Norwegen beantragt Anhebung der Altersgrenze

Der norwegische Verband schlägt dem ISU-Kongress, der von 2020 auf 2021 verschoben wurde, eine Anhebung der Altersgrenzen vor. Sie soll alle vier Kategorien betreffen. Demnach sollen Einzelläufer, Damen und Herren, 17 Jahre alt sein, um an Senioren-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Damit müssten die Sportler zwei Jahre älter sein als zur Zeit. Im Paarlauf und im Eistanz soll die Mindestaltersgrenze um ein Jahr auf 16 angehoben werden. „Um das Interesse des Publikums und der Medien zu gewinnen, braucht unser Sport berühmte Sportler, die den Sport über einen langen Zeitraum positiv fördern können“, heißt es zur Begründung.
Die neue Altersgrenze würde ab dem nächsten Olympiazyklus, beginnend mit der Saison 22/23, gelten. Für Läuferinnen und Läufer die bereits an EM, Four Continents, WM und olympischen Spielen teilgenommen haben, soll die Altersgrenze nicht gelten.

Norwegen beantragt die neue Altersgrenze auch für den Eisschnelllauf und den Short Track.

Antworten 6

  • Guter Vorschlag. Das dürfte dazu führen, dass die Wettkäpfe, insbesondere bei den Damen, wieder fairer werden, da es dann weniger Quads geben dürfte. Das Ganze könnte auch dazu führen, die Gesundheit junger Läuferinnen weniger zu gefährden. Bin mal gespannt, ob der Vorschlag angenommen wird, glaube aber eher nicht.

  • Hat das eine Chance auf eine Mehrheit? Das ist aus meiner Sicht kaum zu erwarten.

    Wenn es darum geht, die Bedeutung der Sprünge zu verringern, kann man das auch einfacher - mit einer Regelveränderung im Punktesystem machen bzw. die Anzahl der erlaubten Sprünge reduzieren.

    Die medizinische Einschätzung sollte wohl im Vordergrund stehen. Aber wir wissen auch, dass auch auf die Wissenschaft nicht immer Verlass ist und ein Gutachten meist ein Gegengutachten zur Folge hat. Und gibt es wirklich medizinisch nachvollziehbare Forschung auf internationaler Ebene zu diesem Thema?


    Rücken-, Hüft- und Knieprobleme hatten die LäuferInnen schon bei den Doppelsprüngen und dem Anbruch zu den Dreifachen.


    Eines darf man auch nicht vergessen: ständige Änderungen im Regelsystem machen den Sport nicht unbedingt attraktiver. Eher das Gegenteil - man kennt sich nämlich als "Konsument" einfach nicht mehr aus und damit wird's wieder undurchsichtiger.


    Und eines nicht vergessen:

    die Diskussion über Sprünge vs künstlerisches Laufen gibt es schon ewig. Schon vor 40 jähren (und ich kann das bestätigen) gab's auch ständig dieses Hin und Her, So oder So.


    Was bringt Zuschauer? Was bringt Nachwuchs? Was bringt damit auch Sponsoren?

    - Unterhaltung durch Musik und Stories auf dem Eis

    - Spannung durch Wettbewerb

    - Emotionen: Freude, Tränen

    - zeitliche Dimension (niemand sitzt heute noch stundenlang vor einem Fernseher oder tagelang im einem Stadion)

    Alles in allem: nicht einfach ...

  • Elwil


    Sehr schöne Ausführungen. Es gäbe ein ganz einfaches Mittel, um den Abstand zwischen den sprungstarken und den läuferisch starken Damen zu verringern. Man müsste einfach bei den Programmkomponenten der Frauen den gleichen Faktor anwenden, wie bei den Herren. Warum das nicht gemacht wird, ist mir schleierhaft.

  • Da können wir nur spekulieren ... oder die Fragen stellen: wer profitiert von der bestehenden Regeln? Wer hat Interesse, dass sich nichts ändert?

  • Das lässt sich wohl relativ einfach beantworten ohne Namen zu nennen. Die mächstigsten Verbände waren alle mit im Boot, oder konnten aufgrund der Vielzahl ihrer Talente zumindest auf die Quad Flut reagieren. Wenn sich jemand verletzt hatte, stand stets jemand bereit um ihn zu ersetzen. <X

    Außer den Fans der Betroffenen (z.B. Gogolev, Medvedeva) hat sich niemand daran gestört. Bei den grossen Meisterschaften wurden die Medaillen weiterhin unter sich ausgemacht.

    Karl-Heinz Vorschlag finde ich gut. Erst mal der gleiche Faktor bei der Berechnung der PCS, aber das hat wohl kein Land beantragt.

  • Das "Höher-Schneller-Weiter", das Pushen der sportlichen Entwicklung (quads) diktiert die Altersgrenze: Senioren sollten die höchste Leistungsfähigkeit haben.

    Derzeit schau ich 99% der Damen nur deshalb interessiert zu, weil ich drauf warte, dass die eine vielleicht jüngere kommt und mit ihren dünnen Beinchen eine Rotation mehr kann und die gerade gekrönte Königin abschiesst. Ja, bei mir ist das diese Sensationslust im Moment.
    Das eine restliche Prozent ist Kostornaja, wenn sie aufhört, würde mir das wehtun.


    Irgendwas wird sich schon ändern, noch gärt es, selbst in Russland, ein Artikel von heute, der von vielen Seiten die Situation des Eiskunstlaufs derzeit beleuchtet.

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