Karl Heinz' Presseschau

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Katrin
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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Katrin » Di 20. Feb 2018, 12:18

WADA ist unsensibel bei Dopingproben, weil mitten im Training von Eiskunstläufern.

Ich hätte einen Anfall gekriegt, ich weiss, das ist unprofessionell, aber wer mich kennt, der wüsste, dass ich da heisse Ohren kriege. Dem Wada -Kontrolleur hätte ich sehr deutlich meine Meinung gesagt, egal ob ich mich da nun unbeliebt mache, sogar verdächtig oder nicht.

Wenn ein Training flöten geht, gibts doch bestimmt die Möglichkeit, in einer anderen Trainingsgruppe aufs Eis zu gehen, so eng sind die Bestimmungen ja da wohl nicht, ein Läufer mehr oder weniger ist ja ja noch zuträglich, und sollte auch von den anderen Läufern, die nun ein bisschen weniger Platz haben, akzeptiert werden, wenn sie die Umstände kennen.

Edda 77

Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Edda 77 » Do 22. Feb 2018, 16:52

Katrin hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 12:18
WADA ist unsensibel bei Dopingproben, weil mitten im Training von Eiskunstläufern.
Die Sportler scheinen wenig Respekt vor der WADA zu haben. Wenn man eilig zur Arbeit fährt und man wird von der Verkehrspolizei angehalten, würde auch keiner sagen, dass die Polizei die Leute schikaniert. Da unterbricht man seine Fahrt doch auch und lässt die Kontrolle kommentarlos übergehen.

Katrin
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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Katrin » Do 22. Feb 2018, 18:10

Also ich traf bei meiner letzten Polizeikontrolle ( war nicht angegurtet) auf besonders nette Polizisten, die mich fahren liessen ohne Strafzettel, als ich sagte, ich müsse zur Beerdigung meines Vaters und da in 10 Minuten anwesend sein.

Katrin
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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Katrin » Mo 26. Feb 2018, 10:17

Herr Becker hat recht http://www.faz.net/aktuell/sport/olympi ... 64420.html :
Es ist einfach kalt was die Russinnen zeigen. Von so viel negativen und auch unsachlichen Kommentaren "das ist blosser Neid" "wenn da zwei Deutsche vorn wären, hätte keiner was gesagt" "schon wieder Russlandschelte" war ich überrascht. Sieht denn keiner der Unterschied zu Osmond ?
Nachtrag: Wobei mir Medvedeva zu gefallen beginnt, da ist was hinter ihren Posen, was Echtes.

Karl-Heinz Krebs
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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Mo 26. Feb 2018, 11:37

Das einzige was unsachlich ist, ist das Geschmiere dieses Herrn. Russland-Bashing ist in deutschen Medien ja seit einiger Zeit in, alles bedient der Herr das gerne: militärischer Drill - selbstverständlich, Doping - sowieso, Kindesmissbrauch - aber Hallo. Alles in einem Kommentar zum Olympiasieg von Zagitova. was macht das schon, dass der Kindesmissbrauch bei Turnerinnen in den USA begangen wurde, kann man ja trotzdem bei russischen Eiskunstläufern einbauen. Vielleicht bleibt bei den Lesern ja was hängen: Eiskunstlauf, Russland? War das nicht was mit Kindesmissbrauch?
Natürlich war Osmond stark, aber die beiden Russinen waren eben besser. Die stehende Ovationen nach ihren Auftritten waren jedenfalls nicht zu übersehen. Ich mag Osmond sehr, spätestens seit Marseille, als sie quasi vor meinen Füßen, ich konnte die Schweißperlen auf ihrer Stirn zählen, während eines Herren-Trainings, zwischen den Stuhlreihen liegend, Übungen mit einem Band machte, und gönne ihr jede Medaille von Herzen. Und natürlich kann jeder sagen, er hätte Osmond vorngesehen weil... Was aber in meinen Augen überhaupt nicht geht: die Gegnerinnen herabzuwürdigen, zu diskreditieren. Das ist grob unsportlich.
Deshalb hier mein Paradebeispiel an Sportlichkeit, dass so in Deutschland wohl nicht mehr möglich ist: WM Boston 2016. Nach dem Kurzprogramm führt Gracie Gold, die Favoritin Evgenia Medvedeva ist mit fast vier Punkten Rückstand Dritte. Die USA steht damit dicht vor dem Gewinn der Goldmedaille bei den Damen. In der Kür muss Medvedeva als Erste der Favoritinnen heran und läuft eine Weltrekordkür. Die Amerikaner feiern sie dafür mit Begeisterungstürmen, obwohl damit klar war, dass es kein Gold für die USA geben würde. Das ist Fairplay. Das ist Liebe zum Eiskunstlauf.



Warum können sich die deutschen Eurosport-Kommentatoren nicht mal so unvoreingenommen freuen, wie ihre englischen Kollegen.

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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Henni147 » Mo 26. Feb 2018, 15:56

Bisher war ich auch skeptisch, ob im russischen Sport wirklich alles so böse und schlecht läuft, wie es in den Medien dargestellt wird. Vor allem gefällt mir diese Art der Generalverurteilung Russlands nicht.

Allerdings bin ich beim Stöbern über dieses Video gestolpert. Ich will niemandem meine Meinung dazu aufzwingen. Schaut es euch selbst an und bildet euch eure Meinung:
» BENVENUTI SUL PIANETA HANYU! ABITANTI UNO: SOLO LUI. «
- Massimiliano Ambesi

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Jenni
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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Jenni » Mo 26. Feb 2018, 16:42

Karl-Heinz Krebs hat geschrieben:
Mo 26. Feb 2018, 11:37
Deshalb hier mein Paradebeispiel an Sportlichkeit, dass so in Deutschland wohl nicht mehr möglich ist: WM Boston 2016. Nach dem Kurzprogramm führt Gracie Gold, die Favoritin Evgenia Medvedeva ist mit fast vier Punkten Rückstand Dritte. Die USA steht damit dicht vor dem Gewinn der Goldmedaille bei den Damen. In der Kür muss Medvedeva als Erste der Favoritinnen heran und läuft eine Weltrekordkür. Die Amerikaner feiern sie dafür mit Begeisterungstürmen, obwohl damit klar war, dass es kein Gold für die USA geben würde. Das ist Fairplay. Das ist Liebe zum Eiskunstlauf.

Warum können sich die deutschen Eurosport-Kommentatoren nicht mal so unvoreingenommen freuen, wie ihre englischen Kollegen.
Die Menschen in der Halle freuen sich eigentlich immer. Sie sind selten so parteiisch, dass sie für Sportler aus anderen Ländern nicht klatschen. Der Eiskunstlauffan ist ja auch nicht auf ein Land festgelegt, sondern meist auf einzelne Sportler.

Zu dem Video: Tut mir leid, dir dein Beispiel kaputt zu machen 🙈
Das sind aber keine amerikanischen Kommentatoren in dem Video. Das sind Briten und die freuen sich eigentlich immer bei allen.
Beim NBC bei der WM 2016 haben sie immer noch davon geredet, ob Gracie Gold gewinnen kann, obwohl Medvedeva den WR gelaufen war. Nach dem Gracie gelaufen ist, nicht mehr. Sie waren jetzt nicht negativ zu Medvedeva damals, aber so riesig gefreut haben sie sich auch nicht. Wagner als zweite stand da viel mehr im Fokus. Erste Medaillie an USA seit Jahren.

Im NBC ist das meist viel schlimmer als alles was deutsche Kommentatoren von sich geben. Die widersprechen sich ja sogar im Laufe der Saison selber. Und es sind die parteiischten Kommentatoren, die es gibt. (Aber eigentlich ist es da egal welche Sportart mit NBC Kommentar, das ist meist furchtbar.)


Nebenbei ich finde es schon in Ordnung, dass Kommentatoren die Defizite des Wertungssystems ansprechen. Auch Wertungen hinterfragen gehört dazu. Zumal eben viele Wertungen mit einem technischen Handbuch in der Hand, so nicht sein dürften. GOEs haben genaue Vorschriften, werden aber selten so gegeben wie im Regelwerk vorgesehen, auch die richtige Absprungkante ist festgelegt, wird aber oft ignoriert bei z.B Osmond, Medvedeva...
Die Deutschen sagen zwar was Ihnen nicht passt, aber sie freuen sich nicht nur über eigene Sportler.


Zu dem "Geschmiere des Herrn" gebe ich dir völlig recht. Da ist in dem Artikel so viel zusammengewürfelt, Fakten sind da keine. Das mit dem amerikanischen Missbrauchsskandal find ich am allermeisten daneben.

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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Jenni » Mo 26. Feb 2018, 18:05

Danke Henni für das Video. Ich fand es wirklich sehr interessant.

Ein Tag in der Schule? Dass es wenig Unterricht gibt, wusste ich, aber dass es so extrem ist. Da liegt eben auch einer der großen Unterschiede, warum deutsche Läuferinnen nie so weit nach vorn kommen. Die Schulbildung kann in Deutschland nicht für den Sport geopfert werden. Es ist sogar so, wenn du die schulischen Leistungen nicht bringst, kannst du deinen Sport nicht machen. Also kannst du in Dtl. dieses extreme Stundenpensum nicht machen. (Das ist natürlich nicht der einzige Grund)
Das Video zeigt einfach viel, wie hart das Leben als Sportler eben ist.
Aber ich denke nicht, dass das nur bei Eteri's Schule so zu geht. Das ist ein Paradebeispiel, auch in anderen Ländern. Sportler nehmen eben viel in Kauf, um in dem Sport erfolgreich zu sein. Es gehört viel Willenskraft dazu, dass Training auf Dauer durchzuhalten. Und dass alles nicht immer schön ist und nur Spaß macht, kann sich glaube ich jeder denken.

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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Mo 26. Feb 2018, 22:07

Jenni hat geschrieben:
Mo 26. Feb 2018, 16:42
Zu dem Video: Tut mir leid, dir dein Beispiel kaputt zu machen 🙈
Das sind aber keine amerikanischen Kommentatoren in dem Video. Das sind Briten und die freuen sich eigentlich immer bei allen.
Der Text zu dem Video bezieht sich auf die Begeisterung der amerikanischen Zuschauer nach der Kür von Medvedeva und unter dem Video steht

Warum können sich die deutschen Eurosport-Kommentatoren nicht mal so unvoreingenommen freuen, wie ihre englischen Kollegen.

Und ein Artikel aus der Chicago Tribune von heute. Sachlich und unaufgeregt wie viele Artikel in den amerikanischen Zeitungen der letzten Tage.

http://www.chicagotribune.com/sports/in ... story.html

Und gleich noch einer von der NBC.

https://www.nbcchicago.com/news/sports/ ... 66143.html

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Re: Karl Heinz' Presseschau

Beitrag von Jenni » Mo 26. Feb 2018, 23:28

Karl-Heinz Krebs hat geschrieben:
Mo 26. Feb 2018, 22:07
Der Text zu dem Video bezieht sich auf die Begeisterung der amerikanischen Zuschauer nach der Kür von Medvedeva und unter dem Video steht

Warum können sich die deutschen Eurosport-Kommentatoren nicht mal so unvoreingenommen freuen, wie ihre englischen Kollegen.
Dann war das Video für mich etwas irreführend. Und wie gesagt die Zuschauer sind selten parteiisch. In Japan zum Beispiel sind sie auch immer sehr fair. Die Zuschauer schwingen auch Fahnen mit Ländern, denen sie nicht angehören. (Hab ich auch schon gemacht) Und wie bei jeder WM sind da Menschen aus aller Herren Länder.

Ich würde jetzt gern mal im Vergleich die deutschen Kommentatoren zu der gleichen Kür hören. Leider gibt es wenig mit deutschem Kommentar im Nachhinein zu hören.


Der Artikel aus Chicago Tribune spricht was interessantes an. Die olympischen Spiele im eigenenen Land haben die Leistungen angefeuert. Ich denke da könnte was dran sein. In China zu den Spielen 2008 war China in vielen Sportarten auf dem Vormarsch, ca. 8 Jahre später war davon nicht mehr so viel zu merken (zumindest wenn man vom Turnen ausgeht).

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