Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

  • Die Fokussierung auf Oberstdorf schreibe ich noch dem ehemaligen DEU Präsidenten Hillebrand auf die Fahne. Es war ja in der Presse zu lesen, das es sein Verdienst war, den Bundesstützpunkt Oberstdorf zu erhalten, als dieser in einer seiner vorigen Amtsperioden auf der Kippe stand.

    Veränderungen brauchen Zeit. Eins hat sich schon mal getan. Läufer, die es bei der NRW Trophy aufs Treppchen schaffen, wissen wie der aktuelle DEU Präsident aussieht. Dr. Wagner ist präsent und hat auch schon Siegerehrungen vorgenommen.

    Es gibt auch Kooperationen zwischen Österreich/der Schweiz und Deutschland. Wahrscheinlich bringt gegenseitige Unterstützung mehr als Neid auf die kleinen Erfolge der Nachbarn. Könnte ca. 5 Beispiele nennen. Ziegler/Kiefer, Britschgi, DEU Trainingslager in der Schweiz, bei denen Freundschaften entstanden.

    Die Kritik am teuren Oberstdorf als Austragungsort ist berechtigt. Hoffe auch, das man sich wieder näher zu den Leuten bewegt. Nicht für jeden ist jeder Austragungsort praktisch. Eine geplante Stadtbesichtigung von Düsseldorf fiel bei mir leider strömendem Regen zum Opfer, ansonsten hätte ich von Neuss aus nur über den Rhein fahren müssen. Teuer war es nicht und für die vielen Absagen konnten die Veranstalter nichts. Es gab auch noch Nachwuchs und Junioren Eistanz und Paarlauf.

  • Ich liebäugle immer noch mit einer Drei-Länder-Meisterschaft. Das wären schon ordentliche Starterfelder. Im Moment würde Deutschland die Meisterschaften unserer Nachbarn mit dem Eistanz und dem Paarlauf bereichern, wo es bei denen gerade nicht so rosig aussieht und in den Einzeln würde es mit Mikutina, Paganini, Repond und einigen weiteren jungen Läuferinnen richtig gute Felder geben. Dergleichen bei den Männern mit Britschgi, Zandron und Co.

  • Karl-Heinz Krebs :

    Michael Huth hat auch Carolina Kostner trainiert. Ich weiß aber nicht, wie fertig ausgebildet die zu ihm kam


    Zu den Starterfeldern bei der DM: ich verfolge Eiskunstlauf jetzt seit mitte der 90er Jahre (damals als Jugendliche allerdings noch mit anderen Augen). Was mir aber auffällt ist, dass früher die deutschen Läufer bei den DMs schnell vom Nachwuchs zu den Junioren und weiter zu den Senioren aufgestiegen sind. Auch, wenn sie international noch in einer niedrigeren Kategorie liefen. Dadurch liefen bei der Senioren DM früher auch viele 14 oder 15jährige. Oder Eva-Maria Fitze lief gar schon mit 12 bei den Senioren. Heute dagegen laufen auch die 17 oder 18jährigen ehr die Junioren DM.

    Weiß jemand, warum diese Entwicklung so ist? Und ist die für die Entwicklung der Sportler sinnvoll oder nicht?

    Weil ich vermute, dass auch das zu den kleinen Starterfeldern führt

  • Karl-Heinz Krebs :

    Michael Huth hat auch Carolina Kostner trainiert. Ich weiß aber nicht, wie fertig ausgebildet die zu ihm kam

    Sie begann ihr Training bei Michael Huth 2001 und war bis zum Sommer 2008 bei ihm. Von 2008 bis 2010 trainierte sie bei Frank Caroll. Von 2010 bis zu Olympia 2014 war sie wieder bei Michael Huth. Bei ihrem Comeback nach ihrer Sperre bis zu ihrem Karriereende 2019 war sie bei Alexei Mishin, bei dem sie zuvor immer mal wieder Stunden nahm, um bei Sprüngen stabiler zu werden.


    Egal welcher Trainer nun welchen Anteil hatte, Costner ist seit acht Jahren nicht mehr bei Huth und seitdem regiert dort nur noch Mittelmaß.

  • Talvi Seit damals wurde das Mindestalter für Senioren angehoben und Eva-Maria Fitze wurde leider ein Opfer ihrer Trainerin. Sie durchlitt ein Trauma, bevor sie beim Paarlauf in Chemnitz aufgefangen werden konnte. Bei behutsamem Umgang wäre bei ihr im Einzellauf sicher viel mehr drin gewesen.

    Um nicht soweit auszuholen; einige Läuferinnen ziehen es vor, bei den Juniorinnen zu starten, weil sie nicht schnell genug voran kommen, punktemässig.

    Normalerweise lädt die DEU die Juniorenmeisterin ein, an der DM teilzunehmen. Das ging im letzten Jahr nicht weil die DM vor der DNJM stattfand. Eine der gemeldeten Läuferinnen hatte auch spät zurückgezogen, weil sie lieber bei den Junioren laufen wollte. Um nicht wieder näher auf die Bedingungen einzugehen, erwähne ich nur, das sehr viele noch im Juniorenalter aufhören, oder, falls Lust und Eignung es mit Paarlauf oder Eistanz Tryouts versuchen. In beidem gibt es zur Zeit tatsächlich bessere Perspektiven und Achtungserfolge.

  • Weiß jemand, warum diese Entwicklung so ist? Und ist die für die Entwicklung der Sportler sinnvoll oder nicht?

    Weil ich vermute, dass auch das zu den kleinen Starterfeldern führt

    Um an den einzelnen Kategorien teil zu nehmen muss man zuvor in seiner Laufbahn sogenannte Kürklasse Prüfungen ablegen.


    Es gibt Kürklasse 8-1, wobei 8 Anfänger ist und 1 Meister-Klasse.


    Diese Prüfung sind natürlich entsprechend des internationalen standart immer weiter nach oben korregiert worden. Logo. Mit einer Kür wie früher Kati Witt holt man heute auch keinen Sieg mehr.


    Die Kürklasse 1 ist Bedingung, um Meister-Klasse zu laufen, Kürklasse 2 um Junioren zu laufen, Kürklasse 3 für Nachwuchs und Jugendklasse.


    Kürklasse 1

    aktuell Teil der Prüfung zB. 2fachAxel , 2verschiedene 3fach Sprünge. 2A und einen 3fach Sprung jeweils in Kombination. Dazu sehr schwere pirouetten Kombinationen mit Level 4 und vielen Umdrehungen. Schritte etc. Eine Kür Sequenz. Alles mit möglichst positiven GOE. Bekommt ein Element 2neg GOE Punkte ist man sofort durchgefallen. Insgesamt darf man alle GOE zusammen gerecht max auf 0 kommen. Kein minus GOE. Die preisrichter die das abnehmen müssen International sein. Schummeln, durchwinken oder Lauscher bewerten fällt somit aus.


    Meine Vermutung ist halt:

    wer die Kürklasse 1 nicht schafft, bleibt somit automatisch junior und hört danach entweder auf oder wechselt in den Erwachsen Breitensport. Was allerdings meist nicht dem gewünschten Niveau entspricht, den die Kids gewöhnt sind. Zum Training gibt es auch schwieriger Eis im Breitensport. Usw.

    Genauso ob jemand Junioren oder Jugend läuft.

    Auch die Kürklasse 2 ist nicht ohne. Ohne die 2 läuft man eben Jugend.

    Letztes Jahr noch war alle Kürklasse ein älterer standart. Diesjahr ist für alle wieder noch schwerer geworden.


    Sprich die Kürklasse und im übrigen auch die Paarlauf Klassen wurden dem internationalen Niveau angepasst. Nur leider wurden die Trainingsbedingungen parallel dazu eben nicht angepasst. Und das seid Jahren.

    Nicht zentral. Jedenfalls. Höchstens durch einzelne Bedingungen, oft an Trainer gebunden oder auch weil Eltern es finanzieren können ihre Kinder ins Ausland zu geben.

    Daher sinkt die Anzahl der Junioren seid Jahren, wärend die Jugendklasse steigt. Und bei den Meistern schafft es kaum jemand an zu kommen. Was schade ist, weil gerade die reiferen Läuferinnen erst so richtig ihr Potential ausschöpfen, wenn Schule vorbei ist oder Ausbildung, teenizeit etc. Die Konzentration wieder geballt auf den Sport liegt.


    So mein Eindruck.


    Ob Schweiz oder Österreich der standart für Ihre "Zulassungen" zu bestimmten Kategorien ähnlich hoch ist, weiß ich nicht. Ob die überhaupt so ein System wie in Dtl haben oder gar keins oder vielleicht ganz anders. Oder es nicht wichtig ist für die Kategorie. So nach dem. Motto hast du die Prüfung nicht, kannst du auch höhere Kategorie starten, musst aber nicht. Hast du allerdings die Prüfung , dann musst du in der höheren Kategorie starten.


    Ich hoffe ihr versteht.


    LG

  • Und bei den Meistern schafft es kaum jemand an zu kommen. Was schade ist, weil gerade die reiferen Läuferinnen erst so richtig ihr Potential ausschöpfen, wenn Schule vorbei ist oder Ausbildung, teenizeit etc. Die Konzentration wieder geballt auf den Sport liegt.

    Vielen Dank nochmal für die ganzen Kriterien der Kürklasseprüfungen.

    Das junge Sportler ihre Konzentration nach der Schulzeit wieder verstärkt auf den Sport legen, hab ich im EKL in D. so gut wie noch nie gehört, eher umgekehrt.

    Trainer in Leistungszentren, die mit Sportgymnasien oder Elteschulen kooperieren, hatten beklagt das die Läufer/Nachwuchspaare aufhören, wenn sie mit der Schule fertig sind, um sich, meist sogar in einer anderen Stadt, dem Studium zuzuwenden. Ausserdem ist da das Kostenproblem. Davor bewahrt auch der Besitz der Kürklasse 1 nicht.

    Nochmal wegen der DM vor einem Jahr. Da standen zunächst etwa 10 Läufer m/w auf der Liste. Im Gegensatz zu 2020 in Dortmund, wurden die Teilnehmerfelder auch nicht durch Corona dezimiert. 1 Läufer startete sogar obwohl er kurz vorher Corona hatte. Die DEU muss sich da schon was einfallen lassen, wenn der Sport nicht weiter im Mauerblümchendasein verharren soll.

  • Eva-Maria Fitze wurde leider ein Opfer ihrer Trainerin. Sie durchlitt ein Trauma, bevor sie beim Paarlauf in Chemnitz aufgefangen werden konnte. Bei behutsamem Umgang wäre bei ihr im Einzellauf sicher viel mehr drin gewesen.

    Das ist nicht ganz richtig.Die Trainerin, die Eva vor dem Wechsel zum Paarlauf betreute, hat Eva dabei unterstützt, trotz ihrer Bulimie-Erkrankung ihren Traum von Olympia wahr werden zu lassen. Die Chancen waren letztendlich aber im Paarlauf größer - und es hat ja auch funktioniert. Das "Trauma", oder besser die Bulimie-Erkrankung wurde vorher und wohl nicht nur durch die Trainer zum Zeitpunkt der Erkrankung sondern auch durch Verband und Medien usw., ausgelöst, indem man ihr immer vermittelte, ihr Körper wäre nicht gut genug für diesen Sport und ihr die Nominierung für die Olympischen Spiele verwehrte. Was mich in diesem Zusammenhang entsetzt, ist, dass sich in den letzten 20 Jahren dieses anmaßende Verhalten gegenüber vor allem minderjährigen Sportlerinnen nicht geändert hat. Ich kenne so viele Fälle von Kindern und es sind immer noch Kinder, die ihren Sport mit gravierenden Rückenproblemen,, nicht behandelten Ermüdungsbrüchen, Eßstörungen etc. aufgeben.

  • ... oder besser die Bulimie-Erkrankung wurde vorher und wohl nicht nur durch die Trainer zum Zeitpunkt der Erkrankung sondern auch durch Verband und Medien usw., ausgelöst, ...

    Und leider sind es manchmal auch ehrgeizige Eltern, die ungut mitwirken.

  • Und leider sind es manchmal auch ehrgeizige Eltern, die ungut mitwirken.

    Da kann ich dir nur zustimmen. Abgesehen von der Mangelernährung, die alleine von den Eltern verantwortet wird, spielen sich in den Trainingshallen Szenen ab, die teilweise Fälle für das Jugendamt wären. Nicht nur dass die kleinen Kinder sich stundenlang aufwärmen müssen, so dass sie sich auf dem Eis sich mehr konzentrieren können, dass mit Gewalt gedehnt wird, haben wir auch schon beobachtet, dass 7/8 Jährige mit dem Springseil geschlagen wurden - und kein Trainer oder Offizieller schreitet ein. Ich nehme an, weil sie vom Geld der Eltern leben

  • sylke danke für die Zusatzinfo zu Eva-Maria F. Ich meinte die erste Trainerin Karin G. Das hatte die Sportlerin selbst in der Öffentlichkeit kommuniniert, was sie sich von Karin G. anhören musste. Die Nichtnominierung für Olympia nach EM Platz 7 ist aus heutiger Sicht völlig diskrininierend und hatte dann auch leider zum zwischenzeitlichen Karriereende geführt.

    Jeder von uns weiss wie schwer es ist, nach längerer Pause wieder anzufangen. Den späteren Trainern ist kein Vorwurf zu machen.

    In der jüngeren Vergangenheit hatten es leider Einige nicht geschafft, nach Verletzungen wieder Anschluss zu finden. Manche hatten es länger als eine Saison probiert. Unterstützung durch den Verband gibt es sicher erst, wenn vorher gewisse Erfolge da waren. Ob es Verbesserungen zum Thema Prävention von Essstörungen gibt, darüber wird kaum etwas bekannt, wenn man nicht wie Sylke, Betroffene kennt. Das ist allgemein immer noch ein Riesen Tabu Thema. Kommt noch dazu das man Bulimie den meisten nicht ansieht.

  • Guter Input hier.

    Aus meiner Sicht ist es ganz einfach zu betrachten. Ohne engagierte Eltern geht es nicht, was Kindswohlgefährdung nicht mit einschließt. Es mangelt nach der Weiterentwicklung der internationalen Normen am Ausbildungssystem für die Trainer*innen und Sanktionen bei Erfolglosigkeit, nicht nur für die Sportler. Wer eine Leistungssport A Lizenztrainerin ist, muss das international nötige Level nicht ansatzweise beherrschen können. Wer keine erfolgreiche Ausbildung seiner Sportler in Ergebnissen und Punkten vorzeigen kann, ist ungeeignet, hauptamtlich mit Empfehlung der DEU als Fachverband bezahlt zu werden, um unsere Sportler zu entwickeln, was der Auftrag oder die Gegenleistung sein müsste. Welche/r Trainer*in aus Deutschland kann denn Sportlerinnen mit einem Team bis zu 4fachen und 3fach Axel fördern, wäre meine Frage. Wo gibt es ein solches Team? Solch ein Team müsste an allen 3 Bundesstützpunkten vorgehalten werden. Wer daran nicht denkt und kein Know-How den Sportlern im Training zur Verfügung stellt, will nicht, dass unsere Kinder und Sportler*innen erfolgreicher werden. Wenn es zu teuer sein sollte, müssen die Trainingskosten im Ausland übernommen werden. Dann brauchen wir aber keine teuren und geförderten Leistungssportstrukturen in Deutschland mehr? Alle Sportler müssen zurück und in Deutschland trainieren können, was aktuell sportlich nicht sinnvoll ist! Hinhören und Fragen, warum man ins Ausland geht, wäre ein Anfang. Sich dagegen zu stemmen, eine echte Aufgabe für den Verband. Festhalten an sich nicht weiterentwickelten hauptamtliche Strukturen oder warten, bis es sich biologisch erledigt (Rente), ist aus meiner Sicht Sabotage am Sport, unseren Kindern und dem Fördersystem? Als Sanktion wird es irgendwann keinen Bundesstützpunkt mehr geben können. Denn nur wenn wir international Plätze von 1 - 8 erreichen, wird die Sportförderung weitergehen. Aktuell sind Kürzungen des Etats einzige Reaktion der Fördergeber, was uns veranlassen müsste, ungeeignete Strukturen über Board zu werfen. An den Kindern liegt es jedenfalls nicht, so eine Meinung. Wo wird den aktuell neu strukturiert, wäre meine Frage? Warum kommen keine international erfahrenen Trainer an die Stützpunkte? Warum dürfen unsere Kinder nicht so trainieren, wie es woanders, auch in Europa, Normalität ist? :1huh: lg Vater

  • Ich meine bei Eva-Maria Fitze und einem Start von ihr im Einzel war das Problem, dass Tanja Szewszenko in der Saison besser war und daher nominiert wurde. Und Szewzenko wurde dann bei Olympia krank und konnte nicht starten. Warum Fitze nicht nachrücken konnte oder durfte weiß ich nicht. Evtl war der Rückzug von Szewszenko auch zu spät?


    Nachtrag:

    Zur Geschichte von Eva-Maria Fitzes Bulimie ein Interwiev, dass sie zu der Zeit dem Spiegel dazu gab

    https://www.spiegel.de/sport/d…02-0001-0000-000015930938

  • Da bleibt eigentlich nur die Hoffnung, daß die jetzige Funktionärsriege "ausstirbt" und ein neuer frischer Wind aufkommt. 🙏

    Nein, unser neues Präsidium der DEU muss sich einen Überblick verschaffen und hat eine Chance verdient. Wir werden die "Neuen" bald kennen lernen. Wenn diese sich nicht unabhängig informieren, was eigentlich in Deutschland los ist und richtige Entscheidungen treffen, schafft man sich selbst und den Sport letztendlich ab. Leistungssport erlaubt keine Ausflüchte, Selbstbeschäftigung oder den Schutz "Heiliger Kühe". Selbstreflexion und Ehrlichkeit, nur zu finden in Unabhängigkeit, wird helfen. Bisher habe ich noch nichts sachdienliches vernommen, aber es wird kommen. 100 Tage sollten ausreichen, sich zu sortieren und den Problemen auf den Grund gehen zu können. Unabhängige Akteure müssen einbezogen werden und wir bekommen alle eine letzte Chance. Worum geht es denn hier? Doch nur um den Sport und den Auftrag! lg Vater

  • Wie man sieht, gibt es doch tolle Mädchen im Nachwuchs aus Bayern und Dortmund (keine abschließende Aufzählung) zwischen 11 und 12 Jahren. Was machen die denn dort im Training anders, wäre in Erfahrung zu bringen. Welche Einflüsse begründen das höhere Level und die Bewertung. Allein die Ergebnisse und Punktwerte zeigen doch alles auf? Warum springt man dort munter 3fach im Training und Wettkampf? lg Vater

  • Wie man sieht, gibt es doch tolle Mädchen im Nachwuchs aus Bayern und Dortmund (keine abschließende Aufzählung) zwischen 11 und 12 Jahren. Was machen die denn dort im Training anders, wäre in Erfahrung zu bringen. Welche Einflüsse begründen das höhere Level und die Bewertung. Allein die Ergebnisse und Punktwerte zeigen doch alles auf? Warum springt man dort munter 3fach im Training und Wettkampf? lg Vater

    Im Bezug auf Dortmund, kann ich zu mindest sagen, das man dort mehr als 1 Stunde trainieren kann. Meine Tochter hat seinerseits genau 1h Training am Tag gehabt. Auf dem Eis. Bis zur 5.Klasse.danach 2h mehr die Woche. Klar Eis ist nicht alles das weiß ich wohl. Aber mit 1h Training in der alles geübt werden muss, von Schritte, pirouetten, Sprünge und natürlich KP (ab der 5.Klasse) und Kür....

    So hier in Berlin.

    Vater.... Was soll ich sagen. Damit wird selbst das talentiersteste Kind mit 14 Jahre kein Ei zeigen 4fach springen. Wenn du Glück hast springt es damit 2A und evtl 1 oder 2 Dreifache. Einen guten Trainer vorausgesetzt, der die richtige Technik fürs Kind/Sportler findet. Und Schwächen gezielt abbauen kann, auch mit off ice. Mehr ist damit nicht drin. Mehr Eis gibt es in Berlin auch nicht. Man kann es nicht patchen. Es bekommen nur bestimmte Kinder mehr Eis. Und leider sind es oft eben nicht die wo Talent haben, sondern die wo die Eltern auf die Landestrainer viel Einfluss gaben. Viel zu oft werden Sportler zu früh abgesegelt/aufgegeben durch die Landestrainer degradiert. Wegen fehlender Erfolgschancen. Hinterfragen aber nue, warum das so ist und warum die Kinder alledem international bzw nationalen standart hinterher rennen. In ihren Augen ist es zu wenig Talent. Die Kinder sind Schuld in ihren Augen. Statt ihnen die Chance einer Entwicklung zu geben.

    Ich safe klar, es sind die Trainer bzw unsere Landestrainer, die viel zu viel blockieren und nicht zulassen, daß andere ggf. sich an den Kids probieren.


    "Stelle sich doch nur mal einer vor, ein von den Landestrainer abgesägtes Kind/Sportler hätte auf einmal Erfolg mit einem Trainer der Ihnen unterrangig ist. Oder gar aus dem Ausland kommt." Sarkasmus aus.


    Nein Nein. Sobald sie abgesägt sind, bekommen sie höchstens noch 1/2 der Stunden an Eis.. Somit ist natürlich selbst mit besten Training nichts mehr zu machen. Alles nur, weil die sich nicht eingestehen können, das sie selbst nix taugen. Es ginge viel mehr in Berlin, wenn alle Sportler die gleichen Chancen haben. Aber hier werden nur bestimmte Vereine und bestimmte Sportler übermäßig gefördert. Und viele hören dann doch auf. Und so wurde, wie immer nur auf einige wenige Sportler gesetzt,statt auf eine große Breite Masse. Es gibt Sportler, die sich durchaus auch später noch gut entwickeln können, insbesondere was due Interpretation und den Ausdruck betrifft. Aber in Berlin wird alles und jeder systematisch blockiert.

  • @ Vater. m.E. alles eine Frage des Trainingspensums. Ich kann natürlich nur für Bayern sprechen, Einige der Läuferinnen mit Bezug zu Russland trainieren zwar teilweise Russland. Aber die ganzen 7-9 jährigen zumeist mit chinesischen Müttern, die bereits alles Sprünge doppelt beherrschen, trainieren in Bayern.. Zu Coronazeit haben die Kinder,, die vom Verband als Kader definiert worden, jganztags trainiert weil sie unendlich viel Eis hatten, während alle anderen Wettkampfsportler (incl. der Meisterklasse) ausgesperrt wurden. Wie die das heute mit der Schulpflicht machen - keine Ahnung. Interessant wird sein, wie viele bis zur Meisterklasse hängenbleiben. Von 13 bayrischen Sportlern, die letztes Jahr auf der DM als Junioren/Juniorinnen gestartet sind, haben 8 inzwischen aufgehört Das ist einfach Mathematik. Wenn in einer Sportart es maximal 5-10% des Vorkaders eines Jahrganges bis in den NK1 (Vergleichswerte Leichtathletik/Fussball) schaffen,, kann man sich ausrechnen wie hoch die Wahrschieinlichkeit ist,, bei einer Randsportart wie Eiskunstlauf in D, international vorne mitzumischen.

  • Von 13 bayrischen Sportlern, die letztes Jahr auf der DM als Junioren/Juniorinnen gestartet sind, haben 8 inzwischen aufgehört Das ist einfach Mathematik. Wenn in einer Sportart es maximal 5-10% des Vorkaders eines Jahrganges bis in den NK1 (Vergleichswerte Leichtathletik/Fussball) schaffen,, kann man sich ausrechnen wie hoch die Wahrschieinlichkeit ist,, bei einer Randsportart wie Eiskunstlauf in D, international vorne mitzumischen.

    Gerade bei der NRW Trophy gab es auch wieder einige aus Bayern, die zunächst gemeldet waren und dann zurückgezogen haben. Natürlich kenne ich nicht die Gründe man wird sehen ob sie bei der (Heim)DNJM starten können.