ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Karl-Heinz Krebs
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ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Di 12. Sep 2017, 07:19

Das war ein Schreck in der Morgenstunde. Für mich macht den Reiz des Eiskunstlaufs gerade die Mischung aus künstlerischen und sportlichen Elementen aus. Wenn ich mir vorstelle, ich soll jetzt 26 Läufern dabei zu sehen, wie sie im "künstlerischen" Programm in Schönheit sterben und am nächsten Tag dann, wie sie Sprung an Sprung reihen. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass mir das gefällt. Warum kann die ISU nicht den eingeschlagenen Weg der sanften Änderungen weitergehen? Die Abwertung der Vierfachen, die Streichung eines Sprungs haben die Vorteile der Springer schon zu einem Teil aufgezehrt. Wenn nun noch ein künstlerisches Element in die Kür aufgenommen worden wäre, dann wäre man einem Gleichstand zwischen beiden Stilarten sehr nahe gekommen. Zumindest so nahe, dass man diese Variante hätte einen Olympiazyklus hätte laufen lassen können. Danach gäbe es dann immer noch genug Stellschrauben zum nachjustieren.
Die radikalen Änderungen hingegen können ein neues Ungleichgewicht schaffen. Da niemand Erfahrungen damit hat, besteht die Gefahr, dass dann doch die sportliche oder die künstlerische Seite deutlich überbewertet wird. Künftig werden wir dann also drei Weltmeister in jeder Kategorie küren. Auch das eher eine Verwässerung, weil es nicht mehr den Champion gibt.
Was mich dann aber wirklich ärgert: Das ganze wird wohl im stillen Kämmerlein ausgebrütet. Offenbar ohne Beteiligung der Läufer und vor allem ohne den wichtigsten Teil der Eiskunstlauffamilie: Den Eiskunstlauffans.

Katrin
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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Katrin » Di 12. Sep 2017, 08:04

Karl-Heinz Krebs hat geschrieben:
Di 12. Sep 2017, 07:19
Das war ein Schreck in der Morgenstunde. .....
Ich musste das zweimal lesen. Ist doch kein erster April ?

Was ich vermute: Das war ein Radikalvorschlag eines ISU - Mitglieds, der vielleicht schon Ballett in der Grundausbildung der Läufer fest verankert hat und bei den Männern keine Vierfachspringer rausbringt, die sich auf Kunst UND Sport konzentrieren können? Cui bono?....Russland ? Es muss jedenfalls ein Schwergewicht sein innerhalb der ISU Familie mit viel Einfluss, denn sonst würde Bianchetti keinen Ton drüber verlieren.

Soll dann etwa der sportliche Teil ohne Musik laufen ?

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Henni147
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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Henni147 » Di 12. Sep 2017, 09:35

Da ist mir auch vor Schreck der Spekulatius ins Plantschbecken gefallen.

Sport und Kunst sollen AUSGEWOGENER werden, indem man sie... voneinander TRENNT?!?!?!
Dann sagt Läufer A: ich bin ein super Techniker, aber ein miserabler Künstler. Die Kunstmedaille gewinne ich sowieso nicht, deshalb konzentriere ich mich nur auf den sportlichen Teil.

SUPER IDEE ISU. GRATULATION ZUR DÜMMSTEN IDEE DES MILLENIUMS. Wenn diese Änderung durchkommt, gründe ich mein eigenes Sportkomitee.

Ich bin mal unten im Keller meine Kinnlade wieder raufholen.
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Katrin
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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Katrin » Di 12. Sep 2017, 14:27

Henni147 hat geschrieben:
Di 12. Sep 2017, 09:35
Wenn diese Änderung durchkommt, gründe ich mein eigenes Sportkomitee.
Bin dabei, Henni.

Wenn ich diesen absurden Vorschlag durchdenke, beisst sich die Katz in den Schwanz - denn unterm Strich kommt dasselbe raus für den Läufer, nur der Zuschauer ist derjenige, der zu kurz kommt. Ein hundert Jahre altes Bild vom Eiskunstlauf wäre weg. Ich möchte nicht einen Tag nur Sprünge sehen.

Und wenn diese Änderung tatsächlich durchgeht nach dem Motto" ein Tag Kunst, der andere Sport": Das sind dann nicht nur Sprünge und Pirouetten, sondern dann müssen auch die fast vergessenen Pflichtbögen aus der Tonne geholt werden, denn hier sieht man ganz genau, ob der Läufer eine gute Kantentechnik hat und Körperbeherrschung. Das geht aber zulasten der Trainingszeit - denn die wird schlagartig höher.

Nur ein Programm im bisherigen Stil laufen fände ich OK.

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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von MI's FAN » Mi 13. Sep 2017, 06:05

Also da bin melde ich mich auch aus dem "Sommerschlaf" zurück. Wenn das durchgeht ist es mit dem Eiskunstlauf zu Ende. Beim Eiskunstlauf macht doch gerade das Zusammenwirken von Sport und Kunst so richtig interessant. Ein Programm so ganz in Balletstil :roll: , da schläft man wahrscheinlich mittendrin ein und nur Sprünge :x sind ebenso langweilig. 2 Champions :cry: :evil: . Also generell wäre es eine gute Idee die unsauberen Vierfachen mehr abzuwerten, die sauberen Vierfachen aufzuwerten, damit die Läufer gewinnen, die 2 Programme ohne Makel zeigen. Mir gehen die Programme mit mehreren gestolperten Vierfachen richtig auf den Nerv. Ich denke nicht dass es nur von Russland ausgeht. Die USA & Kanada haben genug Kandidaten die nicht Vierfach springen können und dafür schön laufen :x . Und letztlich können die Preisrichter gerade bei Programmen ohne Sprünge sich wieder austoben, denn über schöne Programme hat jeder seine eigene Meinung.

Pukitsch
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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Pukitsch » Mi 13. Sep 2017, 09:48

In meinen Augen wären diese Regeländerungen auch einen totale Katastrophe!

Gerade die Kombination aus immenser Athletik und starkem Ausdruck macht unsere Sportart doch aus! Deswegen heißt es ja EisKUNSTlauf und nicht nur Ice-Jumping oder sowas...

Wem das Läuferische zu kurz kommt der kann sich ja dem Eistanz zuwenden. Mittlerweile gibt es im Amateurbereich Wettkämpfe im Solo-Eistanz, das könnte man ja auch im Profibereich durchsetzen. Wäre meiner Meinung nach noch eher ein Ansatz als es gleich komplett zu trennen - grauenhafte Vorstellung! :o :(

Katrin
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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Katrin » Mi 13. Sep 2017, 12:29

Pukitsch hat geschrieben:
Mi 13. Sep 2017, 09:48
Mittlerweile gibt es im Amateurbereich Wettkämpfe im Solo-Eistanz, das könnte man ja auch im Profibereich durchsetzen. Wäre meiner Meinung nach noch eher ein Ansatz als es gleich komplett zu trennen - grauenhafte Vorstellung! :o :(
Solo-Eistanz im Amateurbereich? Sehr interessant, das wusste ich nicht.
Wär nichts für mich, bin verknallt in Sprünge.

Eine Trennung von Sport und Kunst geht gar nicht: Weil:
Eine Ballett-Pirouette mit zwei Umdrehungen wacklerfrei in den richtigen Stand bekommen ist höchste sportliche Körperbeherrschung. Die Ballettänzer - die Profis - üben jeden Tag stundenlang Grundhaltungen, und das Jahre lang. Das ist Hochleistungssport.
Diese Perfektion der Körperbeherrschung ist eine Kunst an sich und steigert auch den Kunstgenuss für den Zuschauer.



Greg Hines, Stepp-Tänzer mit unglaublichem Bewegungstalent, muss seine wandernde Pirouette um ca 1.30 min kaschieren mit einem Schritt zur Seite im Gegensatz zu Barishnikov, der Ballett-Legende, der seine Pirouette sauber zentriert.

Niemand kommt im Ballett auf die Idee, den "Sport" zu isolieren". Also auch bitte unterlassen im Eiskunstlauf !
Eine unteilbare Menge teilen ergibt Quark, liebe ISU - Denkfabrik.

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