ISU World Figure Skating Championships 2021: Shcherbakova setzt sich an die Spitze

Der erste Wettbewerb der WM 2021 hielt was er versprach. Die Damen boten im Kurzprogramm das ganze Spektrum dessen, was diesen Sport ausmacht. Tolle Leistungen, Emotionen, Überraschungen, Enttäuschungen und regelrechte Dramen.


Anna SHCHERBAKOVA aus Russland hat mit einer, man ist geneigt zu sagen, wie gewohnt starken Leistung die Führung übernommen. Sie leistete sich nicht den Hauch einer Unsicherheit und bekam 81.00 Zähler. Als die Japanerin Rika KIHIRA ihr Kurzprogramm beendet hatte, standen auf dem Display rund vier Punkte mehr, als bei Shcherbakova. Doch dann erhielt ihr dreifacher Axel und der dreifache Toeloop ein q, waren also etwas zu kurz. Nach dem die Abzüge vorgenommen waren, blieben ihr noch 79.08 Punkte und der zweite Platz. Mit 78.86 liegt Elizaveta TUKTAMYSHEVA aus Russland nur knapp hinter ihr. Sie blieb, auch beim dreifachen Axel, ohne jeden Makel.

Die erste Überraschung ist der vierte Platz von Karen Chen aus den USA, die wohl niemand soweit vorn auf dem Zettel hatte. Sie machte das, was in einer solchen Situation nötig ist und ging bis an ihre Grenzen. Ohne Höchstschwierigkeiten aber eben auch ohne Fehler gab es 74.40 Punkte und den vierten Platz. Das eben gesagte gilt auch für die Koreanerin Yelim KIM, die sich fehlerfrei 73.63 Punkte und den fünften Platz erlief. Auf dem sechsten Platz landete Kaori SAKAMOTO. Die Japanerin sprang den dreifachen Lutz von der falschen Kante ab und erhielt 70.38 Punkte.

Nun kommen wir zu den Überraschungen und den Dramen des heutigen Nachmittags. Eine Überraschung war ganz sicher der elfte Rang von Olga MIKUTINA. Die Österreicherin lief ein frisches und freches Programm und das ohne jeden Fehler. Mit 67.18 Punkten steht sie als Elfte unmittelbar vor den Toren zur Weltspitze. Respekt. Hinter ihr steht mit Alexandra TRUSOVA aus Russland, die die Rubrik Drama eröffnet. Ohne Not verzichtete sie zu Beginn auf den angekündigten dreifachen Axel. dann springt sie den dreifachen Flip unsauber ab und zu allem Überfluss steht sie den dreifachen Lutz so schlecht, dass sie keine Kombination springen konnte. Mit 64.82 Punkten hat sie fast 17 Zähler Rückstand auf die Führende. Mit 59.99 Punkten belegt Satoko MIYAHARA nur den 16. Platz. Auch sie blieb ohne Kombination. Ein Sturz und ein unterrotierter Lutz sorgten für weitere Abzüge. Eine Enttäuschung war auch der Auftritt von Nicole SCHOTT. Sie begann gut mit einem dreifachen Flip, aber schon der dreifache Toeloop zu Beginn der Kombination ging schief. Sie konnte ihn nur mit Mühe stehen und konnte nach einem Zwischenschritt nur noch einen zweifachen Toeloop anhängen. Da auch noch ihre vorletzte Pirouette Abzüge bekam, reichte es nur zu 59.09 Punkten und dem 20. Platz. Noch schlechter erging es der Schweizerin Alexia PAGANINI. Sie riss den Rittberger nach zwei Umdrehungen auf und blieb damit ohne zweiten Einzelsprung. Mit 57.23 verpasste sie um 0,49 Punkte das Kürfinale. Besonders bitter: Hätte sie den Rittberger dreifach versucht und wäre gestürzt, hätte sie das Finale erreicht. Damit verpasste Paganini auch die Olympiaqualifikation, kann sich aber bei der Nebelhorn-Trophy noch einen Platz holen. Allerdings ist noch nicht sicher, wie viele Plätze es da geben wird und wer da mit ihr konkurrieren wird. Das letzte Kapitel bei den Dramen schreibt dann Mae Berenice MEITE. Sie knickte bei der Landung um und musste das Kurzprogramm abbrechen. Gute Besserung.


Ergebnis des Kurzprogramms

Judges Scores


Pressekonferenz


Das Kurzprogramm in voller Länge (noch gesperrt)

Das Kurzprogramm ab der Startnummer 12 (nur in Deutschland)

Kommentare 16

  • Kommentatoren sind natürlich Geschmackssache. Bei Daniel Weiss frage ich mich allerdings oft, ob wir das gleiche Programm gesehen haben. Sigi und Hendryk sind ein gut eingespieltes Team. Bei Sigi muss ich auch oft bei der Aussprache von Namen schmunzeln, aber gut, damit kann ich gut leben. Hendryk hat, finde ich, sehr viel Wissen und meine persönliche Meinung geht oft mit der seinen einig.

    Leider konnte ich die Damen nicht live ansehen, bin aber dabei das nachzuholen...

  • Ich habe die Eurosportplayer-Übertragung mit dem Original-Ton gesehen: Mit Sigi&Hendryk kann ich wenig anfangen.

    Die Schweden sind zu loben. Sie haben den Raum der Arena ziemlich stylish dekoriert. Und es gibt sie doch, diese besondere Atmosphäre und Anspannung eines großen Wettbewerbes - auch ohne Zuschauer! Hätte ich vor einem Jahr nicht geglaubt.

    • Also Eurosport ist sowas von *sch*. Die haben doch wirklich die letzte Gruppe nicht im TV gezeigt.

      Das ist doch unverschämt.

    • Es wurde aber angekündigt, dass es die letzte Gruppe komplett in den Pausen der Paarlauf-Übertragung gibt.

    • allerdings fand ich Daniel Weiss auf ARD one auch ziemlich nervig...dort wurde aber die letzte Gruppe live gezeigt. Erstaunlich fand ich wie oft die Moderatoren - egal auf welchem Sender - die Namen falsch nannten....Satako Miahara, Scherbankiova usw....

      Ich empfand die Programme von Kihira und Scherbakova wunderbar, Letztere empfand ich als etwas überbewertet und Kihira etwas unterbewertet..aber in jdem Fall sind die Top 3 verdient vorne.

    • DW ist meist nervig. Mich stört nicht was er sagt nur wann er es sagt. Das Damen Kurzprogramm hatte es sehr hohes Niveau. War wirklich sehr gut.

      Btw. Eurosport hat die letzte Gruppe natürlich nicht wiederholt. Nur die Sherbakova, Kihira und Tuk.

      Sherbakova fand ich nicht überbewertet. Sie gleitet so toll über das Eis, das ist einfach wunderschön, das hat Kihira einfach nicht, obwohl mir deren Programm auch sehr gut gefallen hat. Und LaTuks Programm ist einfach wunderbar. Ich mag die moderne Musil.

    • Kann mich der Meinung von DW nur anschließen. Habe ihm auch mal eine Nachricht geschrieben, dass ich es respektlos finde, wenn man den Namen von Läufern dauernd falsch ausspricht. Er hat die Kritik null eingesehen und gemeint das ist nunmal bei Live-Veranstaltungen so & es gibt wichtigeres als den Namen..

  • Ah, vielen Dank für die Klarstellung, Herr Krebs, weshalb Anna Shcherbakova besser bewertet wurde als Rika Kihira. Ich hatte die 4 Punkte Unterschied gesehen und mich dann über die Reihenfolge gewundert. Beide haben mir läuferisch sehr gut gefallen. Ein tolles und überraschendes Element war für mich das einhändige Radschlagen von Rika Kihira.

    Bei Yelim Kim habe ich mich schwer getan zuzuschauen, auf mich wirkt sie viel zu dünn. Deshalb konnte ich ihren Auftritt nicht wirklich genießen.

    • Also mir haben die fachkompetenten Kommentare von Daniel Weiss sehr gut gefallen. Man muss ja nicht immer der gleichen Meinung sein. So stimme ich mit ihm nicht überein, dass für die Damen im Short-Programm Vierfachsprünge zugelassen werden sollten. Dann gibt es auch dort nur noch ein Sprung- und Sturzfestival und der EisKUNSTlauf kommt viel zu kurz. So ist das Fekd ausgeglichener und viele Läuferinnen haben die Chance, sich gut zu platzieren. Im Übrigen geht der 1. Platz von Sherbakowa absolut in Ordnung, obgleich auch Rika Kihira eine Weltklasse Leistung gezeigt hat.

    • Während ich heute Abend den Text zu den Paaren geschrieben habe, lief nebenher die Zusammenfassung von One, weil ich mal hören wollte, was er zu den Russen und Chinesen sagt. Nach einer Stunde habe ich abgeschaltet, weil ich Kopfschmerzen habe, von dem pausenlosen und rücksichtslosen rüber quatschen über die Programme. Es gibt Radio-Übertragungen, wo weniger geredet wird.

    • Zum Glück konnte ich wählen, ONE oder Eurosport bei der Paarlauf Übertragung, bin bei Eurosport gelandet. Sehr angenehmes Kommentieren von S. und H. , ein Spruch war wieder Klasse... zum Siegerpaar, „ die Musik von Queen „ man merkte , wie die beiden wohl vom Stuhl aufspringen wollten, so voller Begeisterung!

    • ja, ihr seid auch Experten. Ich tue mich aber immer noch schwer damit, bestimmte Sprünge voneinander zu unterscheiden. Und da sind schon erläuternde Informationen zu den Sprüngen sehr hilfreich. Auch wenn viele hier im Forum Daniel W. als Kommentator negativ sehen, ich freue mich schon auf seine Kommentare heute Abend auf One.

    • Auch heute fand ich DW nervig...immer wieder Musikwahl zu kritisieren...habe ihn mal live gesehen, das dürfte 1994 gewesen sein - eine südamerikanische Tanznummer, er wirkte auf dem Eis wie ein aufgeplusterter Gockel...schön, wenn gerade er sich zu Musikwahl und Kunst äußert.

      Leider fand ich die Kür heute etwas enttäuschend bezüglich der Leistungen - für einige wenige kann man sich sehr freuen, aber gerade das vermeintliche Spitzenfeld zeigte heute nicht die Bestleistung. Schade.