A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Wer holt Gold in Pyoengchang? Welche Rekorde werden gebrochen? Welche Weltpremieren werden wir sehen?

Wer holt Olympia-Gold bei den Herren in Pyoengchang?

Umfrage endete am Fr 9. Feb 2018, 15:42

🇯🇵 Yuzuru HANYU
76
36%
🇯🇵 Shoma UNO
38
18%
🇨🇳 Boyang JIN
4
2%
🇪🇸 Javier FERNANDEZ
49
23%
🇨🇦 Patrick CHAN
1
0%
🇺🇸 Nathan CHEN
33
16%
🇺🇸 Jason BROWN
0
Keine Stimmen
🇷🇺 Mikhail KOLYADA
4
2%
🇺🇸 Vincent ZHOU
0
Keine Stimmen
Jemand anderes
4
2%
 
Abstimmungen insgesamt: 209

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Jenni
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Sa 27. Jan 2018, 15:37

Nun ist 4CC vorbei und wir haben die vorolympische Saison abgeschlossen und da ergibt sich Score technisch dann dieses Bild. Natürlich variieren bei der Bewertung immer die Preisrichter und die technischen Spezialisten, weshalb ein Vergleich schwierig ist. Manche Läufer haben mehr Wettbewerbe bestritten als andere, auch das ist zu berücksichtigen. Deshalb nur die puren Fakten. (Ich hoffe ich hab nix vergessen)

Beinhaltet Scores von denselben Läufern mehrmals (nur ISU Wettbewerbe!), eine Liste wo die besten Scores ohne mehrmaliges Vorkommen sind, kann man hier auf Wiki sehen: https://en.wikipedia.org/wiki/2017%E2%8 ... ing_season

10 höchste Total Scores 2017-2018

1. Shoma Uno – 319.84 (Lombardia Trophy 2017)
2. Shoma Uno – 301.10 (SC 2017)
3. Boyang Jin – 300.95 (4CC 2018)
4. Shoma Uno - 297.94 (4CC 2018)
5. Javier Fernandez – 295,55 (Euros 2018)
6. Nathan Chen – 293.79 (CoR 2017)
7. Yuzuru Hanyu – 290.77 (CoR 2017)
8. Nathan Chen – 286.51 (GPF 2017)
9. Shoma Uno – 286.01 (GPF 2017)
10. Javier Fernandez – 283.71 (IdF 2017)


10 (+1) höchste SP Scores 2017-2018

1. Yuzuru Hanyu – 112.72 (Autumn Classics 2017) (World Record)
2. Javier Fernandez – 107.86 (IdF 2017)
3. Shoma Uno – 104.87 (Lombardia Trophy 2017)
4. Nathan Chen – 104.12 (SA 2017)
5. Javier Fernandez – 103.82 (Euros 2018)
6. Shoma Uno – 103.62 (SC 2017)
7. Nathan Chen – 103.32 (GPF 2017)
8. Mikhail Kolyada – 103.13 (CoC 2017)
9. Nathan Chen – 100.54 (CoR 2017)
10. Shoma Uno – 100.49 (4CC 2018)

11. Boyang Jin – 100.17 (4CC 2018)

10 höchste FS Scores 2017 - 2018

1. Shoma Uno – 214.97 (Lombardia Trophy 2017)
2. Boyang Jin – 200.95 (4CC 2018)
3. Shoma Uno – 197.48 (SC 2017)
4. Shoma Uno – 197.45 (4CC 2018)
5. Yuzuru Hanyu – 195.92 (CoR 2017)
6. Nathan Chen – 193.25 (CoR 2017)
7. Javier Fernandez – 191.73 (Euros 2018)
8. Mikhail Kolyada – 185.27 (CoR 2017)
9. Shoma Uno – 184.50 (GPF 2017)
10. Nathan Chen – 183.19 (GPF 2017)
Zuletzt geändert von Jenni am So 28. Jan 2018, 00:03, insgesamt 1-mal geändert.

Katrin
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Katrin » Sa 27. Jan 2018, 16:51

Weniger die scores würde ich betrachten (vor allem weil auch die Favoriten nie alle zusammen in einem Wettbewerb liefen), sondern das übergeordnete Bild: Wie stellte sich der Läufer beim letzten gesehenen Wettbewerb aus diesem Januar vor ?

Shoma Uno: Wie er seine Sprünge dreht, birgt Gefahr, dass er seine Landekante verliert, vor allem dann, wenn er sie drehen will, da geht er zuviel mit Kraft rein in den Absprung, die Kraft geht ins Eis, wird nicht in Höhe oder Rotation umgesetzt und die Sprünge können sogar unterrotiert enden wie heute ( sein 4Lo und sein 4 F war nah an der Grenze zum downgrade). Das "die Sprünge wollen" muss er bei den Olympischen Spielen ausblenden. Klar, leicht gesagt. Von Shoma weiss man, dass er die Festung Hanyu erobern will, sein unbändiger Willen könnte ihn weit bringen, aber auch zum Verhängnis werden.
Tagesformabhängig. Wenn der den Fluss wieder reinkriegt in sein SP "winter", so wie er es diese Saison schon gezeigt hat, würde ich ihn nach dem SP bei Olympia auf 1 oder 2 sehen.

Bojang Jin: Technisch brilliant. Sehr verbessert während dieser Saison, so gut wie beim 4CC heute hab ich ihn noch nicht gesehen. Leider immer noch sehr konzentriert auf seine Sprünge, kein durchgängig künstlerisches Programm, die Musik im Mittelteil seiner Kür wirkt etwas komisch deplaziert, sein Stimmungswechsel "on-off".

Nathan Chen: Technisch brilliant bis auf seinen 3 A, der immer wackliger wird ( das skid edge beim Absprung ist das Problem), vermutlich kriegt er das nicht in den Griff. Ich denke den 3 A hat er gedanklich schon abgeschrieben als "Schwund". Sehr konzentriert auf Sprünge, auch er nur teilweise Künstler.
Er scheint keine Nerven zu haben.

Kolyada: Naja. Sein 4L mit der wandernden Achse. Man weiss nicht. Tagesformabhängig.

Javier Fernandez: Technisch hat er sich auffallend verbessert bei den Sprüngen, die sind fast brilliant. Habe meine Augen gerieben bei der Europameisterschaft: Keine wandernde Sprungachse mehr und eine sichtbar stabilere Anlauf-und Sprunghaltung...hat er doch bei Hanyu Anleihen genommen ?
Künstlerisch ein As. Und sein "ich lass alles auf mich zukommen, mal sehen was rauskommt" schont sein Nervenkostüm, er hat schon viel erreicht in seiner Karriere, er muss nichts mehr leisten.

Patrick Chan: Sein sonst immer stabiler 4 T wackelt, sein 3 A auch, teilweise springt er nur 2 A ( Canadian Nationals). Kein 4S. Sieht sich als auch von den Kampfrichtern nicht erkanntes Genie. Was er bringt an Kunst ist schön anzusehen, aber irgendwann denkt man: Kann er auch was anderes als schön und sanft skaten ?
Auch er hat keinen Druck, er ist kein Favorit, er könnte ganz locker in diesen olympischen Wettbewerb gehen.

Hanyu: Keine Ahnung, das weiss niemand, wo er im Moment steht, wie er seinen 4L springt, der kommt mit Sicherheit.
Hanyu hat Monsterdruck: Sich selbst gemacht, weil er ganz offen sagt, er will Gold, und er würde mit Riesenvorsprung gewinnen. Ich krieg Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie er wohl Sekunden vor dem Start seines Kurzprogramms auf dem Eis steht - ob dann seine Nerven halten.

Die Reihenfolge der Läufer von mir in diesem post ist willkürlich gewählt worden.

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Jenni
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Sa 27. Jan 2018, 19:48

Das war eigentlich nur als Opener für weitere Diskussionen gedacht :D
Außerdem mag ich Listen, ich hab gern ein Überblick, außerdem stellt es Shoma und Yuzu so schön an die Spitze. :mrgreen:

Das mit den Scores ist auch eher ein Gesamtbild, Nummern sagen eh nichts aus darüber, was ein Läufer wirklich kann, aber schon wo er einzuordnen sein könnte. Trotzdem denke ich, dass auch von den Scores her sich ein Bild ergibt.
Shoma hat durch die Bank weg auch mit miserablen Leistungen hohe Punkte eingesammelt. Man bedenke einfach nur, dass er nicht fehlerfrei war mit einem extrem fetten Patzer in 4CC und trotzdem nur 3 Punkte hinter Boyang lag, der sein bestes SP und eine super Kür mit minimalem Fehler dafür zeigen musste. Das kann ich nicht vergessen.

@Katrin Danke für deine technischen Analysen, ich seh was gesprungen wird und auch ob es gut war oder eben nicht, aber mehr auch nicht.

Meine Meinung:
Katrin hat geschrieben:
Sa 27. Jan 2018, 16:51
Wenn der den Fluss wieder reinkriegt in sein SP "winter", so wie er es diese Saison schon gezeigt hat, würde ich ihn nach dem SP bei Olympia auf 1 oder 2 sehen.

Shoma: Ich hoffe du hast recht! (Welches Winter meinst du denn im Speziellen eigentlich?)

Bei Shoma sollte man nicht vergessen, dass Shoma manchmal Sprünge steht, dank der Knie (hoffe nur das macht die Knie nicht kaputt) die eigentlich nicht zu landen wären, trotzdem kriegt er sie hin. Und der Vorteil, dass er Sprünge nie aufreißt, egal was kommt. Klar Unterrotationen bleiben ein Risiko, aber für einen unterrotierten Vierfachen, der gestanden ist,bekommt man immer noch mehr als für jeden Dreifachen. Jedenfalls hat Shoma bei 4CC bewiesen, dass er seine zweite Programmhälfte stehen kann. Ich hoffe dass er jetzt bei dem Layout bleibt. Es steht und fällt bei Shoma auch mit dem Technischen Panel, 4CC Panel war definitiv nicht auf seiner Seite.

Boyang: Ja er war bei 4CC super und hat sich gut zurückgemeldet, trotzdem bleibt das Manko im Künstlerischen, also wenig PCS. Allerdings hat Boyang im Gegensatz zu Nathan das 3A Problem nicht. Er wird denke ich aber nicht noch einen Vierfachen mehr machen, also hätte er technisch gesehen nicht mehr Inhalt als Shoma. Das Boyang damit dann auf das Podium kommt, hängt stark von den Anderen ab. Ausschließen sollte man ihn nicht, aber so richtig als Favorit seh ich ihn auch nicht.

Nathan: Mit Nathan habe ich das gleiche Problem wie mit Boyang, Sprünge super (wobei Boyang's Sprünge meiner Meinung nach sogar besser sind), aber künstlerisch nichts zusammenhängendes, trotzdem sehen seine PCS ganz ok aus (was mich ärgert) Der 3A das eigentliche Problem. Er ist definitiv ein Favorit auf Gold, wenn er alles steht inklusive 3A. Bei Fehlern kommt es drauf an was für welche es sind. Aber gut, dass gilt für alle.

Kolyada: Er ist so ein Wackelkandidat, dass er das Programm steht, wäre schon ein Wunder. Auch dann bleibt er im technischen hinter den anderen zurück. Wenn man vom Optimum ausgeht, dass alle durchkommen, hat er keine Chance, wenn er sich präsentiert wie bisher, sowie so nicht.

Javi: Euros waren gut, aber nicht so gut, als das ich ihn als sicheren Podiumkandidaten sehen würde. Er macht trotz verbesserter Sprünge zu viele Fehler. Bei dem technischen Niveau, dass die anderen zeigen, müsste er auf jeden Fall sauber laufen mehr als Shoma oder Nathan (oder vlt Yuzu). Künstlerisch super, aber PCS Unterschiede werden kaum gemacht, also kann auch Javi sich darauf nicht verlassen.

Yuzu: Kein Plan. Kann alles und nichts werden. Ich wiederhole mich, aber ich denke er wird es doppelt so schwer wie alle anderen haben durch den Trainingsrückstand und die ungewollte Pause von Wettkämpfen. Dazu Medienrummel wie für niemand anderen, nehm ich mal an.

Patrick: Ich mag Patrick gern, aber er hat keine Chance gegen keinen von den oben genannten. Es klingt vielleicht blöd, aber auch seine künstlerische Seite ist nicht so überragend, dass er damit einen Blumentopf gewinnen kann. Seine PCS sind auf Shomas Level eingeordnet. Zeiten der Chanflation sind vorbei, ich denke erst Recht da er so wenig Wettkämpfe bestritten hat. Ich denke bei ihm ist einfach die Luft raus, bin mir auch relativ sicher, dass wir ihn bei der WM nicht mehr sehen werden.
Außerdem es kann durchaus passieren, dass Patrick nicht mal in die letzte Startgruppe kommt. Wenn alle oben genannten vor ihm liegen, dann hat er erst Recht keine Chance, denn (auch wenn es nicht so sein sollte) die Startgruppe macht einen Unterschied. (Ich denke nur an Mao Asada in Olympia 2014)

Mit den Startgruppen fällt mir ein, wie werden denn bei Olympia die Startgruppen ausgegeben? Nach dem World Ranking?
Weil dann hat Patrick eh ein Nachsehen, er ist nur Rang 9.


Und dann hätten wir noch jemanden über den wir gar nicht weiter reden. Vincent Zhou. Bei den Nationals hat er sich super präsentiert. Er hat zwar vielleicht mit das größte Unterrotationsproblem bei Vierfachen, aber wenn er alles stehen sollte, was ihm bei den Nationals ja fast gelungen ist und die auch anerkannt werden, kann sein TES Wert so hoch wie der von Nathan sein. Er mag dann vielleicht einen PCS Abstand haben, aber auch die PCS werden nach oben gehen wenn er sauber läuft, das ist ja nun mal der Trend. Ich denke zwar nicht, dass er von vorne herein ein Podiumkandidat ist, aber mit zwei guten Programmen abhängig von den Patzern der Anderen ist schon was möglich.


(Das sollte eigentlich kein Roman werden, tut mir leid...)

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Henni147 » Sa 27. Jan 2018, 19:59

@Jenni @Katrin Ganz lieben Dank euch beiden für diese tollen Zusammenfassungen!! Ich hätte es nicht besser schreiben können 👏😀

Eigentlich kann ich für jeden einzelnen Läufer nur beten, dass die Nerven in Pyeongchang nicht versagen. Das wünsche ich wirklich niemandem.

Stellt euch nur mal vor, was DAS für eine epochale Werbung für den gesamten Eiskunstlaufsport wäre, wenn dieses Herrenquintett persönliche Bestleistungen zeigen könnte (Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit liegt bei fast Null, aber nur der Gedanke...) 😍😍😍😍😍😍😍 #GänsehautVonDenZehnägelnBisInDieHaarspitzen

Ich denke immer noch, dass die Vormittagswettbewerbe für die Läufer ein Segen sein werden. Jede Stunde, die sie weniger zappeln müssen, kann im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert sein.
Ich kenne es von mir selbst, wie grausam es ist, von 18:00-21:00 Klausur zu schreiben. Ich mache mich zehn Stunden lang verrückt, gehe auf und ab und alle Formeln in Gedanken durch, Essen schmeckt nicht, renne ständig aufs Klo... einfach schrecklich dieses Warten. Das wird den Läufern erspart bleiben.
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Sa 27. Jan 2018, 22:47

Nur blöd, dass Shoma es hasst früh aufzustehen, der Schlawiner! :)

Jenni, wenn Mehrfachnennungen erlaubt sind, fehlt dann in deiner 10 höchste Total Scores Liste nicht Shoma's 4CC score (den von Boyang's 4CC hast du gelistet)? Der müsste nämlich Javier Fernandez von der 4 verdrängen, wenn ich das richtig sehe, und Kolyada aus der Top Ten. Damit wäre Shoma der Dominator dieser Liste, aber das ist auch dem geschuldet, dass Shoma als absolutes Arbeitstier so gut wie jeden Wettbewerb mitnimmt.
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » So 28. Jan 2018, 00:00

Ups das ist richtig. Den hätte ich doch fast unterschlagen. Beim FS und SP hab ich dran gedacht 🙇 Shoma stand einfach zu oft auf der Liste 😁
Ich ändere das dann mal. Danke!

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Di 30. Jan 2018, 11:22

Jenni hat geschrieben:
Sa 27. Jan 2018, 19:48

Das mit den Scores ist auch eher ein Gesamtbild, Nummern sagen eh nichts aus darüber, was ein Läufer wirklich kann, aber schon wo er einzuordnen sein könnte. Trotzdem denke ich, dass auch von den Scores her sich ein Bild ergibt.
Shoma hat durch die Bank weg auch mit miserablen Leistungen hohe Punkte eingesammelt. Man bedenke einfach nur, dass er nicht fehlerfrei war mit einem extrem fetten Patzer in 4CC und trotzdem nur 3 Punkte hinter Boyang lag, der sein bestes SP und eine super Kür mit minimalem Fehler dafür zeigen musste. Das kann ich nicht vergessen.

Ich finde, du übertreibst. Durch die Bank weg miserable Leistungen? Klar, Shoma ist nach Skate Canada in eine Art Loch gefallen, aber miserabel waren seine Leistungen trotzdem nicht.

Dieser extrem fette Patzer allein, hätte Shoma nicht den Sieg gekostet. Da war beispielsweise die Unterrotation des Rittbergers (welche meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt war) die da auch mit reingespielt hat und ansonsten war das Programm in jeder Hinsicht klasse. Er hat sich von dem Fehler nicht aus dem Konzept bringen lassen und den Rest bis zum Schluss nicht einfach nur nachhausegefahren, sondern klasse interpretiert. Meiner Meinung nach war es die beste Kür, die er diese Saison gezeigt hat (Lombardia war technisch brilliant, aber noch nicht so ausgefeilt).

Boyang Jin ist einfach nicht der super Läufer, sondern einfach klasse Techniker. Er hat immer noch extrem hohe PCS, und auch immer noch zu hohe, wenn man ihn mit seinem Landsmann Han Yan oder auch Denis Ten, der immerhin eine olympische Bronzemedaille hat, vergleicht. Er hat die 100 im SP überschritten, aber das ist sein Maximum. Er war auch bei der Weltmeisterschaft sauber und hat es nicht annähernd in Shoma's und Yuzuru's Nähe geschafft(Und Yuzuru war fehlerbelastet).
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Di 30. Jan 2018, 19:01

@MaiKatze Klar hab ich übertrieben!
Du weißt ich bin ein Riesen Shoma Fan, und "miserabel" ist wohl die falsche Wortwahl. Entschuldigung. 🙏 (Bitte leg nicht alles was ich schreibe auf die Goldwaage, ich meine sehr selten was böse! 🙈) (Nur ich sag mal so...als Fan ist man etwas mehr voreingenommen von der Person, in dem Fall Shoma, dass Shoma eigentlich gar nichts machen müsste und ich würde es schon toll finden. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß bei IdF bin ich sehr fokussiert auf Shoma, auch wenn er nichts macht und ich muss dann eben manchmal die Leistungen runter brechen und relativieren um zu verstehen warum welche Bewertung zu stande kommt....)

Was ich eigentlich sagen wollte: Meiner Meinung nach waren es generell viele Fehler in allen Wettkämpfen von Shoma (Lombardia jetzt mal nicht mitgezählt) und dass es trotzdem hohe Punkte gegeben hat. Das finde ich bemerkenswert, nicht blöd. Das heißt noch lange nicht er war schlecht in allem oder dass ich alle Wettkämpfe schlecht fand. (Wer meine Posts kennt weiß eigentlich, dass ich die ganze Saison nicht mal so schlecht fand, wie viele meinen.)

Auch meinte ich 4CC eigentlich gar nicht. Ich stimme dir zu, bis auf den Sturz war das Programm super. Auch bin ich froh, dass dieses Mal die zweite Hälfte super geklappt hat, denn das war ja das Manko davor. Erst dann kommt auch der Klimax in der Musik zum Ende des Programms zur Geltung und dann kann es ein großartiger olympischer Moment werden.

Rein interpretatorisch (ist das ein Wort?) kann man Shoma eh nichts mehr vormachen. Seine Interpretation und Musikalität ist immer super. Er weiß auch wie er die Emotionen an die Leute bringt. Das ist etwas das man nicht lernen kann, entweder man kann es oder eben nicht. Da sind Boyang und Nathan Meilen entfernt!

Hinzu kommt Shoma mag zwar nicht das komplexeste Programm haben, aber komplexer als das von Nathan und Boyang ist es alle mal!
Und er hat wenigstens schwierige Eingänge in seine Sprünge. Das sollte man mit bedenken. Ein Sprung mit schwierigem Eingang ist auch schwieriger zu kontrollieren und die Vorbereitung ist auch schwieriger und das wird bei Boyang und Nathan einfach viel zu wenig mit bewertet bei den GOEs.
MaiKatze hat geschrieben:
Di 30. Jan 2018, 11:22
Dieser extrem fette Patzer allein, hätte Shoma nicht den Sieg gekostet. Da war beispielsweise die Unterrotation des Rittbergers (welche meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt war) die da auch mit reingespielt hat und ansonsten war das Programm in jeder Hinsicht klasse.
Am Ende sind es immer mehrere Faktoren die zu diesem Ergebnis geführt haben zum Beispiel, die Schrittpassagen Levels im SP und FS, die nur Level 2 und 3 bekommen haben, die Unterrotations Calls, der Sturz...

So zur Veranschaulichung meiner folgenden Erläuterungen hier Shoma's FS Protokoll:
IMG_20180130_172153.png
IMG_20180130_172153.png (108.28 KiB) 200 mal betrachtet
Vielleicht sagen wir mal so, wenn es einen offensichtlichen Fehler, nämlich den Sturz, nicht gegeben hätte, hätte Shoma gewonnen. Denn selbst mit beiden UR Calls ohne Sturz wäre Gold drin gewesen. Von dem ganzen 4F sind gerade mal 4.6 Punkte übrig geblieben! -1 Punkt für den Sturz und -4 GOE Punkte.
Rechnet man die wieder dazu: 4 Punkte auf den TES Wert drauf, dann wären wir bei 111 TES und dann noch 1 Punkt dazu für den Sturz. Wären 202.45 Punkte für das FS an sich.
Natürlich kann man nicht ändern, was passiert ist, auch wäre der Sprung nicht zu landen gewesen, so wie er ausgesehen hat. Aber ohne Sturz hätte Shoma gewonnen (auch mit dem UR auf dem 4Lo (Rittberger))

Ich hab den 4Lo auch angezweifelt, allerdings ist er genau dieses eine Viertel UR, dass man entweder durchgehen lassen kann oder nicht. (Allerdings wurde Shoma schon mit wesentlich schlechteren Landungen die eindeutiger unter rotiert waren nicht herabgestuft).

Deswegen andere Rechnung, wenn Shoma den 4Lo so anerkannt bekommen hätte mit den TES wie sie zuerst in der TechBox während des FS gestanden hätten, dann hätte Shoma auch mit Sturz gewonnen.
Die Techbox zeigte während des FS 12,0 BV + 1.75 GOE =13.75 TES
Am Ende im Protokoll blieben noch 7,69 TES wegen der UR stehen. Unterschied 6.07 Punkte!
Rechne das wieder auf die 197 Punkte drauf und dann wären wir bei 203 Punkte, auch dann hätte Shoma gewonnen. (Das macht mich um so ärgerlicher, dass er diesen UR bekommen hat) Deshalb wie das Panel wertet ist extrem entscheidend.

Also das eine war Pech, dass es ein so striktes Tech Panel war, den Sturz hat Shoma selbst verursacht. Beides war jedenfalls zu viel und deshalb "nur" Silber für Shoma!

Gewonnen hat Boyang (und ich bin ja nicht mal böse drüber,) denn er war wirklich gut, aber einen komischen Beigeschmack hat es trotzdem für mich. Ich will ja Boyang's Leistung auch nicht schmälern.

Langer Exkurs, aber es bleibt, was ich davor meinte: Shoma hat nicht die perfekte Übung gehabt, trotzdem ist er sehr knapp hinter Boyang gewesen, der eine seiner besten Küren überhaupt gezeigt hat.


Zurück zum ursprünglichen Thema:
Ich bin der Meinung Boyang kann und sollte man nicht außer Acht lassen für Olympia nach der 4CC Leistung, aber er muss auf Fehler von anderen hoffen und selbst sauber laufen und hoffen dass die PCS nicht niedriger sind als bei 4CC. Aus eigener Kraft kann er meiner Meinung nach das Podium nicht erreichen.
Allerdings hat er bisher bei beiden WMs genau aus diesen Gründen Bronze gewonnen. Erwartet hat das niemand. Vielleicht gelingt ihm das Kunststück nochmal.

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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von MaiKatze » Di 30. Jan 2018, 19:34

Jenni, ich mein das auch null böse. Das ist einfach so, gerade in den heutigen Zeiten wo man soviel per 'Schrift' kommuniziert und nicht sich gegenüber sitzt und Mimik und Gestik hat, dass man da oft etwas missversteht oder in den falschen Hals bekommt. Ich weiß natürlich, dass du Shoma klasse findest.

Was ich damit sagen will ist folgendes:
Shoma ist in den letzten zwei Jahren in die absolute Weltspitze aufgestiegen und er war zweimal japanischer Meister (ja, Yuzuru war nicht da, aber ignorieren wir es mal) Er gehört zu den Läufern, die auch mit weniger 'guten' Leistungen (da streubt sich etwas gegen die Vokabel 'miserabel') noch hohe Punktzahlen rausholen können, weil da eben noch mehr ist, als 'nur' Sprünge. Ich kann mir Shoma's Programm auch ohne Sprünge anschaun' und es gefällt mir noch, während das bei Boyang Jin kaum möglich ist. Die Preisrichter sind der Meinung, dass er einfach oben mit dazu gehört, und deswegen bekommt er diese Punktzahlen auch wenn er jetzt nicht top läuft. Das hat er sich in diesen 3 Jahren erarbeitet, in dem er zeigte, dass er es natürlich auch kann! Wer gehört noch in die illustre Runde? Auf jeden Fall Yuzuru und Javier Fernandez. Das sind die Herren die schon wirklich total einbrechen müssen und den Großteil ihrer Sprünge verhauen bevor sie aus den ersten Plätzen purzeln. Patrick Chan fällt aus dieser Gruppe langsam raus, weil er eben nicht zwischendurch mal wieder eine Topleistung gezeigt hat. Es war schon sehr, sehr bezeichnend, dass er weder Skate Canada gewinnen konnte, nein, er ist gegen einen Läufer wie Alexander Samarin aus den Medaillen gepurzelt! Man kann ihn nicht mehr da oben lassen, weil es über PCS einfach nicht mehr geht. Sollte er jedoch mal wieder sauber durchkommen, ist er sofort wieder in den Medaillen. Ich finde Nathan auch nicht so prickelnd, aber der USA Faktor hilft ihm, langsam aber sicher auch in diese 'auch wenn es nicht 100%ig läuft kann ich noch gewinnen' Ecke. In der ist Boyang aufgrund seines schwachen Verbandes nicht. Wie du richtig bemerkst ist er jemand, der aus eigener Kraft das Podium nicht erreichen kann. Wenn er sauber durchkommt, kann er allerdings auch Gold holen. Aber dafür müsste zum Beispiel Yuzuru zweimal stürzen und selbst dann wird es verdammt eng. Das mag unfair erscheinen, ist aber so.
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Re: A Game of Quads! Der Herrenwettbewerb 2018

Beitrag von Jenni » Di 30. Jan 2018, 20:07

Damit hätten wir geklärt, dass wir grundsätzlich der gleichen Meinung sind über Shoma. :mrgreen:

Tja mit Yuzu bin ich vorsichtig mit dem was er machen muss um aus den Rängen zu fallen, wir wissen ja leider überhaupt nichts. Ich bin echt gespannt, was er macht. Die Hoffnung stirbt zu letzt.

Patrick Chan fällt eh demnächst komplett raus. Olympia wird sein letzter Wettkampf, ich bin mir ziemlich sicher. Vielleicht kann er ja nochmal alles geben und am Ende sauber laufen. Zu wünschen wäre es ja. (Aber eine Chance auf Gold hat Patrick ja im Team! Deshalb bin ich auch für Team Canada 😉)

Wie gesagt, Boyang und Nathan sind für mich vom Können ein und dasselbe, wobei ich Boyang dann doch lieber mag. Und dieses PCS hoch getreibe ist zum K**zen!
Allerdings wenn die Preisrichter PCS so wenig gewichten, dann würde ich an ihrer Stelle auch versuchen so hohe TES wie möglich zu bekommen. Mit PCS allein kannst du nichts gewinnen. Wenn sie wirklich, sagen wir, ca. 20 Punkte insgesamt an PCS weniger hätten als Yuzu, Javi und Shoma, würden sie auch mehr für ihre Programme investieren, wenn man aber für Sprung an Sprung auch so genug PCS bekommt, warum sollte man unnötig Energie auf Choreografie verschwenden? Das ist ein Sport es geht ums gewinnen, das ist eine plausible Strategie. Ich kann das verstehen.

Aber Nathan und Boyang bewerten sich ja nicht selbst, also kann ich jedem für seine Leistung nur gratulieren, sie geben ihr möglichstes. Alles andere haben sie nicht in der Hand.

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