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Vor der Eiskunstlauf EM 2014 in Budapest

Zwischen dem Grand-Prix-Finale Anfang Dezember lagen die Meisterschaften von Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, Japan, China, Kanada und der USA, über die an dieser Stelle ausführlich berichtet wurde. Nun geht es endlich weiter mit internationalen Wettbewerben. In dieser Woche finden die europäischen Titelkämpfe in Budapest statt, in der nächsten Woche trifft sich der Rest der Welt bei den Four Continents in Taipeh. Hier eine kleine Vorschau auf die Europameisterschaft. Der Damen-Wettbewerb steht im Zeichen alt gegen jung. Die Grand Dame des europäischen Eiskunstlaufens Carolina Kostner (ITA) bekommt es mit den beiden jungen Russinnen Adelina Sotnikova und Julia Lipnitskaia. So ganz in Schwung gekommen ist die Weltmeisterin von 2012 und Europameisterin der beiden letzten Titelkämpfen in dieser Saison noch nicht. Innerhalb der Grand-Prix-Serie musste sie sich ihren beiden jungen Rivalinnen jeweils einmal geschlagen geben und verpasste das Grand-Prix Finale. Bei den russischen Meisterschaften landete Sotnikova knapp vor Lipnitskaia. Diesen Einlauf könnte es auch in Budapest geben, wobei die Frage bleibt: Wo landet Kostner? Die Südtirolerin wird ihr volles Leistungsvermögen abrufen müssen, um in der Lage zu sein, ihren Titel zu verteidigen. Aus Deutschland gehen Nathalie Weinzierl und Sarah Hecken an den Start. Dabei traue ich Weinzierl einen deutlich einstelligen Platz zu. Ich sehe nicht viele Läuferinnen, die zwischen dem genannten Spitzentrio und ihr einkommen können. Bei Hecken wird sich zeigen müssen, ob der kurzfristige Trainerwechsel nicht eher geschadet als genutzt hat. Andererseits konnte sie unter Neu-Coach Stefan Lindemann bereits einen Sieg erringen. Ein Platz nahe an den Top Ten sollte möglich sein.

Bei den Herren könnten wir die tragische Figur dieses Winters sehen. Der russische Meister Maxim Kovtun könnte als Europameister vom Eis gehen, aber trotzdem nicht für Sotchi nominiert werden. Deutet man die Zeichen aus Moskau richtig, dann scheint die Nominierung von Evgeni Plushenko fast sicher zu sein, es wird nur noch nach einer Begründung gesucht, warum er und nicht der sportlich beste Russe fahren soll. Viel Konkurrenz hat Kovtun in Budapest nicht zu fürchten. Am ehesten noch Brian Joubert (FRA) und Javier Fernandez (ESP). Beide laufen ihrer Form des Vorjahres bisher vergeblich nach. Der Altmeister aus Frankreich verpasste die Grand-Prix-Serie nach einer verbandsseitigen Sperre, vermochte aber dann auch bei den französischen Meisterschaften nicht zu überzeugen. Dem Titelverteidiger geht es wie seinem weiblichen Pendant. Genau wie Kostner kommt auch Fernandez in diesem Winter nicht in die Gänge, genau wie Kostner ist auch Fernandez in der Lage die Konkurrenz in Grund und Boden zu laufen. Mit Michal Brezina (CZE) und Florent Amodio (FRA) gibt es dann auch Läufer, die überraschen können.
Da es keine wirklich herausragenden Läufer in Europa gibt, ist das Feld sehr geschlossen. Das macht es für Peter Liebers nicht einfach. Als eher athletischem Läufer geht im ohnehin Glanz und Glamour fast völlig ab, so dass er darauf angewiesen ist, das seine Schwierigkeiten sitzen. Gelingt ihm das, ist ein einstelliger Platz möglich. Für Franz Streubel geht es nur darum Erfahrung zu sammeln.

Bei den Paaren wird es wieder einen Zweikampf zwischen den Titelverteidigern Tatiana Volosozhar / Maxim Trankov (RUS) und Aliona Savchenko / Robin Szolkowy geben. Ausgang offen. Die Russen werden beweisen wollen, dass ihre Niederlage beim Grand-Prix-Finale ein Ausrutscher war, die Deutschen, das sie sich weiter verbessert haben. Einige Medien meldeten gestern, dass der Start der Deutschen Meister gefährdet sei, was Trainer Ingo Steuer umgehend in das Reich der Märchen verwies. Hinter dem Spitzenduo drängen sich dann gut eine Handvoll Teams. Die deutschen Paare Maylin Wende / Daniel Wende und Mari Vartmann / Aaron van Cleave belegten bei der EM 2013 in dieser Reihenfolge die Plätze sieben und acht. Jeweils ein Platz besser sollte möglich sein.

Das Eistanzen wird in diesem Jahr etwas im Schatten der anderen Disziplinen stehen. Imerhin fehlen neben den Welt- und Vizeweltmeistern aus der USA und Kanada auch die Titelverteidiger Ekaterina Bobrova / Dmitri Soloviev (RUS), die auf einen EM-Start verzichten. So ist das Rennen um den Titel völlig offen. Die größten Möglichkeiten haben sicher die Russen Elena Ilinykh / Nikita Katsalapov, Ekaterina Riazanova / Ilia Tkachenko und die Italiener Anna Cappellina / Luca Lanotte. Das Feld ist aber so ausgeglichen besetzt, dass selbst Nelli Zhiganshina / Alexander Gaszi eine Medaillenchance haben. Auch für das zweite deutsche Paar Tanja Kolbe / Stefan Caruso ist eine starke Platzierung möglich. Übrigens trifft Nelli in Budapest auf ihren jüngeren Bruder Ruslan, der, als Juniorenweltmeister von 2012, mit seiner Partnerin Victoria Sinitsina sein EM-Debüt gibt.

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