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Für einen gemütlichen Fernsehabend (4)

Tag vier der Kontaktsperre in Deutschland und wir verreisen trotzdem. Es geht in die schwedische Metropole Göteborg, wo vom 2. bis 7. März 1976 die Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. In dem von DeGe zusammengestellten Video bekommen wir in 100 Minuten noch einmal die Kürprogramme Der Medaillengewinner zu sehen. Los geht es mit Irina Rodnina / Alexander Saizew die sich in jenem Jahr den Paarlauf-Titel holten. Es war der vierte von insgesamt sechs Weltmeistertiteln des Paares, dass außerdem zweimal Olympiasieger und sieben Mal Europameister wurde. Irina errang zuvor außerdem mit ihrem Partner Alexei Ulanow vier weitere WM- und EM-Titel und holte ein weiteres Mal olympisches Gold. Beide waren lange Zeit auch miteinander verheiratet, trennten sich dann aber 1985. Irina arbeitete später auch als Trainerin und führte Radka Kovaříková und René Novotný 1995 zum Weltmeistertitel. Seit 2007 ist sie Abgeordnete der russischen Staatsduma und entzündete 2014 in Sochi das olympische Feuer. Alexander arbeitet einige Zeit als Trainer in den USA, lebt aber nun wieder in Moskau.
Irina Worobjowa / Alexander Wlassow belegten bei dieser WM den dritten Platz. Ein Jahr später sollten sie sogar Vizeweltmeister werden. Mit Platz zwei und drei erreichten sie bei der EM die gleichen Platzierungen wie bei den WM. Irina sollte 1981 mit ihrem Ehemann Igor Lissowski doch noch Weltmeisterin werden. Sie arbeitet heute als Trainerin in Colorado Springs. Alexander lebt heute in den USA. Seine Tochter Julia war 2006 Junioren-Weltmeisterin im Paarlauf.

Silber bei den Paaren ging an Romy Kermer / Rolf Oesterreich. Beide wären das überragende Paar ihrer Zeit gewesen, wären da nicht noch Rodnina / Saizew aktiv gewesen. So holten sie olympisches Silber, waren zweimal Vize-Weltmeister und dreimal Zweite bei Europameisterschaften. Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere heirateten beide. Romy heißt nun Österreich und sollte unter diesem Namen auch jüngeren Fans bekannt sein. Sie trainiert in Berlin unter anderem Paul Fentz und Minerva Fabienne Hase / Nolan Seegert. Rolf arbeitet aktuell als Trainer in Dornbirn, im schönen Vorarlberg.

Weiter geht es mit den Herren und John Curry. Das Jahr 1976 war sein Jahr, denn er gewann alle drei großen Wettkämpfe (Olympia, WM, EM). Nach dem er in der Pflicht Zweiter und im Kurzprogramm Dritter war, sicherte ihm der Sieg in der Kür den Weltmeistertitel. Nach dieser Saison beendete er seine Laufbahn. Inwieweit die BLÖD-Zeitung, die ihn kurz vor der WM als homosexuell geoutet hatte, Anteil hat, bleibt Spekulation. Auf jeden Fall war seine sexuelle Neigung zu dieser Zeit ein gewaltiges Stigma. Er erkrankte später an AIDS und starb 1994 an einem durch die Erkrankung hervorgerufenen Herzinfarkt.
Der nächste auf dem Eis ist Wladimir Kowaljow. Er musste sich nicht nur bei dieser WM, sondern auch bei Olympia und der EM gegen Curry geschlagen geben. Später durfte er sich aber mit zwei Weltmeistertiteln trösten. Er arbeitete nach seiner aktiven Laufbahn als Trainer und führte Marija Butyrskaja zum Weltmeistertitel. So etwa Mitte der 70er Jahre begann ich mich für den Eiskunstlauf zu interessieren und so gehört Jan Hoffmann zu meinen ersten Erinnerung. Er wurde 1976 Dritter. Hoffmann war kein unbekannter, als er nach Göteborg reiste, denn er hatte bereits Gold und Bronze gewonnen. Die Saison davor musste er aber wegen einer Meniskusoperation auslassen, so dass der dritte Platz ein großer Erfolg war. Im Jahr 1980 holte er dann seinen zweiten WM-Titel und außerdem Silber bei Olympia und der EM. Insgesamt wurde er viermal Europameister. Er arbeitet heute als Orthopäde in Radeberg, war lange Zeit internationaler Preisrichter und einige Zeit Mitglied im Vorstand der DEU. Seine Trainerin war Jutta Müller.
Zu sehen ist dann noch der Schwede Thomas Öberg, der den Wettbewerb auf Platz 20 beendete.
Weiter geht es mit Dianne de Leeuw, die Dritte wurde. Zuvor wurde sie in dieser Saison Europameisterin und Zweite der olympischen Spiele. Sie ist die Weltmeisterin von 1975. Nach der WM beendete sie ihre Laufbahn und arbeitete als Trainerin. Sie war die letzte Läuferin, die ohne einen dreifachen Sprung Weltmeisterin wurde.
Für Dorothy Hamill gilt das Gleiche, was schon zu Curry gesagt wurde. Das Jahr 1976 war ihr Jahr – sie wurde Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Nach dieser Saison beendete sihre Laufbahn und war anschließend viele Jahre lang der Star einer Eisrevue. Zwischen diese beiden schob sich Christine Errath. Eine Fußverletzung behinderte sie in der Vorbereitung auf diese Saison und war dann auch der Grund für ihren Rücktritt nach dieser Saison. 1976 holte sie bei Olympia und der EM außerdem Bronze. Neben drei Europameistertiteln gewann sie die WM 1974 und wurde damit zur einzigen Berliner Weltmeisterin. Nach ihrer Laufbahn wurde sie einem breiten Publikum außerhalb der Eiskunstlaufszene durch die CO-Moderation der Sendung „Außenseiter – Spitzenreiter“ des MDR bekannt. 2017 folgte dann ein Auftritt in dem Film „Die Anfängerin“.
Die Schwedin Liselott Öberg belegte den 21. Platz.
Weiter geht es mit dem Eistanz und Colleen O’Connor / James Millns, die Dritte wurden. Die Vizeweltmeister von 1975 wurden zuvor Dritte der olympischen Spiele. Es war das erste Mal, dass Eistanz olympisch war. Beide beendeten nach der WM ihre Laufbahn. Zweite wurden Irina Moissejewa / Andrei Minenkow. In diesem Jahr wurden sie nicht nur bei der WM, sondern auch bei Olympia und der EM-Zweite. In ihrer langen Laufbahn holten sie viele Medaillen. Zweimal Gold, dreimal Silber, dreimal Bronze bei Weltmeisterschaften, Zweimal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze bei einer EM und Silber und Bronze bei Olympia. Was sie nach dem Ende ihrer Laufbahn 1982 machten, ist nicht bekannt. Ljudmila Pachomowa / Alexander Gorschkow sicherten sich den Weltmeistertitel. Es war ihr sechster und letzter. Früher in dieser Saison waren sie auch zum sechsten Mal Europameister geworden und wurden die ersten Olympiasieger im Eistanz. Ljudmila starb 1986 mit 39 Jahren an Leukämie. Zwei Jahre später wurde der Asteroid 3231 zu ihren Ehren Mila genannt. Ihr Partner und damaliger Ehemann Alexander bekleidete ab 1986 eine Vielzahl von Funktionen im Eiskunstlauf und war unter anderem Vorsitzender der technischen Eistanzkommission der ISU. Zur Zeit ist er der Präsident des russischen Eiskunstlaufverbandes.

Ich hoffe, ihr habt auch heute viel Spaß an der kleinen Auswahl.

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