Eiskunstlauftechniken - erklärt

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Re: Eiskunstlauftechniken - erklärt

Beitrag von Fechter » Mo 2. Dez 2019, 21:31

O.k. schade trotz Danke.

Katrin
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Re: Eiskunstlauftechniken - erklärt

Beitrag von Katrin » Di 3. Dez 2019, 08:26

Fechter hat geschrieben:
Mo 2. Dez 2019, 21:31
O.k. schade trotz Danke.
Nachdem ich selbst nach "differenzierter Lehrmethode " suchen musste in google, wärs interessant für mich dargestellt zu bekommen, wie das beim Eiskunstlauftraining aussehen könnte.
Ist differenziertes Lernen: Grobe Technik dem Sportler beibringen und ihm dann peu a peu einzelne Hinweise zur Verbesserung geben ? Trägt das nicht die Gefahr in sich, dass der Sportler auf einer falschen Technik hängenbleibt, weil nur die sein Körper versteht ? Beispiel: Beim Kugelstossen die Kugel werfen statt stossen ( ich hatte nie kapiert, wie man stösst :oops: ).

Stelle mir vor, dass die differenzierte Lehrmethode länger dauert mit der Gefahr, dass Sportler ihre Motivation verlieren anhand ausbleibender Erfolge, wenn sie die Hilfestellungen des Trainers nicht begreifen. Allerdings kann das auch zu besserer Technik führen - der Sportler lernt selbst seinen Körper kennen und optimiert seine Bewegungen ( so mache ich das jetzt notgedrungen, weil ich keinen Trainer habe, die Grundzüge der Techniken kenne ich aus den Trainerstunden). Wie gesagt, ich vermute, das dauert länger als bei der methodischen Reihe.

Sehe ich das richtig ?

Katrin
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Re: Eiskunstlauftechniken - erklärt

Beitrag von Katrin » Fr 6. Dez 2019, 09:30

"Zuviel Kraft in den Sprung reinlegen schadet" hört man die letzte Zeit oft von den Spitzenläufern, wenn es um quads geht.
Da ist einerseits gemeint: Nicht verkrampft abspringen.
Andererseits: Wie der Druck auf die Drehachse ausgeübt wird. Nur darüber gehts im Folgenden.

Was ich bis jetzt selbst gefunden habe zum Druck auf die Drehachse:
Während der gesamten Drehung Kraft auf die Drehachse geben geht gar nicht. Der Körper entspannt nicht, die Sprünge sind in der Landung nicht zu halten, irgendwie fliegt alles unkontrolliert.

Kurz gesagt: Am besten ist es für mich und meinen Könnensstand, in der geraden Sprunglinie den Druck zu geben, und das ist nur ein sehr kurzer Moment, kurz, explosiv und dann fliegen lassen, nur zusammenziehen.

Für mich nicht machbar ist es, den Druck rund zu geben mit dem rechten Arm:
Beispiel Axel: Im Absprung bei gestrecktem linken Bein oben rund um rechts rum noch Druck geben kann ich nicht. Ich gebe den Druck nur in gerader Linie und entspanne meine rechte Seite sofort wieder, während das linke Bein noch abdrückt.
Beim technisch ähnlich gesprungenem 2 S hatte ich diesen Rund-Druck rum bis an den Kreis (s.u. Bild) gestern probeweise gegeben und festgestellt: Danach komm ich nicht weiter.

Dummerweise sieht man in den Videos nicht richtig, bis wohin die guten Skater Kraft reingeben in den Sprung auf die rechte Achse.
Hanyu Absprung 4 S ACl 2018 Position am Kreis.png
Hanyu Absprung 4 S ACl 2018 Position am Kreis.png (1.22 MiB) 138 mal betrachtet
Hanyu ist einer der wenigen ( der einzige ?), der den 4 S erst voll hochzieht. Viele beginnen schon im Hochspringen die Rotationen; nur um Missverständnisse zu vermeiden: Das ist keine Vorrotation auf dem Eis, da wird nur in das Hochspringen hinein schon die Rotation begonnen; Beispiele sind Brezina und Fernandez.

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Re: Eiskunstlauftechniken - differentielles Lernen

Beitrag von Fechter » So 8. Dez 2019, 18:58

Hallo Karin, differentielles Lernen ist ein relativ neuer, teils noch umstrittener Ansatz in dem Erlernen sportlicher Techniken bzw. Bewegungsabläufe.. Es ist sozusagen das Gegenstück zur methodischen Reihe, die die Bewegung in aufeinander aufbauende Einzelelemente zerlegt.

In der traditionellen Trainingslehre wird versucht eine idealtypische Bewegung durch Wiederholung möglichst exakt abzubilden bzw. zu erreichen.
Der neue Ansatz geht davon aus, dass dies ohnehin nicht 100% möglich ist und trainiert in Variationen um die Zielbewegung herum. Dadurch wird eine Art unbewusste Autokorrektur beim Athleten ausgelöst und das Ziel (Wenn's denn klappt) schneller erreicht.

Es wird also gar nicht erst versucht, stets die exakt selben Bewegungen auszuführen, sondern jedesmal ein wenig anders.
Im von Dir angesprochenen Kugelstoßen konnte bereits nachgewiesen werden, dass die Methode funktioniert und sogar zu schnellerem Erfolg führt. Umstritten ist wohl noch, ob das im absoluten Spitzenbereich geht oder nicht.
Ich persönlich glaube, dass die Methode in vielen Sportarten eine Zukunft hat. Warum nicht auch im Eislaufen? Wie bei allem Neuen gibt es natürlich Vorbehalte. Aber das muss ja nicht so bleiben.

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Re: Eiskunstlauftechniken - erklärt

Beitrag von Fechter » So 8. Dez 2019, 19:04

Ach so, wie dass beim Eislaufen aussehen könnte weiß ich auch nicht, weil ich aus einem anderen Bereich komme. Daher ja auch meine Frage.

Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass man Sprung oder Pirouetten jeweils mit einem leicht anderen Winkel und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit anläuft. Ist aber nur eine sehr laienhafte Vorstellung.

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