Mögliche Änderungen ab 22/23

Karl-Heinz Krebs
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Mögliche Änderungen ab 22/23

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Fr 14. Feb 2020, 07:45

Auf dem ISU-Kongress im Sommer könnten tiefgreifende Änderungen beschlossen werden. Einige Varianten sind schon bekannt.

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Fabio Bianchetti zu möglichen Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Fr 14. Feb 2020, 07:45

Fabio Bianchetti hat beim Fernsehsender NBC mögliche Änderungen im Eiskunstlauf vorgestellt, die die ISU auf ihrem Kongress im Sommer diskutieren will. Demnach werden das Kurzprogramm und die Kür abgeschafft. Künftig soll es zwei Programm geben....

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Katrin
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Re: Fabio Bianchetti zu möglichen Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Katrin » Fr 14. Feb 2020, 12:32

60: 40 - 40: 60 = der Vorschlag
50:50 - 50 : 50 = heute
Was ist da bitte die Änderung ? Bloss, weil man mit der zeitlich längeren Kür mehr künstlerisch punkten kann ? Das wird kaum was ausmachen. Da müssten die quads schon erheblich auch an Punkten verlieren oder das Künstlerische aufgewertet werden.

Wenn man was ändern will, dann soll man doch die PCS bitte nicht am technischen Wert festmachen: Beispiel: Einem niedrigen technischen Wert, vorausgesetzt fehlerlos, wird nur in seltensten Fällen ein Choreo - oder performance Wert weit über dem technischen Wert gegeben ausser ein Weltstar wie Jason Brown oder Kevin Aymoz skatet.

Warum nicht auch mal bei einem technischen Wert von 6, 5 und fehlerloser Darbietung eine 9, 0 in den PCS, der performance, geben ? DAS geht nicht in die Köpfe der Kampfrichter rein.

Karl- Heinz hat völlig recht, bei den Damen sollten Vierfache im Kurzprogramm erlaubt werden.
Rein von der Anzahl der Umdrehungen her ist der 3 A auch ein Vierfacher. Der ist heute schon wie wir alle wissen bei den Damen im SP erlaubt. Dass vor dem 4 T ein 4 steht ist Augenwischerei, der hat wie der 3 A auch 3, 5 Umdrehungen.

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Re: Fabio Bianchetti zu möglichen Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Katrin » Fr 14. Feb 2020, 21:15

Jetzt hab ich den Artikel gefunden über die diskutierten Änderungen im Eiskunstlauf.


Das technische Programm , weil Gewicht 60 % Technik, 40% Kunst, soll 3.30 Minuten dauern und das zweite
künstlerische Programm, weil Gewicht 40% Technik, Kunst 60 % , soll auch 3.30 Minuten dauern.

Was dann in beiden Programmen gezeigt werden darf an Techniken ist unklar - sagte auch der Artikel von Karl Heinz schon.
Wenn das wirklich eine Verschiebung Richtung Kunst geben soll, dann muss eine radikale Beschränkung im zweiten Programm da sein was punktebringende Sprünge angeht ( quads, 3 oder 4 A "lex Hanyu" ;) )
Ganz klar wird Jason Brown genannt, der nie auf dem Podium eines internationalen Wettbewerbs stand.
Aua, daneben - sagte auch Karl Heinz schon.
Meine Meinung: Also wenn die Kampfrichter nur wollten, dann könnten sie künstlerische Programme viel viel besser benoten, bei Jason eben der 2020 4CC mit dem zweiten Platz war ein Fingerzeig. Daher meine ich weiterhin: Das bisherige System ausnutzen, reicht.


Allen ist der deutliche russische sweep mit beim GPF und bei der EM aufgefallen mit drei Russinnen, die gerade ihr erstes Senior-Jahr hatten. Die 17 jährige Zagitova nimmt ein Jahr Pause, sie kommt nicht mit bei den Sprüngen ihrer nur zwei Jahre jüngeren Landsmädels. Gesundheitliche Probleme beim quad springen im Alter von 15 könnten entstehen. Der Artikel schliesst mit: Eine Altersgrenze bei den Damen wirds wahrscheinlich nicht geben, der russische Verband wird das nicht zulassen.

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Re: Fabio Bianchetti zu möglichen Änderungen im Eiskunstlauf

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Sa 15. Feb 2020, 07:20

Die Begründungen sind schon alle sehr seltsam. Die Vierfachen haben einen zu hohen Basiswert, weshalb Läuferinnen die keine im Programm haben nicht gewinnen können. Und wie so geht das bei den Herren? Sind da die vierfachen weniger wert? Jason Brown hat bei den 4CC bewiesen, dass man auch ohne vierfache Sprünge auf das Podium laufen kann.
Gleichzeitig möchte man aber zwei verschiedene Programme einführen, eines für die Springer, eines für die Kunst - als ob das eine das andere ausschließt - nimmt aber den Springerinnen einen Teil ihrer Waffen.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein Satz eines britischen Mediziners ein, mit dem er begründet hat, warum bei den ersten olympischen Spielen keine Frauen starten dürfen: "„Ungezügeltes Rennen, Klettern oder Hüpfen können bei allzu großer Erschütterung die weiblichen Fortpflanzungsorgane funktionsuntüchtig machen.“ Also ich kenne viele Weltklasse-Eiskunstläuferinnen, die nach ihrer Laufbahn trotz allem Hüpfens Kinder bekommen haben. Auf diesem Niveau bewegt sich derzeit die Diskussion in der ISU.
Am Ende dieser Saison wird die Zahl der aktiven Läuferinnen mit vierfachen Sprüngen auf etwa 12 bis 15 gestiegen sein. Sie kommen aus fünf Ländern: Russland, Kasachstan, Japan, Südkorea und den USA. Das sind die mir derzeit bekannten. Wahrscheinlich liegt die reale Zahl noch etwas höher.
Vielleicht gibt es ja schon bei der WM eine Überraschung, und Gold geht nicht nach Russland sondern nach Südkorea. You Young wäre mit drei dreifachen Axel und zwei Vierfachen mehr als nur eine Geheimfavoritin.

Karl-Heinz Krebs
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Re: Mögliche Änderungen ab 22/23

Beitrag von Karl-Heinz Krebs » Sa 15. Feb 2020, 07:44

Ergänzen möchte ich den obigen Beitrag noch mit einem Verweis auf das Buch "CSR und Sportmanagement" von Alexandra Hildebrandt. Hier geht es zwar fast ausschließlich um Fußball, der Punkt eins "Frauensport" ist aber allgemeingültig.

Und schnell noch ein Zitat

"Das Eiskunstlaufen der Damen läßt jede Stillart vermissen. Es ist lediglich nur ein stilloses Springen und krampfhaftes Forthasten auf dem Eis. Wie wäre es wenn unsere Damen weniger auf Sprünge, als auf Grazie und Anmut beim Eiskunstlauf sehen wollen."

Ihr werdet es im oben genannten Buch unter "Frauensport" schnell finden. Ein Bezirksschwimmwart hat diese Äußerungen zum Schwimmen getätigt. Ich habe lediglich fünf Wörter ausgetauscht und und wir haben den Tenor der Aussagen zum Frauen-Eiskunstlauf. Nur das das Schwimmzitat von 1910 ist. Als wären nicht 110 Jahre vergangen.

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Re: Mögliche Änderungen ab 22/23

Beitrag von Katrin » Sa 15. Feb 2020, 09:36

Vorab:
Schön dass das Thema nun einen eigenen thread hat, danke Karl - Heinz, es war doch etwas versteckt im newsfeed !

Ja, das ist die Lächerlich-Schiene, die Karl Heinz anspricht, die die Entwicklung des Frauensports hemmt: Was gesund für Frauen ist und was nicht : Fahrradfahren in Afghanistan bei Frauen noch ein Tabu , dazu eine aktuelle nicht schöne Geschichte.

So argumentiert man heute nicht mehr was mögliche Gesundheitsgefahren beim heranwachsenden Eisläufer betrifft, es geht um die nicht geschlossene Wachtsumsscheibe im Knie. Aber warum sollen nicht nur Männer das Problem haben, Amodio musste wegen dieser Knieschmerzen mal ein Jahr ganz das Eiskunstlaufen sein lassen.
Vielleicht wollte auch Arutunjan deswegen Nathan Chen das quad Springen mit 15 nicht erlauben, doch Nathan's Dickschädel war stärker. Der weitere Grund: Erstmal die triples festigen.

Dass Frauen sich stärker auf das Künstlerische konzentrieren sollten, auch dieses Argument zieht heute noch, siehe diesen ellenlangen aktuellen podcast mit Hauptthema " Frauen und quads": Kusnezow ( übersetzt mit imtranslator): "---weibliches Eiskunstlauf als Produkt sollte ein eigenständiger Wert sein. Es sollte nicht so männlich sein, ... die Leute schauen Frauen beim Skaten zu, weil es da was anderes gibt....sie sind schön...und diese Kleider...Mädchen sind ein Zauber"

Mein Quark dazu: Wenn eine Dame vierfach springt, sollte man ihr das nicht negativ ankreiden.
Es ist immer noch in unserer Gesellschaft drin: Frauen sollten anders sein als Männer. So kriegte ich vor ca 20 Jahren mal zu hören von einem Mann: "Was mir an deinem Windsurfstil nicht gefällt: Du surfst zu männlich "

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Re: Mögliche Änderungen ab 22/23

Beitrag von Hildecat » Sa 15. Feb 2020, 14:59

Mal ein anderer Aspekt zu diesem neuen Konzept 60:40, 40:60
Wie würde das bei den Zuschauern ankommen? Diejenigen, die bei den Angaben oben links auf dem Bildschirm nur Bahnhof verstehen? Daniel Weiss ist ja stets bemüht, denen das mysteriöse Kästchen zu entschlüsseln.
Teilweise wird auch kritisiert daß die Bewertung so lange dauert wie die Programme. Reinhard Ketterer hat dies in seinem Bericht zur DNJM angefügt, das deshalb seiner Meinung nach Zuschauer weg bleiben.
Zuletzt geändert von Hildecat am So 16. Feb 2020, 08:26, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Mögliche Änderungen ab 22/23

Beitrag von Matthias » Sa 15. Feb 2020, 23:52

Katrin hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 09:36
[...]
Dass Frauen sich stärker auf das Künstlerische konzentrieren sollten, auch dieses Argument zieht heute noch, siehe diesen ellenlangen aktuellen podcast mit Hauptthema " Frauen und quads": Kusnezow ( übersetzt mit imtranslator): "---weibliches Eiskunstlauf als Produkt sollte ein eigenständiger Wert sein. Es sollte nicht so männlich sein, ... die Leute schauen Frauen beim Skaten zu, weil es da was anderes gibt....sie sind schön...und diese Kleider...Mädchen sind ein Zauber"

Mein Quark dazu: Wenn eine Dame vierfach springt, sollte man ihr das nicht negativ ankreiden.
Es ist immer noch in unserer Gesellschaft drin: Frauen sollten anders sein als Männer. So kriegte ich vor ca 20 Jahren mal zu hören von einem Mann: "Was mir an deinem Windsurfstil nicht gefällt: Du surfst zu männlich "
Mit geht ohnehin dieser Sexismus im Eiskunstlauf auf den Sack (ganz männlich :) ). Beim Schaulaufen noch extremer als bei den Wettbewerben: Frauen immer in Kleidern oder hautengen Anzügen (oder Hotpants und anderen enganliegenden Hosen), möglichst mit langen, offenen Haaren, dann ohnehin den weißen Schuhen. Männer dagegen männlich, mit schwarzen Schuhen, Hosen. Auch der Laufstil ist in Schauläufen bei den Frauen betont "weiblich", bei den Männern "männlich", zumeist. Ich finde das äußerst langweilig und rückschrittlich. Da ist die Gesellschaft zum Glück schon weiter.

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Re: Mögliche Änderungen ab 22/23

Beitrag von MI's FAN » So 16. Feb 2020, 19:30

Matthias hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 23:52
Mit geht ohnehin dieser Sexismus im Eiskunstlauf auf den Sack (ganz männlich :) ). Beim Schaulaufen noch extremer als bei den Wettbewerben: Frauen immer in Kleidern oder hautengen Anzügen (oder Hotpants und anderen enganliegenden Hosen), möglichst mit langen, offenen Haaren, dann ohnehin den weißen Schuhen. Männer dagegen männlich, mit schwarzen Schuhen, Hosen. Auch der Laufstil ist in Schauläufen bei den Frauen betont "weiblich", bei den Männern "männlich", zumeist. Ich finde das äußerst langweilig und rückschrittlich. Da ist die Gesellschaft zum Glück schon weiter.
Was ist denn daran schlimm, dass Frauen weiblich und Männer männlich sein wollen. Ich mag keine Eiskunstläuferin sehen, die wie ein Mann läuft und ich möchte keinen Eiskunstläufer sehen, der wie ein Frau läuft. Frauen und Männer sind unterschiedlich. Und das ist auch OK, wenn jeder seine Stärken hervorbringt.

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