ISU Junior GP 2017/18

Katrin
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ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Katrin » Mi 16. Aug 2017, 10:46

Die Junior GP Serie 2017/18

23. - 26. August 2017 Brisbane , Australien

31. August - 2. September 2017 Salzburg, Österreich

6. - 9. September Riga, Lettland (mit Paarlauf)

20. - 24. September 2017 Minsk, Weissrussland (mit Paarlauf)

27. - 30. September Zagreb, Kroatien (mit Paarlauf)

4. - 7. Oktober Gdansk, Polen (mit Paarlauf)

11. - 14. Oktober 2017 Egna/ Bolzano, Italien

Finale in Nagoya, Japan am 7. - 10. Dezember 2017

In der Bekanntmachung der ISU finden sich Antworten zu vielen Fragen zum Junior GP 2017/18, allerdings auf englisch, bitte melden falls etwas unklar sein sollte.

Was ich auch nicht wusste: Wieviel Starter ein Land schicken kann, hängt vom Ergebnis der Junior Weltmeisterschaften 2017 ab: So kann Deutschland bei den jungen Damen in jedem der sieben Wettbewerbe eine Dame starten lassen, bei den jungen Herren ist nur ein Starter in 5 Wettbewerben möglich, siehe ab Seite 15 der pdf des letzt-genannten links.

Ein livestream wird über youtube laufen, etwas nach unten scrollen, hier sind schon die livestreams vom ersten event in Brisbane sichtbar, und ein anderer über twitter's olympic channel , ich hoffe, dass mir das "Anmelden"-Fenster von twitter nicht über den livestream geblendet wird, was ja letztlich egal ist, youtube sendet immer und problemlos und nervt nicht, soweit die für den stream Verantwortlichen vor Ort einen ordentlichen stream auch produzieren und genug Bandbreite zur Verfügung gestellt wird, damit er nicht zusammenbricht.

In den Startplänen steht immer lokale Zeit. Wer sichs selbst ausrechnen will: Deutschland hat im Moment Sommerzeit = GMT+2.
Der Zeitplan ist zu finden unter entries/results und dann "time and practise schedule" anklicken, der link aber teilweise noch nicht vorhanden für die zeitlich weiter entfernt liegenden Wettbewerbe.
Braucht man aber nicht, denn in den in youtube jetzt schon vorhandenen Fenstern für livestreams aus Brisbane- dem ersten JGP Wettbewerb- steht das Datum und die für Deutschland geltende Sendezeit ( ich habs nachgeprüft).

Eine Bitte an alle: Nicht für jeden Junior GP ein eigenes Thema starten, ich denke, vom Platz her reicht diese eine Schublade voll aus, hier können alle Disziplinen problemlos diskutiert werden...danke !

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Henni147
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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Henni147 » Mi 16. Aug 2017, 14:28

Um den Überblick zu behalten, habe ich mal die beiden Threads zum JPG hier zusammengeführt. Hoffe, damit sind alle einverstanden 😉
sabinebe hat geschrieben:
Do 3. Aug 2017, 11:25
Karl-Heinzhat ja in der Presseschau darüber berichtet...
Da auch deutsche Junioren gemeldet sind, interessiert mich natürlich, ob es einen Livestream geben wird?
Karl-Heinz Krebs hat geschrieben:
Do 3. Aug 2017, 12:57
In der Vergangenheit hat die ISU immer auf ihrem Youtube-Channel übertragen. Das ist diesmal sicher nicht anders.

https://www.youtube.com/user/ISUJGP2011/featured
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Pukitsch
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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Pukitsch » Mo 21. Aug 2017, 12:07

Hallo zusammen,

ich verfolge schon seit Jahren alle Neuigkeiten in diesem Blog und halte mich dadurch auf dem Laufenden was in der Eiskunstlauf-Welt so vor sich geht. Man verpasst hier so gut wie keine wichtige Neuigkeit - finde ich absolut super!!

Für mich als junge Eiskunstlauftrainerin beginnt mit den ISU Junior GP die spannende Phase der Saison und ich möchte den Auftakt dieser Serie nutzen um mich auch endlich im Forum mit einzubringen.

Mein Highlight nicht nur des ersten Events in Australien sondern der ganzen Serie wird ganz klar der erste große Auftritt der noch sehr jungen Russin Alexandra Trusova (Team Tutberidze)! Ich bin jetzt schon ein riesen Fan und wenn sie nicht in ein paar Jahren neben ihrere Trainingskollegin Anna Shcherbakova (derzeit ja leider noch verletzt) die absolute Favoritin auf de WM-Titel ist dann fress ich nen Besen! :lol:

Da ich mich vor allem auf den Damen-Eiskunstlauf fokussiere möchte ich auch gerne die Diskussionen in dieser Disziplin im Forum aufleben lassen.

Auch was unsere eigenen noch ganz jungen Eiskunstlauf-Prinzessinnen angeht kenne ich mich relativ gut aus, da ich sie selbst bei einigen nationalen Wettbewerben schon öfters beobachten konnte. Wer Fragen dazu hat - nur heraus damit! ;)

Liebe Grüße!

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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Mo 21. Aug 2017, 12:12

Dann sage ich doch gleich herzlich willkommen im Forum. Da ich eine große Schwäche für die Damen habe, freue ich mich auf fundierte Beiträge. Trusova wird in der morgen um Punkt 10 Uhr erscheinenden Vorschau auf den ersten Grand-Prix auch eine Rolle spielen. Da scheine ich schon mal nicht falsch zu liegen.

Katrin
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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Katrin » Di 22. Aug 2017, 10:46

Pukitsch hat geschrieben:
Mo 21. Aug 2017, 12:07
Mein Highlight nicht nur des ersten Events in Australien sondern der ganzen Serie wird ganz klar der erste große Auftritt der noch sehr jungen Russin Alexandra Trusova (Team Tutberidze)! Ich bin jetzt schon ein riesen Fan und wenn sie nicht in ein paar Jahren neben ihrere Trainingskollegin Anna Shcherbakova (derzeit ja leider noch verletzt) die absolute Favoritin auf de WM-Titel ist dann fress ich nen Besen! :lol:

Da ich mich vor allem auf den Damen-Eiskunstlauf fokussiere möchte ich auch gerne die Diskussionen in dieser Disziplin im Forum aufleben lassen.
Von mir auch ein Wilkommen im Forum !

Eine Grundfrage des Eiskunstlaufs beschäftigt mich :
Es beginnen so viel mehr Mädels das Eiskunstlaufen wie Jungs, ich sehe das an Starterlisten von regionalen Wettbewerben...ich such immer die Jungs, fast vergeblich :lol: . Jungs gehen zum Eishockey, Mädels zum Eiskunstlaufen, wenn ein Junge zum Eiskunstlaufen geht, wird er verspottet. Und das ist in der ganzen Welt so, hier ein Plushenko Zitat:
"At school I fought sometimes. Kids were saying that figure skating is a sport for girls. Then I had to prove them wrong" (In der Schule hatte ich Auseinandersetzungen. Die Kinder sagten dass Eiskunstlauf ein Sport für Mädels ist. Da musste ich ihnen das Gegenteil beweisen).
Beim Kunstturnen, Turmspringen ist das beileibe nicht so. Es scheinen allein diese "weiblichen Bewegungen zur Musik" zu sein, denkt ein Junge von sich aus "so was ist doof?" Kommt dieses "so was mach ich nicht, ich bin ein Junge" vom Kind selbst oder ist da eine Prägung schon im Elternhaus da ? Wie sind da Ihre/ Deine Erfahrungen ?

Die zwei weiteren Fragen passen auch zum Thema Jugend und junior GP:

Es sind immer die Russinnen. Und bei uns in Deutschland kommt gar nichts nach an Talenten ? Kann ich nicht glauben, manche Eislaufeltern zerreissen sich, was die Trainingsausbildung ihres Kindes angeht. Wo im System bleiben die stecken - vielleicht auf der Autobahn vor lauter Hin und Hergefahre ?

Und eine dritte Frage: Ich weiss, dass jeder Trainer in Deutschland seine Technikvariante dem Schützling lehrt, die ist eine Mischung aus allem, je nachdem wie der Trainer beeinflusst wurde. Das finde ich, ist ein Unding. Wenn der talentierte Schüler "die Leiter nach oben fällt", in einen Bundesstützpunkt kommt, kräuseln die dortigen Trainer dann die Stirn und sagen: "wo hat er denn das Springen gelernt !"
Ich finde, es sind die Trainer, die eingenordet werden sollten auf eine knallharte und in Details einheitliche Grundschule vor allem beim Springen. Es gibt die zweijährigen Schulungen in Berlin verpflichtend für die Trainer, um ihren Schein zu halten, das ist richtig...nur, dann kommt jeder heim und macht seinen Stiefel weiter. In Russland beispielsweise kann jeder Trainer aufbauen auf der Grundlage, die der Schützling mitbringt. Auch die japanische Grundschule ist mittlerweile so berühmt, dass sie selbst Sigi Heinrich lobend erwähnt in seinen Eurosport Eiskunstlaufübertragungen.

Was meinen Sie/Du dazu ? Wenn ich ein tabu Thema angesprochen habe, dürfen Sie/ Du natürlich diplomatisch antworten ;) .

Pukitsch
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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Pukitsch » Di 22. Aug 2017, 12:38

Katrin hat geschrieben:
Di 22. Aug 2017, 10:46
Pukitsch hat geschrieben:
Mo 21. Aug 2017, 12:07
Mein Highlight nicht nur des ersten Events in Australien sondern der ganzen Serie wird ganz klar der erste große Auftritt der noch sehr jungen Russin Alexandra Trusova (Team Tutberidze)! Ich bin jetzt schon ein riesen Fan und wenn sie nicht in ein paar Jahren neben ihrere Trainingskollegin Anna Shcherbakova (derzeit ja leider noch verletzt) die absolute Favoritin auf de WM-Titel ist dann fress ich nen Besen! :lol:

Da ich mich vor allem auf den Damen-Eiskunstlauf fokussiere möchte ich auch gerne die Diskussionen in dieser Disziplin im Forum aufleben lassen.
Von mir auch ein Wilkommen im Forum !

Eine Grundfrage des Eiskunstlaufs beschäftigt mich :
Es beginnen so viel mehr Mädels das Eiskunstlaufen wie Jungs, ich sehe das an Starterlisten von regionalen Wettbewerben...ich such immer die Jungs, fast vergeblich :lol: . Jungs gehen zum Eishockey, Mädels zum Eiskunstlaufen, wenn ein Junge zum Eiskunstlaufen geht, wird er verspottet. Und das ist in der ganzen Welt so, hier ein Plushenko Zitat:
"At school I fought sometimes. Kids were saying that figure skating is a sport for girls. Then I had to prove them wrong" (In der Schule hatte ich Auseinandersetzungen. Die Kinder sagten dass Eiskunstlauf ein Sport für Mädels ist. Da musste ich ihnen das Gegenteil beweisen).
Beim Kunstturnen, Turmspringen ist das beileibe nicht so. Es scheinen allein diese "weiblichen Bewegungen zur Musik" zu sein, denkt ein Junge von sich aus "so was ist doof?" Kommt dieses "so was mach ich nicht, ich bin ein Junge" vom Kind selbst oder ist da eine Prägung schon im Elternhaus da ? Wie sind da Ihre/ Deine Erfahrungen ?

Die zwei weiteren Fragen passen auch zum Thema Jugend und junior GP:

Es sind immer die Russinnen. Und bei uns in Deutschland kommt gar nichts nach an Talenten ? Kann ich nicht glauben, manche Eislaufeltern zerreissen sich, was die Trainingsausbildung ihres Kindes angeht. Wo im System bleiben die stecken - vielleicht auf der Autobahn vor lauter Hin und Hergefahre ?

Und eine dritte Frage: Ich weiss, dass jeder Trainer in Deutschland seine Technikvariante dem Schützling lehrt, die ist eine Mischung aus allem, je nachdem wie der Trainer beeinflusst wurde. Das finde ich, ist ein Unding. Wenn der talentierte Schüler "die Leiter nach oben fällt", in einen Bundesstützpunkt kommt, kräuseln die dortigen Trainer dann die Stirn und sagen: "wo hat er denn das Springen gelernt !"
Ich finde, es sind die Trainer, die eingenordet werden sollten auf eine knallharte und in Details einheitliche Grundschule vor allem beim Springen. Es gibt die zweijährigen Schulungen in Berlin verpflichtend für die Trainer, um ihren Schein zu halten, das ist richtig...nur, dann kommt jeder heim und macht seinen Stiefel weiter. In Russland beispielsweise kann jeder Trainer aufbauen auf der Grundlage, die der Schützling mitbringt. Auch die japanische Grundschule ist mittlerweile so berühmt, dass sie selbst Sigi Heinrich lobend erwähnt in seinen Eurosport Eiskunstlaufübertragungen.

Was meinen Sie/Du dazu ? Wenn ich ein tabu Thema angesprochen habe, dürfen Sie/ Du natürlich diplomatisch antworten ;) .
Erstmal danke für die nette Begrüßung und gleich vorab - wir können gerne beim "du" bleiben! ;)

Zu Frage 1 - das leidliche Jungen-Thema:
Ich persönlich würde SO gerne mal einen Jungen trainieren - von klein auf, wie bei den Mädchen. Leider ist es meiner Erfahrung nach tatsächlich so, dass die "Prägung" meist schon aus dem Elternhaus kommt. Zu den Eislauf-Schnupperkursen werden in den wenigsten Fällen Jungen geschickt und wenn doch, dann meistens nur damit sie schon mal bisschen laufen lernen bevor man sie zum Eishockey bringt. Was dazukommt ist, dass die Jungs in dem Alter in dem Eislaufen begonnen wird bzw. begonnen werden sollte (d.h. zwischen 3-5 Jahren) meist eher rowdy-haft sind und viel mehr spielen wollen, im Gegensatz dazu sind die Mädchen bereits in diesem Alter bereit Aufgaben wahrzunehmen und diese dan auch umzusetzen. Kurz gesagt: die Jungs wollen spielen - die Mädchen wollen lernen. Die Mädchen sehen die größeren "Eisprinzessinnen" vor ihnen übers Eis schweben in superhübschen Kleidchen und wollen das auch können --> Ehrgeiz geweckt. Bei Jungs kann man das getrost vergessen. Ich denke das kommt auch daher, dass die Jungs, wenn sie beginnen, sehr selten Vorbilder vor sich haben an denen sie sich orientieren könnten. Man kann lustigerweise in der Nähe meines Wohnortes ein Phänomen beobachten: da gibt es einen kleinen Verein, in dem laufen seit Jahren ein- zwei Jungen auf doch relativ respektablem Niveau, wenn man die Trainingsbedingungen beachtet. Seit Jahren ist dort zu beobachten, dass mehr und mehr Jungen in den Verein kommen und den Sport auch weiter ausüben wollen und nicht gleich fluchtartig zum Eishockey wechseln. Also denke ich, dass das Jungen-Problem auch ein bisschen was mit fehlenden Vorbildern zu tun hat. Ich denke auch wenn die Eltern solche Vorbilder sehen würden (und zwar live im eigenen Verein und nicht nur im Fernsehen), dann würden sie auch mitbekommen, dass Herren-Eiskunstlauf ein extrem athletischer Sport ist und kein mädchenhaftes Herumgehüpfe auf dem Eis. Wie gesagt - meine Meinung / Erfahrung hierzu.

Zu Frage 2 - unsere eigenen Talente:
Also ich kann beruhigen: die deutschen Nachwuchs-Talente - sie gibt es wirklich! Die hoffnungsvollste daraus ist meiner Meinung nach Ann-Christin Marold (ist glaube ich 13 Jahre alt) aus Regensburg. Ein kleines Video, das sie vor ein paar Wochen auf ihrer fb-Seite gepostet hat gibt Aufschluss über den derzeitigen Leistungsstand:

https://www.facebook.com/Ann-Christin-M ... 074948653/

3-fach Lutz mit Armen über dem Kofp und das auch noch sauber abgesprungen und voll rotiert - sieht man mehr als selten im deutschen Eiskunstlauf - nicht mal bei den Meisterklasse-Damen.

Man kann nur hoffen, dass die DEU so schlau ist und dieses Mädchen mit einem oder zwei JGP-Starts belohnt.
Wie viel Mühen die Familie und das Kind auf sich nehmen müssen um so ein Niveau zu erreichen ist unfassbar. Karl-Heinz hat vor ein oder zwei Jahren ein Interview eben dieser Familie Marold hier geteilt, in der sie beschreiben, was sie für einen Aufwand betreiben müssen. Das wird im letzen Jahr nicht weniger, sonder eher noch mehr geworden sein.
Es ist tatsächlich so, dass es an Talenten eigentlich nicht mangeln würde, dafür aber meistens an Zeit, Geld und Eishallen. Das was Familien wie die Marolds zeitlich als auch finanziell bewältigen, das will und kann fast niemand. Das ist leider die absolute Ausnahme. Zusätzlich gehört glaube ich auch einfach etwas Glück dazu (bzw. fehlendes Verletzungspech).
Um im Eiskunstlauf wirklich gut zu werden braucht man Trainingsbedingungen wie man sie in Bayern (ich sprechen jetzt von Bayern, weil ich dort herkomme und mich auch nur dort einigermaßen gut auskenne) nur in Oberstdorf findet (bedingt noch in Regensburg): ganzjährig Eis, im Prinzip von morgens bis abends, im Winter 3 (!!!!) Eisflächen zur Verfügung, dazu eine Sportschule/-internat und das Komplettpaket aus Trainern/Choreographen/Athletiktrainern/Physiotherapeuten etc...
Oberstdorf ist ein sehr süßes kleines Städtchen, im Sommer sehr schön zum Wandern, im Winter super für Wintersport. Das wars dann aber auch schon. Für junge Athleten ist es dort meiner Meinung nach unatraktiv. Wenn sie nach dem Abitur studieren wollen ist die nächste Universität in München und die nächste Fachhochschule in Kempten - also ewig weit weg. Vereinbaren von Studium und Sport - fast unmachbar. Ist natürlich sehr schade. Und in Deutschland ist es nunmal so, dass auch die Sportler erstmal an ihre Ausbildung, danach an ihre sportliche Karriere denken müssen. Das Leben und der Sport müssen nunmal bezahlt werden. Für ein riesen Sponsoring ist Eiskunstlauf einfach zu wenig präsent und deutsche Eiskunstläufer (Ausnahme vermutlich Savchenko/Massot) werden auch keine großen Gagen für Auftritte bei Schaulaufen bekommen, so wie es in den USA/Japan/Russland der Fall ist. Wie ihr seht, es gibt tausend Steine, die einem Talent in den Weg zum Erfolg gelegt werden und einer ist schwerer zu überwinden wie der andere. Womit ich zu Frage 3 - schließt sich direkt an das Problem von Frage 2 an:

3. uneinheitliche Trainingsmethoden:

und ja - hier muss ich jetzt tatsächlich diplomatisch bleiben.

Es ist richtig, dass ein Trainer (ab C-Trainerschein) im jeweiligen Landesverband spätestens alle zwei Jahre eine Fortbildung absolvieren muss um seinen Trainerschein zu verlängen, also behalten zu dürfen. Hier werden dann in erster Linie die neuesten Regel"aktualisierungen" besprochen, damit jeder weiß, was er in den Programmen seiner Schützlinge in der kommenden Saison beachten muss. Außerdem werden, oft nach Abfrage der jeweiligen Lehrgangsteilnehmer, Fragen zur Technik besprochen. Man kommt also durchaus öfters mal mit der ein oder anderen Erleuchtung nach Hause. Das ist ja auch wirklich toll und ich finde es super, dass sich die Landesverbände jedes Jahr wieder die Mühe geben und solche Lehrgänge für die Trainer veranstalten.

So. Jetzt kommt das Problem: Zu Hause angekommen ist man nicht mehr allein. Je nach Vereinsgröße gibt es so durchschnittlich 1-3 Trainer mit Trainerschein + X Übungsleiter (oft ehemalige EiskunstläuferInnen), die meist eher die wirklichen Anfänger, die erfahreneren Übungsleiter auch mal die guten Sportler betreuen. Wir reden in einem mittelgroßen Verein von, sagen wir mal 2 Trainern mit C-Lizenz oder höher und 4-6 Übungsleiter. Warum so viele verschiedene Trainer/Übungsleiter? Die Eiszeit ist begrenzet, jedes Kind soll so viel es geht trainieren und das in nicht allzu großen Trainingsgruppen --> viele Gruppen --> viele Trainer --> Eis voll. Alle zusammen trainieren die Kinder im Verein. Natürlich hat jeder so seine schwerpunktmäßige Truppe, aber wenn z.B. mal einer der Trainer krank ist, muss natürlich ein anderer einspringen. Im Optimalfall ist es noch so, dass sozusagen der "Cheftrainer" seine Übungsleiter noch selbst trainiert hat, d.h. die wissen dann eingentlich ziemlich gut, was der haben will. Ist aber nicht immer so. Jetzt gibt es tatsächlich zwei mögliches Szenarien.
A, Der Cheftrainer ist ein super Teamleader, hat seine Trainertruppe top im Griff, kommuniziert und diskutiert extrem viel und schafft es dabei gleichzeitig noch die individuellen Stärken jedes einzelnen hervorzubringen damit der sich nicht untergebuttert fühlt. Alle ziehen an einem Strang, jeder verfolgt den selben "Masterplan" - alles super, kein Streit. Spätestens wenn ein Sportler es in den Landeskader schafft will der Landestrainer etwas anderes als die eigenen Heimtrainer. Auch da wäre Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg, findet aber meiner Erfahrung gering bis nicht statt.
Kind verwirrt --> Kind frutriert --> Ende im Gelände.

B, Der Cheftrainer hat lauter sture Dickköpfe unter sich, von denen jeder genau das Training so gestalten will, wie er es für richtig hält. Kinder hier schon verwirrt und hier brauch ich dann gar nicht mehr weiterreden.

Meiner Meinung nach liegt die Problemlösung schlicht und einfach in der Teamfähigkeit und in der Kommunikation. Die Aufgaben müssen klar verteilt und die Ziele klar gesteckt sein, dann gibt es auch kein Problem - zumindest schon mal nicht innerhalb eines Vereins. Der nächste Schritt wäre eine bessere Absprache zwischen Heim- und Landestrainern. Hier gibt es Versuche das zu verbessern, ist aber bist jetzt denke ich noch nicht wirklich geglückt.

Man könnte hier noch ewig weiterschreiben, aber schön langsam tun mir die Finger weh :D

Liebe Grüße

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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Henni147 » Di 22. Aug 2017, 20:29

Von mir auch ein ganz herzliches Willkommen hier in unserer Kommjuniti, Pukitsch! 😃 Vielen Dank für deine vielen Eindrücke und Impressionen, das ist genau das, was wir uns hier im Forum wünschen!!
Pukitsch hat geschrieben:
Di 22. Aug 2017, 12:38
Also denke ich, dass das Jungen-Problem auch ein bisschen was mit fehlenden Vorbildern zu tun hat. Ich denke auch wenn die Eltern solche Vorbilder sehen würden (und zwar live im eigenen Verein und nicht nur im Fernsehen), dann würden sie auch mitbekommen, dass Herren-Eiskunstlauf ein extrem athletischer Sport ist und kein mädchenhaftes Herumgehüpfe auf dem Eis.
Stimme dir da vollkommen zu! Wobei ich sogar sagen würde, dass Eiskunstlauf-Vorbilder im Deutschen Fernsehen ebenfalls eine Rarität sind (was sehr bedauerlich ist). Wenn man sich z.B. Nathan Chen oder Jin Boyang anschauen würde - das hat das kaum noch was mädchenhaftes an sich. Das könnte bei Jungs, die eigentlich gar nichts mit dem Sport zu tun haben wollen, vielleicht die Hemmschwelle senken.
Natürlich birgt mehr Athletik auch die Gefahr: weniger künstlerische Schönheit. Da muss man dann einen gesunden Mittelweg finden...
Pukitsch hat geschrieben:
Di 22. Aug 2017, 12:38
Also ich kann beruhigen: die deutschen Nachwuchs-Talente - sie gibt es wirklich! Die hoffnungsvollste daraus ist meiner Meinung nach Ann-Christin Marold (ist glaube ich 13 Jahre alt) aus Regensburg.
3-fach Lutz mit Armen über dem Kofp und das auch noch sauber abgesprungen und voll rotiert - sieht man mehr als selten im deutschen Eiskunstlauf - nicht mal bei den Meisterklasse-Damen.
Na das klingt doch vielversprechend! 3-tano-Lz ist nicht ohne...
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Katrin
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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Katrin » Mi 23. Aug 2017, 12:24

Vielen Dank, Pukitsch! Ich hatte so viele Privattrainer, dass es schon arg verwirrend war für mich, jeder erzählt was anderes, so habe ich mich nun auf mich selbst konzentriert und lerne per Gefühl und per Videos.
Unsere Telefonanlage samt Internet ist defekt seit gestern.....ich hoffe, dass sie zum JGP wieder läuft.

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Re: ISU Junior GP 2017/18

Beitrag von Henni147 » Do 24. Aug 2017, 09:15

Yo! Das Kurzprogramm der Chicas wurde soeben beendet. Die beiden Russinnen führen mit einem kleinen Vorsprung vor den Japanerinnen. Hab ich es richtig gesehen, dass es vor allem in den Kombi-Sprüngen überdurchschnittlich viele Stürze gab? Eine Läuferin ist sogar bei einer Piroutte geplumpst. Sieht man auch selten. Naja, ist ja noch Saisonbeginn 😜
Was ich aber überraschend finde: eine Mädels sind für Eiskunstlauf-Verhältnisse ganz schön... ähm... kräftig gebaut, oder? 🤔
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