Mögliche Änderungen ab 2022

Karl-Heinz Krebs
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Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Sa 7. Jul 2018, 19:40

Die ISU plant offenbar ab 2022 radikale Änderungen im Eiskunstlauf. Demnach soll es statt dem Kurzprogramm und der Kür eine künstlerisches und ein technisches Programm geben. Beide Programme sollen jeweils dreieinhalb Minuten lang sein.

Ich halte das für totalen Blödsinn. Zum einen ist solch eine Trennung gar nicht möglich, denn für die Ausführung von Pirouetten, Schrittkombinationen oder Hebungen wird es ja weiterhin technische Werte geben. Auf der andren Seite stelle ich mir dreieinhalb Minuten in denen nur gesprungen wird auf die Dauer sehr öde vor. Gespannt bin ich auch, wie die 24, 20, 16 Finalteilnehmer ermittelt werden. Nach dem künstlerischen oder dem technischen Programm? Oder starten beide Male 40 und mehr Läufer? Ich befürchte, der Eiskunstlauf setzt damit auch seine Olympiateilnahme aufs Spiel, denn eine Hälfte des Wettbewerbs würde ja nur von den Juroren bestimmt werden.

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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Henni147 » Sa 7. Jul 2018, 20:11

Das können sie eigentlich in der Form nicht realisieren. Diese Trennung von Athletik und Kunst ist a) eigentlich gar nicht möglich, denn die perfekte Technik ist eine Form von Kunst. Mutter Natur hatte den genialen Einfall, Schönheit und Effizienz zu verbinden. Außerdem würden sie b) mehr langjährige treue Fans vergraulen als neue dazugewinnen.

Ich stimme allerdings auch den Leuten bei GS zu, dass das Konzept mit Kurzprogramm und Kür in der jetzigen Form etwas witzlos ist. Das Kurzprogramm unterscheidet sich wirklich nur darin von der Kür, dass es kürzer ist und entsprechend weniger technische Elemente enthält.

Es wäre besser, Pflichtelemente und Restriktionen auf das Kurzprogramm zu beschränken und die Kür aufzulockern. Im Englischen heißt es nicht umsonst "FREE skate". Aktuell ist der free skate alles andere als FREE.
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Katrin
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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Katrin » So 8. Jul 2018, 22:52

Zunächst: Habe diesen thread erst jetzt gefunden, weil er nicht unter "aktuelle Beiträge " stand: Einige posts werden einfach nicht angezeigt, ist mir mit eigenen posts auch schon so gegangen. Wenn in "aktuelle Beiträge" nichts Neues steht, schaue ich nicht das ganze Forum durch.


Ein Programm mit Pflichtelementen ist mir noch eingänglich. Das ist auch bewertbar, recht nachvollziehbar auch.

Aber das Kunstprogramm: Frage mich, wie da die Sprünge bewertet werden: Wenn genauso wie jetzt, sehen wir keine Änderung, denn die meisten Punkte bringen Sprünge.
Wie wird so ein Kunstprogramm dann bewertet ? Es gibt auch Programme ohne einen einzigen Vierfachen, ja ohne Sprung überhaupt ( siehe John Curry, als er Pflichtelemente tanzt), die einen hinreissen.
Werden die Sprünge im Kunstprogramm nur so viel wert sein, wie sie auch musikalisch passen, und welchen Wert haben sie dann ? Oder braucht man für das Kunstprogramm gar nicht springen ?

Wie würde so ein Kunstprogramm bewertet ? Da finde ich keine Antwort.

@Henni: Stimme zu, aber nicht alle Regeln für dieses Kunstprogramm abschaffen, bitte nicht, ums krass zu sagen, 5 Rittberger hintereinander voll werten, ne Art von Wiederholungs-Sperre muss drin sein.

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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Henni147 » Mo 9. Jul 2018, 10:29

Katrin hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 22:52
Wie würde so ein Kunstprogramm bewertet ? Da finde ich keine Antwort.

@Henni: Stimme zu, aber nicht alle Regeln für dieses Kunstprogramm abschaffen, bitte nicht, ums krass zu sagen, 5 Rittberger hintereinander voll werten, ne Art von Wiederholungs-Sperre muss drin sein.
Zu 1) Ich denke, das weiß die ISU selbst noch nicht so genau. Hab auch das Gefühl, bei dieser Änderung geht es in erster Linie eh nur darum, dass die Springer wie Nathan, Boyang oder Zhou bzw. Künstler wie Misha oder Jason bessere Chancen kriegen sollen, Gold zu gewinnen. Der Witz ist nur: 2026 werden sie für 5-6 Quads wahrscheinlich schon zu alt sein (alle Ehre, falls nicht).

Zu den Wiederholungen: würden die Punktrichter ihre Arbeit richtig machen, könnte man fünf Rittberger böse in den PCS abstrafen und die Sache hätte sich erledigt. Alternativ für jede Wiederholung im BV oder in den GOE runtergehen um 20-30%. Oder Zayak-Regel lassen. Insgesamt ist die Kür aber viel zu stark vorstrukturiert. Das sollte nicht sein.
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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Katrin » Fr 3. Aug 2018, 16:14

Im Synchronschwimmen gibt es eine technische Kür und eine freie Kür, bei Jugendwettkämpfen zusätzlich die Pflicht, die zur Qualifikation zur Zulassung für die Kür herangezogen wird, siehe wiki Synchronschwimmen.

Das Eislauf-Kurzprogramm ist doch jetzt schon so technisch dichtgepackt, dass es als technische Kür durchginge.
Denke da ändert sich im Grund nur die Bezeichnung.
Man könnte es aber interessanter machen durch ein Losverfahren direkt vor jeder Meisterschaft: Aus einem Pool feststehender Elemente werden diejenigen gezogen, die dann in der technischen Kür gezeigt werden müssen.
So wird es unter anderem auch im Karate gemacht bei Dan (=Schwarzgurt) Prüfungen, da sagt der Prüfer an, welche Kata er sehen will. Kata: Festgelegter Bewegungsablauf, es gibt über 20 Katas, die ein Schwarzgurt-Prüfling auswendig können muss.

Die Kampfrichter sind im Synchronschwimmen aufgeteilt, nicht jeder muss alles beurteilen : So der englische Kommentar zu der derzeit laufenden Synchro EM und hier auf Seite 10 eine Auflistung der Kampfrichter ( kann aber die Abkürzungen nicht deuten).

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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Henni147 » Fr 3. Aug 2018, 20:14

Katrin hat geschrieben:
Fr 3. Aug 2018, 16:14
Man könnte es aber interessanter machen durch ein Losverfahren direkt vor jeder Meisterschaft: Aus einem Pool feststehender Elemente werden diejenigen gezogen, die dann in der technischen Kür gezeigt werden müssen.
An sowas ähnliches hab ich auch schon gedacht. Es würde ein globales Layout für alle Läufer ausgelost, z.B.

4T, 3A, 3Lz+3T
FCSp, CSSp, CCoSp
StSq

Die Reihenfolge der Elemente darf der Läufer seinem Programm anpassen. Globale Auslosung ist deshalb notwendig, damit alle den gleichen Schwierigkeitsgrad haben. Wäre sonst ziemlich unfair, wenn jemand mehr leisten könnte als sein Layout hergibt und deshalb eine schlechtere Platzierung nach dem technischen Programm hat...

Schwierig finde ich:
1) man kann nur Elemente im TP verlangen, die alle Läufer (oder zumindest ein Großteil) im Arsenal haben wie Triple oder 3A, 4T bei den Herren. Das schränkt die Möglichkeiten schon ziemlich ein...
2) jeder Läufer muss viel mehr Energie ins Sprungtraining stecken, weil man ja nicht weiß, was gefordert wird. Man muss auf ALLES vorbereitet sein. Darunter könnte das restliche Training leiden...
3) Musik. Nicht zu jeder Choreo passt jeder Sprung. Bei Heroes and Future hat man es jetzt sehr schön gesehen: Yuzus 3F ließ sich auf ganz natürliche Weise nach der Step Sequence einfügen. Der 3Lo hat blockiert, die Schrittsequenz passte nicht zum Sprungeingang. Keine Ahnung, wie man das Problem in den Griff kriegen kann. Musik/Choreo einfach abschaffen wäre auch kacke...


Wie seht ihr das?
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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Katrin » Fr 3. Aug 2018, 22:53

zu 1:Finde darin kein Problem, den Schwierigkeitsgrad nach Junior/Senior Kategorie oder Nationale/ Internationale /Weltmeisterschaft anzupassen.
zu 2: Das finde ich gut, das man auf alles vorbereitet sein muss, auch weil man nun einen Sprung weglassen kann in der Kür. Das gibt eine umfassende Ausbildung des Läufers, vom Zeitaufwand nicht mehr als heute.
zu 3: Das ist doch bei einer technischen Kür nicht der Schwerpunkt, dass es auf die Musik passt.

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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Henni147 » Sa 4. Aug 2018, 08:56

Katrin hat geschrieben:
Fr 3. Aug 2018, 22:53
zu 1:Finde darin kein Problem, den Schwierigkeitsgrad nach Junior/Senior Kategorie oder Nationale/ Internationale /Weltmeisterschaft anzupassen.
zu 2: Das finde ich gut, das man auf alles vorbereitet sein muss, auch weil man nun einen Sprung weglassen kann in der Kür. Das gibt eine umfassende Ausbildung des Läufers, vom Zeitaufwand nicht mehr als heute.
zu 3: Das ist doch bei einer technischen Kür nicht der Schwerpunkt, dass es auf die Musik passt.
Aye, (1) kann man bestimmt in den Griff kriegen, denke ich.

(2): Ist das wirklich kein Mehraufwand? Vor allem bei der großen Zahl von Kombinatiossprüngen... Vielleicht bereitet man 6 oder 7 vor, die man in der ganzen Saison nicht mehr braucht... Das würde mich als Läufer schon ärgern...
Da müsste man den Kandidatenpool schon etwas einschränken, oder nicht?

(3): Wenn die Musik nicht wichtig ist, würde ich sie im TP wirklich weglassen und auch keine PCS vergeben. Entweder passt die Choreo zur Musik oder es ist Quatsch. Da könnte man auch genauso gut einfach Antenne Bayern laufen lassen 😁🙈
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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Katrin » Sa 4. Aug 2018, 11:21

Henni147 hat geschrieben:
Sa 4. Aug 2018, 08:56
...
(3): Wenn die Musik nicht wichtig ist, würde ich sie im TP wirklich weglassen und auch keine PCS vergeben. Entweder passt die Choreo zur Musik oder es ist Quatsch. Da könnte man auch genauso gut einfach Antenne Bayern laufen lassen 😁🙈
Woher weisst Du, was bei uns im Eisstadion manchmal läuft ? Hab grad einen :lol: Anfall. Der I-Pod ist dann meine Rettung.

Allen Ernstes: So exakt wie in den optimalsten Henni-Träumen muss die Musik nicht passen zu einem technischen Programm.

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Re: Mögliche Änderungen ab 2022

Beitrag von Henni147 » Sa 4. Aug 2018, 11:50

Katrin hat geschrieben:
Sa 4. Aug 2018, 11:21
Allen Ernstes: So exakt wie in den optimalsten Henni-Träumen muss die Musik nicht passen zu einem technischen Programm.
Hihi 😙

Sie gesagt, das ist meine ganz persönliche Meinung: Wenn schon Musik, dann auch vernünftig darauf eingehen oder ganz bleiben lassen. Sonst ist es nur unnötiger Hintergrundkrach.

Bei manchen aktuellen Programmen habe ich bereits dieses Feeling. Läufer X musste irgendeine Musik aussuchen, weil es vorgeschrieben ist, aber eigentlich ist die Musik völlig Wumpe. Das Programm würde genauso gut oder schlecht funktionieren, wenn man den Ton abschalten würde.
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