Beiträge von Fechter

    Die Noten für die künstlerischen Komponenten für die russischen Läuferinnen sind in mancher Hinsicht sehr fragwürdig. ( harmlos ausgedrückt).

    Sie machen halt das, womit sie vorne platziert sind. Schuld ist da m.E. die Kampfrichterpraxis als die Trainer/Choreografen.

    So geht es mir auch. Wie perfekt sie auch springen und ihre Komponenten vorführen. Es bleibt bei mir nichts.


    Valieva kann mit der Bolero Musik nichts anfangen, es gibt keine Verbindung. (liegt an der choreo und am Alter).

    Geht mir ähnlich. Mit ansteigenden Technikpunkten werden aber auch die Components hochgezogen. Sie bekam 8 * die Höchstnote von 10,0 für Interpretation und 1 * 9,75.

    Die Bewertung der Components, quasi B Note erfüllt somit ihren Zweck nur unzureichend, Eine etwas sprungschwächere Läuferin kann also mit schönstem Ausdruck, Skatings Skills etc. nicht ausgleichen.

    Womit ich die sensationelle Ausnahmeleistung von Valieva nicht infrage stellen will.

    wäre es nicht vielleicht noch besser, alle Bundestrainer zu entlassen und mit dem gesparten Geld russische Läufer aus der zweiten Reihe dort zu fördern, die dann hier eingebürgert werden, dort aber weiter trainieren? Man könnte so international wieder etwas aufschließen.

    Auf der anderen Seite ist der Deutsche Meister der Herren kein Bundeskader. Allein um diesen Anachronismus zu rechtfertigen, müsste die DEU alle Hebel in Bewegung setzen.

    Und deswegen besteht eine moralische Verpflichtung, eine Mittelklasse Paarläuferin aus Russland für einen Paarläufer in Warteschleife zu unterstützen?


    Dann sollte man doch eher so zwei oder drei Russen von den Männern anwerben, um den Anachronismus zu beseitigen. Wäre das nicht besser?

    Genau genommen habe ich nicht vom Alter gesprochen sondern von Schaffensphasen, die ein unterschiedliches Niveau aufweisen. Eine gewisse Altersanhängigkeit ist natürlich dabei. Es gibt meist aber auch so etwas wie eine Motivationskurve.

    Ich empfehle dazu gern das Buch von Malcom Gladwell Überflieger. Er erklärt darin, wie manche es im Alter schaffen, noch Spitzenleistungen zu bringen. Dies geschieht in der Regel durch Spezialisierung und Fokussierung auf einzelne Fähigkeiten. Es gibt gute und schlechte Trainer. Klar. Aber nur seh sehr wenige schaffen es, das Topniveau über 50 Jahre aufrecht zu erhalten. Sonst würden wir wohl viel mehr Greise an den Banden sehen.

    Aber noch mal zum Ausgangspunkt. Es ging darum, dass es m.E. nicht unbedingt sinnvoll ist, Trainer unbegrenzt, wie Beamte im Anstellungsverhältnis zu behalten. Wenn sie wie Mishin ihr Niveau halten, dann spricht natürlich nichts dagegen.

    Soemmerska

    Volle Zustimmung. Traineraus- und Fortbildung ist der Schlüssel. Das ist untrennbar mit der Sportlerentwicklung verbunden.

    Sicherlich müssten auch entsprechende Zielvorgaben gesetzt werden, die dann nicht gedehnt und verändert werden können.


    Meiner Meinung nach ist es auch so, dass Trainer, ähnlich wie Sportler eine Entwicklungszeit haben und eine Zeit, in der sie aufgrund der Erfahrungen und weiterer Umstände besondere Schaffenskraft haben. Diese ist auf Topniveau aber nicht unbegrenzt. Insofern sind aus meiner Sicht auch Stellen, die quasi auf Lebenszeit ausgerichtet sind, zwar für den Trainer gut, aber nicht unbedingt für den Erfolg.


    Ein weiterer Punkt ist die Vereinsmeierei, die die Bündelung von Kompetenzen und die Bildung von Trainingsgruppen auf hohem Level einschränkt. Das wird sich aber nie ändern.

    Soemmerska

    Habe nicht alle Läufe gesehen. Daher zu Salatzki hier keine Bemerkung.

    Mit den Jungs in Berlin, sicherlich kein Erfolg eines gemeinsamen Konzeptes. Individuelle Sportler- wie Trainerleistungen an unterschiedlichen Standorten. So wohl auch bei dem meisten anderen Sportler/innen.


    Trotz des niedrigeren Niveaus was die Sprünge und damit die Punktzahlen angeht, bei den Nachwuchs B Mädchen, fand ich die Küren Summa Summarum etwas runder und ausgereifter. Etwas gefälliger anzusehen. Mehr Eiskunstlauf als athletischer Sport. Hat auch was.

    Kleiner unvollständiger Erlebnisbericht aus Laienzuschauerperspektive


    Zugang pro Sportler für nur einen Familienangehörigen. M.E. eine Übererfüllung der Coronabeschränkungen. Na ja, in der Bar abends beim Spiel Hertha geg. Dortmund konnte man dann wieder zusammen sitzen. Da wurden wir nicht mal nach Impfung gefragt. Was der eine zuviel, macht der andere dann zu wenig. :)


    Junioren Herren

    Siegerkür von Louis Weissert wirklich souverän, stimmig und hochklassig. Toll anzuschauen. Hut ab.

    Tolle Aufholjagd von Arthur Mai von 6 auf 3, der nach völlig vergeigtem KP sich aufrecht mit einem Lächeln vor Kampfrichtern und Publikum verneigte. Ein Sportler mit Stil. Respekt.


    Junioren Damen

    freue mich für die junge Olesya Ray, wenn sie sich weiter so entwickelt, kann das echt was werden. Die meist auf ähnlichem Niveau laufende Vereinskollegin Pfaffenrot nicht am Start. Warum habe ich nicht erfragt.

    Hatakawa als Deutsche Aktivenmeisterin des Vorjahres kann wohl mit dem Platz nicht ganz, und mit dem Punkten von 126,54 sicherlich überhaupt nicht zufrieden sein.


    Nachwuchs B Mädels

    Aus Berliner Sicht erfreulich der 3. Platz von Luana Krich. Insgesamt eine nicht ganz so performante Gruppe. Die Siegerpunktzahl von Julia Grabowski von 96,6 hätte beim Nachwuchs A, also den jüngeren Mädels gerade zum 6. Platz gereicht. Trotzdem wurden schöne Programme gezeigt.


    Nachwuchs A Mädels

    Hier gab es den erwarteten Leistungs- bzw. Niveausprung, obwohl man doch recht viele Hinfaller gesehen hat. Die Siegerpunktzahl von Hanna Pfaffenroth vor zwei Jahren hätte ebenfalls hier nur zum 6. Platz ausgereicht. 5 Läuferinnen über 100 Punkten. Das gab es noch nie, wenngleich die Lücke zu den gleichaltrigen Russinnen immer noch enorm ist. Aber ein Schritt ist gemacht.

    Anna Gerke, die von mir erwartete Siegerin. Nicht die Eleganteste, aber ein Kampfschwein. Und das ist ebenso positiv wie respektvoll gemeint. Erwähnenswert sicherlich auch Sophie Erhardt, die 3 Lutz springt, aber in der Kür dann etwas Nerven zeigte.

    Die Russlandheimkehrer Andrianova und Bierwert mit Pl 3 u 4 zwar sehr gut, aber vermutlich unter den Erwartungen. Bei den Bayer. Meisterschaften lagen sie noch vor Erhardt.

    Beeindruckt hat mich persönlich auch eine Aufholjagt und zwar die von Sophia Edler, die eine blitzsaubere Kür mit 2 Doppelaxeln lief und so noch von 13 auf 6 kletterte. Toll. Mehr war nicht drin. Denn oberhalb zeigte man bereits 3-fache.

    Die Elternperspektive lasse ich hier mal weg, weil nicht erbaulich.


    Nachwuchs Jungen

    Schöner Siegerlauf von Leon Rojkov aus Berlin. Der Zweitplatzierte Öztürk ebenfalls aus Berlin zeigte in der Kür Nerven, nachdem er im KP vorne lag. Der Dritte, von Gögler dann schon mit einigem Abstand.

    Offenbar gelingt es in Berlin besser Jungs auszubilden, während man sich mit den Damen da schwerer tut.


    Und die Nachwuchsbundestrainerin war natürlich auch da und sparte nicht mit selektivem Lob wie auch mit im Ansatz leicht gehässigen Bemerkungen. Zufällig mitgehört. Die Höhe ihres Anteils am Leistungssprung bei den Nachwuchs A Mädels wird sie sicherlich selbst realistisch einschätzen können.


    Hats Spaß gemacht? Na ja, war interessant. Hoffentlich bald wieder mit nicht limitierten Zuschauern. Wäre gut für den Sport.

    Hallo Adeli, Danke für den Artikel. Kannte ich nicht, deckt sich aber mit meinem Halbwissen, was ich zu dem Thema hatte.

    Konkreter Anlass war eher im kleinen privaten Bereich.

    Wichtig ist sicherlich der Hinweis, dass auch einzelne Sequenzen aus dem Gesamtwerk geschützt sein können. Das zeigt, dass der Umgang mit fremden geistigen Eigentum mitunter recht sorglos gehandhabt wird. Na ja, und Recht haben und dies durchzusetzen sind immer zwei paar Schuhe.

    Zum Thema Urheberrecht fällt mir gerade was ein.

    In Deutschland ist das ja so, dass Ein Urheberrecht an einem geschützten Werk (Literatur, Wissenschaft, Kunst) automatisch entsteht, wenn es sich um eine persönliche, geistige Schöpfung handelt. Dafür ist ein Schöpfungshöhe erforderlich. Was die Schöpfungshöhe ist, hat dann der BGH definiert. Im Kern geht es wohl darum, die Schöpfung von Alltagsdingen zu trennen und einen gewissen künstlerischen Inhalt, der nicht von untergeordneter Bedeutung ist, vorauszusetzen.

    Meinem Verständnis nach müssten auch die Choreografien der Eisläufer als Werke der Tanzkunst geschützt sein. Jedenfalls dann, wenn das nicht ein 0815 Armkreisen ist. Urheberrechtsinhaber wäre der Choreograf.

    Allerdings sieht man jedenfalls bei den Kleinen, dass da doch recht häufig abgekupfert wird. Sportlich ist das meinem Empfinden nach ohnehin nicht. Allerdings dürfte das auch rechtlich problematisch sein.

    Sinn des Urheberrechtschutzes ist es ja, den Schöpfer des Werkes, also den Künstler in die Lage zu versetzen, sein Werk auch materiell verwerten zu können. Dem Choregrafen wird ja auch seine Einkommensgrundlage geschmälert, wenn ihn andere kopieren. Wie seht ihr das und habt ihr da evtl. auch Erfahrungen gemacht, dass Choreografien oder Teile davon "geklaut" wurden?

    Die Frage hat einen konkreten Anlass, allerdings ist sie m.E. durchaus von allgemeiner Bedeutung.

    Tatsächlich kann ich das differenziert betrachten. Die bewundernswerte sportliche Leistung einerseits und eine ggf. aus meiner Sicht fragwürdige Finanzierung derselben. Mag für manche verwirrend sein.

    Die geäußerte Verwirrung ist hier allerdings offensichtlich als Vorwurf und weniger als Frage formuliert, sonst hätte ich natürlich das Meinige getan, um die Verwirrung aufzulösen. So brauche ich wohl nicht weiter darauf einzugehen.

    Yogacat:

    -Ansichten über Blommaert und Efimova als Personen bzw. Eisläufer habe ich nicht geäußert. Dafür kenne ich sie auch zu wenig.

    -Weil ein Prozedere seit Jahren üblich ist, muss ich es noch lange nicht gut finden. Die Kür von Savchenko u Massot ist eines der schönsten Events, die ich überhaupt in meinem Leben gesehen habe. Ich habe mich auch für Deutschland gefreut. Das Einwerben fertiger ausländischer Sportler für den mit öffentlichen Geldern geförderten Amateursport sehe ich dennoch kritisch.

    - Ich erlaube mir schon, hier meine Meinungen zu äußern und werde das auch weiter tun. Sollten diese nicht in Übereistimmung mit Forumsusancen stehen oder versehentlich im falschen Thread gelandet sein, wird mich Karl Heinz sicherlich darauf hinweisen.

    - Aus dem Namen kann man das Geburtsland schon lange nicht mehr herleiten.

    Interessant. Gibt es noch mehr solcher Worte aus dem Griechischen, die falsch übersetzt werden?

    Eine ganze Reihe griechischer und lateinischer Worte haben Eingang in unsere Sprache gefunden. Teils über den Umweg des Englischen. Mehr oder weniger habe viele einen Bedeutungswandel erfahren.

    Auto = Selbst (heute ein selbstfahrendes Gerät

    Barbar = Stammler, Stotterer (kulturell niedrig stehender Ausländer)

    Fotographie = Lichtschreiben (Foto)

    Echte Fehlübersetzungen fallen mir gerade keine weiteren ein. gibt es aber sicher.

    Mag in diesem Fall alles plausibel und nachvollziehbar sein. Aus Deutscher Sicht aber letztlich nur etwas, was die Unfähigkeit der Generierung eigenen Nachwuchses verschleiert. Ist ja hinlänglich im anderen Faden diskutiert worden. Wenn im Hintergrund Kontakte arbeiten, die so was auf rechtlicher Ebene (schnelle Einbürgerung) möglich machen, o.k. Wenn dafür aber Geld ausgegeben werden muss, dann ist das für mich eine Zweckentfremdung. Aber so läuft das hier halt. Es muss alles noch schlimmer werden, bis jemand aufwacht oder bis man sagt, dass so ein Sport nicht mehr als Spitzensport gefördert wird.