Der Blick über den Tellerrand

Katrin
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Der Blick über den Tellerrand

Beitrag von Katrin » Do 28. Dez 2017, 18:49

nach Japan

Warum sind die Japaner so erfolgreich ?
Der Artikel beschreibt den Werdegang des Eiskunstlaufs in Japan detalliert.
Da der Artikel in Englisch ist, verzichte ich auf Zitate.

Die Suche nach Talenten mit Hilfe von Camps etablierte 1992 Noriko Shirota ( damals Vizepräsidention der JSF = Japan Skating Federation, Rücktritt 2006 wegen eines internen JSF-Skandals, heute Verbindungs-Frau zu Yuzuru Hanyu) zunächst im Hinblick auf die Spiele 1998 in Nagano: Die besten Talente werden ausgewählt und weitergebildet, zu nationalen und internationalen Wettbewerben geschickt. Das Projekt besteht heute noch. Unter anderem treffen die talentierten Kinder in diesen camps mittlerweile auch auf ihre stars wie Yuzuru Hanyu - das soll sie anstacheln.
Man erinnert sich: Der Rohdiamant Yuzuru Hanyu wurde auch auf Vermittlung der JSF nach Kanada zu Orser in den Toronto Cricket Club geschickt, um den Feinschliff zu erhalten, das war ab April 2012.

Was mir immer auffällt, leider steht dazu nichts in dem Artikel: Die gute Grundtechnik aller Japaner. Wo und wie werden die Trainer geschult ?

Katrin
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Re: Der Blick über den Tellerrand

Beitrag von Katrin » Do 28. Dez 2017, 20:11

nach Russland

Weil hier nicht nur der link stehen sollte, hab ich Einiges aus dem Artikel von Maria Krylova mit Hilfe von im translate übersetzt und hoffe, dass meine kleinen Änderungen für ein besseres Deutsch den Sinn des Ganzen immer noch treffen.

Die russischen Frauen sind die besten. Seit langer Zeit.
Maria Krylova gibt einen Einblick ins Phänomen des russischen Frauen-Eiskunstlaufs

Schönheit und Gesundheit
Die Geschichten der meisten Champions im Eiskunstlauf beginnen auf die gleiche Art und Weise - Eltern haben auf der Eisbahn die Gesundheit des Kindes gestärkt. Während des Eiskunstlaufs entwickelt und harmonisiert das Kind eine Figur, ein Gefühl für Rhythmus und Musikalität, enthüllt künstlerische Fähigkeiten.
Dazu muss ich meine persönliche Beobachtung beifügen: Ja stimmt, ich höre auch auf den deutschen Eisbahnen viel Russisch, und viele kleine Kinder gehen mit ihren russischen Eltern aufs Eis, manchmal hab ich das Gefühl sie werden einfach auf Schlittschuhe gestellt und müssen ob sie wollen oder nicht, finden das aber auch nicht schlimm, gehört für Russen einfach mit zum Leben. Die deutschen Eltern gehen etwas sanfter mit ihren kleinen Kindern um und sorgen sich viel eher, wenn der oder die Kleine eine Bauchlandung macht, runzeln die Stirn. Das kleine Deutsche Kind merkt, das da was Schlimmes passiert ist nach Meinung der Eltern und fängt an zu heulen. Wenn dagegen ein russisches Kind plautz macht, wird es kommentarlos aufgehoben und weitergeschoben, da gibts auch seltenst Heulerei. Ist wie ein zweites Mal Laufen lernen für die Russen, gehört zum Leben.

Aber Eiskunstlaufen kostet Geld.
Dazu Eteri Tutberitze:
'Ich verließ den Sport, als sie auf mich zukamen und mir sagten, dass ich dem Choreograph 100 $ zahlen möchte', erinnert sich Eteri Tutberidze in der Dokumentation 'Match TV'. 'Und es ist nur für einen Monat.' Riesiges Geld. Ich wagte nicht einmal, es meinen Eltern zu sagen, obwohl ich weiß, dass mein Vater diesen Betrag gefunden hätte. '
...
Eiskunstlauf - er ist teuer. Nur Skates kosten rund 30-40 Tausend Rubel (30- 40T Rubel= 413.- - 551.-€). Bei Kindern reicht ein Paar für die Saison. Bei Junioren und Erwachsenen, die komplexere Elemente ausführen, brechen Schuhe häufiger. Weitere 30 Tausend Rubel pro Monat müssen Sie für das Training geben, in der Schule Plushenko Preisschild ist noch höher - 60 Tausend Rubel (60T Rubel= 821.-€). Darüber hinaus sind viele einzeln beschäftigt (eig. Anmerkung=Privattraining) und zahlen extra - bis zu 3 Tausend Rubel pro Stunde. Diejenigen, die in der Mannschaft sind, ist es einfacher. Die Dienste von Trainern und Choreografen werden vom Bund bezahlt.

Eine separate Geschichte - Kostüme. Sie können ungefähr 50 Tausend Rubel (ca 690.-€) für Kristalle für ein Kleid ausgeben.

Ein wichtiger Kostenposten ist die Unterbringung in Moskau oder St. Petersburg. Wenn ein Kind einen Ehrgeiz hat, ist der Umzug in eine der beiden Hauptstädte unausweichlich.

Nicht alle diese Kosten zahlen sich aus. Sie müssen zu den Führern gehören. ... Heute für den Sieg auf der Grand Prix-Bühne können Sie 18 000 Dollar bekommen. .. im Finale 25 000 Dollar ... Bei der Europameisterschaft Singles Skater erhält $ 20 000, für die besten der Welt - 45 000 Dollar.

So kann Medvedeva für eine Saison Eislaufen etwa 126.000 Dollar (ohne Berücksichtigung von Zahlungen aus dem Ministerium für Sport, DSP und der Region) verdienen. Ein Teil des Einkommens - von 20 bis 30 Prozent - geht an den Trainer.

Nach der Sportkarriere sind Eisschauen die Haupteinnahmequelle. Bis vor kurzem war dies fast immer ein Umzug nach Nordamerika. Jetzt können sie in Russland Geld verdienen.

Im Großen und Ganzen begann alles im Jahr 2002, als Ilya Averbukh mit Profisport endete und begann zu produzieren. Er sagt: 'Ich kam aus einer ersten Runde mit einem Verlust von 100.000 $ - aber niemand wusste, dass ich in Schwierigkeiten war.' ...
Wie man aus dem Eiskunstlauf ein Geschäft macht - "ice age":
Die Produktionsfirma von Averbukh veranstaltet nicht nur in russischen Städten, sondern auch im Fernsehen Eisshows und Performances. Alles begann nach der Präsentation von 'Russia Waits' im Jahr 2006, die auf dem Ersten Kanal gezeigt wurde. Russische Eiskunstläufer sind gerade vom Olympischen Turin zurückgekehrt, wo sie drei Gold von vier möglichen gewonnen haben (die vierte Medaille - Bronze - ging an Irina Slutskaya) und sind sofort aufs Eis gegangen. Es war ein großer Erfolg. Aufgrund der hohen Bewertungen wurden Averbukh und sein Team eingeladen, an der Entstehung der TV-Show 'Stars on Ice' mitzuwirken, die sich schließlich in 'Ice Age' verwandelte. Laut der Zeitschrift RBC bringen Eisprogramme und TV-Aktivitäten 850 bis 1,5 Milliarden Rubel pro Jahr. Laut Tatiana Tarasova ist Eiskunstlauf die Nummer Eins im Winter....
Dank 'Ice Age' hat im Land ein regelrechter Boom im Eiskunstlauf begonnen. Am Wochenende sind die Eisbahnen bis zu den Augäpfeln gepackt.
Jetzt auf dem Ersten - Live-Übertragungen der Grand-Prix-Etappen, auf 'Russland 24' werden die Nachrichten unterbrochen, um über den nächsten Sieg von Medvedeva zu erzählen.

'Die Tatsache, dass Eiskunstlauf oft auf Fernsehbildschirme fällt, beeinflusst natürlich seine Popularität', glaubt Elena Radionova. - Ich erinnere mich gut daran, wie ich als Kind während der Übertragungen vor dem Fernseher tanzte und mir vorstellte, dass ich eine Medaille bekommen würde. Das ist ein guter Anreiz. '

Traditionen und Meisterschaften

Im Frauenlauf hat Russland lange keine großen Erfolge erzielt. ...
Die Situation wurde geändert bei den Games2014, nach denen es für Russland zwei Olympiasieger gab: Julia Lipnitskaya - in Teamwettbewerben, Adeline Sotnikova - in persönlichen. Für den Erfolg der Mädchen zu Hause beobachtet mehr junge Rivalen in der russischen Meisterschaft - Jewgeni Medwedewa, Elena Radionowa, Maria Sotskova - und weniger glückliche Kollegen - Anna Pogorilaya und Elizaveta Tuktamysheva. Jede von ihnen war entschlossen, im neuen olympischen Zyklus zu kämpfen. Nicht jede schaffte es, mit der hartem Konkurrenz fertig zu werden. Aber sie ist es, die hilft, Eiskunstlauf zu entwickeln. Und sie zieht immer mehr Kräfte an.

Zhenya Medvedeva : 'Der Wettbewerb ist gut. Es ist okay, wenn 15-jährige Mädchen kommen und mich ausspielen. Das ist, wie es sein sollte. Es war mit allen Generationen so. Die Hauptsache ist für mich, weiter zu arbeiten. Und zu verstehen, dass es mir gut geht. Und im Allgemeinen ist es nicht beängstigend zu verlieren - es ist beängstigend, davor Angst zu haben. '

Alter und Perspektiven
...das Alter der russichen Spitzenläuferinnen wird genannt Medvedeva 18, Zagitova 15...

'Jetzt steht die Schule an erster Stelle', sagte Julia Lipnitzkaja (19) in einem Interview auf der offiziellen Website der Eiskunstlauf-Föderation. - Ich bin aktiv in Englisch mit Tutoren beschäftigt. In einem Jahr plane ich, die Moskauer Staatliche Universität zu betreten. Ja, ich habe ein neues Leben, neue Pläne. Nach dem Sport gab es die Angewohnheit, sich selbst zu organisieren und einen klaren Zeitplan zu erstellen. Wenn es Freizeit gibt, und jetzt erscheint es viel öfter, sofort anfangen zu denken, womit man es füllt? Ich male Dinge aus, um nicht still zu sitzen. Wenn der Tag geplant ist, dann fühle ich mich großartig, ich versuche überall mitzuhalten. Und am freien Tag gehe ich zur Datscha. ' ....

Im Damen-Skaten können Sie heute eine schnelle Karriere machen - sportliche Ambitionen für das 18. Lebensjahr verwirklichen und dann ein normales Leben organisieren. ...


Meine Anmerkung zum Schluss: Warum funktioniert das nicht so mit den russischen Männern ? Ist da der Leistungsdruck nicht so hoch weil die gleichaltrige Konkurrenz fehlt - die russischen Jungs gehen wahrscheinlich auch lieber zum Eishockey ?


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Katrin
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Re: Der Blick über den Tellerrand - Doping in anderen Sportarten

Beitrag von Katrin » Mi 10. Jan 2018, 16:29

Beim Suchen nach neuen Hanyu-Artikeln in kyodo news bin ich über diesen Artikel gestolpert:

https://english.kyodonews.net/news/2018 ... dream.html

Kein Kommentar. Das ist der erste Fall in Japan. Erinnert mich an Harding - Kerrigan.
Vielleicht hatte Baumann doch recht, dass jemand was in seine Zahnpasta gemischt hat.

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Re: Der Blick über den Tellerrand - wie Fans hassen können

Beitrag von Katrin » Mi 14. Feb 2018, 09:25

Im shorttrack gewann Kim Boutin nach einer Disqualifikation der Koreanerin Choi die Bronzemedallie. Nun wird Boutin in den social media schwer beleidigt und sogar mit dem Tod bedroht.
Bei shorttrack kennen die Koreaner keinen Spass, das ist ihr Sport.
Einige Koreaner haben sich aber auch gemeldet, die sich für das Verhalten ihrer Landsleute bei Boutin entschuldigen.

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Re: Der Blick über den Tellerrand

Beitrag von Katrin » Di 20. Feb 2018, 11:03

Kassai will weiterspringen und Pechstein weiterlaufen bis 2022.

Da kann man nur sagen: Je oller je doller, die nehmen doch nur jungen Athleten den Startplatz weg ?

Ich meine: Wenn diese beiden Herrschaften innerhalb der Nationalmannschaft ihre Leistung bringen, warum nicht ?

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Re: Der Blick über den Tellerrand - Touren - Eislaufen auf dem Baikalsee

Beitrag von Katrin » Fr 23. Mär 2018, 10:24

Wer kommt mit auf den Baikalsee ? Das wär mal eine Urlaubsidee!
Wäre selbst interessiert dran, bin aber eher der Typ der leicht friert, müsste mir super dicke Ausrüstung anschaffen und neue Touren-Schlittschuhe, wo auch dickere Socken reinpassen, denn in den engen Eiskunstlaufschuhe würden meine Zehen sofort erfrieren. Oder eben solche Unterschnall-Kufen mir zulegen, wie sie im Artikel zu sehen sind.
Meine Eiskunstlaufschuhe kommen aber trotzdem mit. Keine Angst braucht man haben, das Eis ist 1 Meter dick, nur muss man halt auf die Risse und weisse Stellen im Eis aufpassen, also ein wenig Eislauf-Erfahrung wäre gut. Stöcke mit Spitzen hat man auch, um sich voranzuschieben, also wer beim Ski-Langlauf gut skaten kann, hat hier auch keine Probleme. Wer fängt schon mal an, mit mir Russisch zu lernen ?
Hier ein bbc- Video.

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Re: Der Blick über den Tellerrand -Neuer Geschwindigkeitsweltrekord auf Schlittschuhen

Beitrag von Katrin » Do 29. Mär 2018, 16:12

Der zweimalige Olympiasieger Kjeld Nuis (Gold 1000m und 1500m) hat in Lulea, Schweden, auf Natureis auf einer geraden Strecke ohne Kurven hinter einem Auto mit Windschutz eine Geschwindigkeit von 93km/h erreicht, das ist neuer Weltrekord, Video des NL-Fernsehens veröffentlich gestern, 28.3..
Hier ein Kurzbericht von T-online auf deutsch.

Dieses Projekt mit dem sponsor Red Bull diente für die TU Eindhoven dazu herauszufinden, wie man noch schneller werden kann. Ohne Windschutz wäre eine Geschwindigkeit von nur ca 60km/h zu erreichen.
Kjeld bedankt sich bei der Stadt Lulea, den Bürgern und dem Bürgermeister für das super warme Willkommen und die Unterstützung. Die Eisbahn hätte nicht besser sein können, da es Natureis sei, müsse man mit den Rissen drin leben.
Auch habe er einen Schutzanzug angehabt, ein Sturz bei einer solchen Geschwindigkeit kann heftige Folgen haben.

Ein Kommentar zu diesem youtube Video von Sjaak de Winter: "Ich bin mal über 50km/h schnell gewesen( nur ein paar Sekunden), Mann, Mann , Mann, fast in die Hose gemacht, ich dachte, wenn ich nun falle, bin ich tot."

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