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Eine Tasse Kaffee für Das Eiskunstlaufblog

Kommende Veranstaltungen

  • Lake Placid Ice Dance International 24. Juli 2018 – 28. Juli 2018 Lake Placid, New York 12946, USA
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  • Challenger Series: Asian Open Figure Skating Trophy 1. August 2018 – 5. August 2018 Bangkok, Thailand
  • NRW Trophy 2018 9. August 2018 – 12. August 2018 Dortmund, Deutschland
  • ISU Junior Grand Prix of Figure Skating 22. August 2018 – 25. August 2018 Bratislava, Slowakei

Meine erste 6,0 – Eine Rezension

Am Silvestermittag, gegen 12 Uhr, klingelte der Postmann und brachte ein kleines Päckchen, eine Büchersendung. Darin befand sich das Buch „Meine erste 6.0“ von Christine Stüber-Errath. Da wir uns gerade zum Mittagessen hingesetzt hatten, musste das Buch noch etwas warten. Ich habe auch noch brav abgetrocknet, bis dann die Neugier gesiegt hatte. Gegen ein Uhr habe ich das Buch aufgeschlagen und pünktlich zum Kaffee um halb vier beiseite gelegt. Nicht, weil es langweilig war, sondern weil ich es ausgelesen hatte. Das will schon etwas heißen, denn ich bin ein Lesenarr und sehr wählerisch. Bevor ich mich nun dem Buch zuwende, muss ich noch zwei, nein, drei Dinge vorausschicken. Ich bin fast auf den Tag genau ein Jahr und fünf Monate jünger als Christine, obwohl sie zehn Jahre jünger aussieht, und ich stamme wie sie aus dem Osten unseres Landes. Beides ist durchaus hilfreich bei der Lektüre, aber nicht zwingend notwendig. Manches, was einem gelernten DDR-Bürger sofort eingeht, funktioniert bei Lesern aus anderen Landesteilen vielleicht erst nach etwas nachdenken. Das Dritte: Ich gehöre einer ganz besonderen Spezies der Gattung Mann an. Ich habe sehr nah am Wasser gebaut. Bei rührenden Momenten und gewissen Filmen, kullert schon mal eine Träne.

Das war bei Christines Buch dann schon auf der ersten Seite der Fall, als sie Abschied von ihren Eltern nimmt, Abschied von treuen Fans und Weggefährten. Später sind es rührende Gesten, wie das Verschenken ihrer Eiskunstlaufschuhe von den Spielen 1976 an eine treue, (Wie heißt das weibliche Wort für Fan?) Anhängerin oder das Verschenken einer EM-Goldmedaille an ihrer heimliche Jugendliebe. Wer das war, müsst ihr schon selbst herausfinden. Das Buch ist keine Biografie im herkömmlichen Sinne, sondern ein Interviewbuch. Der Journalist Jens Rümmler hat über einen langen Zeitraum befragt und Fragen und Antworten aufgeschrieben. Er hat es geschafft, aus Christine Antworten herauszukitzeln, die sie vielleicht in einer eigenen Biografie nicht erzählt hatte. Wir begleiten sie von ihrer Kindheit über ihre Karriere, die mit einem schweren Sturz urplötzlich endete. Die Biografie endet hier aber nicht. Wir begleiten sie dann in ihre Zeit beim DDR-Fernsehen  und später beim MDR. Dabei musste ich dann auch eine Gedächtnislücke feststellen. Dass sie als Co-Kommentatorin von Heinz-Florian Oertel bei der WM 1988 dabei war hatte ich völlig vergessen. Dabei war das eine Sternstunde für Christine. Oertel war von den Zuschauern des DDR-Fernsehens wieder zum Publikumsliebling gewählt worden und musste, um an der Auszeichnungsveranstaltung teilnehmen zu können, vorzeitig abreisen. Christine oblag es dann die Kür der Damen zu kommentieren und schließlich das Siegerinterview zu führen. Mit Katharina Witt. Was heute völlig normal erscheint, war damals nicht so einfach. Christine lag mit den Eiskunstläufern aus Karl-Marx-Stadt und allen voran mit deren Trainerin Jutta Müller ein wenig über Kreuz. Das Siegerinterview von 1988 stellte dann so etwas wie einen Wendepunkt dar.
Überhaupt spricht Christine in diesem Buch sehr offen über alle Dinge. Sie steht zu den Ehrungen und Auszeichnungen die sie in der DDR erhalten hatte, allen voran den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze, sie verschweigt aber auch nicht die Nachteile, die sie hatte. Als Sportschülerin, heute würde man wohl Förderkader sagen, wurde sie nicht nur gefördert, sondern auch gefordert. Ein Thema, dass ja auch hier gerade kontrovers diskutiert wurde. Um so bemerkenswerter ist es, wie sie von ihren Trainerinnen spricht. Dankbarkeit, Freude, Achtung – alles schwingt dabei mit. Wenn man als ehemalige Läuferin zum 80. Geburtstag der Trainerin (Inge Wischnewski) keine Kosten und Mühen scheut, um die ehemaligen Schützlinge der Trainerin aus halb Europa zu einer Party in den Friedrichstadtpalast zu lotsen, dann ist das schon eine sehr intensive Art der Verehrung.

Das Buch erzählt noch viele weitere, teils anrührende, teils heitere, aber immer interessante Geschichten und es ist mit vielen Bildern garniert. Mehr möchte ich hier auch nicht verraten, denn dann müsste ich das Buch abschreiben. Von mir gibt es dafür eine 6.0. Das Buch kann hier bestellt werden. Den endgültigen Preis gibt es in Kürze.

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Die nächsten TV-Übertragungen und Livestreams (LS)

Mittwoch, 23.05.
01.30 Uhr NDR – NDR-Talkshow mit Marika Kilius

Die „Tagesschau“ wurde verschoben, wenn sie das Eis betraten: Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler waren das deutsche Sport-Traumpaar, ihr Bekanntheitsgrad lag in den 1960er-Jahren bei 95 Prozent, den letzten gemeinsamen Wettkampf der beiden – es wurde ihr zweiter WM Titel – verfolgten 1964 unfassbare 21 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher. Der Vorverkauf von „Holyday on Ice“ mit Kilius/Bäumler musste damals mit berittener Polizei gesichert werden, weil es einen solchen Massenansturm auf die Karten gab. Marika Kilius begann als Rollschuhläuferin, bevor sie aufs Eis ging und es im Paarlauf zu Weltruhm brachte: 1963 und 1964 wurde sie Weltmeisterin und bei den olympischen Winterspielen 1960 und 1964 jeweils zweite. Die gebürtige Hessin Marika Kilius zog sich nach ihrer Karriere eher aus der Öffentlichkeit zurück. Die Großmutter zweier Enkelkinder wurde im März 75 Jahre alt und hält heute Vorträge und Seminare als Repräsentantin der Generation 60plus.

Freitag, 25. Mai
22.30 Uhr MDR/RBB – Riverboot mit Marika Kilius

Sonntag, 27. Mai
11.55 Uhr MDR – Riverboot mit Marika Kilius

Freitag, 08. Juni
22.30 Uhr MDR – Riverboot mit Jan Hoffmann

Sonntag, 10. Juni
11.45 Uhr MDR – Riverboot mit Jan Hoffmann

Dienstag, 12. Juni
15.25 Uhr ZDF-Neo – Kommissar Stollberg – Eisprinzessin

Die ambitionierte Ariane und ihr Partner Torben trainieren für die deutschen Junioren-Eiskunstlauf-Meisterschaften. Als Ariane erschlagen aufgefunden wird, zerplatzen alle Träume. Der grausame Tod des Mädchens trifft die Eltern tief, denn das Leben der kleinen Familie konzentrierte sich allein auf den Sport und die Erfolge Arianes. Hat Jasmin, Arianes bislang schärfste Konkurrentin, etwas mit deren Tod zu tun? Stolberg und sein Team ermitteln in einem undurchschaubaren Geflecht von Beziehungen, Feindschaften und Freundschaften und decken durch ihre Recherchen eine andere, allen bislang unbekannte Seite Arianes auf. Die scheinbar begeisterte und disziplinierte Eiskunstläuferin führte offenbar ein Doppelleben.

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