A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Wer holt Gold in Pyoengchang? Welche Rekorde werden gebrochen? Welche Weltpremieren werden wir sehen?

Wer holt Olympia-Gold bei den Herren in Pyoengchang?

Umfrage endete am Fr 9. Feb 2018, 15:42

🇯🇵 Yuzuru HANYU
76
36%
🇯🇵 Shoma UNO
38
18%
🇨🇳 Boyang JIN
4
2%
🇪🇸 Javier FERNANDEZ
49
23%
🇨🇦 Patrick CHAN
1
0%
🇺🇸 Nathan CHEN
33
16%
🇺🇸 Jason BROWN
0
Keine Stimmen
🇷🇺 Mikhail KOLYADA
4
2%
🇺🇸 Vincent ZHOU
0
Keine Stimmen
Jemand anderes
4
2%
 
Abstimmungen insgesamt: 209

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Jenni
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Mi 22. Nov 2017, 23:31

MaiKatze hat geschrieben:
Mi 22. Nov 2017, 22:04
Ich wette, Nathan's PCS wird (falls er nicht total einbricht bei den Sprüngen) bis Olympia rapide ansteigen und bei Olympia wird er fast auf einer Höhe mit Shoma sein, ob wir nun damit einverstanden sind oder nicht. Solch ein Ansteigen von PCS konnte man bei Olympia schon öfter's begutachten.
Ja ich denke auch, dass Nathan noch mehr PCS erhalten wird, aber bei der WM zum Beispiel letzte Saison hat Nathan obwohl er gerade eine neue PCS Bestpunktzahl von 88 hatte, plötzlich nur noch 84. Und das obwohl er ja so mächtig als Favorit angepriesen wurde.
Also wenn Shoma mit einem mehr als wackligen FS Programm in Grenoble immer noch 91 PCS bekommt, dann weiß ich nicht wohin sie Shoma noch schießen mit den PCS (ob gerechtfertigt oder nicht sei mal dahin gestellt). Wenn man sich die einzelnen Judges anguckt, gibt es genügend Judges die Shoma auf eine Liga mit Yuzu stellen (was wirklich nicht fair ist, so gern ich Shoma auch mag). Deshalb wäre tatsächlich meine Idee eher noch, Nathan bekommt das was Shoma jetzt hat und Shoma fast so viel wie Yuzu. (Nebenbei Shoma's PCS sind auch inflationär gestiegen in der letzten Saison)

Um das alles noch verwirrender zu machen, hab ich mir jetzt noch die GOEs der Läufer angeschaut und war etwas geschockt :shock: (vor allem da ich dachte Shoma hätte nicht so hohe GOEs, aber das stimmt nicht)
Die GOEs von Shoma und Yuzu sind massiv höher als die von Nathan. Sie können allein durch die GOEs 10 bzw. 15 Punkte Vorsprung auf Nathan haben.
Und Nathan macht immer irgendeinen dummen Fehler, in jedem Wettkampf im FS hat er irgendein Element, dass nicht zählt, damit geht der BV runter. Seine Spins bekommen wenig GOEs und auch nicht immer Level 4 auch damit geht der BV runter und plötzlich hat er gar nicht mehr so viel Vorsprung. Und ich sehe nicht, dass Nathan der stabilste Läufer im Feld wäre, sein 3A ist immer noch ein Wackelsprung für ihn, wo Shoma und Yuzu 3 zusätzliche Punkte in GOE einstreichen können.

Also alles in allem sehe ich für Yuzu und Shoma immer noch Vorteile bei PCS und GOEs. Nach allem was ich jetzt so gesehen habe und, zugegeben, ausgerechnet habe, ist Nathan definitiv ein Medaillienkandidat, aber gewinnen kann er nur wenn Yuzu und Shoma beide Fehler machen und zwar massive Fehler wie einen Sprung aufreißen oder mehrmals Stürzen, macht nur einer das nicht, liegt derjenige vorn.

Denn ich hab mir mal den Witz gemacht und potentielle Scores ausgrechnet mit dem was wir bisher haben (also den allerhöchsten GOEs die sie bekommen haben, höchste PCS usw.), wenn Interesse ist, poste ich sie hier.

Auf alle Fälle ist es super spannend! Aber bis Olympia kann noch sehr viel passieren.

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Henni147
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Henni147 » Do 23. Nov 2017, 10:16

Jenni hat geschrieben:
Mi 22. Nov 2017, 19:54
So um es jetzt mal bisschen faktischer zu machen hier die höchsten Base Values der Herren! (Eine Liste , die ich erstellt habe, also wer ne Frage hat oder irgendwelche Fehler sieht, immer her damit)
Erstmal ein ganz großes Dankeschön an Jenni für die große Mühe!!!
Die Tabellen sind wirklich super (wollte sie eigentlich selbst irgendwann nochmal machen, komme im Moment aber leider nicht dazu).

Eine Sache möchte ich aber noch anmerken: mir ist aufgefallen, dass sich die Basiswerte im Vergleich zu Helsinki teilweise nochmal massiv verändert haben. Allein Yuzuru hat beim Rostelecom Cup im BV nochmal um fast 8 Punkte in der Kür zugelegt! (103,43 in Helsinki, 111,26 in Moskau) Wenn der 4Lz bleibt, ist das MÄCHTIG. Im SP sind es ca. 1,5 Punkte von 49,75 nach 51,01 (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Yuzuru_Hanyū)

Pat-Chan hingegen hat ordentlich abgespeckt. 4S komplett raus und ich meine, er hat auch nur noch einen 4T pro Programm drin. Damit hat er sich faktisch aus den Medaillenrängen katapultiert denke ich.

Bei den anderen habe ich die neuen Layouts noch nicht mit der WM17 verglichen. Wäre interessant zu wissen, was sich da getan hat 😉
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Jenni
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Do 23. Nov 2017, 12:42

Also alle BVs sind erstmal so wie sie geplant sind.
Wobei eben zu bedenken ist, dass Patrick erstmal den 4S gelassen hat, ich würde aber nicht generell davon ausgehen, dass er ihn nie wieder zeigt. Ich denke das wird spontan entschieden.
Bei Nathan ist zu bedenken, dass er sein Layout 100mal ändert. Er zeigt eigentlich nie das was genau geplant war, das ist also nur die mit höchste Möglichkeit, die er hat.

Im Vergleich zu Helsinki ist Javi bei dem geblieben, was er hatte, gleiches gilt für Boyang Jin.
Mikhail Kolyada hat ordentlich zugelegt im BV. Deswegen hat er auch mit dem Layout Probleme im FS.
Nathan kann einen vierfachen Loop zusätzlich, das heißt er hat 5 verschiedene Vierfache. Und er zeigt jetzt auch immer zwei 3A im FS. Sein SP ist unverändert vom BV her.
Shoma hat den vierfachen Salchow gezeigt, ihn dann bei den GPs rausgelassen. Sein BV ist mächtig gestiegen durch 5 Vierfache im Programm und davon 3 in der zweiten Hälfte im FS. Im SP ist es auch angestiegen durch den 4T+3T in der zweiten Hälfte.
Ähnlich wie für Shoma ist es ja bei Yuzu. Yuzu hat ja jetzt den vierfachen Lutz und er macht auch 5 Vierfache und durch den Bonus in der zweiten Hälfte ist auch der BV höher im SP und im FS. Außerdem ist es sicher klug nur einen vierfachen Salchow zu machen und dafür zwei Toeloops, da er das letzte Saison wegen der Belastung auf den gerade geheilten Fuß nicht gemacht hat.

Deshalb sehe ich Shoma, Nathan und Yuzu rein technisch auch vorn, denn sie haben im Vergleich zu Javi und Boyang ihre Schwierigkeit erhöht.

Bleibt nur abzuwarten, was Boyang macht, denn er hat in einem Interview was von "Geheimwaffe" erzählt. Vielleicht bringt auch er den vierfachen Loop noch, denn er hat ihn ja bei 4CC schon mal gezeigt, nur dass es da nicht geklappt hat.

Bei den anderen Läufern sehe ich keine Möglichkeit den BV noch weiter in die Höhe zu treiben.

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Do 23. Nov 2017, 13:03

Henni147 hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 10:16
Allein Yuzuru hat beim Rostelecom Cup im BV nochmal um fast 8 Punkte in der Kür zugelegt! (103,43 in Helsinki, 111,26 in Moskau) Wenn der 4Lz bleibt, ist das MÄCHTIG.
Und genau da hab ich einen Fehler in meiner BV Rechnung entdeckt. Danke! Ich hab bei Yuzu doch glatt was vergessen.

Ich werd das dann mal korriegieren. :D

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MaiKatze
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Do 23. Nov 2017, 13:24

Jenni hat geschrieben:
Mi 22. Nov 2017, 23:31
MaiKatze hat geschrieben:
Mi 22. Nov 2017, 22:04
Ich wette, Nathan's PCS wird (falls er nicht total einbricht bei den Sprüngen) bis Olympia rapide ansteigen und bei Olympia wird er fast auf einer Höhe mit Shoma sein, ob wir nun damit einverstanden sind oder nicht. Solch ein Ansteigen von PCS konnte man bei Olympia schon öfter's begutachten.
Ja ich denke auch, dass Nathan noch mehr PCS erhalten wird, aber bei der WM zum Beispiel letzte Saison hat Nathan obwohl er gerade eine neue PCS Bestpunktzahl von 88 hatte, plötzlich nur noch 84. Und das obwohl er ja so mächtig als Favorit angepriesen wurde.
Also wenn Shoma mit einem mehr als wackligen FS Programm in Grenoble immer noch 91 PCS bekommt, dann weiß ich nicht wohin sie Shoma noch schießen mit den PCS (ob gerechtfertigt oder nicht sei mal dahin gestellt). Wenn man sich die einzelnen Judges anguckt, gibt es genügend Judges die Shoma auf eine Liga mit Yuzu stellen (was wirklich nicht fair ist, so gern ich Shoma auch mag). Deshalb wäre tatsächlich meine Idee eher noch, Nathan bekommt das was Shoma jetzt hat und Shoma fast so viel wie Yuzu. (Nebenbei Shoma's PCS sind auch inflationär gestiegen in der letzten Saison)

Um das alles noch verwirrender zu machen, hab ich mir jetzt noch die GOEs der Läufer angeschaut und war etwas geschockt :shock: (vor allem da ich dachte Shoma hätte nicht so hohe GOEs, aber das stimmt nicht)
Die GOEs von Shoma und Yuzu sind massiv höher als die von Nathan. Sie können allein durch die GOEs 10 bzw. 15 Punkte Vorsprung auf Nathan haben.
Und Nathan macht immer irgendeinen dummen Fehler, in jedem Wettkampf im FS hat er irgendein Element, dass nicht zählt, damit geht der BV runter. Seine Spins bekommen wenig GOEs und auch nicht immer Level 4 auch damit geht der BV runter und plötzlich hat er gar nicht mehr so viel Vorsprung. Und ich sehe nicht, dass Nathan der stabilste Läufer im Feld wäre, sein 3A ist immer noch ein Wackelsprung für ihn, wo Shoma und Yuzu 3 zusätzliche Punkte in GOE einstreichen können.

Also alles in allem sehe ich für Yuzu und Shoma immer noch Vorteile bei PCS und GOEs. Nach allem was ich jetzt so gesehen habe und, zugegeben, ausgerechnet habe, ist Nathan definitiv ein Medaillienkandidat, aber gewinnen kann er nur wenn Yuzu und Shoma beide Fehler machen und zwar massive Fehler wie einen Sprung aufreißen oder mehrmals Stürzen, macht nur einer das nicht, liegt derjenige vorn.

Denn ich hab mir mal den Witz gemacht und potentielle Scores ausgrechnet mit dem was wir bisher haben (also den allerhöchsten GOEs die sie bekommen haben, höchste PCS usw.), wenn Interesse ist, poste ich sie hier.

Auf alle Fälle ist es super spannend! Aber bis Olympia kann noch sehr viel passieren.
Ich verstehe, dass wenn es um Wahrscheinlichkeiten geht, es am besten klappt sich die vergangenen Wettbewerbe der letzten Saison hauptsächlich, anzuschaun' und davon auszugehen, es würde so weiter laufen. Ich denke, die Vergangenheit hat uns gelehrt, es ist nicht so. Du sprichst die 84 PCS an die Nathan bei der WM bekam. Klar, er hatte 4CC gewonnen, aber er hat bei der WM fehlerhafte Programme abgeliefert, es war immer noch sein Debut UND dazu kam, dass seine Programme einfach nicht gut waren. Nathan hat, meiner Meinung nach, in den Programmen selbst, in dieser Saison den größten Schritt nach vorne gemacht. Deswegen können wir auch davon ausgehen, dass PCS steigen wird und bei Olympia den Höhepunkt erreicht. Es sind zwei neue, frische Programme. Modern und dramatisch.

Ich glaube, Shoma könnte die Wahl von Turandot zum Verhängnis werden, weil es einfach zu oft kommt. Shizuka Arakawa ist mit Turandot Olympiasiegerin geworden und bei den Paaren kommen auch noch Sui/Han als Goldmedaillenfavourit mit der gleichen Nummer an. Da freuen sich die Preisrichter wenn ein Läufer mal was anderes bringt und das tut Nathan.

Bezüglich Yuzuru und Shoma in der gleichen Liga. Ja, das kann man kritisch sehen. Wenn man jetzt aber genau vier Jahre zurückschaut, stellt man interessanterweise fest, genau diese Kritik kennen wir! Denn im Jahr 2013/2014 war Yuzuru nicht auf dem Level eines Patrick Chan. Er hatte auch noch keinen 'großen' Wettbewerb gewonnen, er war einfach noch nicht der geniale Läufer, der er jetzt ist und viele haben damals seine PCS Werte kritisiert. Und er ist trotz alledem Olympiasieger geworden.

Yuzuru ist der beste Eiskunstläufer der Welt. Das bestreite ich nicht und niemand kann ernsthaft glauben, dass er sauber durch die Programme kommt, Lutz dabei oder nicht, und dann nicht gewinnt. Fakt ist aber auch, dass er verletzt ist. Dass er seit dem GPF 2015 keine zwei perfekten Programme in einem Wettbewerb zeigte, und dass einfach andere im Moment eher in der 'Aufsteiger' Kategorie sind als er. Doppel Olympiasieger zu werden im Eiskunstlaufen ist so verdammt schwierig, das hat nicht mal Plushenko geschafft. Ich glaube, es wird diesmal nicht reichen für Yuzuru. Und ich glaube, es wird null ändern an seiner Popularität, seinem Status, seinem Erbe. Für ihn persönlich ist es natürlich hart, aber er ist auch in der schwierigsten Situation aller Topläufer. Keiner ausser ihm muss hier was verteidigen. Niemand hat was zu verlieren, ausser Yuzuru.

Für mich persönlich, gönne ich diesen Olympiasieg Yuzuru, Nathan, Javier, Patrick, Boyang und Shoma. Ich freue mich vielleicht einen kleinen Ticken mehr wenn Shoma auf der 1 landet, aber bin trotzdem happy sollte es nicht so sein, der Beste soll gewinnen. Sochi war für mich ziemlich hart, weil ich wusste das Daisuke keine Chance hatte, aber die Hoffnung starb zuletzt. Und befriedigend war dieser Wettbewerb auf keinen Fall, obwohl ich auch immer mehr für Yuzuru als für Patrick war. Da schau ich mir tausend mal lieber die Herren Kür des GPF 2015 an. Das ist ein Wettbewerb für die Ewigkeit gewesen. Olympia endet oft in einer enttäuschenden Mittelmäßigkeit. Es wird einfach total überschätzt und hat oft Zufallscharakter. Wenn man sich überlegt, dass Medvedeva evtl. nicht Olympiasiegerin wird, obwohl sie dominiert hat in den letzten Jahren, nur weil dieses Jahr eine Verletzung dazwischen kommt! Oder die letzte Olympiasiegerin bei den Damen Adelina Sotnikova, die weder Europa, noch Weltmeisterin war, noch nie ein GPF gewonnen hatte und danach in der Versenkung verschwand. Olympiasiege werden überbewertet. Vielleicht kommt es wirklich total anders als wir denken und Kolyada gewinnt. Das wäre doch mal schockierend! ;)
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Henni147
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Henni147 » Do 23. Nov 2017, 14:22

MaiKatze hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 13:24
Vielleicht kommt es wirklich total anders als wir denken und Kolyada gewinnt. Das wäre doch mal schockierend! ;)
Und vielleicht kommt es nochmal anders und die ganze russische Delegation darf bei Olympia nur zuschauen xDDD
Ich zu meinem Teil kann Eiskunstlaufen ohne russiche Läuferinnen und Läufer einfach nicht vorstellen. Das ist wie nordische Kombination ohne Deutschland :lol: Vor ALLEM bei den Damen würden die Russinnen sehr fehlen.

Zu Kolyada: ich schätze seine Leistungssteigerung diese Saison sehr. Hätte niemals gedacht, dass er sich in diesem verrückten Herrenfeld als ERSTER für das Grand Prix Finale qualifizieren würde. Klar, seine beiden GP waren ganz am Anfang (er hatte da also einen leicht unfairen Vorteil gegenüber Shoma, Nathan und co.), aber er hat sich im Vergleich zur letzten Saison enorm verbessert. Das ist Fakt.
Für den Olympiasieg müsste er aber wirklich eine Sternstunde haben und gleichzeitig darauf hoffen, dass die Favoriten alle patzen. Bei Olympia ist nichts unmöglich - vor allem ein grottiger Wettbewerb nicht. Diesmal denke ich aber schon, dass wir zumindest ein oder zwei Knallerprogramme sehen werden.

Nochmal zu Yuzu: da ist mir etwas aufgefallen. Beim Rostelecom Cup hat er insgesamt 5 (!) Fehler eingebaut:
  • Unterrotierter 4Lo im SP (sehr untypisch für ihn)
  • Sturz beim 4T+3T
  • Rittberger nur dreifach statt vierfach in der Kür
  • 4S verwackelt und Kombi ausgelassen
  • 4T+1Lo+3S komplett ausgelassen (nur ein 2T)
Besonders die beiden Kombinationen waren grobe Fehler, wo er viele Punkte liegen gelassen hat. Trotzdem kam er in der Gesamtwertung auf 290,77 Punkte!

Ich habe mal nach dem Rostelecom Cup die höchstmögliche Punktzahl nach dem aktuellen Layout von Excel berechnen lassen:
Yuzuru Hanyu - Max. Score.png
Yuzuru Hanyu - Max. Score.png (49.53 KiB) 527 mal betrachtet

Nehmen wir nur mal an, er käme durch beide Programme sauber durch. Selbst, wenn er nicht überall maximale GOE bekommt, wäre er vermutlich über 350 (!) Punkten - das wären 20 (!) mehr als in Barcelona!
Selbst, mit ein bis zwei Fehlern wäre er noch im Bereich seines Helsinki-Scores von ca. 320. Dafür musste Shoma bei der Lombardia Trophy komplett sauber laufen. Ich gehe mal davon aus, dass Yuzuru so ein bisschen rechnen kann. Da wird ihm das bestimmt auch schon aufgefallen sein.

Deshalb sehe ich das so: wenn der 4Lo bis Ende Dezember/Anfang Januar wieder die Erfolgquote der letzten Saison erreicht, dann ist er Olympiasieger. Wenn der 4Lo funktioniert, der ja in beiden Programmen ziemlich am Anfang ist, dann gibt ihm das den nötigen Boost, um den Rest durchzuziehen. Falls nicht, setze ich auf Nathan - eventuell auf Shoma oder Javi.

Zu Boyang Jin: wäre der 4Lo wirklich so eine große "Geheimwaffe"? Von den oben genannten Läufern beherrschen ihn außer Javi eigentlich alle. Einen Überraschungsfaktor hätte dieser Sprung meiner Meinung nach nicht wirklich.
Das einzige, was die Konkurrenz wirklich schocken könnte, wäre ein 4A – den traue ich Jin aber irgendwie nicht zu. Außerdem würde ihn Yuzu zu Brei hauen, wenn er diese Krone wegschnappt :lol:
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Do 23. Nov 2017, 18:24

Henni147 hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 14:22
Selbst, mit ein bis zwei Fehlern wäre er noch im Bereich seines Helsinki-Scores von ca. 320. Dafür musste Shoma bei der Lombardia Trophy komplett sauber laufen. Ich gehe mal davon aus, dass Yuzuru so ein bisschen rechnen kann. Da wird ihm das bestimmt auch schon aufgefallen sein.
Ich stimme dir voll zu. Yuzu kann sich definitiv kleine Fehler oder unsaubere Landungen erlauben, die anderen müssen ihr Maximum zeigen, um an ihn ranzukommen. Aber wie du ja schon erwähnt hast, ist das selten, dass Yuzu ohne Fehler läuft.

Bei Shoma würde ich das Maximum nicht bei seinem Lombardia Score sehen. (Außerdem sauber mit nur positiven GOEs war es auch nicht, der 4Lo hat ihm -2 eingebracht, er hat in Grenoble +2,5 für den 4Lo bekommen) Er hat mit nem nicht so dollen FS bei SC noch 197 Punkte bekommen, obwohl das ja viele Fehler waren. Niemand hätte je gedacht er bekommt überhaupt 214 Punkte für sein FS. Mich hat eher gewundert, dass die Judges in einem der ersten Wettkämpfe überhaupt so hohe Wertungen geben.
Und dann schaut euch Nathan an. Der hat mit einem sauberen Kurzprogramm beim CoR trotzdem "nur" 100 Punkte gehabt. Klar waren einige Landungen nicht optimal, aber trotzdem hätte ich gedacht er bekommt mehr. Shoma hat in SC mit dem BV mit 8 Punkten weniger als Nathan mehr als Nathan bekommen.
Bei 4CC hat Nathan schon mal 5 Vierfache sauber gezeigt (nicht in allen Elementen hatte er positive GOEs) und hatte nen FS Score von 204. Ich denke, dass das definitiv noch mehr werden kann, aber ich glaube nicht, dass Nathan mehr als 220 Punkte für sein FS bekommt, selbst wenn er meinetwegen 93 PCS bekommt. (was viel zu viel wäre)

Wie gesagt, auf eine Reihenfolge will ich mich gar nicht festlegen, dass Yuzu nochmal Olympiasieger wird, halte ich für unwahrscheinlich, einfach weil es ja nur einmal überhaupt passiert ist vor 50 Jahren.

Generell bei Olympia kommt eh immer alles anders als gedacht, deswegen können meinetwegen alle auf Nathan setzen, ich glaub das irgendwie nicht, dass das dann klappt. 2014 hat gezeigt, dass gar nichts sicher ist.

Ein paar Sachen finde ich erstmal interessant in den nächsten Tagen und Wochen:
Wie bewerten die Preisrichter Nathan in Skate America? Und wie ist er so drauf, bisher haben alle Herren reichlich Federn lassen müssen. Bleibt er von einem Debakel verschont? (Was ich ihm sehr wünsche)
Wer gewinnt das GPF? Nathan oder Shoma?
Kann Yuzu wirklich bei den Nationals mitmachen und wie fit wird er sein? Und wer gewínnt dann?
MaiKatze hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 13:24
Ich glaube, Shoma könnte die Wahl von Turandot zum Verhängnis werden, weil es einfach zu oft kommt. Shizuka Arakawa ist mit Turandot Olympiasiegerin geworden und bei den Paaren kommen auch noch Sui/Han als Goldmedaillenfavourit mit der gleichen Nummer an. Da freuen sich die Preisrichter wenn ein Läufer mal was anderes bringt und das tut Nathan.
Kann sein. Aber ich denke, dass es am Ende darauf nur ankommt, wenn alle sauber durchlaufen. Denn mit super vielen Fehlern nützt das beste und beliebteste Programm nichts. Die PCS werden so oder so nur minimal variieren. Ich meine, wenn Shoma durchkommt und die anderen nicht (also Yuzu und Nathan), dann werden sie nicht Shoma nicht gewinnen lassen, nur weil sein Programm Turandot ist. Und ich glaub ich hab es schon mal geschrieben, Turandot ist nicht das am meisten benutzte Programm diese Saison, das ist Moulin Rouge und Schwanensee. Das Gefühl kommt eben durch Sui und Han auf. Bei den Herren ist es nur Shoma.
Aber wäre das nicht irgendwie auch witzig, wenn wirklich Sui und Han und Shoma gewinnen mit Turandot. :lol:

Es gibt übrigens eine Parallele zu Shizuka Arakawa. Shizuka Arakawa hat Turandot auch nicht zum ersten Mal in der olympischen Saison benutzt. Sie hat das Programm auch zwei Jahre vorher schon benutzt und dann sogar noch davor und trotzdem hat sie gewonnen.
Und man könnte das gleiche Argument auch gegen Sui und Han bringen, eben weil ja Hongbo Zhao und Shen Xue damit eine historische olympische Medaillie gewonnen haben, trotzdem liegen Sui und Han auf Goldkurs bisher.

Und außerdem am Rande, wenn es Preisrichter wirklich so viel stören würde immer die gleichen Programmmusiken zu hören, würde es denn nicht viel mehr unterschiedliche Musik geben? Experimente werden nicht gerade belohnt von Preisrichtern. Außerdem reden die Preisrichter doch auch mit den Läufern, würden sie dann nicht sagen,wenn es sie stört?
Ich glaube fast als Fan stört einen die immer gleiche Musikwahl eher als die Preisrichter....

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Do 23. Nov 2017, 19:18

Jenni hat geschrieben:
Do 23. Nov 2017, 18:24

Kann sein. Aber ich denke, dass es am Ende darauf nur ankommt, wenn alle sauber durchlaufen. Denn mit super vielen Fehlern nützt das beste und beliebteste Programm nichts. Die PCS werden so oder so nur minimal variieren. Ich meine, wenn Shoma durchkommt und die anderen nicht (also Yuzu und Nathan), dann werden sie nicht Shoma nicht gewinnen lassen, nur weil sein Programm Turandot ist. Und ich glaub ich hab es schon mal geschrieben, Turandot ist nicht das am meisten benutzte Programm diese Saison, das ist Moulin Rouge und Schwanensee. Das Gefühl kommt eben durch Sui und Han auf. Bei den Herren ist es nur Shoma.
Aber wäre das nicht irgendwie auch witzig, wenn wirklich Sui und Han und Shoma gewinnen mit Turandot. :lol:

Es gibt übrigens eine Parallele zu Shizuka Arakawa. Shizuka Arakawa hat Turandot auch nicht zum ersten Mal in der olympischen Saison benutzt. Sie hat das Programm auch zwei Jahre vorher schon benutzt und dann sogar noch davor und trotzdem hat sie gewonnen.
Und man könnte das gleiche Argument auch gegen Sui und Han bringen, eben weil ja Hongbo Zhao und Shen Xue damit eine historische olympische Medaillie gewonnen haben, trotzdem liegen Sui und Han auf Goldkurs bisher.

Und außerdem am Rande, wenn es Preisrichter wirklich so viel stören würde immer die gleichen Programmmusiken zu hören, würde es denn nicht viel mehr unterschiedliche Musik geben? Experimente werden nicht gerade belohnt von Preisrichtern. Außerdem reden die Preisrichter doch auch mit den Läufern, würden sie dann nicht sagen,wenn es sie stört?
Ich glaube fast als Fan stört einen die immer gleiche Musikwahl eher als die Preisrichter....
Du hast natürlich Recht, dass es völlig schnuppe ist, welche Musik nun genommen wurde, wenn alle gleichauf liegen. Aber unterschätze nicht den 'Olympischen' Moment oder das sogenannte 'Signature Program'. Hauptsächlich ist es natürlich das was mehr die Fans als die Preisrichter nervt. Wahrscheinlich haben die keinen Nerv mehr auf die Musik zu achten. Yuzuru hatte ja auch PW in der zweiten Saison bei Olympia, und jetzt eben Chopin zum dritten und Seimei zum zweiten. Hat sich schon als Segen rausgestellt, denn er hat ja in dieser Saison 2 Wettbewerbe weniger und wären es beides neue Programme gewesen, käme er jetzt evtl. in die Bredouille. Die Kür Musik ist extrem wichtig, und ich finde Nathan's team hat da das beste Händchen gehabt. Aber du hast Recht, abwarten was Skate America so bringt. Ich bin wirklich gespannt auf seine Punktzahlen!

Ich bin auch persönlich enttäuscht von Turandot für Sui/Han und finde es etwas schade, dass sie nicht etwa die Programme aus dem Vorjahr genommen habe. Ja, allmählich geht mir Turandot irgendwie auf den Keks. Aber das ist eben mein Problem, auch wenn ich es im Fall von Shoma noch als abgewandelte Variante mit anderer Choreographie als halbwegs neues Programm empfinde.
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Henni147 » Mi 3. Jan 2018, 13:18

Sooo... Wir sind angekommen im Olympiajahr 2018! Nur noch 37 Tage bis Pyeongchang!

Zu diesem Anlass gibt es nochmal eine Vorschau zum derzeit vielleicht unberechenbarsten Wettbewerb im Eiskunstlauf.
Wer nicht schwindelfrei ist, soll sich am besten jetzt schon mental vorbereiten für das Sprungfestival der Herren!



Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

1. Der amtierende Weltmeister und Olympiasieger Yuzuru Hanyu ist... ja... wie sieht es da eigentlich aus? Sein letzter Wettkampf war der Rostelekom Cup am 21.10.2017. Die folgenschwere Verletzung beim vierfachen Lutz kam 19 Tage später im Warm-Up der NHK-Trophy. Seitdem herrscht Windstille.
Die große Frage bleibt, ob er bis zum Start der Spiele seine Topform erreichen kann oder nicht. Wie viel Prozent Hanyu reist nach Pyeongchang? :geek:

2. Ähnliche Fragezeichen schweben über den ehemaligen Multiweltmeistern Patrick Chan und Javier Fernandez. Chan hat in dieser Saison bislang nur einen einzigen Wettkampf beim Skate Canada bestritten und brach nach einer desaströsen Kür seine Reise bei der Grand-Prix-Serie ab. Er nahm zudem den vierfachen Salchow aus seinem Sprungarsenal und fährt nur mit dem Toeloop im Gepäck zu den Winterspielen. Ob da noch was geht?
Fernandez verpasste ebenfalls nach einer misslungenen Kür beim Cup of China den Einzug ins GP-Finale und konnte auch bei den nationalen Meisterschaften im Dezember nicht überzeugen. In der Vergangenheit hat der Spanier jedoch öfters bei großen Wettkämpfen den Turbo gezündet und sich mit Glanzleistungen nach vorne katapultiert. Ob ihm dies auch in Pyeongchang gelingt? Quo vadis, Javier? :geek:

3. Die jungen Wilden Nathan Chen und Shoma Uno machten die GP-Serie unter sich aus. Chen gewann bisher alle Wettbewerbe, bei denen er angetreten ist, profitierte allerdings auch von den vielen Fehlern der Konkurrenz. Während er im Kurzprogramm schon mehrfach fehlerlos durchgekommen ist, lässt eine saubere Kür nach wie vor auf sich warten (was mit einem Basiswert von 108 Punkten natürlich eine Herkulesaufgabe ist...)
Uno glänzte mit einem nahezu makellosen Wettbewerb bei der Lombardia Trophy. Beim Trophy de France und seinem Heim-GP-Finale in Nagoya musste er sich jedoch Fernandez und Chen geschlagen geben. Bei den japanischen Meisterschaften reichte es trotz einiger Wackler zur Titelverteidigung. :)

4. Beim WM-Dritten Jin Boyang lief in dieser Saison noch nicht viel zusammen. Seine Auftritte waren durchwachsen mit vielen Fehlern und wenigen Höhepunkten. Hinzu kam eine Verletzung, die ihn schließlich zum Rücktritt vom GP-Finale gezwungen hat. Über seinen derzeitigen Gesundheitszustand lässt sich ähnlich wie bei Hanyu nur mutmaßen. :?

5. Mikhail Kolyada reihte sich beim Cup of China im November in den elitären Kreis von Eiskunstläufern ein, die im Kurzprogramm über 100 Punkte erzielt haben und zog als erster Läufer ins Grand-Prix-Finale ein. Dort wurde er mit vier Punkten Rückstand auf Chen und Uno Dritter. Im Dezember gewann Kolyada mit einem Vorsprung von fast 24 Punkten souverän die russischen Meisterschaften vor Alexander Samarin und Maxim Kovtun. :)


Wer sind eure Favoriten in Pyeongchang? Nutzt den Endspurt und stimmt nochmal oben mit ab!

Die Abstimmung läuft bis zum 09.02.2018!
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Gast

Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Gast » Mi 3. Jan 2018, 14:00

Hier nur mal ein eingeschränkter Kommentar:
1.bzgl.Turandot:sehe ich persönlich keinen Nachteil bei den judges, schließe mich der Meinung an, dass ein Fan da "empfindlicher"ist!
Die Preisrichter haben schon immer diese/solche Musiken geliebt und es hat sich bis dato(leider)nicht geändert.Nicht zuletzt gibt es hier hinsichtlich des Musikgeschmacks eben herkunftsbedingte Unterschiede, eben auch bei Läufern und Trainern...und unser "westlicher"Geschmack ist da (drüber)mitnichten "erhaben", auch wenn wir es manchmal gerne hätten(?)😂
2.Denke, auch, dass es super-schwierig für Hanyu wird, abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wie er aus der Verletzung heraus kommt, ziehe ich mal eine Parallele zu S/M bei ihrem Comeback nach dem missglückten 3-A😅Sie hatten zwar nicht gewinnen können, aber eine Top-Leistung abgerufen.

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