Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Schlittschuhkerlchen
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Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Schlittschuhkerlchen » Sa 2. Dez 2017, 09:37

Hallo,

bin seit gestern neu hier. :)
Ich, männlich und bereits 31 Jahre alt, war Anfang November das erste Mal seit über 20 Jahren wieder
auf den Kufen und das ziemlich wackelig, aber immerhin bin ich nicht hingefallen. :)
Ich wusste, dass im Keller noch ein Paar Schlittschuhe irgendwo versteckt liegen. Gefunden habe ich sie dann auch und habe dann enttäuscht feststellen müssen, dass die Schuhe mir drei Nummern zu klein sind. :(
Also was habe ich gemacht? Die alten (Eishockey-)Schlittschuhe auf einer Internetplattform verkauft und dafür - welch ein Glück! - fast nagelneue, nur einmal benutzte Herrenschlittschuhe von Physionics ersteigert. :)
Seitdem hat mich der Ansporn und die Motivation zum Eislaufen wieder gepackt und ich war nun schon öfters
auf dem Eis, um meine "Fähigkeiten" zu verbessern.
Ich werde sicherer und falle nicht mehr sooft hin.
Als blutigen Anfänger würde ich mich nicht bezeichnen, denn die würden erst mal die Grundlagen, wenn man das allererste Mal auf dem Eis und Kufen ist, lernen müssen, oder?
Ich laufe auf dem Eis zum Spaß, aber dennoch möchte ich halt gerne besser werden, da ich auf dem Eis nur vom Inlineskaten das typische Fortwärtsfahren kann. Ich beisse mich gerade so durch, etappenweise:
Gerade habe ich gelernt, wie man auf den Schlittschuhen rückwärts läuft, also dieses "Popowackeln".
(DAs konnte ich früher gar nicht - das war für mich wie ein Buch mit Sieben Siegeln)
Als Nächstes möchte ich diesen "Three Turn", also diesen Richtungswechsel, üben; im Internet gibt es ein gut erklärtes Tutorial dazu:

Später möchte ich auch mal über Kreuz vorwärts und rückwärts laufen können, etc, aber eins nach dem anderen. Vielleicht auch die Grundlagen der Sprünge, einfach (je nachdem), und Pirouetten erlernen, aber ich denke, ich sollte meine Ziele klein stecken. :)
Wie gesagt, ich mache das Eislaufen zum Spaß und ich habe dennoch den Ehrgeiz, dass ich dieses Hobby ausbauen möchte und deshalb ist meine Frage, ob mir Bücher, Videos helfen würden bzw. was es für Empfehlungen gäbe?
Klar, ich habe auch schon überlegt, bei einem Verein ins Training zu gehen. Da lernt man diese oben genannten Dinge ja auch von "klein auf" und unter Anleitung wäre es wohl besser. Blöd nur, dass das Training immer Spätnachmittags ist und ich jede zweite Woche Spätschicht bis 20 Uhr habe und somit nur alle zwei Wochen dort trainieren könnte.
Hm, ich will mich verbessern und auf lange Sicht hin, werde ich um ein Training wohl nicht herum kommen können...
Nebenbei gucke ich Videos von den Eiskunstläufern an wie Plushenko, Yagudin, Fernandez etc, weil es einfach super aussieht, mich motiviert, an meinen "Skills" (klar, ich und Talent :mrgreen: ) zu arbeiten und weil ich mir denke "die haben auch mal klein angefangen!".
Also, wie oben schon erwähnt, ich mache das an der puren Freude am Gleiten auf dem Eis und möchte gern besser darin werden.
Tipps von euch? :) Danke!

Katrin
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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Katrin » Sa 2. Dez 2017, 10:55

Hi ! Schön Dich zu treffen !

Bin auch mein eigener Trainer, unter anderem weil ich die richtigen Eiskunstlauf- Trainer ( habe schon einiges an Privatstunden ausgegeben) nicht kapiert habe, die sagten nämlich in ihrem Eislaufjargon zB beim Auswärtsdreier, dessen Video Du gepostet hast, zu mir: "NICHT nach links ziehen!" Ich : ???? Was heisst nach links ziehen ? Die Trainer: "Nur tief - hoch - tief!" Irgendwie gings aber trotzdem nicht.
Du glaubst es nicht, ich hab erst seit wenigen Tagen wirklich das Geheimnis entdeckt von diesem Auswärtsdreier.
Der ist ja auch der Anlauf zu vielen Sprüngen. Der Flip ging bei mir immer sehr verkrampft nur, weil ich eben im Körper nicht meine Haltung auf links vorwärts auswärts im Auswärtsdreier hielt, sondern mit dem Körper herumzog, unter anderem das rechte Bein dazu leicht nach rechts wandern liess - das ist das "Ziehen" was die Trainer monierten.

Beim Auswärtsdreier fährst Du Aussenkante links vorwärts auswärts mit der rechten Schulter über dem linken Bein wobei die linke Seite leicht tiefer ist. Im Knie stehen auf links = tief. Drehen nur mit tief - hoch= linkes Bein strecken - tief. Das rechte Bein nicht vorschwingen lassen. Auf rückwärts muss Du auf die Innenkante kommen, wo die rechte Seite leicht höher wird.
Wenn Du dann auf das rechte Bein absetzt auf der rechts Aussenkante, hast Du schon einen Walzerschritt.

Keine Angst vor dem Gefühl haben, nicht senkrecht über dem Eis zu stehen, das ist normal, wenn man richtige Bögen fährt. Das muss der Körper erst akzeptieren lernen, dann viel später erst wird man wagen, auch in der Luft das Bein nicht 90 Grad nach unten zu stossen in Richtung Eis zur Landung, sondern eben in die eigene Körperachse hinein, die immer in der Verlängerung des eigenen Rückgrats ist.

Das Hüftewackeln MUSS sein, denn man muss mit jedem Schritt seine Körperhaltung anpassen. Die Position der Hüfte ist das Wichtigste.
Immer unverkrampft stehen. Am besten denken, Du gehst joggen und machst ein paar Übungsspielchen mit den Beinen.

Nachtrag:
Was ich bei der Dame in diesem Video sehe ist bedenklich, sie arbeitet nicht mit den Knien, nur mit dieser Gegenbewegung. Dadurch wird man hingeleitet, diesen Dreier aus der Schulter zu fahren und auch alle anderen Techniken mit Schulterkraft zu halten/ rumzureissen. Das geht manchmal gut, wenn Du zufällig den richtigen Stand über der Hüfte hast, aber das verleitet Dich, alle anderen Eislauftechniken "aus den Schultern heraus" zu beginnen und zu beenden. Vor allem diese Rückbewegung auf rückwärts verleitet Dich, den Dreier ausschliesslich aus den Schultern zu kontrollieren, bitte nicht machen. Die Gegenhaltungen sind richtig, auch die Tatsache, dass man eine Körperspannung braucht, aber mach bitte die Bewegung aus der Hüfte mit diesem tief-hoch tief aus dem Standbein und halte die Schultern drüber.
Ich schick Dir mal ein Video von einer Eistänzerin, die das Prinzip "aus der Hüfte fahren" erklärt bei dem outside three turn


Der Partner dieser Eistänzerin, Oleg Althukov, macht seit kurzem selbst Lehrvideos, hier sein Vorwärts-Übersetzen. Am wichtigsten dabei: Die kreis-äussere Schulter zieht in den Kreis rein, wenn Du den nicht mitnimmst , klemmts

Schlittschuhkerlchen
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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Schlittschuhkerlchen » Mo 4. Dez 2017, 07:47

Katrin, danke für die vielen Tipps und so. :) Ich muss mir das nochmal angucken. Habe am Samstag bissl den Dreier geübt. Zumidenst auf der Eisfläche sah das nach einer halben Drei aus bzw. irgendwann mal auch nach einer ganzen.
Zwar kenn ich die Bedeutung von Außen- und Innenkannte, aber ich habe das noch nicht so im Gefühl, ob ich z. B. den besagten Dreier so mache. Teilweise sieht man, dass ich den ersten Bogen zeichne und dann mache ich den zweiten nicht so schön... Ich bremse da immer bei dem Punkt wo die zwei Bögen zusammenlaufen, etwas ab und verliere an Schwung...
Ich schnüre meine Schuhe ziemlich fest, dass ich zwar noch Blut in den Füßen spüre, aber nicht rumwackel etc. Hab mal gelesen, dass man an den Zehen eher normal bindet, dann wieder fester und oben, an der Schaft, wieder fester. Hm, ich binde meine Schlittschuhe halt nun so, dass ich fest in ihnen drin stehe, ohne irgendwie darin Samba tanzen - herum zu wackeln - zu können. :lol:
Andere Frage:
Privatunterricht kostet natürlich (wohl mehr), aber da würde ich es auch gleich richtig lernen.
Katrin, wie lehren solche Trainer das uns bei? Also ich meine, wie wird man in die Materie hineingeschubst, also von Einfach zu Schwierig etc? Weil ich zwar die Herausforderung suche darin, aber natürlich von leicht nach schwer mich steigern möchte.
Wie gesagt, ich bin erst mal froh, dass ich rückwärts fahren kann (Popwackeln krieg ich nun schon ganz flott hin und ich laufe meine Runden auf dem Eishockeyfeld gern auch mal rückwärts!). Was käme als Nächstes?
Danke :)

Katrin
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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Katrin » Mo 4. Dez 2017, 11:15

Schlittschuhkerlchen hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2017, 07:47
Teilweise sieht man, dass ich den ersten Bogen zeichne und dann mache ich den zweiten nicht so schön... Ich bremse da immer bei dem Punkt wo die zwei Bögen zusammenlaufen, etwas ab und verliere an Schwung...
Du bist Rechtshändig ? Der zweite= Rückwärtsbogen flach ? Oder nur ein Strich ?
Wenn ja: Das rechte Bein hinten halten in der Drehung (die rechte Seite eigentlich, aber der Übeltöter ist das rechte Bein) und die rechte Seite tiefer werden lassen.

Schlittschuh Schnüren: Vorn: nicht zu fest, dann fester werdend. Knallhart über der Ferse- denn die darf sich nicht heben im Schuh und zum Schaft nach oben lockerer, damit Du in die Knie gehen kannst.
Auf keinen Fall dürfen instabil machende Knicke sein da, wo man den Fuss beugt.

Rückwärts und Vorwärts Laufen ist sehr gut, aber nun gehts ans vorwärts und rückwärts Übersetzen im Kreis:
Für einen Eislaufunterricht wird das vorausgesetzt, das lernen die Kleinen in der vorbereitenden Laufschule. Es wird auch in der Grundprüfung für die Sportstudenten der Uni verlangt. Also die zwei Eishockeykreise nehmen und Achter fahren vorwärts, nach dem einen Kreis den Wechsel auf die andere Seite= das andere Bein vorn.
Vorwärts UND rückwärts. Auch beim Rückwärtsfahren im Eiskunstlauf immer dahin schauen wo man läuft, auch wenn man allein auf der Bahn ist. Der Kopf führt die Bewegung.
Übersetzen heisst, dass das freie Bein das Standbein kreuzt: Nun bitte auf keinen Fall das wörtlich nehmen und das freie Bein in hohem Bogen über das Standbein drüberführen, also nicht wie durch Brombeerranken durchstaksen ...weil ich das vor wenigen Tagen bei einem Sportlehrer gesehen habe. Richtig ist: Das freie Bein vor dem Standbein vorbeiführen ( siehe Oleg Altukhin ).

Nicht lachen...ich weiss nicht wie Du das machst, aber: Nicht springen den Richtungswechsel von vorwärts auf rückwärts. Einen Schritt machen. Ich bin sicher, dass Du aus dem Rückwärtsfahren einen Schritt nach vorwärts machst, den genauso von vorwärts machen auf rückwärts.

Dann folgene Übungen:
Bremsen - den Hockeystop, so lernt man auch die Hüften zu gebrauchen. Aus dem Vorwärtsfahren die Kufen querstellen 90 Grad zur Fahrtrichtung.

Einbeinig fahren ohne Wackler geradeaus ( nimm so eine Eishockeylinie), freies Bein in Kniehöhe angewinkelt halten.

Runter ins Knie und das freie Bein vorstrecken (Kanone)....und wieder aufstehen.

Schlangenlinien auf beiden Beinen, Slalom um Hütchen. Oder die fortgeschrittene Variante auf einem Bein, so kriegt Du eine Idee von Innen und Aussenkante.

Drehungen auf einem Bein, rechts oder links rum, fürs Gleichgewicht und die spätere Orientierung, in welche Richtung man Pirouetten und Sprünge am liebsten dreht.

Gesprungene beidbeinige 180 Grad Drehungen vorwärts auf rückwärts und zurück für die Orientierung und das Gleichgewicht.

Übrigens:
Das allererste was die Kleinen in der Laufschule lernen ist das Hinfallen und Aufstehen, das Hinfallen kann man ja nicht kontrollieren, wie man da landet, aber das Aufstehen geht immer vornrum über die Knie, damit man nicht irgendwie seitlich oder nach hinten wegrutscht.

Katrin
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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Katrin » Mo 4. Dez 2017, 15:31

Nochmal zum Auswärtsdreier: Über den könnte man seitenweise schreiben. "Technisches Handbuch Auswärtsdreier". Ist aber nix für jemanden, der Spass haben will, nur für einen wirklichen freak, der die Perfektion sucht. Ich muss leider die Perfektion suchen, weil ich mit 1, 78m recht gross bin, lange Beine habe und dadurch einen hohen Körperschwerpunkt.

Das Problem bei Deinem Auswärtsdreier könnte auch wo ganz anders liegen - allein schon daran wie Du stehst vor dem Abschieben nach links, oder wie Du die linke Kante aufsetzt, oder ob Du den Kopf nach links legst in der Kurve..schauen muss man aber eben nicht den Kopf schief legen, dazu zählt auch das innere Körper-Ziehen, wo man die rechte Seite minimal locker lässt, weil man um die Kurve will (Erklärung: Beide Körperseiten von Schulter-Hüfte müssen immer gleich lang sein, sonst verliert man seine Körper-Mitte und damit den Referenzpunkt, wohin man seinen Spielbein-Fuss zu setzen hat) .

Nur eins: Wenn Du später mal richtig Pirouetten und Springen lernen willst, leg viel Wert aufs Lernen von diesem Auswärtsdreier. Beide Richtungen üben, das Üben "andersrum" stabilisiert den Dreier, den Du später am meisten brauchst, wenn Du Deine Drehrichtung festgelegt hast.

Dazu sollte ein geschultes Auge Dich unter Aufsicht nehmen, dass Du nichts Falsches Dir anlernst - ein Trainer - aber wie Du sagst, Privatstunden sind 'ne teuere Angelegenheit. Und im Verein mittrainieren als Erwachsener unter Kindern, das macht nicht jeder Trainer. Erwachsenenkurse konzentrieren sich meist auf Laufschule, das wäre zunächst was für Dich...ist aber halt schnell langweilig für einen sportlichen Läufer, der ein wenig Herausforderung sucht.

Doch Vorsicht: Trainer müssen bezahlt werden, auch wenn Du es nicht kapierst, was sie Dir beibringen wollen. Und wirklich wahr, mein Stand-Problem auf dem linken Bein musste ich selbst lösen. Ganz sichtbar zutage trat es bei den nicht zentrierenden Pirouetten auf dem linken Bein ..und dem runden Axel, dem komischen Flip....
Das Nicht-Zentrieren hatte ich bei Privattrainings-Stunden den Trainern gesagt, sie sollen mal schauen was ich falsch mache.
Ein Trainer: Mehr Bögen üben. Die Haltung in den Bögen. Zack bum aus, kein Tip mehr, vor allem nicht wie ich den Linksbogen richtig fahre.
Der andere: Körperspannung fehlt, halten halten halten ! Mir brach der Schweiss aus vor Körperspannung.
Der andere: Ich weiss nicht was Du tust, ich sehe nichts.
Du glaubst nicht wieviel Geld an Privattrainer- Honorar ich allein in die Waagepirouette links gesteckt habe - und es war nur die verdammte linke Ferse, die ich zu weit rechts aufgesetzt hatte.

Wenn ich mal ein Eislaufbuch schreibe, wird mein Titel "Den Axel kann man nicht kaufen".

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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Schlittschuhkerlchen » Di 5. Dez 2017, 12:26

Hui, danke für so viele Ratschläge, Katrin.^^

Ich habe wohl Glück:
Eine Bekannte von mir hat eine Freundin, die hat mal Eiskunstlauf gelernt und sucht jemand, mit dem sie laufen kann.
Gut, soweit bin ich noch nicht, aber ich erhoffe mir, dass diese Freundin mir was beibringen kann. Zumindest besser und mehr als ich es je könnte. :lol:
Ist vielleicht gar nicht mal so schlecht, sich mit einer erfahrenen Eiskunstläuferin (so in meinem Alter) aufs Eis zu wagen.

Also ich bin auch 1,78m groß, wiege 75kg und habe auch lange Beine... ;) Schreibe mit links, weil Linkshänder, aber ich mache vieles auch rechts, z. B. mit der Schere oder Messer schneiden, etc, weil man lang nicht wusste, ob ich Links- oder Rechtshänder bin, als Kleinkind.
Beim Dreier hab ich mich halt wie an dem Video gehalten:
Rechter Arm nach vorne, der andere hinten, dann in Fahrt kommen, ich drehe die Hüfte nach rechts. Wie oben bereits erwähnt, ich zeichne mit dem linken Fuß den ersten Bogen (fast) immer perfekt und dann wird kritzelig oder gerade oder der Bogen wird ganz komisch. Nur das ich das richtig verstehe: beim Dreier fährt man mit dem Fuß weiter, mit dem man den ersten Bogen gemacht hat? Hab mal was gelesen von "Fußverlagerung weiter vorne", aber nicht auf den Zacken (sonst bremse ich ja).
Wahrscheinlich steh ich zu gerade, keine Ahnung, wie gesagt, es ist vielleicht besser, wenn mir jemand Erfahrenerer zuguckt. :)

Hab mir das Büchlein "Tipps fürs Eislaufen" von Waltraud Witte.

Katrin
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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Katrin » Mi 6. Dez 2017, 13:07

Also gestern wollte ich meine Schlittschuhe schon in die Tonne stopfen ( gut dass gestern Bio-Abfuhr war...), alles Mist. Hatte auch was mit diesem Dreier zu tun.

Ja, man fährt mit demselben Fuss weiter im Dreier. Der Walzerschritt wird, wenn man das freie Bein absetzt.

Bei meinem 1, 78 kg hab ich 71 kg ( mit breiten Schultern, fürchterlich für eine Frau).

Meine Drehung sieht im Moment sehr verrissen aus beim Dreier, der Bogen rückwärts flach und verkratzt. Nach der Drehung falle ich auf den Ballen, da sollte man auf der Ferse weiterfahren. Heisst: Ich mach die Entlastung falsch.
Meinen alten Schmus werd ich heute wieder auspacken für den Links-Dreier: Linke Schulter hochnehmen und richtig hochgehen und vor mit der linken Seite - alles was mit die Trainer sagten, hab ich nicht kapiert und nicht umsetzen können.
Mein Kopf und mein Körperinneres ( aufgrund von falschen Stand über links) zieht immer in den Kreis. Weil alle Trainer sagten: Spielbeinhüfte hoch = rechte Hüfte hoch, hab ich die rechte Seite hochgezogen und war aber gleichzeitig innerlich vorgedreht nach links. Mist hoch drei, kommt immer wieder. Nun versuche ich mich zurückzudrehen, drücke mit Kraft die rechte Seite zurück, auch Mist, weil mit Kraft soll man nicht arbeiten.
Warum meine Haltung falsch ist merke ich am Axel: Der geht nur mit dieser "zurückgedrehten Haltung" und dann aber wie Butter.

Also: Entweder immer Trainer oder das Eiskunstlaufen ganz sein lassen. Weil man sich Mist anlernt, einige Tips in den falschen Hals kriegt, selbständig ohne Überwachung weitertrainiert und dann kriegt man sie nicht wieder los.

Heute werde ich das machen, was ich in den ersten Jahren als richtig empfand. Ich will meinen hohen Flip wieder.

Dir viel Erfolg !!

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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Schlittschuhkerlchen » Do 7. Dez 2017, 12:20

Katrin, ich denke, du kennst das selber, aber:
Übung macht den Meister. :)

Hab mich gestern wieder aufs Eis begeben und hab ein Mädel gefragt, bei dem man sehen konnste, dass sie Eiskunstlauf macht, wie das mit dem Übersetzen/über Kreuz vorwärts geht etc. Sie gab mir beim Übersetzen Tipps, die ich teilweise schon kann ("Rollerfahren" im Kreis, wo der eine Fuß, der auf der Linie ist, nicht angehoben wird und man sich nur mit dem anderen, äußeren, Fuß abstößt etc) und dann sollte man einfach üben, auf einem Fuß zu fahren und dann halt übersetzen etc.
Gut, ich habe es probiert. Dann habe ich einen anderen Eisläufer, der das alles so zum Spaß macht, wie wir alle.
Der hat z. B. fast das Gleiche gesagt, nur, dass ich unter anderem ins Knie gehen, also gebeugt, soll und Schräglage (natürlich) brauche, um die Beine/Füße vorwärts leichter kreuzen zu können.
Ich habe es weiter probiert und wie immer ist alles stotternd und abgehackt gewesen. Aber am Ende kann ich sagen, dass ich nun über Kreuz vorwärts, also im Kreis, linksrum und rechtsrum, fahren kann. Zwar ist alles noch etwas wacklig und so, aber Übung macht doch den Meister. :) Interessanterweise tu ich mich beim rechtsrum fahren leichter als linksrum, aber ich beisse mich durch. :)
Ich freue mich, dass mir das nun gelingt und ich werde weiterüben.

Das mit dem Richtungswechsel übe ich erstmal beidbeinig; ich habe den Tipp bekommen, hier auch ins Knie zu gehen bzw. versuchen, dass ich die Belastung auf den vorderen Bereich der Kufe - also nicht Zacken, sonst falle ich ja hin :lol: - verlagere.

Ach, Katrin, so Sprünge würde ich auch gerne machen, aber ich trau mich erstens nicht, zweitens weiß ich noch darüber zu wenig und drittens habe ich Angst, dass ich da hinfalle, weil ich nicht auf der Kante lande.
Gut, ist alles eine Kopfsache, wie bei mir vorhin mit dem vorwärts übersetzen, wo ich zuerst mich nich getraut habe, in die entsprechende Schräglage zu gelangen, weil ich gedacht habe, ich würde hinfallen. Aber durch die Fliehkraft... :)

Katrin
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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Katrin » Do 7. Dez 2017, 20:29

Danke dass Du mir Mut machst.

Wenn Du so schnell lernst das Vorwärts/Rückwärtsübersetzen- gewaltig ! Glückwunsch !!

Springen:
Eigentlich sollte man eeeewig lange Bögen üben, bevor man springen kann. Ist aber langweilig, ich bin herumgesprungen schon im ersten Eis-Jahr auch ohne perfekte Körperhaltung.
Das Wesentliche ist halt beim Bögen fahren entspannt zu bleiben, also nie das Gefühl haben, jeeeetzt muss ich mein freies Bein aufsetzen sonst fall ich um. Entspannt bin ich nur, wenn ich meine Körpermitte nicht verlasse. Also: Körpermitte suchen, weil die meisten Erwachsenen haben schon eine leichte Körperschieflage: Bei mir Rechtshänder ist die rechte Seite leicht dominant, heisst zu hoch. Und der Körper signalisiert das einem nicht als Fehler, weil ja der Mensch dazu gedacht ist von seiner ganzen Entwicklungsgeschichte her eine dominierende Körperseite zu haben - wir sind ja nicht dazu geboren worden, nur um die ganze Zeit eiszulaufen :lol: .

Die Entspannung = meine Mitte ist da, wenn ich beide Körperhälften locker gegeneinander bewegen kann. Beim Dreiersprung auf dem Eis ( siehe unten) muss das freie Bein unbedingt locker pendeln, beide Arme parallel dazu locker schwingen.
WENN ich das schaffe, kann ich mit dieser Gegengleich-Bewegung oder dem locker pendelndem Bein samt Doppelarmzug beim Dreiersprung richtig gut rausspringen, doppelt so weit als wie beim verkrampft Abspringen. Ich bin noch am Experimentieren, weil man, wenn man nicht exakt richtig beide Körperhälften gegeneinander bewegt im Hochziehen des Absprungs- das ist ja gefühlt Schieflage- ganz schnell sich auf dem Eis wiederfinden kann.
Wobei ich Dich warne: Soll nur ein Tip sein, das hat mir kein Trainer erzählt, diese Gegengleich-Bewegung, das habe ich selbst herausgefunden und nur bei einem einzigen Läufer (Hanyu) habe ich diese Bewegung wiedererkannt, als ich seine Absprünge auf slow motion laufen liess. Ich schick Dir per private mail einmal seinen 4f Rittberger , wenn Du VLC player hast auf slow Motion nur diesen Absprung anschauen und diese Gegengleich- Bewegung der Arme betrachten, denn das sind nicht nur die Arme, diese Bewegung setzt sich im Körper fort.
Vor allem hilft mir die Visualisierung, dass die Körperhälften sich gegengleich bewegen, Spannung im Absprung zu vermeiden.

Probier erstmal zuhause auf dem Teppich Drehsprünge, erst eine Vierteldrehung, dann eine halbe und dann ganz rum...und alles ohne zu wackeln. Und in beide Richtungen. Ich hab lang gebraucht, bis ich gemerkt habe dass ich meine rechte Seite immer leicht zu lang habe. Diese Dominanz der einen Körperseite, s.o., das ist das Blöde dran, daher kapiert auch ein sportlicher Erwachsener manche Dinge einfach nicht. Zudem nimmt die Lernfähigkeit für Bewegungen schon bei Jugendlichen rapide ab. Erst mit 50 habe ich mit dem Eislaufen begonnen, wahrscheinlich war der Zug nicht nur ewig abgefahren bei mir, sondern ist schon wieder am Zurückkehren ;) . Habe allerdings nie mit Sport aufgehört.

Dreiersprung ist der erste Sprung auf dem Eis für jeden Eisläufer:
Probier mal aus dem Rückwärtsfahren nach vorn Dich zu drehen, abzuspingen und nach einer halben Drehung allerdings auf dem anderen Bein wieder auf rückwärts zu landen = Kadettsprung oder Dreiersprung. Also: Links abspringen vorwärts und rechts rückwärts landen. Ohne dass es irgendwo zieht oder Du wackelst. Ein Dreier- Sprung-Video schick ich Dir auch per private mail. Wenn Du das schaffst auf Anhieb bist Du richtig gut. Einfach an das normale Springen denken bei diesem vorwärts abgesprungenen Hop, es ist diesselbe Körperhaltung. Die Schlittschuhkante stellt sich automatisch etwas schief, davon kannst Du abdrücken. Das freie Bein muss ganz locker sein und pendeln. Erstmal vielleicht nur einen Schritt-Hüpfer machen.
Diesen Dreiersprung müsste eigentlich jeder Eiskunstläufer Dir zeigen können - sonst ist er kein echter.

VIIEL ERFOLG!

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Re: Eislauffähigkeiten ausbauen und verbessern.

Beitrag von Schlittschuhkerlchen » Do 7. Dez 2017, 22:00

Danke für die Videos. :) Also ich kann das noch nicht heraussehen, ob das nun ein drei- oder vierfach Sprung ist, weil die Geschwindigkeit so schnell ist bzw. ich muss mein Auge noch schulen. Ich erkenn das auch noch nicht, ob das ein Axel, Toe Loop oder Lutz ist. Wie gesagt, höchstens in Zeitlupe sehe ich vielleicht, wie viele Umdrehungen das sind, aber bei normaler Geschwindigkeit denke ich halt immer "Hä? Was war das und wie viele Drehungen waren das?" :roll: :lol:

Wie oben geschrieben, lerne ich gerade erst das vorwärts übersetzen bzw. das Gefühl dafür, im Kreis so zu fahren. Später will ich das ausbauen, dass ich damit elegant um die Kurve fahren kann. Aber wie gesagt, erstmal üben, üben, üben.
:)
Also einbeinig auf dem Eis zu gleiten kann ich, glaub ich, ganz gut, wobei ich einen Lieblingsfuß habe: rechts.
Ich bin mal so frei zu sagen, dass ich bissl ehrgeizig bin und beide Seiten in der Gleichgewichtsübung trainieren möchte.
Aber jeder hat seine Schokoladenseite. :P
Aber wie lernt man die Grundlagen der Sprünge? Ich meine, dass man das Gefühl bekommt, wenn man springt und landet - und sei es auch ein noch so kleiner Sprung - wie man auf der Kante (immer?) landet.
Wie in dem Video, wo das kleine Mädchen übt. ;)


Ah, ist doch schön, wenn man auch im fortgeschrittenem Alter sich noch was für etwas Neues traut. :mrgreen:
Ich meine, ich selber denke bereits, dass ich mit 31 Jahren fast schon zu alt wäre, um (zum Spaß) ein paar tolle Eiskunstlaufsachen machen zu können. :roll: Aber es geht mir ja um den Spaß.

Frage:
Es gibt ja das Grand Prix Finale für die Juniors. Rein interessehalber würde ich gern wissen, bis wie viele Jahre die Jugendlichen da mitmachen, bevor sie beim "richtigen" GPF teilnehmen dürfen?

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