Challenger Series 2019/20

Katrin
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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Katrin » So 15. Sep 2019, 09:55

Jenni hat geschrieben:
So 15. Sep 2019, 00:28
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Wenn die UR korrekt sind, dann hab ich auch nichts gegen die PCS wegen dieser PCS Restriktionsregel...
---

Das da ist auch interessant, immer noch sein höchster Sieg bei seinem 1sten Event der Saison:
...
Stimmt absolut !

Zu den ur. Also ...öhem...ich hab nochmal nachgesehen. Nur GOE weniger stimmt nicht, da habe ich diesen russischen Artikel, der die Neuerungen für 2019/20 vorgestellt hat, falsch verstanden.
Habe selbst mal in den scales of value com. 2253 nachgesehen und festgestellt, dass ein als ur bezeichneter Sprung zudem einen tieferen Basiswert hat .
Ein 4 T voll gedreht hat einen Basiswert von 9, 5, ein als ur von den Kampfrichtern bezeichneter 4T hat einen Basiswert von nur 7,6.
Score sheet FS ACI: Hanyu hat für beide 4 T nur 7, 6 Basiswert bekommen, GOE 0, 46.

Das ur in der Kombi 4T+1E+3S * gilt nur für den 4 T, der Euler und der 3S sind mit dem vollen Wert drin:
7, 6+ 0, 5+ 4, 3 + 1, 24 = 13, 64
Das * hinter der Kombi ist highlight und besagt: Vom gesamten Wert nochmal 10 % = 1, 24 drauf.
Hab ich nur nochmal wiederholt für diejenigen, die es nicht so genau wissen, wie das berechnet wird, Jenni weiss das sicher.

Die Kampfrichter sollten ein computergestütztes Winkelmass einführen. Für mich war Hanyu's dritter ur call = der beim 3 T auf keinen Fall gerechtfertigt, das war weniger als 90 Grad zu wenig.

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Jenni
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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Jenni » So 15. Sep 2019, 13:06

Katrin hat geschrieben:
So 15. Sep 2019, 09:55
Die Kampfrichter sollten ein computergestütztes Winkelmass einführen. Für mich war Hanyu's dritter ur call = der beim 3 T auf keinen Fall gerechtfertigt, das war weniger als 90 Grad zu wenig.
Und wie soll sowas aussehen? Gibt es das denn schon?

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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Katrin » So 15. Sep 2019, 13:13

@Jenni: Nein, so ein Winkelmass gibts nicht.
Wenn man aber sieht, wieviele Punkte bei einem mit Augenmass gemessenen ur liegenbleiben, kann das über Sieg oder Niederlage entscheiden, gerade wenn Yuzuru, Vincent, Nathan, Shoma oder Bojang (Reihenfolge der Jungs ist willkürlich) im selben Wettbewerb laufen.

Katrin
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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Katrin » So 15. Sep 2019, 13:30

Hab mir mal Gedanken gemacht, wie man "unterrotiert oder nicht" technisch messen könnte.
Problem sind die Kameraperspektiven, die den Kreis, den der Läufer zieht, verzerren.

Dazu hatte sich mal ein Experte geäussert, er meinte, dazu seien noch mehr Kameras nötig, in Details ging er nicht.
Aber warum nicht ? Das Tennis hat ja auch so ein hawk eye eingeführt. Wenn man nur wollte, ging das bestimmt auch beim Eiskunstlaufen.
Am besten wäre eine Kamera direkt von oben, die mit dem Läufer mitfährt. Die kann auch recht weit oben an der Hallendecke sein, damit sie den Läufer nicht irritiert.

Jeder Sprung wird im Kreis angelaufen. Der Lutz ist ein Sonderfall, der wird auf einem sehr flachen, fast einem Strich "gerade in die Ecke rein" gesprungen, weil ein Kantenwechsel im Absprung ist.
Erstmal muss der Computer die Kamerabilder auswerten und festlegen, auf welchem Kreis der Läufer ist, eher auf einem mit grossem Radius oder auf einem mit kleinem Radius. Jeder Läufer hat seinen "persönlichen Kreis".
Der Sprung wird weg vom Kreis in der Luft gerade gedreht ( obwohls bei Yuzuru manchmal nicht so aussieht, weil er seine Achse so "schief" hat); nach der Landung fährt der Läufer im Kreis weiter.
Diesen Kreis festlegen. Bei der Landung muss die Kufe zu diesem Kreis einen Winkel von unter 90 Grad haben, dann ist der Sprung voll rotiert.

Allerdings sollte man festlegen, ob die erste Berührung der Zacke mit dem Eis schon die Landung ist oder erst der Fussballen, der Körperschwerpunkt.
Genau das weiss ich nicht, wie das die Kampfrichter sehen.

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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Katrin » So 15. Sep 2019, 14:26

Hanyu's Reaktion in der kuc oben bei Jenni's post - er scheint zu sagen "that low ?", wenn ich die Lippenbewegung richtig deute.



Die 4 T sollen unterrotiert sein ? Dachte nur mein 4 Lo . Und der 3 A + 3 T auch ? Hab ich gar nicht wahrgenommen, ich empfand die Landungen als ganz normal. Ich mach mir darüber keine tiefen Gedanken.




Die Frage an Yuzuru war:
Also warst Du zu vertrauensvoll in deine Gefühle und Vorstellungen ( imaging, denke damit ist die Vorstellung eines Sprungs gemeint, Hanyu sieht sich springen und springt in diese Vorstellung = imagine hinein ) und konntest nicht entsprechende Taten folgen lassen ?

Yuzuru: Ja, ich bewaffne mich schwer mit Theorie, weil ich tendiere, meinen Gefühlen zu vertrauen.
Meine Meinung: Yuzuru antwortet ausweichend. Der Fragesteller impliziert, dass Hanyu falsche Vorstellung hat was voll rum ist und was nicht.
Aber aus meiner eigenen leidvollen Erfahrung weiss ich, dass Sprünge sich verdammt gut anfühlen können, und wenn man dann aufs Eis schaut sieht man die Wahrheit: Das Ding war ur. Das ist so gemein.

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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von MI's FAN » So 15. Sep 2019, 15:50

Also die Herren hatten bei der Lombardia Trophy noch SeptemberProgramme. Ich fand keine Vorstellung besonders gut gelungen weder im SP noch im LP.
Die Damen waren da etwas besser. Ich fand es schade, dass Tuktamysheva nicht gewonnen hat. Sherbakova finde ich nicht wirklich schön anzuschauen, sie sieht magersüchtig aus. Da schaut man nicht gern hin. Die Programme gefielen mir auch nicht, sie hetzte einfach nur von Sprung zu Sprung. Die beiden Koreannerinnen waren nicht schlecht.

ACI hier war Aymoz ein kleines Highlight. Super cooles SP und schön dass er endlich mal die Presentationspunkte bekommen hat, die er verdient. Ich fand ihn letzte Saison schon gut. Bei Hanyu war ich enttäuscht weil er beide Programme der Vorsaison behalten hat. Naja vlt kann er diese Saison beide fehlerlos zeigen. Wir werden sehen. Ur's calls sind sicherlich auch vom technischen Spezialisten abhängig und den Kameraeinstellungen.
Bei den Damen bin ich von Medvedevas Programmen begeistert, die sind wirklich sooo schön. Habe trotzdem Zweifel ob wir sie bei EM oder WM sehen. Allein mit schönen Programmen und ihren Sprungvermögen wird sie nicht Eteris Sprungroboter besiegen können. Leider. Von Kihiras Programmen bin ich enttäuscht. Diese Musik ist absolut nicht mein Fall. Was sie gezeigt hat, war aber trotzdem sehr gut. Interessant fand ich auch die Koreannerie Lim. Programm ist zwar irgendwie fad aber sie hat ein gute Ausstrahlung.

Sarah

Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Sarah » So 15. Sep 2019, 20:11

@ Katrin: Ich lese deine Beiträge immer sehr gerne, auch wenn ich oft nur stille Mitleserin bin. Aber nun möchte ich auch etwas schreiben.

Zu Hanyu:
Ich kann verstehen, dass Hanyu seine Programme behalten hat, da er sie letzte Saison so wenig laufen konnte. Und wie ich ihn kenne, hat er sich den Anspruch, Origin fehlerfrei zu laufen.
Zu Origin ist mir etwas aufgefallen: Gestern beim ACl hatte er eine Step-Sequence mit BV 3.90 - wie man es auch von ihm erwarten würde.
Aber letzte Saison hatte er bei Origin eine Step-Sequence mit BV 3,30! Das hat mich total verwundert. Wieso das???
Ich dachte immer, er ist ein totaler Meister in so etwas und würde immer eine StSq mit höchstem BV wählen?
Bei seinen Sprüngen in der Kür habe ich mich gefragt, ob das auch damit zusammenhängen könnte, dass er gerade Fünffache übt und den 4A? Da ich nur Laie bin, kann ich das mit UR oder nicht leider nicht beurteilen.

Zu den Damen:
Was ich sehr krass finde ist, dass Valieva mit gerade mal 13 Jahren das zweithöchste Ergebnis der noch jungen Saison bei den Damen erlaufen hat. Noch vor Shcherbakova!

Generell finde ich es sehr schade, dass diese Saison wohl so stark auf die Entwicklung immer noch spektakulärerer Sprünge gesetzt wird durch das neue Wertungssystem. Irgedndwie geht für mich da die Kunst total verloren - das, was mich am Eiskunstlauf am meisten fasziniert.

Katrin
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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Katrin » So 15. Sep 2019, 21:38

@Sarah: Danke fürs Lob !

Zu Hanyu's step sequence: Keine Ahnung, da kenne ich mich nicht gut aus.
Seine 4A und quint-Versuche können sicher etwas dazu beitragen, dass sich das Gefühl leicht verändert: Hanyu sagte, er wolle schneller rotieren. Wie ich vor kurzem erwähnte, jeder Eisläufer hat seine persönliche Wohfühl - Rotationsgeschwindigkeit. Wenn er nun an ihr was ändern will, kann sein Empfinden schon gestört werden. Find ich gut beobachtet, Sarah !

Was den Kunstgenuss betrifft: Stimmt, der leidet unter den quads, weil noch keiner, auch Hanyu nicht, die ganz locker aus dem Ärmel schüttelt. Aufgefallen ist mir das vor seinem Einzel 4 T: Er hat richtig durchgeatmet vor dem Anlauf. Klar, dass dann auch der Zuschauer einen Bruch erlebt. Finde, sein 4 T in Sochi im SP "Parisienne walkways" war nicht so extrem, hm wie soll ich sagen, extrem durchdacht. Ich befürchte, Hanyu überwacht sich zuviel. Auch daher kann das ur kommen, denn der Sprung ist nicht richtig frei, diese verstandesmässige Überwachung funkt dem Unterbewusstsein dazwischen.

Gast

Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Gast » So 15. Sep 2019, 23:10

Ja, deinen Beitrag zur persönlichen Rotationsgeschwindigkeit habe ich gelesen, echt interessant. Aber klingt logisch.
Ich erinnere mich in dem Zusammenhang, dass Hanyu auch mal was in die Richtung sagte, dass je mehr Quads er springt, desto schwieriger es wird, das genaue Muster diese Quads innerlich aufrechtzuerhalten, so dass er diese auf den Punkt bringen kann.
Und ich hab nach den ACl gelesen, dass zwischen Training und Wettkampf wohl zuwenig Zeit lag, so dass er ein oder mehrere Sprünge (ich glaube 4Lo) nicht mehr trainiert hat um sich nicht zu überlasten.

Da finde ich es umso erstaunlicher, wie die ganz jungen Läufer/innen das teilweise so gut hinbekommen mit den Quads wie z. B. Trusova.
Ich erinnere mich vage, einmal gelesen zu haben, dass jüngere Läufer/innen eher dazu tendieren, eher draufloszuspringen und daher mehr aus dem Gefühl springen als ältere, wo sich mehr die Gedanken einschalten.
Jetzt mal abgesehen von Läufern, die mit Verletzungen vorgeschädigt sind, sollte man doch eingentlich erwarten, dass die Sprungsicherheit mit zunehmender Erfahrung zunimmt (Verletzungsfreiheit vorausgesetzt)?

Ich muss sagen, ich hab auch Kevin Aymos`Lauf sehr genossen, die Choreo war schon toll! Und auch irgendwie einzigartig.
Da wäre es toll, wenn es ein Wertungssystem gäbe, das solche Dinge gleichwertig wie die Sprünge berücksichtigt. Dann könnte doch jeder Läufer mehr sein besonderes Talent ausbauen, es wäre individueller und vor allem schöner anzuschauen wie nur noch ein Sprungwettbewerb, wo mehr als jeder zweit Quad nicht sauber gelingt.

Und vielleicht gibt es noch jemanden, der das mit Hanyus Step Sequence weiß? Würde mich echt interessieren.

Katrin
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Re: Challenger - Turniere 2019/20

Beitrag von Katrin » Mo 16. Sep 2019, 09:14

Gast hat geschrieben:
So 15. Sep 2019, 23:10
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Und vielleicht gibt es noch jemanden, der das mit Hanyus Step Sequence weiß? Würde mich echt interessieren.
Jetzt hab ichs gefunden: Hanyu ging schon immer auf volle Punktzahl = level 4 = BV 3, 90, nur, bisher hatte er bei der step sequence nie das höchste level erreicht, es stimmte halt bei einer Kante nicht ganz, daher bekam er nur level 3 = BV 3, 30.
Diesmal hat er bei der step sequence um's einfach zu sagen alles richtig gemacht.
Gast hat geschrieben:
So 15. Sep 2019, 23:10
..
Da finde ich es umso erstaunlicher, wie die ganz jungen Läufer/innen das teilweise so gut hinbekommen mit den Quads wie z. B. Trusova.
Ich erinnere mich vage, einmal gelesen zu haben, dass jüngere Läufer/innen eher dazu tendieren, eher draufloszuspringen und daher mehr aus dem Gefühl springen als ältere, wo sich mehr die Gedanken einschalten.
Jetzt mal abgesehen von Läufern, die mit Verletzungen vorgeschädigt sind, sollte man doch eingentlich erwarten, dass die Sprungsicherheit mit zunehmender Erfahrung zunimmt (Verletzungsfreiheit vorausgesetzt)?
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Hanyu ist halt mit Verletzungen vorgeschädigt, die bei quad- Landungen entstanden sind, wie Du bestimmt weisst. Denke seine Aussage " ich bin heftig bewaffnet mit Theorie" soll auch verhindern, dass er solche schiefen Landungen baut.

Und: Obwohl Hanyu immer als "natural jumper" bezeichnet wurde: Er ist älter geworden, bei jedem Erwachsenen schaltet sich irgendwann das Gehirn ein bei Sprüngen, Kinder und Jugendliche lassen da ausschliesslich ihr Unterbewusstsein arbeiten, die springen halt . Denke das ist das Los Erwachsener generell, dieses Verkopfte.

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