Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Gasti

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Gasti » Fr 10. Mai 2019, 16:05

Katrin hat geschrieben:
Fr 10. Mai 2019, 13:56
....
Da braucht man kein Hellseher sein: Fentz ist nun 26 Jahre alt, entwicklungsfähig was die quads angeht, eher nicht, heisst, Fentz wird die nächsten Olympischen Spiele nicht mehr mitmachen.
....
Das Ziel von Bundeskader ist, die Sportler auszusuchen und vorzubereiten, die bei den nächsten bzw übernächsten Olympischen Spielen Medaillen gewinnen können.

So zumindest formuliert Deutsche Olympische Sportbund die Aufgabe von Bundeskader.

Wenn man vorneherein weiß, das der Fentz das nie schaffen wird, warum wird er in Bundeskader aufgenommen.

Nur weil er ein netter Kerl ist.

Und Weinzierl, ein nettes Mädchen, darf auch mit.

DEU verfolgt da mit dem Kader ganz andere Ziele- Siehe oben.

Karl-Heinz Krebs
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Sa 11. Mai 2019, 08:15

So ganz kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Für mich ist der Perspektivkader durchaus nachvollziehbar. Bei den Damen dürfte Nicole Schott die Kriterien erfüllt haben. Dastich und Marold haben das definitiv nicht. Beide waren aber in dieser Saison häufig verletzt und bestritten kaum Wettkämpfe. Marold hat drei Wettkämpfe beendet, Dastich, wenn ich nichts übersehen habe, gar keinen. Soll man die nun au dem Kader werfen, weil sie verletzt waren?

Bei den Herren ist Fenz richtigerweise aus dem Perspektivkader geflogen - eben mangels Perspektive. Warum Jonathan Hess im PK ist, kann ich dagegen nicht nachvollziehen. Er bestritt ja einige Wettkämpfe, blieb aber deutlich unter der geforderten Mindestpunktzahl. Das blieb auch Thomas Stoll, der aber zweimal Achter im JGP war, was den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben haben dürfte.

Wie gesagt, mit Ausnahme von Hess ist für mich das Ganze schlüssig. Es ist meines Erachtens auch ein Irrglaube, die DEU könnte dem DOSB irgendetwas unterjubeln um an Geld zukommen. So blauäugig wird man beim DOSB mit Sicherheit nicht sein.

Katrin
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Katrin » Sa 11. Mai 2019, 09:04

Denke die DEU will Hess nochmal eine Chance geben, immerhin hatte Hess genau vor einem Jahr noch einen blitzsauberen 3A, der auch zu Ende dieser Saison wieder da zu sein schien, wenn ich mich recht erinnere. Hess ist auf dem Weg nach oben, aber noch nicht auf dem Stand der Junior WM von 2018 , wo er 10ter wurde. Junior WM 2019: 22ter.

Pulkinen hat ähnliche Stagnations-bis Rückschrittprobleme, er ist etwa im selben Alter wie Hess. Und in etwa diesselbe Veranlagung: In die Breite zu wachsen. Jonathan passt schon auf auf sein Gewicht, Camden scheinbar nicht ( so seine Aussagen).

Leila

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Leila » Sa 11. Mai 2019, 09:39

Karl-Heinz Krebs hat geschrieben:
Sa 11. Mai 2019, 08:15
So ganz kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Für mich ist der Perspektivkader durchaus nachvollziehbar. Bei den Damen dürfte Nicole Schott die Kriterien erfüllt haben. Dastich und Marold haben das definitiv nicht. Beide waren aber in dieser Saison häufig verletzt und bestritten kaum Wettkämpfe. Marold hat drei Wettkämpfe beendet, Dastich, wenn ich nichts übersehen habe, gar keinen. Soll man die nun au dem Kader werfen, weil sie verletzt waren?

Bei den Herren ist Fenz richtigerweise aus dem Perspektivkader geflogen - eben mangels Perspektive. Warum Jonathan Hess im PK ist, kann ich dagegen nicht nachvollziehen. Er bestritt ja einige Wettkämpfe, blieb aber deutlich unter der geforderten Mindestpunktzahl. Das blieb auch Thomas Stoll, der aber zweimal Achter im JGP war, was den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben haben dürfte.

Wie gesagt, mit Ausnahme von Hess ist für mich das Ganze schlüssig. Es ist meines Erachtens auch ein Irrglaube, die DEU könnte dem DOSB irgendetwas unterjubeln um an Geld zukommen. So blauäugig wird man beim DOSB mit Sicherheit nicht sein.
Die Fakten stimmen so nicht ganz. Dastich war verletzt JA, die ganze Saison und hat auch keinen Wettkampf bestritten. Sie würde ganz klar in den EK gehören, egal ob der jetzt Erwachsenenkader oder Ersatzkader heißt. Junioren kann sie auf Grund ihres Alters nicht mehr laufen, also unter erwachsen würde sie fallen. Es ist definitiv richtig hier weiter zu fördern. Ich denke auch Marold muss man weiter fördern (obwohl sie in der vergangenen Saison nicht viel geleistet hat), denn momentan ist sie die einzige Juniorin in Deutschland mit etwas Potential. Wettkämpfe aber hat sie genügend bestritten: JGP, DNM, DM, EYOF, JWM fallen mir sofort ein, ist sicher noch der eine oder andere int. WK dabei. Weil wir keinen haben, wird sicher auch Fentz weiter gefördert, wie auch die anderen Jungs, die jetzt in der Meisterklasse laufen und durch die Bank weg die Normen nicht erfüllt haben. (Stoll ist übrigens in der letzten Saison keinen JGP gelaufen, in der davor wahrscheinlich auch nicht, weil er zu alt ist)
Ich glaube, diejenigen, die evtl. Deutschland bei EM oder WM vertreten könnten, müssen irgendwie im Kader sein, weil sie im Dopingkontrollsystem drin sein müssen und das sind glaube ich nur Kader. Und da keiner vorher weiß, wer von denen, was hin kriegt, nimmt man sicherheitshalber alle mit. Geld gibts wahrscheinlich eh nach Gusto von der DEU, da ist es egal ob Fentz EK oder PK genannt wird. Da wird sicher weiter investiert, weil er halt momentan der Einäugige unter den Blinden ist.
Der DOSB muß sich letztlich auf das verlassen, was die DEU ihm meldet. Die können ja nicht jeden Einzelnen noch mal nach kontrollieren.

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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Sa 11. Mai 2019, 09:52

Leila hat geschrieben:
Sa 11. Mai 2019, 09:39
(Stoll ist übrigens in der letzten Saison keinen JGP gelaufen, in der davor wahrscheinlich auch nicht, weil er zu alt ist)
Der DOSB muß sich letztlich auf das verlassen, was die DEU ihm meldet. Die können ja nicht jeden Einzelnen noch mal nach kontrollieren.
Gemeint war nicht der Junior GP, sondern die CS, wo er zweimal Achter war.

Ich bin überzeugt, dass der DOSB zumindest stichprobenartig die Angaben der Verbände prüft. Der DOSB finanziert sich mit Mitgliedsbeiträgen, Lotterieeinnahmen, Vermarktungslizenzen und Bundeszuwendungen (Steuergelder). Die werden mit Sicherheit nicht mal so eben heraus gereicht. Der DOSB ist gemeinnützig und muss im Zweifel dem Finanzamt nachweisen, dass jeder Cent satzungsgemäß ausgegeben wurde.
Ein "Die DEU hat gesagt, sie haben acht Olympiakader und brauchen deshalb acht Millionen, da haben wir sie ihnen gegeben", wird das Finanzamt nicht anerkennen.

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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von KvdPF » Sa 11. Mai 2019, 13:31

Bildschirmfoto 2019-05-11 um 13.19.53.png
Bildschirmfoto 2019-05-11 um 13.19.53.png (416.76 KiB) 999 mal betrachtet


Wer nicht mehr im OK, PK, EK oder NK ist, ist auch nicht mehr bei der NADA angemeldet.
Dann wird es nahezu unmöglich, noch in die intern. Wettbewerbe reinzukommen.

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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Katrin » Sa 11. Mai 2019, 13:59

Vielen Dank, KvdPF !
EK = Ersatzkader klingt so abwertend.
Fentz als EK mir vorstellen ist so schwer...wenn ich erst an Hess und Stoll als PK denke...aber ich wiederhole mich.

Edda 77

Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Edda 77 » Sa 11. Mai 2019, 22:10

Ich finde es gut, dass "Gasti" die DEU direkt gefragt hat und Ilona Schindler auch geantwortet hat und das hier auch veröffentlicht wurde. Die Antwort von Ilona Schindler zeigt zumindest, dass man bei der DEU immerhin Interesse an Kommunikation und Austausch auch mit Fans hat und Fragen beantwortet.

Was die Nachwuchsentwicklung der DEU betrifft, muss ich sagen, dass ich da so geduldig bin wie ein Kaktus in der Wüste. Ich habe noch 43 Jahre, bis ich 90 werde und da wird hoffentlich auch bei einer Mindestausbeute an Talenten doch wieder mal ein Stern am DEU-Eiskunstlaufhimmel aufgehen, dem man bei Wettkämpfen regelmäßig und begeistert zusehen kann. Meine größten Bedenken betreffen mehr das Zusehen. Denn meine Befürchtung ist, dass jetzt, wo Aljona und Bruno definitiv kein Comeback planen und auch Annika und Ruben schon wieder getrennt sind, die Programmmacher bei ARD/One auf die Idee kommen könnten, den Sendeplatz auf ihrem Wiederholungssender für eine weitere Wiederholung freizuschaufeln und Eiskunstlauf wieder ganz aus dem Programm zu kippen. Vielleicht sollte man die Programmacher noch mal mit Mails motivieren, dass das trotz der Situation noch interessant ist? Was meint Ihr?

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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Jenni » So 12. Mai 2019, 16:04

Gasti hat geschrieben:
Fr 10. Mai 2019, 13:27
Waren Weinzierl(24), Dimitrescu(20) und Fentz(23) dieses Jahr verletzt? NEIN.
Also Paul Fentz war krank, deshalb ja auch keine Teilnahme mehr an dem Challenge Cup, deshalb stand die WM auf der Kippe, sowie vorher auch die DM .
An was genau er da laboriert hat, müsste ich raus suchen, aber er hatte definitiv mit einigen Krankheiten zu tun gehabt.
Klar war das keine Verletzung, schränkt aber dennoch das Training massiv ein. Wenn er die Hälfte der Saison mit Krankheit zu kämpfen hatte, sind seine Ergebnisse diese Saison nachvollziehbar und eine Aufnahme in einen Kader sicher sinnvoll.
Immerhin ist Paul noch der einzige, der überhaupt die Mindestpunktzahlen der ISU bei den Herren für alle großen Wettkämpfe bekommen hat.

Vielen Dank für das direkte Anschreiben an die DEU, bin erstaunt, dass sie darauf reagiert haben. Vielleicht ist ja doch nicht alles für die Katz....

Karl-Heinz Krebs
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Re: Eiskunstlauf in Deutschland - Perspektiven?

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Do 16. Mai 2019, 20:09

Hier mal die Unsummen, um die es bei den Kaderläufern geht. Ein Läufer der im Olympiakader würde eine Grundförderung von 800 € monatlich bekommen. Bei einem Läufer im Perspektivkader sind es 700 €.

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