Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Manuel
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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Manuel » Sa 8. Feb 2020, 17:02

Katrin schrieb:
"was machst Du für einen Tuntensport !" , daher so wenig Männer im Eiskunstlauf, die Jungs gehen lieber zum Eishockey ( im Süden Bayerns die absolute Regel, da will kein Junge dauergemobbt werden, weil auch die Eishockeyjungs im Stadion sitzen und beim Eislauf- Training zuschauen, laut ihre Kommentare abgeben, und das setzt sich dann fort auch ausserhalb des Trainings).

Das Ergebnis dieser unsinnigen Einstellung durften die bayerischen Bürger gerade bei ihrem landeseigenen Wettbewerb erfahren. Der erste Deutsche der Junioren in Oberstdorf war Nikita Starostin auf dem fünften Platz. Unterschied zum Sieger aus Kanada: 49,85 Punkte. Und der hatte seine Vierfachen verletzungsbedingt gar nicht gezeigt! Die ersten vier Plätze(und Preise!) der „Bavarian Open“ gingen also ins Ausland! Ich bin mir sicher, dass sich unter Jungen, die durch geistig unterbemittelte Hänseleien ihrer Mitschüler zum Eishockey gezwungen werden, gute Kunstläufer befinden. Es gehen Talente verloren, die wir in Deutschland dringend brauchen. Bis ein Junge soweit ist, dass er international mitlaufen kann, vergehen viele Jahre harter Arbeit. Bei Europa- und Weltmeisterschaften gehen die ersten Plätze regelmäßig an Russland: Von Homophobie keine Rede. Putin ist erklärter Fan von Evgeni Plushenko.
Jungs, die hierzulande den Mund zu voll nehmen, würden bei Eteri Tudberidze nicht einmal einen einzigen Trainingstag überleben.

Wenn in bayerischen Jungenköpfen Kunstlauf mit schwul und pfui belegt ist, muss man die Ursachen suchen und mit allen Mitteln bekämpfen. Der bayerische Ministerpräsident stellt gerne das hohe Bildungsniveau an bayerischen Schulen heraus. Anstatt sich von den anderen Bundesländern abzugrenzen, sollte er sie von seinem „besseren“ System überzeugen. Dazu gehört auch, den Unsinn, dass Eiskunstlauf nicht männlich genug sei, endlich auszumerzen. Politik, Schule und Gesellschaft sind gefordert, diesem Unfug ein Ende zu bereiten. Da wird sonst weiterhin eine ganze Sportart diskriminiert, wie es im dritten Reich geschah, als Männern der Kunstlauf untersagt wurde, weil die Nazis ihn für unmännlich hielten. Markus Söder trägt genau wie das Kultusministerium die Verantwortung für die geistige Erziehung der Jugend seines Landes. Er könnte z.b. bei Besuchen in Orten, wo es Eislaufvereine gibt, für mehr Jungen im Eiskunstlauf werben.

Mir waren beim livestream, so er denn lief, die leeren Zuschauerränge in Oberstdorf aufgefallen. Warum gibt das Kultusministerium keine Empfehlungen an seine Schulen heraus, hochrangige Eislaufwettbewerbe im Rahmen von Schulausflügen zu besuchen? Kostenloser Eintritt und freie Busfahrt wären für die Schulleiter ein Schmankerl und Ausflugstage sinnvoll genutzt. Auf dem Weg zu den Sportstätten kann man sogar die Besichtigung örtlicher Museen oder Schlösser einplanen. Die Schüler werden dadurch nicht nur an die Sportart herangeführt, sondern sehen selbst, dass drei-und vierfache Sprünge nicht im Vorübergehen zu lernen sind. Um entsprechende Erläuterungen seitens der Lehrer und ehemals aktiver Kunstläufer wie z.b. Norbert Schramm, Rudi Cerne oder auch jetzt aktiv Paul Fentz erweitert, ist es sicher nicht unmöglich, die Einstellung der Jungen und der Eltern im Land zu ändern.
Leistungskunstlauf ist schwer! Das sollten Hockeyspieler eigentlich wissen und ihre Kameraden unterstützen, anstatt durch geistlose Diskriminierung die eigene Dummheit hervorzuheben. Sportliche Wettbewerbe im Rahmen schulischer Ausflüge zu besuchen, ist auch nicht auf den Eiskunstlauf beschränkt. Da gibt es etliche Sportarten, die den Kindern unbekannt sind, weil es an Popularität fehlt. Und wenn im Eislauf nicht schnellstens mehr Nachwuchsförderung betrieben wird, brauchen wir uns nicht wundern, dass wir international unter ferner liefen rangieren.

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Tarancalime
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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Tarancalime » Sa 8. Feb 2020, 21:40

Manuel hat geschrieben:
Sa 8. Feb 2020, 17:02
Katrin schrieb:
"was machst Du für einen Tuntensport !" , daher so wenig Männer im Eiskunstlauf, die Jungs gehen lieber zum Eishockey ( im Süden Bayerns die absolute Regel, da will kein Junge dauergemobbt werden, weil auch die Eishockeyjungs im Stadion sitzen und beim Eislauf- Training zuschauen, laut ihre Kommentare abgeben, und das setzt sich dann fort auch ausserhalb des Trainings).

Das Ergebnis dieser unsinnigen Einstellung durften die bayerischen Bürger gerade bei ihrem landeseigenen Wettbewerb erfahren. Der erste Deutsche der Junioren in Oberstdorf war Nikita Starostin auf dem fünften Platz. Unterschied zum Sieger aus Kanada: 49,85 Punkte. Und der hatte seine Vierfachen verletzungsbedingt gar nicht gezeigt! Die ersten vier Plätze(und Preise!) der „Bavarian Open“ gingen also ins Ausland! Ich bin mir sicher, dass sich unter Jungen, die durch geistig unterbemittelte Hänseleien ihrer Mitschüler zum Eishockey gezwungen werden, gute Kunstläufer befinden. Es gehen Talente verloren, die wir in Deutschland dringend brauchen. Bis ein Junge soweit ist, dass er international mitlaufen kann, vergehen viele Jahre harter Arbeit. Bei Europa- und Weltmeisterschaften gehen die ersten Plätze regelmäßig an Russland: Von Homophobie keine Rede. Putin ist erklärter Fan von Evgeni Plushenko.
Jungs, die hierzulande den Mund zu voll nehmen, würden bei Eteri Tudberidze nicht einmal einen einzigen Trainingstag überleben.

Mir waren beim livestream, so er denn lief, die leeren Zuschauerränge in Oberstdorf aufgefallen. Warum gibt das Kultusministerium keine Empfehlungen an seine Schulen heraus, hochrangige Eislaufwettbewerbe im Rahmen von Schulausflügen zu besuchen? Kostenloser Eintritt und freie Busfahrt wären für die Schulleiter ein Schmankerl und Ausflugstage sinnvoll genutzt. Auf dem Weg zu den Sportstätten kann man sogar die Besichtigung örtlicher Museen oder Schlösser einplanen. Die Schüler werden dadurch nicht nur an die Sportart herangeführt, sondern sehen selbst, dass drei-und vierfache Sprünge nicht im Vorübergehen zu lernen sind. Um entsprechende Erläuterungen seitens der Lehrer und ehemals aktiver Kunstläufer wie z.b. Norbert Schramm, Rudi Cerne oder auch jetzt aktiv Paul Fentz erweitert, ist es sicher nicht unmöglich, die Einstellung der Jungen und der Eltern im Land zu ändern.
Leistungskunstlauf ist schwer! Das sollten Hockeyspieler eigentlich wissen und ihre Kameraden unterstützen, anstatt durch geistlose Diskriminierung die eigene Dummheit hervorzuheben. Sportliche Wettbewerbe im Rahmen schulischer Ausflüge zu besuchen, ist auch nicht auf den Eiskunstlauf beschränkt. Da gibt es etliche Sportarten, die den Kindern unbekannt sind, weil es an Popularität fehlt. Und wenn im Eislauf nicht schnellstens mehr Nachwuchsförderung betrieben wird, brauchen wir uns nicht wundern, dass wir international unter ferner liefen rangieren.
In Russland und Kanada ist Eiskunstlaufen neben Hockey halt absoluter Nationalsport. Gleichzeitig herrscht in Russland auch einer eher konservative Einstellung zuzüglich LGBT-Sportlern ...... Es ist ein vollkommenes Tabu dort, so mein Eindruck, darüber wird offensichtlich nicht öffentlich geredet. Kanada tickt anders, da läuft auch regelmässig der Premierminister (der übrigens mit dem Snowboard regelmässig Black Diamond Pisten runterbrettert und ausgebilder Snowboard Trainer ist) in den Parades mit. Und Eiskunstläufer wie Keegan Messing oder Tessa Virtue und Scott Moir tragen die Olympische Flagge für ihr Land und sind Nationalhelden und Vorbilder für viele Jungs und Mädchen.....So sollte es sein.

Aber stimmt das mit dem Eiskunstlaufen im 3. reich? Wundern würde mich das nicht....diese Deppendenke kriegen wir gerade weider eiskalt im TV serviert und idiotische längst widerlegte Theorien in der Politik- und Sozialwissenschaft sind kein Deut weg aus der Öffentlichkeit weil sich die leute bisher nicht dafür interessiert haben! schlimm genug.

Gibt es historische Belege? So wie den Fakt das das was in Thüringen passiert wird, auch belegt werden kann?

Ich habe übrigens noch eine andere Idee, um Eislaufen unter die Kinder zu bringen...wie in kanada endlich mal ein Learn to Skate Konzept für den Eissport an Schulen und Vereinen einführen! in kanada hängt die Akzeptanz des Eissportes auch schlicht und einfach damit zusammen, dass alle Kinder alle Grundlagen des Eislaufens lernen und erst später sich ein Kind für Eiskunstlaufen, Hockey oder Schnelllauf entscheiden kann! Viele Eishockeyspieler die wirklich krass Bodychecking machen und da gibts auch schlimme Prügeleien auf dem Eis, dem inzwischen wirklich dem Einhalt geboten wird, weils zu sehr ausufert im Juniorenbereich und jünger, sind ausgezeichnete Schlittschuhläufer, die regelmässig Kunstlauftechniken machen. Würde man das einführen, wär ganz schnell Schluss mit diesem unsäglichen und dummen Vorurteil "Tuntensport". aber ganz fix! Viele Jungs und auch Mädchen spielen Eishockey und wechseln später zum Eiskunstlaufen und es gibt auch einen Comic über eine lesbische Eiskunstläuferin, die versucht mit 15 jahren ihre eigene identität auf dem Eis zu finden (künstlerisch und als Mensch).

Tutberizse würde solche dummen Jungs aber wirklich kleinkriegen, davon bin ich überzeugt. das würde ich zu gern mal sehen!

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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Hildecat » Sa 8. Feb 2020, 21:59

Tarancalime
Ich habe übrigens noch eine andere Idee, um Eislaufen unter die Kinder zu bringen...wie in kanada endlich mal ein Learn to Skate Konzept für den Eissport an Schulen und Vereinen einführen!
Super Idee und jederzeit an Orten möglich in denen es Eishallen und Eiszeiten gibt. Würde auf alle Fälle helfen mehr
Kinder und auch Jungs von diesem Mißverständnis "nur was für Mädchen", zu befreien.
So ganz nebenbei klagt die freiwillige Feuerwehr auch über Nachwuchsmangel. Und die ist ganz und gar nicht unmännlich. Ich denke in dem Zusammenhang an die Äußerung von Kati Witt, daß das Internet viele fernhält vom Sport und von Freizeitaktivitäten im Allgemeinen.

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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Tarancalime » Sa 8. Feb 2020, 22:27

Hildecat hat geschrieben:
Sa 8. Feb 2020, 21:59
Tarancalime
Ich habe übrigens noch eine andere Idee, um Eislaufen unter die Kinder zu bringen...wie in kanada endlich mal ein Learn to Skate Konzept für den Eissport an Schulen und Vereinen einführen!
Super Idee und jederzeit an Orten möglich in denen es Eishallen und Eiszeiten gibt. Würde auf alle Fälle helfen mehr
Kinder und auch Jungs von diesem Mißverständnis "nur was für Mädchen", zu befreien.
So ganz nebenbei klagt die freiwillige Feuerwehr auch über Nachwuchsmangel. Und die ist ganz und gar nicht unmännlich. Ich denke in dem Zusammenhang an die Äußerung von Kati Witt, daß das Internet viele fernhält vom Sport und von Freizeitaktivitäten im Allgemeinen.
Glaub ich nicht...denn dann müsste es ja in jedem Land der Erde Schwund geben...Kati Witt kann das ja nicht mal belegen oder begründen. IMO liegt das eher an unserer total knappen Zeit für Ehrenamt und somit vereinstätigkeiten.

Ich hab mal das CanSkate Programm learn to Skate vor einiger Zeit ins Deutsche übersetzt und die Tutorials und einen Imagefilm dazu gibts auf der Skate Canada Youtube Seite....kann gerne Interessierten mal das .pdf schicken damits sie es an schulen und Vereinen mal vorstellen können...oder am besten gleich dem Schul- und Sportamt! Denn das ist auch anders als früher, die Info ist da und muss nur viral gehen.

ja, das die Feuerwehr über Nachwuchsmangel klagt ist bekannt....aber überhaupt blutet das Ehrenamt total aus, denn nach Gesamtschule und Jobs ist so wenig zeit für Ehrenamt generell! Und das ist ein gewaltiges problem, weil die leute nicht mal mehr zeit haben, sich in z.B. komplexe Zusammenhänge in der Politik oder allgemein tagesgeschehen reinzuhangeln und aktiv zu sein....stattdessen müssen so viele leute 3 schlecht bezahlte Jobs machen um über die Runden zu kommen.....totaler Irrsinn ist das! Man hat zu nichts mehr Energie.

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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Sa 8. Feb 2020, 22:37

Tarancalime hat geschrieben:
Sa 8. Feb 2020, 21:40
Viele Eishockeyspieler die wirklich krass Bodychecking machen und da gibts auch schlimme Prügeleien auf dem Eis, dem inzwischen wirklich dem Einhalt geboten wird, weils zu sehr ausufert im Juniorenbereich und jünger, sind ausgezeichnete Schlittschuhläufer, die regelmässig Kunstlauftechniken machen.
Max Aaron dürfte den meisten noch bekannt sein. Kommt zwar aus den USA, passt aber dennoch als Beispiel. Er begann mit vier Jahren mit dem Eishockey und mit neun Jahren mit dem Eiskunstlauf. Danach betrieb er beide Sportarten parallel und wechselte erst mit 16 endgültig zum Eiskunstlauf.

Matthias
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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Matthias » So 9. Feb 2020, 00:26

Wollte nur anmerken, dass es beim Ballett/Tanztheater das gleiche ist: auch hier gibt es diese Pauschalbezeichnung von männlichen Balletttänzern als schwul. Wer sieht sich denn Ballett an, wer mag es, genießt es? Es sind Leute mit einer gewissen Bildung, mit Kunstsinnigkeit, die auch klassische oder zumindest komplexere Musik mögen. Leute, die nur Sport als Sport mögen, können der künstlerischen Komponente im Eiskunstlauf natürlich nichts abgewinnen. Das wird immer so bleiben. Nur sollte diese Schicht immer kleiner werden, mit zunehmender allgemeiner Bildung.

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Re: Gleichgeschlechtliche Paare im Eistanz und Paarlauf

Beitrag von Tarancalime » So 9. Feb 2020, 14:12

Matthias hat geschrieben:
So 9. Feb 2020, 00:26
Wollte nur anmerken, dass es beim Ballett/Tanztheater das gleiche ist: auch hier gibt es diese Pauschalbezeichnung von männlichen Balletttänzern als schwul. Wer sieht sich denn Ballett an, wer mag es, genießt es? Es sind Leute mit einer gewissen Bildung, mit Kunstsinnigkeit, die auch klassische oder zumindest komplexere Musik mögen. Leute, die nur Sport als Sport mögen, können der künstlerischen Komponente im Eiskunstlauf natürlich nichts abgewinnen. Das wird immer so bleiben. Nur sollte diese Schicht immer kleiner werden, mit zunehmender allgemeiner Bildung.
Wie recht du hast! Wenn dieser Prozess nicht passiert, dann gibts nur braunblaue Soße auf den Tisch und kein gutes Mittagessen....... :1grin:

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