• Dazu müsste man wissen, wo der Pass "verloren" gegangen ist- vor, oder nach der Einreisekontrolle. War es vorher und er kam ohne Pass zur Einreisekontrolle, dann wurde er zurückgewiesen und musste mit dem gleichen Flugzeug zurück nach Kanada. Wenn die Bundespolizei streng war, und das ist sie nach meiner langjährigen Erfahrung, gab es dann noch eine Strafanzeige wegen unerlaubter Einreise on top und die Airline bekam auch noch einen mit. War es nach der Grenzkontrolle, dann wären sicher die Konsulate in Deutschland die schnellere Alternative wäre. Wobei er auch dort irgendwie seine Identität hätte beweisen müssen. Ich vermute aber, es war vor der Grenzkontrolle, denn ohne Pass wäre er in beiden Richtungen nicht durch die deutschen Grenzkontrollen gekommen.


    Ja, so wirds wohl gewesen sein.....ohne Pass zur Einreisekontrolle zu kommen ist heutzutage gleichwertig mit Knast :mrgreen::geek:


    O tempora, o mores!

  • Mein Fazit zum GP Finale - zu allen Disziplinen: Drehwurm. Kevin Aymoz und Papadakis/Ciceron als mein Sahnehäubchen.

  • Habe mich gerade etwas auf der Twitter-Seite von Iron_Klaus umgesehen.


    Dort wurde u. a. ein direkter Vergleich von Hanyus und Chens 4 Lz gepostet. Laut Messung war Hanyus 4 Lz 85 cm hoch, der von Chen 65. Spaßeshalber hab ich mal nach der Höhenmessung von Trusovas 4 Lz gesucht: war 58 cm.
    Hoffe, ich langweile hier niemanden mit den Zahlen, finde sowas einfach immer wieder spannend.


    Und zu Hanyus 4 A habe ich auch einiges gefunden. Sind wohl alles übersetzte Aussagen von Hanyu. Den 4 A im Training hat er bebracht, um stolz auf sein 9-jähriges inneres Ich sein zu können, da er auf sein SP nicht stolz war und nicht ohne stolz auf etas sein zu können aus Turin gehen wollte.
    An einer anderen Stelle meinte er, dass es ihm tatsächlich rein um den 4 A geht - auch wenn er mit diesem gerade einmal 5 Punkte mehr in seinem Programm erreichen könnte und dass er diese 5 Punkte mit schwierigeren Übergängen (transits) und mehr künstlerischem Ausdruck leichter reinholen könnte - also dass der 4 A aus wettkampftechnischer Sicht nichts bringt, er ihn aber trotzdem unbedingt machen will.


    @ Kathrin: Das stimmt, Hanyu ist einfach wirklich interessant.


  • Habe mich gerade etwas auf der Twitter-Seite von Iron_Klaus umgesehen.


    Dort wurde u. a. ein direkter Vergleich von Hanyus und Chens 4 Lz gepostet. Laut Messung war Hanyus 4 Lz 85 cm hoch, der von Chen 65. ...


    Etwas Vorsicht bei Iron Klaus, er / sie ist Hanyu-Fan mit klarer Tendenz zur Verschwörung der ISU gegen Hanyu: Dieser retweet des 4 L Vergleichs soll zeigen, wie korrupt die Kampfrichter sind und pro USA, sie bewerten Hanyu in der GOE geringer für seinen nicht vorrotierten und um 20 cm höheren 4 L.

  • Hanyu ohne Trainer in der kuc beim SP - den Grund für Ghislain's Verspätung kennen wir ( sein irgendwann gestohlener Pass, entdeckt in FFM, was seinen Weiterflug nach Turin vereitelte ).


    Artikel von Philip Hersh von heute:
    Orser, der zwischenzeitlich von einigen Hanyu-Fans beschimpft wurde, warum er bei einem so wichtigen Wettbewerb wie dem GP Finale nicht bei Hanyu war, erzählt, dass er selbst überrascht war, dass nicht er, sondern Ghislain Briand nominiert war für Turin.
    Der Schuldige ist die JSF: Die hatten ohne Rücksprache mit dem TCC einfach Ghislain Briand eingetragen, und die Bitte um eine Änderung hätte von der JSF an die ISU herangetragen werden müssen. Eine email von Orser an die JSF wurde nicht sofort beantwortet.


    Nach dem Motto "Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch" war Hanyu am vergangegen Freitag sein eigener Herr in der practise und springt ein paar nette 4 A mit Vollcrash.
    Zitat aus diesem Hersh-Artikel: “I wouldn’t have suggested he try the Axel,” Orser said, “But he is on a mission with that jump.”

  • Hallo zusammen,
    wollte nochmal ein paar live-Eindrücke vom Kürsamstag in Turin posten:
    Morgens, um 7 Uhr, begann die Practice der Herren. Natürlich waren alle Hanyu-Fans da. Das resultierte in einer ca. 100 m langen Schlange vor dem einzigen Einlaß (gut für die Sicherheitsleute, schlecht für die Wartenden). Ich stand bei Meter 60 und brauchte 15 Minuten, um hineinzukommen. Die Taschen und Tüten wurden durchgeschaut und man wurde mit einem Detektor abgescannt. (Wenn man zu Wettbewerbszeiten - also nicht zur Practice - durch den Einlaß ging, mußte man auch Wasserflaschen und Thermoskannen abgeben, welche man beim Verlassen des Geländes wieder an sich nehmen konnte. Sie standen dann dort alle auf einem Tisch.)
    Die äußere Gebäudehülle der Eishalle - Palavela genannt - stammt ursprünglich aus dem Jahr 1961, in dem sie für die Weltausstellung errichtet wurde. Das Dach ist gebogen und auf zwei Seiten fast bis zur Erde runtergezogen, erinnert etwas an das Berliner Haus der Kulturen der Welt, das ja auch aus dieser Zeit stammt. Innen ist die Halle aber offenbar modernisiert worden, zumindest die (Eis-)Technik. Sie war auch Schauplatz der olympischen Spiele 2006.
    Zur Practice:
    Boyang Jin hatte die Practice sausen lassen oder versäumt. Trotzdem wurde seine Musik gespielt und die anderen fünf nutzten den Platz währenddessen für sich.
    Ghislain Briand war nun an der Bande. Ich hatte ihn am Freitagnachmittag schon beim Rhythm-Dance-Wettbewerb auf der VIP-Tribüne gesehen. (Nachem er hier im Blog schon angekündigt worden war.)
    Wie ja bekannt, gab sich Hanyu bei der Practice diesmal zivil. Was auffällt, ist, dass es mit ihm nie langweilig wird. Einen Moment nicht hingeguckt und schon mahnen einen der Beifall und Jubel der Hanyu-Fans, dass man wieder eine Großtat des Meisters, sprich Quad oder Kombination, verpaßt hat. Besonders die Kombis mit Dreifachachsel sehen toll aus, erst recht die Kombi 3A-3A, die Hanyu in der Practice tatsächlich sprang. Er springt sehr viele Quads und Kombis. Chen springt Quads in der Practice natürlich auch, aber gefühlt nicht so viele. Bei ihm fällt auf, wie kompakt er in der Luft steht, gerade und mit umeinandergekringelten Beinen. Wie ein (senkrechter) Strich in der Luft. Kaum gelingt mal ein Sprung nicht oder hat er Probleme bei der Landung.
    Am Ende der Practice stimmte das Hanyu-Fanvolk "Happy Birthday to you" an, da Hanyu an diesem Tag Geburtstag hatte (den 25.). Da es keinen Dirigenten gab, waren die Happy Birthdays aber nicht aufeinander abgestimmt, es gab also mehrere unabhängige, asychrone. :)
    Nun noch zum Wettbewerb.
    Die Halle war pünktlich zum Beginn der Herren-Kür um 13 Uhr bis zum Bersten gefüllt. Es war ja auch Samstag, da hatte auch die normale Bevölkerung frei. Im Publikum, dort, wo die Hanyu-Fans saßen, d.h. im Vip-Bereich und den untersten Reihen, häuften sich die Plüsch-Winnie-Pooh-Figuren. Sie wurden zum Teil säckeweise reingeschleppt, einige hatten eine Stoffgeburtstagstorte auf dem Bauch befestigt bekommen.
    Der Wettbewerb startete, bei der Vorstellung der Athleten grosser Jubel insbesondere fuer Aymoz, Chen und natürlich fuer Hanyu, für ihn frenetischer Jubel, dass die Halle erzitterte.
    Zu den Läufen will ich gar nicht viel sagen, sie sind bekannt. Ob aber dies so rüberkam, weiss ich nicht: Aymoz bekam sehr viel Beifall und Jubel ab. Als er seine Kür erfolgreich beendet hatte und sich mit freudigem Gesicht vom Publikum verabschiedete, war der Jubel fast so laut wie bei Hanyu. Das Publikum geht mit, kennt auch seine Emotionalität, denke ich, sein Involvement in seine Läufe und seine Freude, wenn es klappt (und seine Tränen, wenn nicht). Das gefällt. Überhaupt ist das Publikum den Athleten sehr zugetan, trägt sie, soweit es das kann, auf Händen, mit seinen Reaktionen. Zwei Tage vorher, beim Kurzprogramm der Herren, wurde für Aymoz die falsche Musik aufgelegt, sodass er in Richtung der Judges abwinkte. Es entstand eine Pause, man merkte, er war etwas gestresst. Sofort fing die ganze Halle an zu klatschen und zu jubeln, um ihm Mut zuzusprechen. Ich fand das sehr berührend. In der Pressekonferenz nach dem Kurzprogramm, bei welchem Aymoz ja 3. geworden war, fragte ihn prompt ein Reporter, ob er in dieser Situation die Reaktion des Publikums als unterstützend empfunden habe, er sagte aber nichts dazu.
    Hanyu hatte schon bei seinem Einlauf zur Siegerehrung sehr lieb nach allen Seiten ins Publikum gewinkt, da auch dort natürlich der Jubel für ihn sehr groß war - wie immer, wenn sein Name vom Hallensprecher genannt wurde. Als er etwas später, nach der Medaillenvergabe, seine Silbermedaille in die Kamera hielt und dabei groß auf dem Stadionbildschirm erschien, der an der Decke hing, brandete wieder unbändiger Jubel auf, sodass er sich mit etwas gespieltem Erstaunen zum Publikum umdrehte. Aber er machte danach noch einmal ein Extra-Runde um die Eisbahn und winkte lange nach allen Seiten ins Publikum. Es findet also durchaus eine Kommunikation zwischen ihm und seinen Fans statt. Sowohl bei der Practice als auch beim Wettbewerb macht er allerdings nur das übliche Grüßen und Verabschieden zu Beginn und zum Ende. Dort merkt man nicht, dass er die Reaktionen des Publikums besonders wahrnimmt.
    Schließlich gab es bei der Kür auch noch den Läufer, der aus Frust über seine versemmelten Quads fast aufgegeben hätte. Auch da fing das Publikum sofort zu jubeln an, um ihn anzufeuern und zum Durchhalten zu bewegen. Fand ich ganz toll.
    Einen Pooh-Bären hatte auch ich mitgebracht und warf ihn im passenden Moment in Richtung Eisfläche. Wenn man schon mal bei einem Wettbewerb so etwas ungestraft tun darf ... :) (Ich meine, dabei mitzuwirken, den Betrieb für 10 Minuten lahmzulegen :) Denn Sachen aufs Eis werfen darf man nach jedem Lauf.)

  • Hanyu - Chen GPF 2019: Gesamtpunktzahl 335, 30 zu 291,43.
    Das muss man sich mal klarmachen, das sind 43, 81 Punkte Abstand.
    War Nathan Chen wirklich so viel besser ? Das versuche ich mal durchzurechnen im Folgenden, ums übersichtlich zu halten habe ich bei allen Zahlen den "Kleinkram" hinten weggelassen.


    Gern bitte Eure Meinung dazu, ob ich was übersehen habe.


    Skating Skills:
    Im SP sind die skating skills beider annähernd gleich.
    In der Kür hat Nathan 2 Punkte Vorsprung vor Yuzuru, das könnte seine fetzige hip hop Sequenz geschafft haben.


    Also bleiben aufgerundet von den 43 Punkten minus 2 Punkte = 41 Punkte, die Hanyu allein im technischen Wert hinter Chen war.


    Technischer Wert:
    SP:
    Im SP die verpatzte Kombination von Hanyu = 13 Punkte weniger ( habe die gelungene 4T + 3 T von Chen mit 18 Punkten zugrundegelegt als das was Yuzuru hätte erreichen können, Yuzuru hatte für seinen 4 T noch 5 Punkte zugutegeschrieben bekommen).
    Kür:
    Bei Hanyu fehlt in der Kür 3 A + 3 A seq = 12, 8 Punkte Basiswert, würde die ansetzen mit GOE bei 15 Punkten. Den dafür gestandenen 1 A = 1 Punkt lasse ich mal galant unter den Tisch fallen ( die GOE hatte ich ja auch nur geschätzt).
    Dann hat er bei seiner 4T+1Lo+3F ein ur bekommen, geschätzt nochmal 5 Punkte liegenlassen.


    13 + 15 + 5 zusammen 33 Punkte.


    Also: 41 Punkte minus 33 Punkte = 8 Punkte.
    Für Nathan spricht:
    Es ist beeindruckend wie Nathan immer seine Beine unter sich hat in der Luft, er stürzt selten - sagt Matthias. Das sehen auch die Kampfrichter.
    Genannt worden in Planet Hanyu sind einmal die für die judges "zu tiefen" im Knie-Landungen von Yuzuru. Deswegen keine überbordende GOE für die quads von Hanyu.


    Aber trotzdem: 8 Punkte Nathan besser als Yuzuru ?


    Vergleich der Pirouetten mit GOE Bewertung.
    Vergleich der 4 Lutz-Sprünge.

  • Oh wie oft habe ich mir genau über diese Gegenüberstellung und Aufrechnung der Elemente von Hanyu und Chen Gedanken gemacht! Habe es zwar nur so im Kopf durchgespielt, bin aber auch im Großen und Ganzen bei den Punktzahlen von dir gelandet, Kathrin.


    Was mich mal interessiert, das erkenne ich als Laie leider nicht: Hatte mal vor ein oder zwei Jahren gelesen, dass Hanyu sehr abwechslungsreiche und schwierige Transitions macht - wie sieht es da bei Chen in dieser Saison aus mit den Transitions? Sind die bei Chen diese Saiso auch so schwierig und abwechslungsreich?


    PCS: Die Hip-Hop-Sequenz von Chen ist cool anzusehen. Wie ist diese aber vom Schwierigkeitsgrad anzusiedeln?
    Und wirkt es sich auf die Bewertungen negativ aus, dass Hanyu schon seit Jahren immer Hydroblade und Ina Bauer bringt?


    Für mich wirkt Hanyu deutlich eleganter und mir erscheinen seine Bewegungen viel fließender, ausdrucksstärker und gerade die Donut-Spin aus dem Vergleichsvideo ist für mich immer ein Highlight - gerade auch wenn man sich den direkten Vergeich anschaut. Das ist aber nur mein subjektiver Eindruck als Laie!


    Was mir zu den PCS beim GPF aufgefallen ist (auch bei den Damen), dass diese wohl doch z. T. nach dem TES ausgerichtet wurden, z. B. auch bei Zagitova in der Kür verhältnismäßig niedrig waren (nur vierthöchste PCS).

  • Sarah - transitions-Vergleich zwischen Hanyu und Chen: Keine Ahnung, wer von beiden vorn liegt.
    Was ich weiss: Yuzuru sagte diese Saison mal, er habe sich überlegt, transitions rauszunehmen weil die nicht gewürdigt werden von den Kampfrichtern, weniger tranistion hiesse, er könne sich besser auf den Anlauf zum Sprung konzentrieren. Soweit ich weiss hat er sich entschieden, die transitions drinzulassen.


    Genau das könnte es sein, Yuzuru's recycling:
    Nathan hat was Innovatives gezeigt in diesem hip-hop. Schwierig würde ich das nicht nennen, wenn man einigermassen in der Disco tanzen kann.
    Dagegen Yuzuru: Er kocht seine beiden Programme der letzten Saison wieder auf samt die altbekannten moves, die Du ansprichst, Ina Bauer und hydroblade ( der erste move nur ne Gelenkigkeitsfrage, und hydroblade ist nur ein Gleichgewichtsspielchen, dass ich auch problemlos auf dem Eis zeigen kann ). Die Kampfrichter kennen diese Programme zur Genüge, da ist Gewöhnungseffekt dabei wenn nicht sogar "ach nee, nicht DAS schon wieder !", kein Unterhaltungswert, die Richter schauen umso genauer hin bei den technischen Elementen.
    Nathan musste ja auch Zeit für das Einstudieren seiner neuen Programme aufwenden.
    Alles trägt dazu bei, dass Nathan von den Kampfrichtern mehr Wohlwollen bekommt als Yuzuru.


    Was Du zum Schluss ansprichst: PCS geht parallel zum TES : Ist ein normales Phänomen. Sollte nicht sein, ist aber so.

  • Ein Mitgrund, warum Hanyu immer wieder Hydroblade und vor allem Ina Bauer zeigt, könnte auch an den Fans liegen: Der Geräuschpegel in der Halle bei diesen Elementen steigt ja immer massiv an. :lol:


    Ja, das mit den Transitions habe ich so auch einmal wo gelesen. Echt schade... Das motiviert ja wirklich, sich einfach mehr und mehr auf die Sprünge zu konzentrieren zu Lasten des Künstlerischen. Hanyus Twizzle-Axel im SP finde ich einfach zu schön...


    Mein Gefühl ist, dass Chens Programme ideal darauf ausgerichtet und darauf abgestimmt sind, möglichst viel Punkte zu bekommen.

  • @Katrin


    Genau das meinte ich mit den fehlenden Reizpunkten. Hanyu selbst scheinen diese zu fehlen. Bei einem neuen Programm gäbe es immer etwas zu feilen und zu verbessern und wäre eine neue Herausforderung.


    Sarah


    Der Geräuschpegel in der Halle steigt schon, wenn Hanyu die Augenbraue hebt ...


    Im übrigen fand ich seine Gestik im GP-Finale nach dem Lutz voll daneben: Seht her, ich habe eben den vierfachen Lutz gestanden. Feiert mich. So kam das für mich rüber. Vielleicht mögen die Preisrichter so etwas auch nicht.

  • Ich finde Yuzuru klasse. Und besonders gefällt mir, wieviel Mut er aufbringt, alle Sprünge zu zeigen.Besonders den Lutz bei dem er so gestürzt ist im vergangenen Jahr. Da stören mich auch keine Gesten, seine Fans werden bei ihm sein.


  • .....


    Im übrigen fand ich seine Gestik im GP-Finale nach dem Lutz voll daneben: Seht her, ich habe eben den vierfachen Lutz gestanden. Feiert mich. So kam das für mich rüber. Vielleicht mögen die Preisrichter so etwas auch nicht.


    Yuzuru kommt auf der einen Seite - die, die seine Fans lieben - sehr zuvorkommend rüber, wie er beispielsweise den Eismeistern hilft die Löcher im Eis zu füllen oder ähnliches.
    Gleichzeitig hat er aber diesen "ich will immer gewinnen-Modus" , eine Art Arroganz immer der beste sein zu wollen, mittlerweile wissen das auch alle Kampfrichter und ich vermute, sie geben ihm deswegen einen extra Dämpfer. Diese Gestik nach dem 4 L ist genau diese Arroganz.
    @ Octavia: Meine Bewunderung von Yuzuru habe ich aus diesem Grund relativiert. Seine Fans machen da ungehemmt mit- er muss immer der Beste sein. Ich wiederhole: Das ist im Sport einfach eine unerhörte Haltung, sich über alle anderen setzen zu wollen. Daher die " ISU Verschwörung" gegen ihn, das ist seine eigene Arroganz, die zurückfeuert.

  • An welcher Stelle macht Hanyu diese Geste nach dem 4 Lz? Direkt während der Kür?
    Hab mir seine Kür schon einige Male angeschaut, da ist mir gar nicht aufgefallen. :1huh::?


    Ich denke, das sind die beiden Seiten der Medaille bei Hanyu - hätte er wohl nicht diesen unbedingt-immer gewinnen-Modus, wer weiß, ob er dann heute noch so aktiv im Wettkampfsport agieren würde und in seinem Alter und trotz Vorgeschichte etc nochmal den 4 Lz springt.
    Trotzdem finde ich ihn eine interessante Persönlichkeit und bin ein Fan seines Eislaufs. Mir persönlich würde ohne ihn im Herreneiskunstlauf schon etwas fehlen.

  • Eine kleine Weile lese ich hier schon mit, heute mag ich mich mal mit zu Wort melden.
    Ich hatte beim GPF sehr viele so aufschlussreiche und interessante Gespräche mit meinen japanischen Sitznachbarn. In einem Gespräch drückte ich mein Bedauern aus, dass Yuzuru in seinem Leben nur Training, Essen und Schlafen kennt um so gut zu sein, dass es zum Sieg reicht. Meine Nachbarin klärte mich dann auf, in der Form, dass Yuzu in Japan den Status eines Idoles hat. Ein Idol hat als seine Hauptaufgabe dem Staat zu dienen und seine besondere Befähigung zu aller Nutzen und Freude einzusetzen. Das heißt, er hat eigentlich kein Privatleben, sondern muss seiner Sache dienen.
    Mir blieb der Mund offen stehen, aber auch Gespräche mit anderen japanischen Frauen hatten dieses Ergebnis.
    Ich sehe diesen Siegeswillen bei ihm nicht unbedingt als negative persönliche Eigenschaft, sondern als Ergebenheit an sein Land. Er hat sein ganzes Leben nix anderes gemacht und sieht dies mitterweile als seine eigene Idee an.
    Seine Befreiungsgeste nach dem 4fach Lutz-diese haben viele andere Skater genauso gezeigt in ihren Programmen. Das als Überheblichkeit auszulegen, wäre eine Form, der ich nicht zustimmen würde. Da war mal Freude größer als Anspannung.
    Ich habe die Fans beim GPF nicht als Juzu-hörig wahrgenommen. sie waren fair zu allen Läufern -wie Martin schon schrieb, das Beispiel mit dem russischen Herren war rührend. Aber Yuzuru schafft es, eine besondere Gemeinschaftsenergie herzustellen, die auch auf mich übergeschwappt ist.
    Aber diesen Druck auszuhalten, der immer größer wird, ist eine irre Leistung. Da kann Nathan wesentlich befreiter auflaufen und auch individuell für sich trainieren.


  • Echt interessant. In Japan ist das so, das das Individuum in der Gesellschaft völlig anders wahrgenommen wird als in Europa oder Amerika. Yuzuru Hanyu's Privatleben, das er natürlich hat, ist ein Tabu. Kein Japaner redet öffentlich davon, das gehört sich nicht. Etwa so wie der Tenno und das japanische Kaiserhaus, das in der Öffentlichkeit auch nicht stattfindet.


    In der Öffentlichkeit findet die Verehrung des Idols statt. In diesem Falle also Hanyu auf dem Eis. That's it.


  • ...


    In der Öffentlichkeit findet die Verehrung des Idols statt. In diesem Falle also Hanyu auf dem Eis. That's it.


    Also werde ich zukünftig das aus einem anderen Blickwinkel sehen: Hanyu als der Samurai mit unbedingtem Siegeswillen entrückt auf seinem Fujiama, er ist die Sonne, die strahlt, was sie gibt, beten alle an mit unzähligen Gaben ihrer Verehrung.

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