagen, der Druck bei Shoma wird zu Hause ziemlich hoch sein. Mit viel Glück könnte auch noch Javi dabei sein und um Gold mitmischen, bei den anderen sehe ich die notwendige Qualität leider noch nicht. Kolyada ist mir in der Kür noch zu wackelig und Boyang hat mich bisher nicht überzeugt.

Olympia-Ausblick: Es liegen noch rund drei Monate vor uns. Da kann vieles passieren. Der Ausgang des Grand-Prix-Finals und der nationalen Meisterschaften wird sicherlich einen psychologischen Einfluss auf den weiteren Saisonverlauf haben. Trotz Verletzung und durchwachsener Saisonleistungen sehe ich Yuzuru immer noch als Favorit für Olympiagold. Er hat bereits Olympia-Erfahrung, die mentale Stärke und natürlich auch die technische und künstlerische Qualität, um wichtige Turniere zu gewinnen. 7 Quads sind natürlich ein Mammutprogramm, sollte er aber sauber durchkommen, wird es reichen.
Falls nicht, sehe ich Nathan, Shoma und Javi als Favoriten. Javi ist noch nicht stabil in seiner Kür und hat auch nicht so viele Quads, aber in einer guten Woche könnte er auf ca. 320-325 Punkte kommen. Das traue ich unserem Doppelweltmeister zu. Fraglich ist, ob die Hüfte mitmacht... (in Grenoble wollte sie nicht...)
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Katrin
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Katrin » So 19. Nov 2017, 19:30

Danke für die Zusammenfassung, Henni !

Javier's Kurzprogramm von Grenoble geht mir nicht aus dem Kopf - die Sprünge blitzsauber. Er hat auch die Fähigkeit zu sagen: Ich schau mal was geht. Da steht keiner hinter ihm und verlangt Gold, und er selbst macht sich auch keinen Druck. Das könnte bis aufs oberste Treppchen reichen.

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Mo 20. Nov 2017, 15:32

Mal schaun' was Nathan nächste Woche so liefert und wie er im GPF abschneidet. Habe jetzt abgestimmt. Er ist mein Favourit auf den Olympiasieg. Seine Programme sind dieses Jahr einfach viel besser, und technisch ist er der sicherste und beste aller Vierfach Könner.

Mikhail Kolyada schließe ich aus. Sein Super Ergebnis im Kurzprogramm des CoC war ein Ausreisser nach oben und nicht die Norm. Ich habe einfach kein Vertrauen in ihn.

Patrick Chan scheint einfach nur noch ein Schatten seiner selbst und die Motivation ist auch nicht mehr so da, schade ich mag seine Programme.

Bei Javier merkt man auch, dass er inzwischen zum alten Eisen gehört, ihm fehlt einfach die Power. Klar hat er immer noch das Zeug dazu oben zu landen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, das wird nix mit Olympia Gold, auch wenn die Programme mal wieder voll auf seine Stärken hin gebaut wurden und super passen.

Shoma läuft zwar gerne saubere Kurzprogramme, aber in der Kür ist öfter mal ein Fehler zu viel. Ausserdem ist seine Grundpunktzahl zu niedrig. Ich traue ihm einen Gewinn zu, aber da muss er perfekt sein und die anderen Fehler machen. 'Winter' finde ich nach wie vor genial, Turandot weniger. Schade, gerade im Olympiajahr laufen soviele dazu.

Boyang kann ich mir nicht mehr oben auf dem Treppchen vorstellen. Klar, er wurde die letzten zwei Jahre unterschätzt und seine Leistungshöhepunkte sind immer idealerweise später in der Saison, aber selbst mit zwei absolut perfekten Programmen kommt er nicht an die Fehlerbehafteten Leistungen eines Hanyu heran. Und - seine Programme dieses Jahr sind äußerst schwach.

Bleibt nur noch Yuzuru. Schwierig, schwierig da ehrlich meine Meinung zu schreiben. Es hängt eben alles davon ab, wie ihn diese Verletzung zurückgeworfen hat. Es könnte sich als Segen herausstellen, aber irgendwie denke ich, dass dies nicht der Fall sein wird. Sein Problem waren immer die Nerven. Und mit der Verletzung im Hinterkopf könnten diese im ungünstigsten Moment wieder zuschlagen. Zumindest im technischen wird er meiner Meinung nach Nathan Chen nicht schlagen. Ist halt einfach die Frage, wie hoch sein PCS Vorsprung ausfällt.

Eine spannende Geschichte wird es allemal!

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Mi 22. Nov 2017, 19:54

So um es jetzt mal bisschen faktischer zu machen hier die höchsten Base Values der Herren! (Eine Liste , die ich erstellt habe, also wer ne Frage hat oder irgendwelche Fehler sieht, immer her damit)

Alle BV der Top 6 von der WM letzte Mal (inklusive der Vetranen Javi zund Pchan) plus Mikhail Kolyada und Vincent Zhou, der obwohl er mit den PCS um längen nicht mithalten kann, doch den mit höchsten Ausgangswert hat. Zudem ist alles berechnet, wie als würde jeder für alle Spins und Step Sequences Level 4 bekommen, was aber kaum immer der Fall sein wird.

SP:
SP - Planned Content Men BV.PNG
SP - Planned Content Men BV.PNG (24.39 KiB) 145 mal betrachtet

FS:
FS - Planned Content Part 1.PNG
FS - Planned Content Part 1.PNG (21.89 KiB) 90 mal betrachtet
FS - Planned Content Part 2.PNG
FS - Planned Content Part 2.PNG (21.35 KiB) 145 mal betrachtet
So das sind nur mal die technischen Werte, aber wir wissen ja das man alleine damit keinen Blumentopf gewinnen kann, abgesehen davon dass da auch immer super viel schief gehen kann.

EDIT: Der Fehler bei Yuzu ist nun nicht mehr drin!
Zuletzt geändert von Jenni am Do 23. Nov 2017, 17:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Mi 22. Nov 2017, 19:56

Und dann gibt es noch die PCS, also hier mal ein Vergleich von bisher Personal Best PCS von jedem der einzelnen Läufer. Und da wir ja wissen, dass die PCS nicht so stark von den Punkten variieren, also nur mal 2-3 Punkte weniger sind als das PB (auch wenn das eigentlich im Wertungssystem nicht so vorgesehen ist :roll:

SP:
SP - Planned Content Men BV + PCS .PNG
SP - Planned Content Men BV + PCS .PNG (12.72 KiB) 145 mal betrachtet
FS:
FS - Planned Content BV + PCS.PNG
FS - Planned Content BV + PCS.PNG (12.86 KiB) 89 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Jenni am Do 23. Nov 2017, 17:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Mi 22. Nov 2017, 20:28

Wenn man mal beides PCS und BV kombinieren würde, dann käme Yuzuru Hanyu jedes Mal als Sieger bei raus. Wenn auch nur knapp. Aber einen riesigen Vorteil hat Yuzu, er bekommt mehr GOEs als alle anderen Läufer (und das zu recht!).
Wenn Yuzu zwei Programme ohne grobe große Patzer laufen kann, hat er gewonnen.

Natürlich hängt es stark davon ab, wer am Ende welche Fehler macht. Es wird am Ende nicht der beste Eiskunstläufer gewinnen, sondern der mit den wenigsten Fehlern und in dieser Saison muss man ja noch hinzufügen, der gesündeste :? !

Ein so riesigen Vorsprung hat Nathan im Technischen gar nicht im Vergleich zu Shoma oder Yuzuru im SP . 3 Punkte die bekommen beide bei den PCS gegen Nathan rein. (Nathans persönlich besten PCS hat er in den USA bekommen, international gegen Shoma, Yuzu, Patrick oder Javi wurde er noch nie so hoch bewertet.) Yuzu bekommt locker 4-5 Punkte mehr, Shoma nicht ganz so viel aber trotzdem, vlt 3-4 Punkte. Und da kann dann auch Javi mithalten durch GOE und PCS (wie man ja in Grenoble sehen konnte.)
Im FS ist der Unterschied in den PCS zwischen Yuzu und Nathan noch viel riesiger (genau so zu Javi), fast 10 Punkte. Das ist ein Vierfacher. Shoma bekommt mind. 3-5 Punkte mehr als Nathan. Shoma's BV ist aber dichter an Nathan's dran.
Ich würde also fast sagen, Yuzu's und Shoma's BV Defizit gleicht sich durch ihre PCS aus.
Über Javi kann man das nicht unbedingt sagen, denn dazu hat er definitiv ein paar Vierfache zu wenig. Wenn alle durchkommen, wäre Javi wohl ohne Podiumplatz, aber das alle durchkommen ist ja eh fraglich. Allerdings hat Javi durch die GOEs auch mit 3 Vierfachen schon mehr als 200 Punkte im FS allein bekommen.

Für mich kommen generell nur diese 4 für einen Podiumplatz in Frage. Yuzuru Hanyu, Shoma Uno, Nathan Chen und Javier Fernandez. Auf eine Reihenfolge will ich mich da gar nicht festlegen. (wobei ich natürlich eine Wunschreihenfolge habe :mrgreen: )

(Klar muss man abwarten wie stark sich jetzt die Verletzung von Yuzu auf seine Leistung auswirkt. Und natürlich ist am Ende Nervenstärke gefragt bei allen.)

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Mi 22. Nov 2017, 22:04

Klar heißt es abwarten und schaun' wie sich die Situation entwickelt, vor allem ob Yuzuru bei den Nationalen Meisterschaften wieder dabei ist und wie er sich da schlägt. Ansonsten kommt jetzt erst mal Skate America UND das GPF und die Amerikanischen Meisterschaften. Das sind drei Wettbewerbe in denen Nathan an Momentum gewinnt. Er kommt aus einer der mächtigsten Eislauf Unionen der Welt, und die haben dieses Mal bei Olympia im Moment extrem schlechte Karten - ausser den Shibutanis die evtl. Bronze bekommen - sieht es verdammt mau aus. Nathan Chen ist ihre einzige Hoffnung auf eine Goldmedaille in den Eiskunstlaufwettbewerben. Ich wette, Nathan's PCS wird (falls er nicht total einbricht bei den Sprüngen) bis Olympia rapide ansteigen und bei Olympia wird er fast auf einer Höhe mit Shoma sein, ob wir nun damit einverstanden sind oder nicht. Solch ein Ansteigen von PCS konnte man bei Olympia schon öfter's begutachten. Also...kaum macht Yuzuru einen vierfachen auf und Nathan läuft sauber durch, hat er schon gewonnen. Das ist übrigens mein Rat an alle. Fallt ruhig, aber macht eure Sprünge nicht auf. Das ist auch das Erfolgsgeheimnis von Shoma, denn der tut dies so gut wie nie und erhält daher auch für nicht so prickelnde Auftritte noch gute technische Punktzahlen.

Es könnte natürlich so laufen, dass Fernandez, Hanyu und Chan durch ihre 'unfreiwillige' Pause in der Olympia Saison ausgeruht und topfit bei den Olympischen Spielen aufschlagen und durch ihre Coolness und Erfahrung alle drei sauber durchkommmen und somit das Podium stellen. Jedoch ist dies Olympia. Bei Olympia kommt es meistens anders als man denkt, und Erfahrung scheint bei allen dreien nicht wirklich als Vorteil daherzukommen. Ich sehe da die Unbekümmertheit der ersten Olympischen Erfahrung eher als Vorteil für die jüngeren Herren. Ach, aufregend ist es ja schon, das muss man zugeben! :lol:

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