Beiträge von Hohlschliff

    Bei allen Blog-Kapriolen, die der von mir hochrespektierte Karl-Heinz in den letzten Monaten zu schlagen geneigt oder gezwungen war, würde es mich nicht wundern, wenn das Zahlabo tatsächlich irgendwann mal Realität würde. In diesem Fall bitte aber die Zahlungsmodalitäten überdenken: 5 Euro/Monat mal 12 Monate = ...? :/


    In diesem Sinne euch allen einen schönen April! :)

    Auch das ist möglich, wäre dann auch in die Kategorie Verschwörung ein zu ordnen.

    Würde ich leider Gottes auch eher zustimmen oder für möglich halten, als das das Labor etwas mit Absicht und dubios verheimlicht/verzögert oder verunreinigt.


    Aber wie gesagt, für mich hat das erstmal etwas von Verschwörung.

    Eine Verschwörung hat es offensichtlich gegeben. Es fragt sich nur ob von den Russen, um die Konkurrenz zu betrügen oder von jemand anderen, um die Russen zu diskreditieren. Anscheinend gibt es bereits Anträge, der RUSADA die Akkreditierung zu entziehen.

    Bei einer Verurteilung könnte es sogar sein das Sie ihren EM Titel verliert. Da sie schon im Dezember positive getestet worden ist in der A Probe. Was auch erst jetzt herauskommt. Das Ergebnis wurde nach dem Kurzprogramm der Russischen Meisterschaft genommen und Kami für die Kür gesperrt. Die sofortige Berufung wurde vom "Russischen Anti Doping Verband" akzeptiert und Sie durfte zur Kür antreten.

    Die Dopingproben mussten zur Auswertung an ein schwedisches Labor geschickt werden. Die Programme der Damen fanden am 24. und 25.12. statt. Das heißt, die Proben wären in weniger als 24 Stunden nach Schweden geschafft und ausgewertet worden.. Das ginge höchstens mit Eilboten zu einem vorbereiteten Labor, das sonst nichts zu tun hat. Und warum die Eile? Ich gehe davon aus, das Valieva erst nach der Kür gesperrt wurde.


    Was mir allerdings mehr Gedanken macht: Diese Affäre könnte nicht nur Valievas Karriere ruinieren, sondern sehr viel mehr. Da sie minderjährig ist, könnten Strafmaßnahmen auch ihr Trainerteam treffen. Würden Eteri & Co. für längere Zeit gesperrt, hätte das negative Auswirkungen auf den gesamten russischen Eiskunstlaufsport. Und sollte der Vorfall zum Anlass genommen werden, Russland für längere Zeit von den Olympischen Spielen und anderen Wettkämpfen komplett auszuschließen, würde Tutberidze als Hauptschuldige automatisch in Russland zur Persona non grata. Sie würde alles verlieren, was sie in den letzten 10+ Jahren aufgebaut hat und stände vor dem Nichts. Ich halte Tutberidze für zu intelligent, um ein solches enormes Risiko einzugehen. Der relativ geringe Nutzen wäre es auf keinem Fall wert.

    Was ich nicht wirklich verstehe. wenn es um einen Test aus dem Dezember geht, was hat es jetzt mit Olympia zu tun. Ich dachte man testet 1 bis 2 Tage vorher und hinterher. Warum zieht man jetzt den Dezember heran.

    2.te Frage

    Angenommen ein Sportler fühlt sich nicht wohl, Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Müdigkeit oder sonst irgendwas und dann wirft er/sie eine IBU ein, damit man im Wettkampf die Schmerzen oder Schwäche nicht spürt. Ist das dann Doping?

    Falls ich nichts übersehen habe, scheint Ibuprofen nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen zu stehen, es wäre somit offiziell kein Doping. Allerdings steht auch Acetylsalicylsäure (Aspirin) nicht auf der Liste. Ich weiß aber als ehemaliger Läufer aus eigener Erfahrung, dass Aspirin im Training durchaus leistungssteigernd ist. Also welche Mittel eine reale Dopingwirkung haben und welche davon offiziell als Doping gelten sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Soweit ich mich erinnere, wurde Efimova aber ein paar Jahre nach dem ersten Vorfall mehrmals auf Meldonium getestet, als es schon verboten war.

    Ja, aber so weit ich weiß wurde sie dafür nicht bestraft, weil die WADA selbst nicht wusste, welche Verweildauer Meldonium im menschlichen Körper hat. Es war nicht klar, ob sie es vor Eintritt des Verbots genommen hatte oder danach.

    Egal, ob leistungssteigernd oder nicht: Wenn etwas verboten ist, sollte es nicht genommen werden und jeder Sportler oder Trainer sollte schlau genug sein, erst gar nicht das Riskiko einzugehen.


    Und viel wichtiger noch: Alle Erwachsenen sollten sich schämen, einer jungen Sportlerin unnötige Medikamente zu verabreichen und so die Gesundheit zu gefährden.

    Es ist noch nicht klar, ob ihr die Substanz wissentlich gegeben wurde. Ich erinnere mich an den Fall Yefimova, die positiv getestet wurde, weil sie den falschen Sportriegel gegessen hatte. Der Hersteller hatte hinterher zugegeben, dass die Riegel aus Unachtsamkeit mit einer verbotenen Substanz verunreinigt waren. Jefimova wusste nichts davon, bestraft wurde sie trotzdem.

    Sollten sich die Dopingvorwüfe als wahr herausstellen, fände ich es schon befremdlich wenn die Platzierung gleich bleibt. Beim Skispringen ist Team D auch nicht ins Finale gekommen, weil eine Springerin disqualifiziert wurde und das redliche Team zu dritt? Dann nicht die erforderliche Punktzahl für das Finale holen konnte... das ist meiner Meinung nach schon mit dem Fall im Eiskunstlauf zu vergleichen.

    Allerdings haben die Russen im Kurzprogramm bereits so viele Punkte gesammelt, dass man ein Resultat streichen könnte und der Rest trotzdem für die Qualifikation ausreicht.

    Man müsste ihre Rotationsgeschwindigkeit und ihre Sprunghöhe vor und nach der Sommerpause nachmessen, um das zu beurteilen. Ich hoffe, dass es Anna nicht noch schlimmer ergeht als Medvedeva. Seit ihrem Seniorendebut war sie stets Topfavoritin, hat wegen Corona bereits einmal eine Weltmeisterschaft verpasst und könnte jetzt eventuell das Olympiaticket verlieren. Aber es sind noch zwei Monate bis zum russischen Finale, und sie hat die volle Unterstützung ihrer Trainer. Zum Abschreiben ist es noch zu früh, denke ich.

    Ich weiß nicht, ob es vielleicht schon anderswo hier im Forum erwähnt wurde, aber bei den angegebenen Startzeiten für die Wettbewerbe sollte man aufpassen. Die Juniorinnen beginnen ihr freies Programm heute in Sochi um 12.00 Uhr Ortszeit. Das ist auf unsere MEZ-Zeit umgerechnet 10.00 Uhr. In der Spalte rechts ist aber immer noch 11.00 Uhr angegeben, offenbar weil sie vor der Zeitumstellung vom letzten Sonntag erstellt wurde. Bitte also auf die Zeitänderung achten, wenn man den Anfang nicht verpassen will.

    Gegenwärtig wird von allen Seiten eine Menge Wind in den Medien gemacht, so dass man den Eindruck bekommt, Eiskunstlauf wird neuerdings auf Facebook, Twitter und Instagram betrieben und nicht mehr auf Eis. Am Ende werden aber nur ihre Wettbewerbsergebnisse zeigen, ob sich die Eskapaden um ihren Wechsel gelohnt haben oder nicht. Sollte sie sich erkennbar verbessern und wieder um Gold mitlaufen, kann es ihr egal sein, was von außen dazu kommentiert wird. Es bleibt auch ohne Medienkrieg spannend.

    Ich gehe auch davon aus, dass Zagitova nicht wiederkommt, aber das wäre für eine Olympiasiegerin nicht ungewöhnlich. Für die meisten war nach der Goldmedaille die Karriere praktisch beendet, selbst Yuna Kim fiel danach in ein Loch, machte eine Pause und kam - wenn ich mich richtig erinnere - nur auf ausdrücklichen Wunsch ihres Landes noch einmal zurück. Es war schon eine Willensleistung von Zagitova, dass sie sich den zuerst verpassten Weltmeistertitel im zweiten Anlauf doch noch holte. Wo soll nun die Motivation herkommen, wenn sie schon alles gewonnen hat und die jüngere Konkurrenz noch besser vorbereitet und technisch noch deutlich stärker in die Seniorenkarriere gestartet ist als sie selbst? Dafür, dass Tutberidze sie nun "wegstößt", sehe ich keine Anzeichen. Sie geht den normalen Weg einer Olympiasiegerin.


    Und nebenbei, die Bezeichnung "Altlast" für Alina halte ich für ein wenig respektlos.

    Wenn nichts Unerwartetes passiert, werden sich Trusova, Kostornaia und Kihira wohl auf dem Treppchen wiederfinden; die Frage ist aber in welcher Reihenfolge. Wenn Rika ihren 4S zusammen mit den Axeln landen kann, dürfte sie an die 240 Punkte-Marke herankommen und mit den anderen beiden gleichziehen, und dann ist alles möglich und die Entscheidung dürfte knapp werden.


    Darin sehe ich in diesem Fall allerdings auch ein Problem, denn wenn die Jury die Medaillen mit nur ein paar Pünktchen Abstand verteilt, kratzen sich sie -hoffentlich zahlreich vorhandenen- Neulinge unter den Fans verständnislos am Kopf, und das Geschrei in den internationalen Foren über die "unfairen" Entscheidungen nimmt wieder einmal kein Ende. Ich wünsche wirklich jedem Athleten im Finale eine Top-Leistung, aber der eine oder andere verpatzte Sprung könnte für ein klareres Ergebnis sorgen.

    Also ich bin von Fernandez maßlos enttäuscht. Tarasova /Morozov wurden hier kritisiert, weil sie ihr Kurzprogramm aus dem Vorjahr "aufgewärmt" haben, Fernandez präsentiert uns gleich zwei gut abgehangene Programme. Ich hatte erwartet, dass er sich, noch dazu in Europa, mit einem schönen neuen Programm verabschiedet. Zeit genug hat er ja gehabt. So ist er nun zwar siebenmal Europameister, in Erinnerung bleiben die beiden Auftritte in Minsk aber nicht.


    Ich würde das nicht so eng sehen. Javier ist in Madrid geboren, in Kastilien und nicht weit weg von der Region La Mancha. Deshalb hatte ich das Gefühl, dass er dieses Programm bewusst als Abschiedsvorstellung gewählt hat. Zumal die Rolle des tragischen Helden Don Quichotte zum typischen Stil von Javiers Programmen wie Jack Sparrow oder Charlie Chaplin passt. Ich denke, er wollte sich seinem Publikum ein letztes Mal symbolisch als das präsentieren, was er in diesem Sport verkörpert hat: Als "der Mann von La Mancha". Ich gönne es ihm.

    Über den Sinn oder Unsinn von zusammengelegten Junioren+Senioren kann man sicherlich viel diskutieren. Im Fall Zagitova macht es meiner Meinung nach aber keinen Sinn, sie zu "schonen". Sie trainiert sowieso mit den drei jungen Medaillisten zusammen und weiß genau, was spätestens ab nächster Saison auf sie zugerollt kommt. Ob sie nun mit Kihiras 3A's oder den Vierfachen der Junioren fertig werden muss, ist letztlich das gleiche.


    Laut fsrussia.ru lautet das Team für die Euros: Zagitova-Konstantinova-Samodurova. Tuktamysheva hat offenbar Genesungsurlaub bekommen, Mishin soll sie nach eigener Aussage für die Weltmeisterschaften vorbereiten.

    Orsers Reaktion kann ich nicht nachvollziehen. Es hieß, er und Medvedeva wollten ihre Technik umbauen, das passiert nicht von heute auf morgen. Fehler und Probleme waren abzusehen, er musste das wissen. Warum ist er jetzt so deprimiert? Gerade jetzt müsste er psychologisch klug handeln und ihr den Rücken stärken.


    Schön dagegen zu sehen, dass die angeblich in öffentliche Ungnade gefallene Medvedeva vom Publikum wieder so begeistert aufgenommen wurde.

    Hallo Octavia! Was den stereotypen Aufbau der Programme angeht, gebe ich dir Recht. Da Tutberidse aber sehr pragmatisch vorgeht und sich andeutet, dass die Damen ein 0/7-Programm kräftemäßig durchhalten können, war abzusehen, dass sie sich den maximalen Punktebonus nicht entgehen lassen. Die anderen Teams folgen nach, und die ISU rutscht jetzt in ein Dilemma. Sie hatte die Bonusregel eingeführt, um den üblichen Ablauf "Sprünge zuerst - Rest danach" aufzulockern und bekommt prompt von den Läufern die Konsequenzen serviert.


    Es ist aber auch nicht einfach, eine Lösung zu finden, die abwechslungsreiche Programme produziert. Wenn z.B. die gewährten Boni auf max. 3 oder 4 begrenzt werden, setzen die Läufer eben 3 oder 4 Sprünge auf den Anfang der zweiten Hälfte und die anderen der Kraftersparnis halber auf den Anfang der ersten. Und wieder sieht alles gleich aus.


    Vielleicht sollte man den Bonus streichen und stattdessen das Arrangement der Elemente stärker in CO und PE berücksichtigen. K.A., aber ich rechne damit, dass die ISU früher oder später eine Korrektur vornimmt.

    Glückwunsch an Japan! Die Leistung ihrer Damen war erstklassig, nach zwei sauberen Programmen mit hohem TES hätte es schon eine Wunderkür von Radionova gebraucht, um den Vorsprung noch einzuholen. Dazu hat es nicht gereicht, aber sie hat sich beeindruckend auf dem internationalen Parkett zurückgemeldet. Medvedeva war phänomenal, wenn auch die Bewertung ein wenig aus Phantasien zu stammen scheint. 160.46 in der Kür und 241,31 insgesamt, die Juroren waren offenbar auch schon saisonmüde und haben nur noch abgenickt.


    Auch wenn die Franzosen den letzten Platz belegt haben, haben sie sich meiner Meinung nach sehr gut präsentiert. James/Cipres waren die Hingucker des Paar-Events, zweimal der erste Platz war verdient. Ich hoffe sie können ihr Niveau nächstes Jahr beibehalten oder noch steigern. Die französischen Damen brauchen mehr Sprungtraining, aber amsonsten haben sich auch sehr gut verkauft. Die Franzosen zeigen generell ein Talent für Präsentation.