Geplante Änderungen ab 18/19

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Henni147
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Geplante Änderungen ab 18/19

Beitrag von Henni147 » Sa 20. Mai 2017, 08:55

Habe gerade in einem Blogeintrag von Sportymags gelesen, dass das aktuelle ISU-Bewertungssystem bei den Herren modifiziert wird: https://sportymags.wordpress.com/2017/0 ... in-points/

Demnach sollen wohl in der Kür ab 2018/19 nur noch 7 statt 8 Sprungsequenzen erlaubt sein, dafür wird die Bandbreite der GOEs aufgestockt von ±1-3 auf ±1-5. Das riecht für mich wieder nach mehr Subjektivität in der Bewertung und wir dürfen uns bestimmt auf einen neuen "Chanflation"-Shitstorm 2.0 einstellen.

Selbst bei der aktuellen Verteilung von -3 bis +3 möglichen GOE gab es schon hinreichend viele Fälle, wo die Bewertung nicht wirklich nachvollziehbar war (#WM17 *hust*). Bin gespannt, was die neuen Änderungen bringen. Dass ein Sprung gestrichen wird, finde ich eigentlich sogar gut. Anstatt die Kraft in einen wenig gewinnbringenden extra Einzelsprung zu investieren, kann man sich nun besser auf die richtigen Brocken konzentrieren (Quads, Kombis). Was meint ihr dazu?


Ich weiß nicht genau, wie sich die neuen GOE bei Elementen verteilen werden, die bisher einen geringeren Maximalwert als 3,0 hatten (z.B. 1,5 bei Pirouetten). Deshalb habe ich diese zunächst mal als unverändert angenommen und eine kleine Hochrechnung zum neuen max. Topscore gemacht:
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Katrin
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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Katrin » So 21. Mai 2017, 00:15

Neues Punktesystem - da bleibt alles beim Alten unterm Strich.
Den 4 A können sie in absehbarer Zeit rausnehmen im Bewertungssystem, denn der einzige, der einen wirklich technisch guten 4 A springen könnte, hat dann schon aufgehört - Hanyu ( das vermute ich fast sicher, weil Hanyu die Wettkampf-Mühle satt hat). So gut Nathan Chen bei anderen Quads ist, er hat immer ein Hühnchen zu rufen schon mit dem 3A, den 4 A wird er sicher nicht angehen in nächster Zeit.

Warum nimmt die ISU den 4A in die Liste auf - weils nett aussieht, alle Sprünge mit der 4 vorweg ? Und warum sind noch keine quints dann aufgeführt, der 4 A entspricht dem 5 T oder dem 5 S von der Anzahl der Umdrehungen her ? In der nach-Hanyu -Ära konnte ich mir vorstellen, dass Nathan oder Bojang zuerst einen 5 T versuchen.
Ha, wenn der von der ISU nicht gelistete 5 T gesprungen wird, bleibt der ohne Wertung !

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Henni147
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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Henni147 » So 21. Mai 2017, 17:06

Katrin hat geschrieben:
So 21. Mai 2017, 00:15
Ha, wenn der von der ISU nicht gelistete 5 T gesprungen wird, bleibt der ohne Wertung !
In der Kür gibt es keine Restriktionen, was die Zahl der Rotationen betrifft - weder nach unten noch nach oben. Ein 5T würde also theoretisch genauso in die Wertung eingehen wie ein 1T, nur müssten sich die Richter spontan beratschlagen, welchen Basiswert und welche GOE-Verteilung für den 5T gelten soll. Ich denke aber: sobald sich rumspricht, dass jemand den 5T springen kann, wird die ISU einen BV festlegen.
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Katrin
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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Katrin » So 21. Mai 2017, 19:49

Henni147 hat geschrieben:
So 21. Mai 2017, 17:06
Ich denke aber: sobald sich rumspricht, dass jemand den 5T springen kann, wird die ISU einen BV festlegen.
Geeenau.

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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Henni147 » Mi 30. Aug 2017, 12:51

Ich war erst unschlüssig, ob ich diesen Beitrag in Karl-Heinz' Presseschau packen sollte, aber eigentlich passt er thematisch hier am besten rein.

Ich zitiere nochmal:
Wie sports.ru berichtet, plant die ISU den Basiswert von vierfachen Sprüngen abzusenken. Gleichzeitig sollen aber die GOE für diese Sprünge auf 5 erhöht werden. Wie die Agentur weiter schreibt, sind die Offiziellen des internationalen Verbandes wegen der Flut an oft unsauber gesprungenen Vierfachen besorgt. Mit den Maßnahmen sollen die Läuferinnen und Läufer gezwungen werden sauberer zu springen. Die ISU sieht Läufer die weniger aber dafür saubere Vierfache zeigen gegenüber unsauberen Vielspringern benachteiligt. Die Regeländerung soll ab der Saison 18/19 greifen, muss aber zuvor noch durch den ISU-Kongress abgesegnet werden.
Wenn die GOE-Wertung wirklich fair ist (😉), dann finde ich es gar nicht sooo schlecht, den Basiswert von Vierfachsprüngen etwas zu senken. Es stimmt schon, dass ein wunderschöner Sprung mit schwierigem Ein- und Ausgang, großer Höhe und Weite, sauberer Kante, Axe und so weiter und sofort mehr Punkte bringen sollte als ein (ich drücke es mal brutal aus) dahingerotzter Quad.

Ein Beispiel: Ein super sauberer 3A aus Ina Bauer in Spread Eagle mit allem Schnickschnack (maximal 11,5 Punkte) bringt so viel wie ein schlampiger 4Lo (~ 11-12 Punkte).
Oder noch extremer: der 3Lo bringt maximal 7,2 Punkte... der 4T minimal 7,3 Punkte. Ergo: der allerbeste 3Lo ist weniger Wert als ein gestürzter oder anderweitig komplett misslungener 4T.

Kurz gesagt: Dreifachsprünge werden bei den Herren zu "Lückenfüllern" deklassiert - zu Entspannungselementen für zwischendurch, egal wie gut oder anspruchsvoll sie in ihrer Ausführung sind.

Jetzt kommen aber auch zwei ABER:
1. Schon bei einem Spektrum von +/-3 GOE herrscht oft Unverständnis in der Bewertung. Warum hat der für die perfekte 4Lz-Ausführung nur +2,15 bekommen und der andere für einen unterrotierten 4Lz mit falscher Kante +2,75? Hier beträgt der Unterschied nur 0,6 Punkte. Will gar nicht wissen, wie fragwürdig und gewichtig ein Spektrum von +/-5 GOE ist...

2. Nach den Olympischen Spielen 2010 wurden die Quads in ihrer Wertung erhöht, eben weil die Beschwerde kam, die sie nach den alten Basiswerten nicht hinreichend in ihrem Schwierigkeitsgrad gewürdigt werden. Die ISU würde sich also selbst kritisieren, wenn sie den Basiswert für Quads wieder senkt.
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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Katrin » Mi 30. Aug 2017, 13:54

Henni147 hat geschrieben:
Mi 30. Aug 2017, 12:51
Die ISU würde sich also selbst kritisieren, wenn sie den Basiswert für Quads wieder senkt.
Richtig, die ISU rudert zurück.

Bin gegen eine Aufstockung auf +5GOE:
Die bisherigen GOE bis +3 sind ausreichend, müssten aber nur konsequenter für "schlampige" quads angewendet werden wie beispielsweise für solche, wo der Läufer einfach mal den Dreifachen dichthält, mal sehen was rauskommt, unterrotieren wird von Anfang an in Kauf genommen, vielleicht kriegt er von den Wertungsrichtern einen tic mehr unterm Strich als nur für seinen Dreifachen. Ich wäre ausserdem dafür, mal das Vordrehen beim Absprung unter die Lupe zu nehmen, auch da holen manche eine viertel bis halbe Drehung raus.
Ändern wird sich nichts. Nur mehr Arbeit für uns, wenn wir einen neuen Punkterekord haben, dazu müssten wir sagen: Nach dem neuen Wertungssystem.
Ob Hanyu schon in der nach-olympischen Saison durch diese GOE +5 seine Punkterekorde "abgenommen" bekäme, ob ein anderer Läufer ihn übertreffen könnte ? Neben dem 4A ( noch keiner hat ihn in einem Wettbewerb gezeigt) noch ein Grund für Hanyu, seine Wettkampfkarriere nicht an den Nagel zu hängen, er will doch bestimmt noch einen Punkteweltrekord mit den +5 GOE laufen !

Noch ist das neue Wertungssystem nur geplant, nicht abgesegnet vom ISU Kongress, wir lassen uns überraschen, obs kommt.

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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Henni147 » Mi 30. Aug 2017, 14:19

Katrin hat geschrieben:
Mi 30. Aug 2017, 13:54
Ob Hanyu schon in der nach-olympischen Saison durch diese GOE +5 seine Punkterekorde "abgenommen" bekäme, ob ein anderer Läufer ihn übertreffen könnte ? Neben dem 4A ( noch keiner hat ihn in einem Wettbewerb gezeigt) noch ein Grund für Hanyu, seine Wettkampfkarriere nicht an den Nagel zu hängen, er will doch bestimmt noch einen Punkteweltrekord mit den +5 GOE laufen !
Um die Weltrekorde würde ich mir keine großen Sorgen machen. Das kumulative Punktesystem wird ja beibehalten. Damals wurde mit der Abschaffung der 6,0er-Systems die "Obergrenze" für technische Elemente komplett aufgehoben, so eine grundlegende Umstellung haben wir jetzt nicht.

Die Gewichtung wird sich vielleicht etwas verschieben, da die Basiswerte reduziert und die GOE erhöht werden (das Künstlerische bekommt wieder einen Schub), allerdings wird sich an den Gesamtpunktzahlen eher wenig ändern, da ein Solo-Sprung bei der Herrenkür komplett gestrichen wird (pro Kür gibt es also nur noch 4 Solo- und 3 Kombinationssprünge). Im Kurzprogramm sind eh maximal zwei Vierfache erlaubt, da wird die Umstellung also auch nicht drastisch ins Gewicht fallen.

Unabhängig davon wird Yuzuru bestimmt nach Olympia weitermachen (allein schon des 4A wegen)
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Re: Neues Punktesystem ab 2018/19

Beitrag von Katrin » Do 31. Aug 2017, 16:40

Henni147 hat geschrieben:
Mi 30. Aug 2017, 14:19
... allerdings wird sich an den Gesamtpunktzahlen eher wenig ändern, da ein Solo-Sprung bei der Herrenkür komplett gestrichen wird (pro Kür gibt es also nur noch 4 Solo- und 3 Kombinationssprünge).
Oh, genau das hatte ich vergessen ! Da könnte Hanyu einen Kür Weltrekord doch länger behalten .

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ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Di 12. Sep 2017, 07:19

Das war ein Schreck in der Morgenstunde. Für mich macht den Reiz des Eiskunstlaufs gerade die Mischung aus künstlerischen und sportlichen Elementen aus. Wenn ich mir vorstelle, ich soll jetzt 26 Läufern dabei zu sehen, wie sie im "künstlerischen" Programm in Schönheit sterben und am nächsten Tag dann, wie sie Sprung an Sprung reihen. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass mir das gefällt. Warum kann die ISU nicht den eingeschlagenen Weg der sanften Änderungen weitergehen? Die Abwertung der Vierfachen, die Streichung eines Sprungs haben die Vorteile der Springer schon zu einem Teil aufgezehrt. Wenn nun noch ein künstlerisches Element in die Kür aufgenommen worden wäre, dann wäre man einem Gleichstand zwischen beiden Stilarten sehr nahe gekommen. Zumindest so nahe, dass man diese Variante hätte einen Olympiazyklus hätte laufen lassen können. Danach gäbe es dann immer noch genug Stellschrauben zum nachjustieren.
Die radikalen Änderungen hingegen können ein neues Ungleichgewicht schaffen. Da niemand Erfahrungen damit hat, besteht die Gefahr, dass dann doch die sportliche oder die künstlerische Seite deutlich überbewertet wird. Künftig werden wir dann also drei Weltmeister in jeder Kategorie küren. Auch das eher eine Verwässerung, weil es nicht mehr den Champion gibt.
Was mich dann aber wirklich ärgert: Das ganze wird wohl im stillen Kämmerlein ausgebrütet. Offenbar ohne Beteiligung der Läufer und vor allem ohne den wichtigsten Teil der Eiskunstlauffamilie: Den Eiskunstlauffans.

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Re: ISU plant radikale Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Katrin » Di 12. Sep 2017, 08:04

Karl-Heinz Krebs hat geschrieben:
Di 12. Sep 2017, 07:19
Das war ein Schreck in der Morgenstunde. .....
Ich musste das zweimal lesen. Ist doch kein erster April ?

Was ich vermute: Das war ein Radikalvorschlag eines ISU - Mitglieds, der vielleicht schon Ballett in der Grundausbildung der Läufer fest verankert hat und bei den Männern keine Vierfachspringer rausbringt, die sich auf Kunst UND Sport konzentrieren können? Cui bono?....Russland ? Es muss jedenfalls ein Schwergewicht sein innerhalb der ISU Familie mit viel Einfluss, denn sonst würde Bianchetti keinen Ton drüber verlieren.

Soll dann etwa der sportliche Teil ohne Musik laufen ?

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