Trainer-Ecke

Katrin
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Beitrag von Katrin » Mo 11. Mär 2019, 19:46

Brian Orser soll seine Weltklasse-Skater mit einem Wort beschreiben

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Beitrag von Katrin » Mo 11. Mär 2019, 20:34

Zum 50.ten Trainerjubiläum von Tamara Mosquina und Alexei Mishin nach St. Petersburg gestern kamen unter anderem Artur Dmitriev sr. und Jewgeni Plushenko hier ein kurzes Video ( erst kommt ein paar Sekunden ein Programmhinweis, den cursor auf dem Video lassen, sonst bleibt es stehen und man muss nochmal das Entrée über sich ergehen lassen ).
1968 liefen Mosquina und Mishin ihre Olympiakür , sie wurden 5te. Im darauf folgenden Jahr wurden sie Vizeweltmeister, ihr grösster Erfolg. Danach entschloss sich Mosquina zu einer Babypause und Mishin beendete seine aktive Karriere, beide wurden Trainer ( aus wiki "Alexei Mishin") und sind es seit 1969.

Edda 77

Robin Szolkowy in Amerika

Beitrag von Edda 77 » Sa 23. Mär 2019, 14:47

Edda 77 hat geschrieben:
So 13. Jan 2019, 12:53
Tarancalime hat geschrieben:
Sa 12. Jan 2019, 21:22
Edda 77 hat geschrieben:
Sa 12. Jan 2019, 20:19
ich finde es schade, dass der MDR mit ihm und seiner Familie keine ähnliche Live-Auswanderreportage macht, wie RTL mit Conny Reimann oder den Geissens. Nur eben mal kein Promi, sondern deutscher Eiskunstlauf- Trainer. Das kann doch auch eine interessante Geschichte sein und den Sport auch wieder mehr in die Öffentlichkeit rücken.
Hmm, vielleicht macht Robin ja sowas wie Misha Ge auf IG. Dazu braucht man eigentlich kein extra Kamerateam mehr...soziale Medien tuns auch ;-) Könnte mir auch vorstellen, dass Misha Ge auch öfters mal in dem neuen Trainingszentrum als Choreograph arbeiten wird...das wäre cool! ich liebe Misha Ge ;-) :thumbup:
Tarancalime, danke für den Tipp. Wusste gar nicht, dass Misha Ge für so viele namhafte Läufer Choreografien gemacht hat. die Liste auf seiner Webseite unter "Works" ist ja beeindruckend. Da steigt die Spannung in der Tat.

Auf Instagram wird Robin Szolkowy bestimmt auch Lebenszeichen von sich geben. Aber so eine richtige Live-Reportage, wo man sieht, wie die Familie da drüben die Kisten auspackt, wie die ersten Schritte sich anfühlen, wie das auch für Frau und Sohn ist, was vielleicht auch gewöhnungsbedürftig ist, welche Behörden abgeklappert werden müssen, wie das mit dem amerikanischen Verband so abläuft, die ersten Stunden als internationaler Coach da drüben mit Paaren, die sich verändern wollen, die Zusammenarbeit mit einem Choreografen wie vielleicht Misha Ge und den Läufern so als Reality TV-Reportage in mehreren Folgen fänd ich interessant. Der MDR macht solche Sendungen leider nur vergangenheitsbezogen für betagte Ex-Trainerinnen wie Jutta Müller. Nur wenn halt ein neuer deutscher Eiskunstlauftrainer übern Teich geht, wird nix gezeigt. Das Leben ist seit Jutta Müller aber auch in Deutschland weitergegangen. Instragram & Co sind für mich zwar auch interessant, aber kein Fernsehersatz.

Ah, es tut sich tatsächlich was. Ein Interview von Robin Szolkowy in der "Freie Presse" über sein Abenteuer Amerika.

https://www.freiepresse.de/sport/robin- ... el10475984

Er und seine Frau beschreiben das recht gut, dass man sich als Otto-Normal-Bürger auch mal vorstellen kann, was das eigentlich für eine Familie bedeutet. Sich erst mal eine Campingausrüstung in die Wohnung zu stellen,statt sich ein möbliertes Haus zu mieten, ist natürlich auch eine Idee. Aber das Buch an Formularen... oh Graus.

Mich würde auch mal interessieren, wie die Eiskunstläufer in Amerika ihren Sport überhaupt finanzieren. Es scheint da auch Stipendien zu geben oder Kreditangebote. Vielleicht gibt es da Ideen, die auch auf den deutschen Markt übertragbar wären? Und was ist Irving für ein Vorort? Wohnen da überwiegend Eiskunstläufer? Ziehen die Eltern der Sportler da auch mit hin?

Katrin
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Trainer-Ecke

Beitrag von Katrin » Di 2. Apr 2019, 10:10

TV Interview mit Eteri Tutberitze.
@Edda vom 23.3. : Eteri bestätigt, dass in den USA alles privat finanziert werden muss, die Zeit auf dem Eis, der Trainer, sagt aber nichts dazu, wie die Leute das finanzieren. In Russland dagegen ist die Zeit auf dem Eis frei und sie meint, bei einigen jungen russischen Eisläufern herrscht die Mentalität :"Komm ich heut nicht , komm ich morgen".

Einige Auszüge aus dem Interview:
Das beste Alter mit dem Eiskunstlaufen zu beginnen sei dreieinhalb Jahre.
Eteri's Eislaufkarriere im Einzel als Kind wurde gebremst durch Verletzungen, sie verlor die Koordination; das Angebot zum Eistanz zu gehen empfand sie als Beleidigung.
Warum Jungs im Gegensatz zu Mädels nicht im Alter von 15 Jahren gewinnen: Jungs wollen so lange es geht, Junior bleiben.
(Finde, sie antwortet ausweichend, erwähnt auch noch Gogolev, der alle quads kann, verschweigt aber, dass er damit nicht alles im Seniorenbereich abräumt, eher im Gegenteil)

Zur Körperentwicklung in der Pubertät bei den Mädels: Die wird durch konstante Belastung gehemmt, lässt sich aber nicht aufhalten; wenn die Mädels in den Urlaub gehen, verwendet der Körper seine Energie nicht mehr aufs Training, sondern aufs Wachstum. Sie wüsste nie, was sie erwartet (= wie die Mädels sich körperlich entwickelt haben), wenn sie nach dem Sommerurlaub ins Training zurückkehren.

Das Frauen Skaten was die quad Entwicklung angeht, sei nicht aufzuhalten, warum soll Russland da nicht mitziehen.
Sport soll dafür sorgen, dass die Kinder physisch und psychisch gut aufwachsen.
Die Trainer haben oft eine sehr verderbliche Ware.
Kinderchampions sind entweder die Ambition der Eltern oder die Ambition des Trainers.
Eigene Anmerkung: Eteri weiss schon, dass das Prinzip Kindeswohl und sportlicher Druck sich streiten.

Mit 20 Jahren einen quad springen geht schon, wenn die Sportler sich nicht ablenken lassen, mit 14 oder 15 seien sie noch viel mehr fokusiert.
Östliche Rassen seien scheinbar genetisch besser koordiniert; weniger Gewicht und weniger Grösse sind auch sehr zuträglich, das Eiskunstlaufen zu lernen.

Sobald die Sportler das Podium verlassen haben, sind sie niemand. Medallien helfen nicht weiter in der Zukunft.

Eteri beschreibt, wie sie in die USA kam, dort lebte.

Was Eteri an sich selbst nicht mag:
Sie kann nicht vollständig vergessen und vergeben.

Ein Koreaner bei einer Feier nach den Olympischen Spielen Pjöngchang , als er zwei Medallien bei Alina liegen sah:
"Die Götter des Olymp haben beschlossen, Alina für etwas zu belohnen"

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Re: Trainer-Ecke

Beitrag von Octavia » Di 2. Apr 2019, 15:44

Katrin hat geschrieben:
Di 2. Apr 2019, 10:10
TV Interview mit Eteri Tutberitze.


Zur Körperentwicklung in der Pubertät bei den Mädels: Die wird durch konstante Belastung gehemmt, lässt sich aber nicht aufhalten; wenn die Mädels in den Urlaub gehen, verwendet der Körper seine Energie nicht mehr aufs Training, sondern aufs Wachstum. Sie wüsste nie, was sie erwartet (= wie die Mädels sich körperlich entwickelt haben), wenn sie nach dem Sommerurlaub ins Training zurückkehren.


Ernsthaft die Körperentwicklung wird durch konstante Belastung gehemmt? Wie bei Elisabet Tursynbaeva? Sie scheint ewig gleich auszusehen und das mit 19.

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Re: Trainer-Ecke

Beitrag von Katrin » Di 2. Apr 2019, 16:37

Ja, das ist kein verspäteter Aprilscherz: Wenn der Körper immer hart belastet wird, wächst er nicht so stark.
Wenig oder nicht gutes Essen und Kinderarbeit haben mit dazu beigetragen, dass nur wenige Generationen vor uns die Menschen häufiger kleiner geblieben sind von der Körperstatur als heute ( wenn meine Ansicht falsch ist, bitte berichtigen ).

Vermutlich ist Tursynbaeva das Beispiel das Eteri meint mit "mit 20 kann man noch quads springen, wenn man sich darauf konzentriert" ( würde das übersetzen mit hart trainieren und relativ wenig essen).

Edda 77

Re: Trainer-Ecke

Beitrag von Edda 77 » Di 2. Apr 2019, 19:41

@Katrin: Danke Dir für den interessanten Beitrag und die Übersetzung.

Ich dachte mir immer, dass es irgendwie einen Preis- oder Kostenvorteil für Nachwuchsläufer geben muss. Anders kann auch Russland nicht seinen Nachwuchs so systematisch fördern. Am Ende kochen alle nur mit Wasser.

Octavia
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Re: Trainer-Ecke

Beitrag von Octavia » Di 2. Apr 2019, 21:18

Wie erklärt sich denn das sichtbare Wachstum von Alina? Sie hat doch auch hart gearbeitet und sicher nicht zuviel gegessen.

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Beitrag von Katrin » Mi 3. Apr 2019, 09:21

Meine "Übersetzungen" aus dem Russischen sind nur mit IM Translate erfolgt, ich kann kyrillisch bis jetzt nur lesen und erkenne nur wenige Worte ( will mich aber jetzt mal richtig in Russisch reinknien ).

Beispiel: Die Passage mit Meldonium habe ich unberührt gelassen. Laut ImTranslate sagte Eteri: "Wir hatten Meldonium....Wir wussten genau, wann die Athleten 'gehen' sollten."
Mein Gedanke war : Worauf bezieht sich das "wir" ? Auf alle Sportler in Russland oder tatsächlich auf den Eiskunstlauf direkt? Also hat auch Eteri in ihrer eigenen Trainingsgruppen Meldonium empfohlen ?
Die Wirkung von Meldonium Zitat aus diesem Artikel : "Beim Sport kann Meldonium unter anderem die Ausdauer fördern, die Erholungsphase verbessern und die geistigen Fähigkeiten steigern. "
Eteri ist bekannt dafür, dass sie alles anwendet im Training was nur geht. Vor dem 1.1.2016 war Meldonium kein Dopingmittel.
Nun kann jeder 1+1 zusammenzählen, bleibt aber eine Vermutung, daher wollte ich nichts dazu schreiben. Vor allem deswegen nicht, weil bei Meldonium steht: "Kontraindikation unter 18 Jahre".

@Octavia: Alina hat den Wachstumsschub nach den Olympischen Spielen bekommen, also Frühjahr und Sommer 2018 über. Denke das war auch der psychische Druck, der von Alina abfiel nach den Spielen; ausserdem schätze ich war das Training nach den Spielen nicht so hart wie zuvor. Dann der Urlaub, wo Alina sicher noch weniger selbst trainiert hat.
Im Spätsommer hat dann Alina wieder das harte Training begonnen; denke der Körper kann da nicht sofort auf Sparflamme schalten und das eingeleitete Wachstum Knall Fall hemmen.

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Beitrag von Katrin » Do 15. Aug 2019, 22:14

Jorick Hendrickx wird Trainer.
Eine Saison Pause hatte er sich gegönnt nach den Spielen von Pjöngchang.
Die entgültige Entscheidung nicht mehr in den Wettkampfsport zurückzukehren, fiel vor wenigen Tagen am 8. August: "Mein Körper ist aufgebraucht".

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