ISU World Figure Skating Championships 2021: Dreifach Erfolg für russische Damen

Den ganzen Winter über haben die Damen uns in einer Art und Weise unterhalten, wie sie nicht einmal in den besten Soaps ausgedacht werden. Das änderte sich auch bei der Weltmeisterschaft nicht, wo es im Kurzprogramm tolle Auftritte und große Dramen in buntem Wechsel gab. Das war heute in der Kür nicht anders.


Eine stand aber weit über den Dingen: Anna SHCHERBAKOVA. Nach dem Vizeweltmeistertitel der Junioren 2019 und dem Vize-Europameistertitel 2020, sowie drei erfolgreichen russischen Meisterschaften, gewann sie mit 233.17 Punkten bei ihrem Debüt den ersten Weltmeistertitel. Dabei erwies sie sich als gewiefte Taktikerin. Sie stürzte gleich zu Beginn beim vierfachen Flip und setzte dann auf Nummer sicher. Sie verzichtete auf den geplanten zweiten Vierfachen und setzte ganz auf saubere Dreifache und ihre starken Kombination. Mit Erfolg. Die beiden Kombinationen am Ende ihres Programms brachten ihr zusammen mehr als 26 Punkte ein. Das reichte in der Kür zu 152.17 Punkten und dem zweiten Rang, was angesichts ihres Vorsprungs mehr als genug war. Auf dem zweiten Rang landete ihre Landsfrau Elizaveta TUKTAMYSHEVA mit 220.46 Punkten. In ihrer Kür durchlief sie ein Wechselbad der Gefühle. Die Kombination dreifacher Axel + zweifacher Toeloop war noch in Ordnung, der folgende dreifache Axel blitzsauber. Dass in der folgenden Kombination der dreifache Toeloop nicht ganz herum war, hat sie sicher nicht gemerkt, wohl aber, das der folgende dreifache Flip unterrotiert war. So hieß es dann am Ende auf das Ergebnis warten, warten, warten. Als dann Platz eins aufleuchtete, kullerten bei der Weltmeisterin von 2015 die Tränchen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie Bronze bereits sicher, dass es am Ende sogar Rang zwei wurde, hat ihre Freude sicher noch einmal gesteigert. Auf dem dritten Platz landete mit Alexandra TRUSOVA die dritte Russin. Nach dem Kurzprogramm hatte sie auf dem zwölften Platz gelegen, lief aber mit 152.38 Punkten die beste Kür. Dort baute sie fünf Vierfache in ihr Programm ein. Was überaus mutig erschien, war dann aber eine Fehlentscheidung. Den Flip sprang sie von einer unklaren Kante ab, beim Salchow stürzte sie. Der erste Lutz war sauber, der zweite unterrotiert und der Toeloop wurde abgewertet. Mit zwei sauberen vierfachen und drei sauberen dreifachen hätte sie etliche Punkte mehr geholt und wäre wahrscheinlich sogar um Gold gelaufen. Manchmal ist weniger eben doch mehr. So blieb sie zwölf Punkte unter ihrer Kürbestleistung. Insgesamt waren es 217.20 Punkte, mit denen sie den russischen dreifach Erfolg absicherte.

Mit 208.63 Punkten wurde Karen CHEN überraschend Dritte und wiederholte damit ihre Platzierung von 2017. Der Verband der USA hatte wegen ihrer Nominierung viel Kritik einstecken müssen. Chen war Dritte der US-Meisterschaften und erhielt den Vorzug vor der Zweiten Amber Glenn, die auch noch den dreifachen Axel beherrscht. Die Verantwortlichen dürften sich nun bestätigt sehen. In der Kür lief es für sie nicht ganz rund. Ein unterrotierter und drei weitere nicht vollständig gedrehte Sprünge sorgten für Abzüge, so dass sie hier mit 134.23 Punkten Sechste wurde. Auf dem fünften Platz gab es mit der Belgierin Loena HENDRICKX eine weitere Überraschung. Loena, die immer etwas introvertiert wirkt, lief ein tadelloses Programm und belegte in der Kür mit 141.16 Punkten sogar den vierten Platz. Eine falsche Kante beim dreifachen Lutz sorgte bei Kaori SAKAMOTO für Abzüge. Sie wurde in der Kür mit 137.42 Punkten Fünfte und mit insgesamt 207.80 Punkten als Sechste beste Japanerin.

Im Kopf von Rika Kihira hätte ich heute gerne Mäuschen gespielt, um mal zu hören, was in ihr vorgegangen ist. Die Zweite nach dem Kurzprogramm hat ihre Kür völlig umgestellt und sich damit selbst aus dem Konzept gebracht. Beginnen wollte sie mit dem vierfachen Salchow, zeigte aber nur den zweifachen Axel. Dann folgte der geplante dreifache Axel, bei dem sie stürzte und der auch noch auf doppelt abgewertet wurde. Danach war sie völlig von der Rolle und versuchte den vierfachen Salchow gar nicht erst. Später wurde auch noch ihr dreifacher Lutz abgewertet. Das reichte in der Kür nur zu 126.62 Punkten und den neunten Rang. Insgesamt stürzte sie auf den siebten Platz (205.70) ab.

Wie schon im Kurzprogramm präsentierte sich die Österreicherin Olga MIKUTINA auch in der Kür herzerfrischend. Abgesehen von einem nur einfachen Axel zu Beginn der zweiten Kombination, machte sie keinen Fehler und belegte mit 131.59 Punkten in der Kür einen sensationellen siebten Platz. Insgesamt verbesserte sie sich mit 198.77 Punkten auf den achten Platz, mit dem sie Österreich für die nächste WM und für Olympia einen zweiten Startplatz sicherte. Willkommen in der Weltspitze.

Da kann man aus deutscher Sicht fast neidisch werden, noch dazu, wenn das deutsche Aushängeschild nach dem Programm die Arme hoch reißt, als wäre wunder was passiert. Wenn ein 18. Platz nach einem Programm mit mehreren Fehlern und zehn Punkte unter der eigenen Bestleistung Grund zum jubeln ist, dann spricht das Bände über die Qualität des deutschen Damen-Eiskunstlaufs. Zumal ich Nicole Schotts Programm alles andere als ansprechend finde. Irgendjemand muss ihr mal erzählt haben, du musst ganz viel mit den Armen rudern, dass ist dann echte Kunst. Das war es vielleicht mal, zu einer Zeit, als die Herren noch im Anzug und mit Fliege auftraten. Ich hoffe sie hat noch den Auftritt von Josefin TALJEGARD gesehen. Die Läuferin ist ebenfalls technisch limitiert, aber ihr Kür strahlte eine Energie eine Freude aus, die fast die Stühle im Ericsson Globe mitgerissen hätten.

Ganz zum Schluss noch etwas Götterdämmerung. Satoko MIYAHARA war Vizeweltmeisterin 2015 und WM-Dritte 2018. Heute landete sie nach einer völlig missratenen Weltmeisterschaft auf dem 19. Platz. Vielleicht war das ihr letzter großer Auftritt.


Ergebnis der Kür

Judges Scores

Endergebnis


Pressekonferenz


Die Kür in voller Länge (noch gesperrt)

Die Kür in voller Länge (Nur Deutschland)

Kommentare 18

  • Tatsächlich ist für mich die Gewinnerin des Tages Olga Mikutina. Was für ein wunderschönes Programm....mit dieser Leichtigkeit gelaufen...toll...

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  • Wer hätte wohl gewonnen , wenn Trusova die Kombination im Kurzprogramm nicht verpatzt hätte? Dann hätte Scherbakowa mehr riskiert und ob das bei ihrem recht nervösen Auftritt gut gegangen wäre? Also - aus der Sicht vieler hier - es hätte durchaus auch schlimmer kommen können , was die Platzierungen angeht

  • Ja ich stimme Yogacat voll zu. Nicole Schott wählte Musik und Kostüm diese Saison, wie es andere Läuferinnen bereits gelaufen sind. Sehr schade. Etwas Neues zu interpretieren hebt sich auf jeden Fall ab und die Kür von 2019/ 2020 viel mehr Energie und es passte unglaublich gut zu Nicole. Und es dürfen ja glaube ich 2 Jahre ein Programm gelaufen werden, oder? Wer entscheidet da überhaupt, das Trainerteam ? Die Läuferin? Super das Nicole in Oberstdorf trainieren kann. Freue mich sehr für Sie und hoffe, sie bekommt viel Unterstützung für ihr großes Ziel!

    • Natürlich ist es schön, wenn Läufer und Läuferinnen etwas ganz Neues zeigen. Andererseits - wenn das, was sie zeigen, stimmig und authentisch ist, kann ich es trotzdem genießen, auch wenn es nicht so neu ist. Was mich an Nicole Schotts Kostüm irritiert hat: Ich habe es als unpassend empfunden für eine 24-jährige Frau. Während ihrer ganzen Kür war ich irgendwie befremdet und immer wieder etwas abgelenkt durch dieses Kostüm, das in meinen Augen eher zu einem jungen Mädchen gepasst hätte.

    • Ja, das Kimonokostüm in Rot sehr schön anzusehen in der letzten Saison 2019/20 und die Kür hatte einen hohen Wert, blieb in sehr positiver Erinnerung. Und machte auch Hoffnung auf kleine Schritte nach vorn.

      Ok , wer da auch immer Einfluss nimmt, vielleicht gibt es doch einen Wechsel der Kür? Z. B. Aljona und Bruno in der Kurzkür für Olympia 2018 mein bestes Argument. Sehr erfolgreich!

      Nicole hat den Startplatz für 2022 geschafft, Minimalziel erreicht. Gratulation und wir Fans dürfen auch mal für eigene Läuferin mitfiebern! Leider müssen wir bei den Herren noch bis September geduldig abwarten, ob es mit der Leistung einen Startplatz gibt? Sind da Talente in Sicht?

    • Zur Frage nach den Talenten: Von den drei Läufern die bei der DM 2021 auf dem Treppchen standen, kann keiner einen dreifachen Axel ...

    • Ja, danke für die sehr schnelle Info, ich habe von der DM 2021 leider keine Videos bisher gesehen, vielleicht finde ich noch etwas, mal sehen?

    • Die Videos von der DM 2021 gibt es hier


      https://sportdeutschland.tv/su…lauf&trigger=header-input

  • Volle Zustimmung für das was Karl-Heinz über Nicole Schotts Auftritt bei der WM gesagt hat. Um es kurz zu machen:

    Kostüm und Musik? Ich würde zur Rückkehr zum Programm der letzten Saison raten. Das wäre evtl. ein gutes Omen.

    Nach so vielen Jahren ihrer Karriere zeigte sie uns in der Saison 2019/2020 eine andere Seite von sich. Mit ihrem roten Kimonokostüm und der japanischen Trommelmusik kam sie so gut an, das sie sogar für die ISU Skating Awards nominiert wurde. Aljona Savchenko hat gezeigt, das sich der Mut zum Wechsel eines Programms auszahlen kann.

    Ganz nebenbei hatte Nicole damit auch ihre persönliche Bestleistung erzielt und wurde bei GPs zum Schaulaufen eingeladen.

  • Ich arbeite mich mal so durch:

    Satoko Miyahara: Schade! Ich mag sie und störe mich nicht an, ihrer oft kritisierten, niedrigen Sprunghöhe. Sie läuft so schön und bring Emotionen einfach rüber. Ich hoffe sehr darauf, dass sie nächstes Jahr noch eine echte Sternstunde hat.

    Bradie Tenell: Ich finde sie hat sich künstlerisch sehr an sich gearbeitet und verbessert. Vor allem ihr Kürprogramm hat mich angesprochen.

    Olga Mikutina: Ich denke, sie hat sich für sich gefreut, wie wenn sie Weltmeisterin geworden ist. Sie hat nicht nur von Patzern der Konkurrenz profitiert, sondern ist wirklich ansprechend gelaufen. Ich bin sehr gespannt auf ihre Entwicklung.

    Rika Kihira: Ich will nicht sagen, dass ihr Kürprogramm an sich nicht schön ist, aber im Vergleich zu dem von 2019...Klar, man kann sich nicht immer so einfach selbst übertreffen, aber ich hoffe, dass es nächstes Jahr klappt.

    Kaori Sakamoto: Sie ist eine meiner Lieblingsläuferinen, athletisch und elegant. Alle ihre Programme, Muskiauswahl, Kostüme, Choreographie, hat mir immer sehr gut gefallen. Ihr Kürprogramm von diesem Jahr ist anders, als das was man sonst so oft sieht und erfrischend, einfach klasse. Auch für sie hoffe ich für nächstes Jahr auf ihren großen Moment.

    Lena Hendrickx: Sie ist eine tolle, vielversprechende Läuferin. Ihre Kür hat sie richtig gut rübergebracht, sehr sicher. Hoffentlich wird sie konstanter in ihren Leistungen. Klar, sie war viel verletzt, trotzdem...

    Karen Chen: Sie kommt sympathisch rüber und ich will ihre Leistung nicht schmälern, aber bei ihr fällt mir oft nicht mehr als "Ganz nett" ein.

    Alexandra Trusova: Ganz schwierig was zu ihr zu sagen...Ich habe höchsten Respekt vor ihrem technischen Vermögen und doch störe ich mich daran, dass sie die drittbeste Läuferin der Welt sein soll. Vielen Dank für die Erläuterungen, dass sie ihre Platzierung nicht so sehr über ihre Vierfachsprünge bekommen hat. Selbst die Presse schreibt anders drüber und mir fehlt das technische Verständnis, das gut beurteilen zu können und deshalb bin ich echt dankbar wenn man das ein bisschen erklärt bekommt. Aber was ihre Ausstrahlung, ihren Schlittschuh und die Choreo abgeht, da bleibt für mich nicht viel. Sie ist jung und vielleicht kann sie sich darin noch verbessern...Wenn sie in Russland denn genug Zeit dafür hat.

    Elizaveta Tuktamyschewa: Sie ist für mich persönlich die Siegerin. Also ihre Platzierung passt. Sie ist auch nicht die eleganteste Läuferin und hat einen sehr eigenen Stil...aber Ausstrahlung hat sie auf jeden Fall. Sie ist schon eine Marke und ihr Erfolg freut mich sehr. Es hat mir vor 2 Jahren schon sehr leid getan, als sie im Grand Prix Finale Bronze gewann und dann erkrankte und nicht für die großen Turniere ausgewählt wurde. Ihre Reaktion, als sie wusste, dass sie eine Medaille sicher hat...das war ein großer Moment in diesem Sport. Bravo!!!

    Anna Shcherbakova: Es war nicht ihr bester Tag. Grundsätzlich gefallen mir ihr Laufstil und ihre Programme. Es kann eben nicht immer perfekt laufen. Ihr Interview...das war irgendwie "süß"; wie sie da gesichert hat, das hat gezeigt, dass sie eben doch nur ein ganz normales Mädchen ist.

    Festzuhalten bleibt, dass es eine spannende und tolle WM bei den Damen war.

  • So ganz nebenbei sei erwähnt, das Trusova mit ihrer 4L/3T Kombination einen neuen Punkterekord für 4fach/3fach Kombinationen aufgestellt hat.

    19,48 Punkte sind Weltrekord! Mit den niedrigeren Komponenten bleibt ihr im Grunde genommen nichts anderes übrig, als es auf die Weise zu probieren. Ihre abgespeckten Küren im Saisonverlauf, mit weniger 4fachen wurden auch stets kritisiert und man hat auf Verletzungen spekuliert, wozu sie nichts sagen wollte. Nein, das Programm so derart mit der Brechstange gelaufen, hat mir persönlich auch nicht gefallen, aber es hat den Wettbewerb als solches ungeheuer spannend gemacht. Ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Es gibt doch immer Gewinner und Verlierer.

    Gratulation auch an Loena Hendrickx und Olga Mikutina, die Mitteleuropa grandios vertreten haben.

  • Also insgesamt fand ich die Kür doch enttäuschend, zumindest was die Favoritinnen betrifft. Einzig Anna Shcherbakova hat eine überzeugende Kür geboten. Dass Alexandra Trusova mit einer zum wiederholten Mal verpatzten Kür ohne jegliche Ausstrahlung, Karl-Heinz Krebs hat in seinem Bericht die Fehler genau benannt, die höchste Punktzahl erreicht hat, ist schon grotesk. Aus meiner Sicht müsste das Wertungssystem, das ich grundsätzlich für gut halte, doch überarbeitet werden. Für gestürzte Vierfache dürfte es nicht so hohe Punkte geben. Schade für Satoko Miyahara. Ich hoffe, dass es nur ein einmaliger Ausrutscher war und sie ihre wahre Stärke im nächsten Jahr wieder zeigt.

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    • Ich sehe dass genauso.

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    • Ich kann mit Trusovas Programmen auch nichts anfangen. Dass sie gestern fünf Vierfache im Programm hatte, war wohl der verzweifelte Versuch von ihr und Plushenko doch noch irgendwie in dieser Saison einen Titel einzufahren. Angesichts der vielen spektakulären Wechsel zu Beginn der Saison, sind die Ergebnisse der "Angels" doch eher dürftig ausgefallen. Aber das ist ein anderes Thema.

      Bei einigen entstand der Eindruck, die gestürzten Vierfachen hätten Trusova soweit nach vorn gespült. Das stimmt aber nicht. Zum Vergleich: Ihr gestürzter vierfacher Salchow bekam 4,99 Punkte und die -1, also 3,99 Punkte. Kaori Sakamoto erhielt für ihren sauberen dreifachen Salchow 5,34 Punkte. Zweites Beispiel: Ihr unterrotierter und gestürzter vierfacher Lutz bekam mit Bonus 5,52 Punkte und die -1, also 4,42. Shcherbakova erhielt für ihren sauberen dreifachen Lutz mit Bonus dagegen 7,75 Punkte. Ein sauberer dreifacher bringt immer deutlich mehr Punkte, als ein gestürzter Vierfacher. Die Punkte hat Trusova mit anderen Sprüngen gesammelt. Fast sauberer vierfacher Flip: 12.57, Kombination 4Lz+3T: 19,48 und 3Lz+3T 12,63. Am Ende blieb sie dennoch 14 Punkte unter ihrer Kürbestleistung. Die stammt vom Skate Canada 2019. Damals sprang sie vier Vierfache, stürzte bei einem und stand die drei anderen blitzsauber.
      Schließlich darf man auch nicht übersehen, dass auch andere Läuferinnen patzten. Trusova hatte am Ende 217.20 Punkte auf ihrem Konto. Die Bestleistungen von Sakamoto, Kihira, Tennell und Miyahara liegen höher. Sie machten durch die Bank Fehler und kamen nicht in die Nähe ihrer Bestleistungen. Sonst wäre Trusova Siebte geworden. Dass die anderen Fehler machten, kann man ja Trusova schlecht ankreiden.

      Was die Komponenten angeht, da landete sie genau auf diesem siebten Platz.

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    • Dankeschön für die klare Erläuterung der Punktzahlen von gestürzten Vierfachen. Spannung hatte der Kürwettbewerb der Damen durchaus, aber dass gerade die Favoritinnen reihenweise patzten und deutlich unter ihren Möglichkeiten blieben, habe ich nicht erwartet. Und wirklich begeistert hat mich gestern Abend nicht, auch nicht die neue Welmeisterin, die ich als sehr angespannt empfand. Ich hätte die Frage, ob oder inwiefern Lutz und Flip bezüglich der Kante korrekt bewertet wurden...Kaori Sakamoto hat für den Lutz zweimal Abzüge bekommen in Kurzprogramm und Kür, aber wenn ich im Netz herum lese...hätten beim Lutz einige andere Damen eigentlich ähnlich unsaubere Kante beim Absprung....

    • Meinen Vorgängern schließe ich mich gerne an. War insgesamt ein spannender Wettbewerb. Die russischen und auch andere Damen nicht so locker und souverän zu sehen, wie gewohnt hat mich auch erstaunt, aber dieses Jahr hinterlässt seine Spuren und jede entwickelt sich auch anders. Schön war anzusehen, wie Elizaveta Tuktamyscheva gerührt war: wirklich Respekt vor ihrem Durchhaltevermögen, auch wenn mich ihre Kür nicht so ganz überzeugt! Ich werde mir den Wettbewerb insgesamt noch mal anschauen, besonders die Überraschungsläuferinnen, habe aus Zeitgründen nur die letzten beiden Gruppen gut verfolgen können.

      Meine Meinung zu der ARD- Übertragung (technisch kriege ich einfach nichts anderes hin): DW quatscht soviel Quark und kreist immer wieder entweder um das „neue“ Wertungssystem oder die in seinen Augen altbackene Musikauswahl der Läufer. Das ärgert mich zunehmend. Seit wann ist klassische Musik langweilig??? Man muss halt zuhören wollen und können. Und ich bin so froh, dass sich junge Menschen damit auseinandersetzen wollen! Ob es dann gelingt, ist eine andere Sache. Musikalische Weitsicht und nicht nur plakative Vorurteile würde ich mir von nem ehemaligen Eiskunstläufer schon wünschen. Von den unbemerkten Schusseligkeiten beim kommentieren mal abgesehen. Richtig gut finde ich die Idee mit den Cokommentatoren: gestern war Carolina Kostner mit dabei, die respektvoll jede Kür ruhig verfolgte, erst danach sehr einfühlsam analysierte und kleine Details bei den einzelnen Läuferinnen immer wieder hervorzuheben wusste. Das hat das ganze wirklich gerettet!

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    • Siggi Heinrich, der zusammen mit Hendryk Schamberger bei Eurosport kommentiert, kritisiert die Musikauswahl in ähnlicher Weise wie D. Weiss. Auch er hat kein Faible für Klassik. Positiv reagiert er dagegen auf Stücke zu denen er in seiner Jugend abgetanzt hat, was ich teilweise nachvollziehen kann. Generell soll man ja bekanntlich über Geschmäcker nicht streiten. Was ich aber gelten lasse, ist der Hinweis auf mangelnde Kreativität, wenn Stücke sehr häufig gewählt werden. Aber auch das ist relativ. Das was man gerne hört, darf ruhig öfter vorkommen.

      Weiss kritisiert gebetsmühlenartig die Vergabe der Punkte für die Komponenten. Ihm gefällt nicht das die Läufer in den ersten Startgruppen generell niedrigere Werte bekommen, egal wie schön sie laufen oder wie toll ihre Programme sind. Auch Läufer die stürzen, bekommen weniger Punkte in der ehemaligen B Note.

      Es war schon mal in der Diskussion getrennte Wertungsrichter einzusetzen. Die einen achten nur auf die Technik, die anderen auf alles andere, Eisläuferische Fähigkeiten, Interpätation der Musik, Übergänge zwischen den Elementen usw. Vielleicht ist das seine Mission, das sich da was ändert. Für die, die geniessen wollen ist es hingegen lästig.