Reisebericht aus Malchow an der Müritz

  • Reisebericht, Sommer“eis“bahn in Malchow an der Müritz.


    Malchow ist eine kleine Stadt nördlich der Müritz. Es gibt dort eine Eishalle, die regelgerecht in den Wintermonaten ihre Tore öffnet. Seit Mai ist sie ganzjährig nutzbar. In die Halle wurden Kunststoffplatten verlegt und es entstand eine besondere Eisbahn, die in etwa der Größe der Winterbahnen auf den Weihnachtsmärkten entspricht. Liebevoll wurden Tore fürs Eishockey aufgebaut, eine Anlage zum Eisstockschießen befindet sich außerhalb des Rinks und es warten Eisteddys und Pinguine geduldig als Laufhilfen auf junge Besucher, die das erste Mal auf Schlittschuhen stehen. Mit 4,50 Euro ist der Eintritt nicht teuer, man kann den ganzen Nachmittag dort herumtoben. Ein Kiosk bietet Kaffee und Cola an, mit heißen Würstchen kann man sich stärken und natürlich darf eine Naschtüte für die jüngsten Besucher nicht fehlen. Wenn man, wie ich, im Sommer bei warmen Temperaturen dort ankommt, ist man allein auf dem Feld.

    Da ich selbst 6 qm Platten zum üben zu Hause habe, wusste ich natürlich, was mich erwartete. Dementsprechend nahm ich meine ausrangierten Schlittschuhe mit, die ich auf dem Eis nicht mehr verwende. Um es kurz zu machen:

    Für Eishockeyspieler ist der Belag kein Problem, denn es kommt bei denen nicht auf Eleganz an, sondern darauf, den Puk im gegnerischen Tor zu versenken. Dazu muss man nicht gleiten, es reicht, wenn man laufen kann. Auf Kunststoffplatten bekommt das Wort Eislauf eine besondere Bedeutung. Für Kinder und erwachsene Anfänger, die noch nie auf Schlittschuhen gestanden haben, mindert sich die Sturzgefahr vehement. Man geht einfach vorwärts und kein glattes Eis lädt zum Rutschen ein.


    Für Kunstläufer ist das Ganze ein Notbehelf im Sommer, wenn man kein Trainingscamp in einer „richtigen“ Sommereisbahn abhalten kann. Gleiten ist nicht möglich, alle Versuche, Dreier und Pirouetten zu üben, erfordern enorme Kraftanstrengung und sind nur von kurzer Dauer. Alles, was man im Stand üben kann, ist ok. Die Kufen drehen sich natürlich, was sonst nicht möglich ist und man spürt die festen schweren Stiefel an den Beinen. Schrittfolgen, solange sie zur gymnastischen Unterstützung dienen sollen, kein Problem. Ich selbst springe nicht mehr, sondern deute die Sprünge nur an, indem ich mit der Spitze eintippe, mich drehe und auf dem rechten Fuß lande. Das Eintippen ist so eine Sache und man braucht kräftige Zacken und etwas Vertrauen in die Kufe. Mutige Kids können es gerne versuchen. Aber man braucht ja Schwung beim Anlauf und da scheiden sich gleich die Geister.

    Fazit: Wer Sommergymnastik auf Schlittschuhen betreiben will, kann sich auf ausrangierten Kufen den Sommerspeck abtrainieren. Ich bin einmal zu Hause auf den Allerwertesten gefallen und fand Eis härter für meinen hochwohlgeborenen Hintern. Trotzdem sollte man auf Fallschutzhose und Handschoner nicht verzichten. Beim Sommereis in Willingen trage ich stets Pullover, aber in Malchow reicht ein T-Shirt. Es ist ein Spaß für die ganze Familie und für ernsthafte Läufer eine Gymnastikalternative im Sommer. Falls jemand einen Urlaub an der mecklenburgischen Seenplatte anstrebt, kann man die Halle gerne besuchen. Ich bin im Anschluss schweißtriefend um den See gefahren und habe mich in Lenz am Strand in die Fluten gestürzt. Eine Ringelnatter hatte wohl dieselbe Idee und schwamm an mir vorbei auf den See hinaus. So etwas habe ich noch nie gesehen. Einen besonderen Tipp habe ich noch parat: Auf der Burg Penzlin gibt es ein Hexenmuseum. Für die Erwachsenen interessant, weil es die Hexenprozesse dort tatsächlich gegeben hat und man sehr traurig gestimmt ist, wenn man die Namen der unschuldigen getöteten Menschen liest. Für die Jugend lädt der dunkle Folterkeller mit seinen original Verliesen und Folterwerkzeugen zum Gruseln ein.


    :clap:In zwei Wochen fahren wir nach Willingen. Mein Eiszimmer ist schon mit allen Reiseutensilien vollgepackt. In keinem Urlaub brauche ich so viele Klamotten, wie im Trainingslager. Aber das Auto wird es fahren und meine Ferienwohnung ist bereits bezahlt. Ich bin gespannt, wen wir dort antreffen, ob wieder Profis wie beim letzten Mal dabei sind. Euch allen einen schönen heißen Sommer, um vom Eis und Winter träumen zu können.

  • Hallo Manuel, danke für Deinen Bericht aus Malchow. Viel Spass in Willingen !
    Deine eigenen Ziele erreichen, das ist das Wichtigste.

    Eine Begegnung mit einer kleinen Ringelnatter im See hatte ich auch schon, die kam mir entgegengeschwommen. Ich habe ihr die Vorfahrt gelassen.

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