Der Blick über den Tellerrand

KvdPF
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Re: Der Blick über den Tellerrand

Beitrag von KvdPF » Sa 2. Jun 2018, 17:50

Im Eiskunstlauf geht der Peak immer weiter nach unten, hier ist eine 15 jährige das Maß aller Dinge (von der 13 jährigen, die technisch am weitesten ist, will ich gar nicht reden)während beim Tennis Roger Federer mit seinen knapp 37 Jahren die Nr.1 ist und die Maßstäbe nach oben setzt. Die Leute haben hier auch mehr Ruhe zu reifen, wer gibt schon etwas auf einen 18 Jährigen Läufer, der noch keinen 3A springt.


Katrin
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Der Blick über den Tellerrand - zum Windsurfen

Beitrag von Katrin » Sa 22. Dez 2018, 17:12

Habe ein paar Jahre im professionellen Windsurfen mitgemacht im waveriding, seit dem Jahr 2001 bin ich nur mehr just for fun Windsurfen gefahren im Winter nach Tarifa/ Strasse von Gibraltar und im Sommer nach Dänemark, Klitmöller/Westausgang Skagerrak.

Die Entwicklung des Brandungs -Windsurfens seit diesen fast 20 Jahren, in denen ich in keinem PWA Wettbewerb mehr mitmachte, ist stark vorangegangen:
Von einfach gedrehten Vorwärts und Rückwärtssaltos, table-tops, Tricks beim welle-Abreiten, die auch für mich Standart waren damals spricht heute keiner mehr ehrfürchtig.

Für die cracks des Sports sind heutzutage doppelte Vorwärtsloops im Wettbewerb ein Muss, die big shots versuchen sich an dreifachen Vorwärtssaltos wie zB der Deutsche Philipp Köster. Ehrlich sein, kennt jemand Philipp Köster ?
Er ist vierfacher Weltmeister im Windsurfen.

Hier Köster's webSeite - das Video der Startseite zeigt ihm beim Wellenabreiten (floater = sein Brett schwebt über der tube der brechenden Welle; wave-360 , ne Art Vorwärtssalto mit Wellenschub), beim doppelten Vorwärtssalto und dem neuesten move, den ich heute zum ersten Mal sehe: Ein Rückwärtssalto in den Vorwärtssalto = pushloop into forward. Was für eine verrückte Bewegung, da drückt man das Segel so lange, bis es die Rückwärtsrotation aufhält und man in den Vorwärtssalto gehen kann.

Philipps Rückwärtssalto in den Vorwärtssalto und sein Dreifach Vorwärtssalto-Versuch von heuer, 2018. Noch ist der Dreifache 1/2 zu kurz, gut, dass Philipp schon eine Rücken-Landung macht, die ist fast harmlos, möchte aber nicht wissen, wie das knallt nach schon zwei Rotationen. Ob er auch einen blauen Rücken kriegt wie ich damals bei meinen Anfangsversuchen zum einfachen Vorwärtsloop ?

Richard Campello über seine 3 f Forward - Attempts : Er habe sich bei einem Versuch das Handgelenk gebrochen, das Knie ins Brett gerammt. Seine dritte Drehung ist noch mehr ein Schleudersturz, der tut richtig weh, das kann einen selbst und das Material zerreissen.

Hohe Windgeschwindigkeiten mit kleinen Segeln vereinfachen die Rotation. Bei hohen Windgeschwindigkeiten reagiert das Windsurfmaterial wie ein Vollblutpferd, man sollte also seine Hilfen sehr dosiert einsetzen können und genau wissen, was man in welchem Moment macht. Grobtechniker würden sofort im Krankenhaus landen.
Kleine Segel hatten früher auch kleine Gabelbäume, davon ist man aber weggegangen, ein längerer Gabelbaum gibt mehr Halt. Leichtes Material soweit sinnvoll ist Pflicht, keiner geht heute mehr mit schweren Epoxidmasten aufs Wasser. Karbonmasten sind leichter und haben unübertroffe Eigenschaften wenns ums Segel-handling geht, sie kosten viermal so viel, und dieses Geld gibt man gern aus.

Die Bedingungen von Pozo Izquierdo/Gran Canaria und der starke NO Passat sind perfekt für triple forward- loop Versuche.
Leider kann ich keine Angaben dazu machen, was Köster oder Campello für Windgeschwindigkeiten hatten und Segelgrössen, die kleinen Wellen sehen aber aus wie 8 Bft, ihr Segel geschätzt um 4, 0 qm mit relativ grossem Gabelbaum um Druck zu haben für die left side -onshore Bedingungen: Heisst, der Wind kommt von links = izquierdo und durch die leicht auflandige Windrichtung ist nicht so viel Wind in der Brandung wie ausserhalb der Brandungszone, zudem geht die Wasserströmung der ablaufenden Wellen mit dem Wind, zieht an der Finne des Bretts und man kommt spürbar schlechter ins Gleiten. Vorteil bei Pozo Izquierdo ist, das man mit Karacho geradlinig auf bestimmte Wellenbereiche - die nicht zu steil sein dürfen - zukacheln kann und ohne in der Luft abzufallen = weg vom Wind zu gehen - drehen kann.

Der Vorwärtssalto ist letztlich genau die Bewegung für den Axel im Eiskunstlauf. Trotzdem man mit den Beinen in den Schlaufen des Windsurfbretts steckt, arbeitet man mit Hüfte.
Der 4 A beim Eiskunstlaufen ist vergleichbar mit dem 3ple forward loop des Windsurfens.
Wer den 3ple Forward als erster schafft geht in die Geschichte ein. Die ausgelobten 10 000 US Dollar für den ersten Gestandenen sind da nicht soo wichtig.

Katrin
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Der Blick über den Tellerrand

Beitrag von Katrin » Mo 4. Mär 2019, 12:02


Katrin
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Re: Der Blick über den Tellerrand - Radsport

Beitrag von Katrin » Mi 24. Apr 2019, 08:18

Mathieu van der Poel, 24, erfolgreich bei Mountainbikerennen und in letzter Zeit auch bei Strassenrennen, er gewann vor wenigen Tagen das Amstel Gold Rennen in beeindruckender Manier im Zielsprint.
Bei einem Rennen heuer fliegt er kopfüber nach technischen Defekt, hält sich die Schulter, endet doch noch als Vierter .
Seine Gene sind beeindruckend, sein Vater Adrie van der Poel war Radrennfahrer, sein Grossvater ist Raymond Poulidor.

Ein Artikel des Olympic Channel sagt: "Er wollte schon als Kind immer nur gewinnen gegen seinen Bruder David, bei allem, auch bei Monopoly oder playstation...er ist ausserirdisch... er ist der Grösste aller Zeiten".

Erinnert mich an Yuzuru Hanyu.

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Tarancalime
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Re: Der Blick über den Tellerrand Aljona wird Mama

Beitrag von Tarancalime » Mi 24. Apr 2019, 08:57

https://www.instagram.com/p/BwoOixXBmbf ... hare_sheet

Bei Aljona und Liam ist Nachwuchs unterwegs :-)

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Der Blick über den Tellerrand - Caster Semenya

Beitrag von Katrin » Mi 1. Mai 2019, 18:04

Irgendwas passt mir nicht an diesem Urteil des CAS, der BBC Bericht.

Man hat genau die Strecken, die Semenya laufen kann, mit diesem Testosteron- Bann belegt = 400m bis zur Meile, also auch die 1500 m. Alle anderen Strecken nicht. Sie müsste 6 Monate vor Wettkampfbeginn Testosteron-senkende Mittel nehmen; sie sagt das will sie nicht.

Möchte wissen, warum nicht alle anderen Strecken auch mit diesem Bann belegt werden - oder sogar der gesamte Frauen - Wettkampfsport ? Ist es nicht so, dass Frauen mit etwas mehr Testosteron durchsetzungsfähiger sind, vielleicht kompromissloser sich selbst gegenüber und mutiger als andere Frauen ? Würde das nicht im gesamten Sport Auswirkungen haben ?
Wieviel Testosteron eine Frau im Mutterleib abbekommen hat zeigt sich am Verhältnis Zeige zu Ringfinger.

Nach dem Lesen dieses Brigitte-Artikels war ich erstaunt, es erklärte mir selbst so Vieles:
Mein Ringfinger ist um 9 mm länger als der Zeigefinger. Bin auch recht bemuskelt. Den Wunsch Kinder zu bekommen hatte ich nie. Im Sport sind nur Männer meine Vorbilder gewesen, der allererste war der Schwimmer Fastnacht, als er seinen ersten Weltrekord schwamm, war ich 10 Jahre alt. Kein Wunder, dass ich eher dem Herren - Eiskunstlaufen folge als den Damenwettbewerben. Kein Wunder auch, dass ich Stürze auf dem Eis hinnehmen kann als notwendige Begleiterscheinung, sie gehören einfach dazu.

Zurück zu Semenya: Das ist ein Urteil nur gegen sie und genau ihre Strecken, die sie läuft.
Wenn, dann müsste man ALLE Wettkampf - betreibenden Frauen testen auf "zuviel" Testosteron, denn mehr Muskeln und mehr Willenskraft sind entscheidende Faktoren beim Erlernen und Ausüben des Sports.

KvdPF
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Re: Der Blick über den Tellerrand - Caster Semenya

Beitrag von KvdPF » Mi 1. Mai 2019, 18:19

Katrin hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 18:04
Irgendwas passt mir nicht an diesem Urteil des CAS, der BBC Bericht.

Man hat genau die Strecken, die Semenya laufen kann, mit diesem Testosteron- Bann belegt = 400m bis zur Meile, also auch die 1500 m. Alle anderen Strecken nicht. Sie müsste 6 Monate vor Wettkampfbeginn Testosteron-senkende Mittel nehmen; sie sagt das will sie nicht.

Möchte wissen, warum nicht alle anderen Strecken auch mit diesem Bann belegt werden - oder sogar der gesamte Frauen - Wettkampfsport ? Ist es nicht so, dass Frauen mit etwas mehr Testosteron durchsetzungsfähiger sind, vielleicht kompromissloser sich selbst gegenüber und mutiger als andere Frauen ? Würde das nicht im gesamten Sport Auswirkungen haben ?
Wieviel Testosteron eine Frau im Mutterleib abbekommen hat zeigt sich am Verhältnis Zeige zu Ringfinger.

Nach dem Lesen dieses Brigitte-Artikels war ich erstaunt, es erklärte mir selbst so Vieles:
Mein Ringfinger ist um 9 mm länger als der Zeigefinger. Bin auch recht bemuskelt. Den Wunsch Kinder zu bekommen hatte ich nie. Im Sport sind nur Männer meine Vorbilder gewesen, der allererste war der Schwimmer Fastnacht, als er seinen ersten Weltrekord schwamm, war ich 10 Jahre alt. Kein Wunder, dass ich eher dem Herren - Eiskunstlaufen folge als den Damenwettbewerben. Kein Wunder auch, dass ich Stürze auf dem Eis hinnehmen kann als notwendige Begleiterscheinung, sie gehören einfach dazu.

Zurück zu Semenya: Das ist ein Urteil nur gegen sie und genau ihre Strecken, die sie läuft.
Wenn, dann müsste man ALLE Wettkampf - betreibenden Frauen testen auf "zuviel" Testosteron, denn mehr Muskeln und mehr Willenskraft sind entscheidende Faktoren beim Erlernen und Ausüben des Sports.

In Tests, die die IAAF in einer Studie durchführen ließ, führt der erhöhte Testosteronanteil in diesen genannten Laufdisziplinen zu einem signifikanten Leistungsvorteil. Dies wurde auch im Hammerwurf und Stabhochsprung nachgewiesen, hier gilt die Regelung aber bislang nicht.

Katrin
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Re: Der Blick über den Tellerrand

Beitrag von Katrin » Mi 1. Mai 2019, 21:09

@KvdPF: Danke für die Info !
Warum eigentlich nicht alle Wurfdisziplinen ?

Katrin
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Re: Der Blick über den Tellerrand - ein Spielchen fürs Sommerloch

Beitrag von Katrin » Do 2. Mai 2019, 09:58

Sorry, hatte schon wieder einen langen post gemacht, mir die Hände verschiedener Eiskunstläufer angesehen, der Server hat mich rausgehauen und dummerweise habe ich nicht alles in die Zwischenablage kopiert.

Jeder kann sich die Hände von Eiskunstläufern selbst ansehen und ein Urteil bilden, wer ist von der Anlage her mehr weiblich, wer mehr männlich.

Leider kann ich meinen post mit all den links nicht mehr herstellen.

Nachtrag: Habe die links gerettet, muss den post neu schreiben, das Sommerloch ist ja noch lang, jetzt aber hab ich einen Termin.

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